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Bei Festgeld legst Du einen Betrag für eine feste Laufzeit an. Der Zinssatz steht am ersten Tag für die gesamte Dauer fest, und Du kommst vor Ablauf in der Regel nicht an das Geld. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, welche Bank, sondern auch wie lange.
Absolute Zinssätze zu nennen bringt Dir hier wenig. Rund ein Drittel der Festgeldkonditionen am deutschen Markt ändert sich innerhalb eines Monats, jede Tabelle in einem Ratgeber ist also nach kurzer Zeit überholt. Was sich deutlich langsamer verschiebt, sind die Abstände zwischen den Laufzeiten. Genau diese entscheiden Deine Wahl.
So sieht die Staffel typischerweise aus, gemessen an den jeweils besten Angeboten am deutschen Markt:
| Schritt | Zusätzliche Bindung | Zinsaufschlag |
|---|---|---|
| 3 auf 12 Monate | 9 Monate | rund 0,5 Prozentpunkte |
| 12 auf 60 Monate | 48 Monate | rund 0,3 Prozentpunkte |
| 60 auf 72 Monate | 12 Monate | rund 0,2 Punkte weniger |
| 60 auf 120 Monate | 60 Monate | wenige Hundertstel mehr |
Die aktuellen Sätze zu den einzelnen Laufzeiten findest Du im kostenlosen Festgeld-Vergleich von Capitalo, der täglich gegen die Konditionen der Anbieter abgeglichen wird.
Inhalt
Die ersten zwölf Monate sind am besten bezahlt
Von 3 auf 12 Monate gewinnst Du rund einen halben Prozentpunkt. Dafür bindest Du Dein Geld neun Monate länger.
Von 12 auf 60 Monate kommen nur noch etwa drei Zehntel dazu. Dafür bindest Du es 48 Monate länger.
Der Aufschlag pro zusätzlichem Monat Bindung fällt also stark ab. Bei 72 Monaten knickt die Kurve sogar ein: Der höchste Sechs-Jahres-Satz liegt regelmäßig unter dem höchsten Fünf-Jahres-Satz. Ein Jahr mehr Bindung bringt an dieser Stelle weniger Zins, nicht mehr.
Darüber steigt die Kurve wieder, aber kaum. Das Fünf-Jahres-Niveau wird erst nach zehn Jahren überhaupt übertroffen, und dann um wenige Hundertstel. Für diesen Unterschied bindest Du Dein Geld fünf Jahre länger. Das ist der eigentliche Befund: Oberhalb von fünf Jahren wird zusätzliche Bindung praktisch nicht mehr bezahlt.
Praktisch heißt das: Die Laufzeit sollte sich danach richten, wann Du das Geld brauchst, nicht danach, wo die Tabelle das größte Prozentzeichen zeigt. Für eine Rücklage, die in zwei Jahren fällig wird, bringt die Fünf-Jahres-Anlage typischerweise rund zwei Zehntel mehr Zins und macht das Geld dafür drei weitere Jahre unerreichbar. Das ist selten ein guter Tausch.
Einlagensicherung: 100.000 Euro pro Kunde und Bank
Der Entschädigungsanspruch ist gesetzlich auf 100.000 Euro begrenzt. Das steht in § 8 Absatz 1 EinSiG. Drei Punkte daran werden regelmäßig falsch verstanden:
Die Grenze gilt pro Kunde und Bank, nicht pro Konto. § 7 Absatz 3 EinSiG stellt auf die Gesamtforderung ab, unabhängig von der Zahl der Konten. Drei Festgeldkonten bei derselben Bank sind zusammen bis 100.000 Euro geschützt, nicht dreimal bis 100.000 Euro.
Beim Gemeinschaftskonto zählt jeder Inhaber einzeln. Nach § 7 Absatz 4 EinSiG ist der jeweilige Anteil des einzelnen Kontoinhabers maßgeblich, und ohne besondere Bestimmung wird die Einlage zu gleichen Teilen zugerechnet. Für ein Paar bedeutet das eine Sicherungsgrenze von 200.000 Euro. Die BaFin beschreibt es genauso.
Bei einer Bank mit Sitz im Ausland zahlt die Sicherung des Sitzstaats. Im Europäischen Wirtschaftsraum müssen laut BaFin alle Staaten Einlagen bis 100.000 Euro absichern. Der EWR umfasst die EU-Länder plus Island, Liechtenstein und Norwegen. Die Höhe ist damit europaweit angeglichen, das Verfahren nicht: Im Entschädigungsfall wendest Du Dich an die Einrichtung des Sitzlandes, nicht an eine deutsche Stelle. Die BaFin weist außerdem darauf hin, dass es Unterschiede geben kann, wenn Einlagen über ein Treuhandmodell bei einem EWR-Institut liegen, das Konto also auf den Namen der vermittelnden Bank läuft und nicht auf Deinen.
Ein Beispiel: Unter den Anbietern mit den höchsten Sätzen finden sich regelmäßig Institute aus Malta, Portugal, Spanien oder Liechtenstein. Alle vier gehören zum EWR, die 100.000 Euro gelten also. Zuständig ist im Ernstfall trotzdem die Einrichtung des jeweiligen Sitzlandes, nicht die deutsche.
Was die deutsche Sicherung an Zins kostet
Bei fast jeder Laufzeit steht am Kopf der Liste eine Bank mit Sitz außerhalb Deutschlands. Der Abstand zum besten Angebot mit deutscher gesetzlicher Einlagensicherung lässt sich beziffern: Über die gängigen Laufzeiten liegt er meist zwischen 0,2 und 0,3 Prozentpunkten. Auf 20.000 Euro sind 0,2 Punkte rund 40 Euro Zinsdifferenz im Jahr. Das ist der Preis dafür, im Ernstfall mit einer deutschen Stelle zu tun zu haben statt mit einer spanischen oder maltesischen. Ob Dir das die 40 Euro wert ist, ist eine Abwägung und keine Rechenaufgabe.
Auf die Mindestanlage lohnt ein Blick, denn sie verschiebt die Rechnung: Die deutschen Spitzenreiter verlangen regelmäßig 5.000 oder 10.000 Euro Mindestanlage. Mehrere ausländische Anbieter nehmen Festgeld bereits ab dem ersten Euro an. Wer 2.000 Euro anlegen will, hat bei den deutschen Angeboten also oft gar keine Wahl.
Der höchste Zins bringt nicht die höchste Punktzahl
Der Anbieter, der die Zinsstaffel über die meisten Laufzeiten anführt, liegt im Capitalo Score nur im Mittelfeld, während mehrere Banken mit spürbar niedrigerem Zins deutlich besser abschneiden. Das ist kein Zufall: In die Bewertung fließen neben dem Zins auch Mindestanlage, Anlagegrenzen, Zinsgutschrift, Steuerabzug und die Bedingungen für eine vorzeitige Auflösung ein.
Der Festgeld-Vergleich zeigt beide Ebenen nebeneinander, den aktuellen Zinssatz und die Punktzahl. Wer nur auf die erste Spalte schaut, übersieht regelmäßig den Anbieter, mit dem er am Ende besser gefahren wäre.
Ein Detail, das in Zinstabellen selten auftaucht: Bei Festgeld ist eine vorzeitige Kündigung meist nicht teuer, sondern schlicht ausgeschlossen. Über die am deutschen Markt verfügbaren Festgeldkonten hinweg sieht nur eine Handvoll eine vorzeitige Verfügung überhaupt vor, und dann in aller Regel ohne Zinsen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du das Geld über die volle Laufzeit entbehren kannst, ist das der wichtigere Punkt als die zweite Nachkommastelle beim Zins.
Steuern: 26,375 Prozent auf alles über dem Pauschbetrag
Zinsen aus Festgeld sind Einkünfte aus Kapitalvermögen. Der Steuersatz beträgt nach § 32d Absatz 1 EStG 25 Prozent, dazu kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf diese Steuer (§ 4 SolZG 1995). Zusammen sind das 26,375 Prozent. Bist Du kirchensteuerpflichtig, kommen je nach Bundesland 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer hinzu.
Vorher greift der Sparer-Pauschbetrag: 1.000 Euro für Alleinstehende, 2.000 Euro für zusammen veranlagte Ehegatten, geregelt in § 20 Absatz 9 EStG. Damit die Bank ihn berücksichtigt, brauchst Du einen Freistellungsauftrag. Die Rechtsgrundlage dafür ist § 44a EStG, die Abstandnahme vom Steuerabzug.
Zwei Rechnungen dazu:
- 20.000 Euro zu beispielhaft 3 Prozent ergeben 600 Euro Zinsen im Jahr. Mit Freistellungsauftrag bleibt davon nichts beim Finanzamt.
- 40.000 Euro zu 3 Prozent ergeben 1.200 Euro. Davon liegen 200 Euro über dem Pauschbetrag, darauf fallen 52,75 Euro Abgeltungsteuer samt Soli an.
Nicht jede Bank behält die Steuer selbst ein. Deutsche Institute tun es grundsätzlich, ausländische überwiegend nicht. Dort fließen die Zinsen brutto auf Dein Konto, und Du gibst sie über die Anlage KAP in der Steuererklärung an. Der Betrag ist am Ende derselbe, die Arbeit nicht. Ob ein Anbieter den Steuerabzug übernimmt, steht im Vergleich bei jedem Angebot dabei.
Festgeld oder Tagesgeld
Tagesgeld ist täglich verfügbar, der Zins kann sich jederzeit ändern. Festgeld ist gebunden, der Zins nicht. Das ist der ganze Unterschied, und er lässt sich beziffern.
Die höchsten Tagesgeldsätze am Markt sind fast immer Aktionszinsen: ein hoher Satz für vier bis sechs Monate, danach der Absturz auf einen Bruchteil. Rechne solche Angebote immer auf zwölf Monate hoch, bevor Du sie mit Festgeld vergleichst. Der Jahresschnitt liegt dann regelmäßig deutlich unter dem, was ein 12-Monats-Festgeld ohne Aktionsfrist bringt.
Am saubersten wird der Vergleich bei ein und derselben Bank. Mehrere Anbieter führen Tagesgeld und Festgeld parallel, mit identischer Einlagensicherung und identischem Institut. Der Abstand zwischen beiden liegt dort meist bei rund zwei Zehnteln zugunsten des Festgelds. So viel ist Dir die Bindung wert, und mehr ist es nicht.
Für den Notgroschen bleibt Tagesgeld die richtige Wahl, weil er verfügbar sein muss. Für Geld mit bekanntem Verwendungsdatum, etwa eine Steuernachzahlung im nächsten Frühjahr oder das Eigenkapital für einen Kauf in drei Jahren, kaufst Du mit Festgeld Planbarkeit.
Fazit
- Der Zinsaufschlag für längere Bindung fällt schnell ab: rund ein halber Punkt für die ersten neun zusätzlichen Monate, nur noch drei Zehntel für die folgenden 48.
- Bei sechs Jahren liegt der Bestzins unter dem Fünf-Jahres-Niveau. Oberhalb von fünf Jahren wird längere Bindung praktisch nicht mehr bezahlt.
- 100.000 Euro Schutz gelten pro Kunde und Bank, beim Gemeinschaftskonto pro Inhaber. Bei ausländischen Banken zahlt die Sicherung des Sitzstaats.
- Die deutsche Einlagensicherung kostet meist 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte Zins.
- Ohne Freistellungsauftrag gehen 26,375 Prozent der Zinsen an das Finanzamt, auch unterhalb des Pauschbetrags.
Die genannten Größenordnungen beruhen auf den Konditionsdaten von Capitalo, Stand August 2026. Zinssätze für Spareinlagen ändern sich laufend; die tagesaktuellen Werte stehen im Festgeld-Vergleich. Rechtliche Angaben nach dem zum Redaktionsschluss geltenden Stand.

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