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I.C.M. Independent Capital Management: Meine Erfahrungen mit der individuellen Vermögensverwaltung

I.C.M. Independent Capital Management Website
Depotstudent Dominik
4.9
(14)

Wer sich mit Vermögensaufbau und Geldanlage beschäftigt, steht irgendwann vor der Frage: Reichen meine eigenen Kenntnisse aus oder sollte ich lieber professionelle Hilfe in Anspruch nehmen?

Gerade bei größeren Anlageentscheidungen möchte man sich nicht immer ausschließlich auf eigene Recherchen verlassen und Experten mit Praxiserfahrung einbeziehen: Eine individuelle Vermögensverwaltung liegt daher nahe.

Im Rahmen meiner Reihe Ranking der Finanzberatungen schaue ich mir verschiedene Anbieter aus der Finanz- und Vermögensberatung genauer an. Dabei geht es mir vor allem darum, unterschiedliche Anbieter aus Kundensicht zu testen: Wie professionell läuft der Kontakt ab? Wie gut wird auf die persönliche Situation eingegangen? Wie verständlich werden Anlagestrategien erklärt? Und welchen Gesamteindruck hinterlässt die Beratung?

Diesmal habe ich die Beratung von I.C.M. Independent Capital Management getestet. Dabei handelt es sich um eine unabhängige Vermögensverwaltung, die sich deutlich von den bisher getesteten Finanzberatungen unterscheidet:

  • Das Unternehmen unterliegt einem Provisionsannahmeverbot: Die Auswahl der Investments ist also banken- und produktunabhängig.
  • Außerdem liegt der Fokus klar auf dem Thema Geldanlage: I.C.M ist auf die Verwaltung größerer Vermögen spezialisiert.
  • Dabei werden auch damit zusammenhängende Themen wie Vermögensnachfolge und Generationenmanagement berücksichtigt: Mit allem, was dazugehört wie Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen und Testamenten – auch in Zusammenarbeit mit Anwälten.

Mich interessierte vor allem, wie individuell die Beratung tatsächlich ausfällt, wie transparent Kosten und Anlagestrategie erläutert werden und welchen Eindruck die fachliche Qualität der Beratung vermittelt. Außerdem wollte ich herausfinden, ob sich der Ansatz von I.C.M. in der Praxis spürbar von einer klassischen Bankberatung unterscheidet.

Viel Spaß mit dem Erfahrungsbericht!

Das Unternehmen vorgestellt: Wer ist I.C.M. Independent Capital Management?

I.C.M. Independent Capital Management ist eine unabhängige Vermögensverwaltung mit Hauptsitz in Mannheim.

Seinen Ursprung hat das Unternehmen in der Vermögensverwaltungsgesellschaft der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank. Im Jahr 1999 übernahmen Wolfgang Stadler und Karl-Heinz Köffler den Geschäftsbetrieb im Rahmen eines Management-Buy-outs und führten ihn anschließend als I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim GmbH weiter.

Ein Überblick über die Firmengeschichte – seit dem Jahr 1999 werden die Geschäfte unter dem Namen I.C.M. geführt:

I.C.M. Firmengeschichte

Heute verfügt der Vermögensverwalter über Standorte in Mannheim, Düsseldorf und Zeitlarn bei Regensburg und bietet darüber hinaus eine deutschlandweite Betreuung per Telefon und auf digitalem Weg an.

Die Standorte von I.C.M. im Überblick:

I.C.M. Standorte

An der Spitze des familiengeführten Unternehmens stehen Wolfgang Stadler, Karl-Heinz Köffler, Thilo Stadler und Christian Köffler. Damit sind sowohl die beiden ursprünglichen Gründer als auch die nächste Generation in der Geschäftsführung vertreten. Die beruflichen Hintergründe reichen von Tätigkeiten bei Groß- und Privatbanken über Wealth Management und Portfoliomanagement bis hin zu Markt- und Produktanalyse. Thilo Stadler ist darüber hinaus zertifizierter Finanzplaner (CFP).

Kundenkreis: Privatkunden, Unternehmen und Stiftungen

I.C.M. richtet sein Angebot sowohl an vermögende Privatpersonen als auch an Unternehmen und Stiftungen.

Neben der eigentlichen Verwaltung von Wertpapiervermögen werden auch angrenzende Themen behandelt:

  • Ganzheitliche Finanzplanung
  • Beteiligungen und alternative Investments
  • Vermögensnachfolge
  • Schenkungen
  • Testamentsvollstreckung
  • … und damit Zusammenhängendes.

Auch regulatorisch handelt es sich nicht lediglich um einen Finanzvermittler. I.C.M. ist ein Wertpapierinstitut und unterliegt der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bundesbank. Darüber hinaus ist das Unternehmen Mitglied im Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland (VuV) und hat sich dessen Ehrenkodex verpflichtet.

Neben der Mitgliedschaft im VuV ist I.C.M auch im Verband DIE FAMILIENUNTERNEHMER e.V. und genießt einige Auszeichnungen:

I.C.M. Mitgliedschaften und Zertifizierungen

Damit lässt sich I.C.M. zunächst als etablierter, familiengeführter Vermögensverwalter mit Fokus auf individuelle und persönliche Betreuung einordnen. Im Mittelpunkt steht nicht der Vertrieb eines einzelnen Anlageprodukts, sondern die langfristige Verwaltung eines auf die Situation des jeweiligen Mandanten zugeschnittenen Vermögens.

Unabhängigkeit: Was unterscheidet I.C.M von Banken und Vermittlern?

Bevor ich meine persönlichen Erfahrungen mit I.C.M. darstelle, möchte ich noch einen Blick auf die Unabhängigkeit werfen.

Dieser Punkt ist natürlich besonders wichtig, um das Unternehmen im Vergleich zu Banken oder Finanzvertrieben einschätzen zu können.

Die wichtigsten Aspekte zu I.C.M. im Überblick:

  • Große Unabhängigkeit durch Zugang zum gesamten Markt
  • Es werden keine eigenen Produkte vertrieben (anders als bei vielen Banken).
  • Vergütung rein über das Honorar des Kunden (Verwaltungsvergütung: Keine Provisionen, keine Ausgabeaufschläge, …)

Wer es ganz genau wissen möchte: Die folgende Tabelle zeigt, was einen unabhängigen Vermögensverwalter wie I.C.M. auszeichnet:

Kriterium im VergleichBank (z. B. Sparkasse, Deutsche Bank)Privatbank (z. B. Merck Finck, Berenberg)Unabhängiger Vermögensverwalter (z. B. I.C.M.)
ZielgruppeStehen der breiten Bevölkerung offenVermögende Privatpersonen, Family Offices & StiftungenVermögende Privatpersonen, Family Offices & Stiftungen
ProduktangebotBreites Spektrum, inkl. Kredite, Konten, Anlagen, eigene Produkte etc.Kredite, Konten etc. mit Fokus auf Vermögensanlage, oft eigene Produkte und VertriebsvorgabenFokus auf Vermögensanlage, meistens ohne eigene Produkte (das Geld selbst liegt bei einer Partnerbank)
BetreuungOft standardisiert, abhängig vom BeraterPersönlicher, aber häufig an eigene Produktpalette gebundenPersönlich, unabhängig und individuell
UnabhängigkeitEingeschränkt, oft stehen hauseigene Produkte im VordergrundEingeschränkt, weil Hausmeinung zu Produkten und Märkten in die Beratung einfließtHoch, Zugang zum gesamten Markt, Zusammenarbeit mit mehreren Researchhäusern und Depotbanken
GebührenmodellOft schwer durchschaubar, z. B. über Honorare, Ausgabeaufschläge und VertriebsprovisionenMischung aus Provisionen, Ausgabeaufschlägen und HonorarenTransparent, meist pauschale oder erfolgsabhängige Verwaltungsvergütung
Vertrieb eigener ProdukteJaJaNein
Potenzial für InteressenkonflikteHochHochGering
Aufsicht & RegulierungBaFin, Bundesbank, WirtschaftsprüferBaFin, Bundesbank, WirtschaftsprüferBaFin, Bundesbank, Wirtschaftsprüfer – gleicher regulatorischer Standard wie Banken
Quelle: I.C.M. Independent Capital Management

Zum aktuellen Zeitpunkt werden über 500 Depots mit einem Anlagevolumen von mehreren 100 Mio. Euro von I.C.M. verwaltet:

I.C.M. der unabhängige Vermögensverwalter

Kosten der individuellen Vermögensverwaltung von I.C.M.

Die Vergütungsstruktur von I.C.M. Independent Capital Management lässt sich mit der eines Steuerberaters vergleichen: Denn die Bezahlung erfolgt rein durch die Kundinnen und Kunden. Sie unterscheidet sich daher deutlich von der klassischen Provisionsberatung, wie sie bei den meisten Finanzberatungen der Standard ist.

Bei der provisionsbasierten Beratung erhält der Berater beziehungsweise Vermittler Zahlungen von Produktanbietern, wenn bestimmte Finanzprodukte vermittelt werden. Dadurch können Interessenkonflikte entstehen, weil sich die Vergütung je nach verkauftem Produkt unterscheiden kann. Auch die BaFin weist darauf hin, dass Provisionen eine mögliche Quelle für Interessenkonflikte darstellen.

Bei I.C.M. ist die Vergütung dagegen unmittelbar an das verwaltete Kundenvermögen gekoppelt. Das jährliche Honorar liegt abhängig von Vermögenshöhe und Managementaufwand zwischen 0,55 und 1,20 % des verwalteten Vermögens zzgl. Umsatzsteuer.

Provisionsannahmeverbot: Keine Ausgabeaufschläge oder Kickbacks

Ein wichtiger Punkt bei I.C.M. ist das gesetzliche Provisionsannahmeverbot für die Finanzportfolioverwaltung. Vereinfacht gesagt darf ein unabhängiger Vermögensverwalter wie I.C.M. Provisionen oder andere monetäre Zuwendungen von Produktanbietern nicht für sich behalten, wenn diese im Zusammenhang mit der Verwaltung des Kundenvermögens gezahlt werden.

§ 64 Abs. 7 WpHG schreibt vor, dass solche Zahlungen grundsätzlich nicht angenommen und behalten werden dürfen. Werden dennoch monetäre Zuwendungen vereinnahmt, müssen sie vollständig an den jeweiligen Kunden ausgekehrt werden.

Das hat für Kundinnen und Kunden von I.C.M. folgende Vorteile:

  • Keine Ausgabeaufschläge
  • Keine laufende Vertriebsvergütung / keine Kickbacks
  • Vergütung rein aus Management Fee der Depots
  • Alignment of Interest –> Kundeninteresse = I.C.M. Interesse

Zusätzlicher Vorteil für Kundinnen und Kunden: Wenn über I.C.M. in aktive Fonds investiert wird, sind diese häufig um 0,5 % bis 0,7 % pro Jahr günstiger, als wenn sie über Vermittler oder über eigene Wertpapierdepots gekauft werden. Der Grund: I.C.M. erhält keine laufende Vertriebsvergütung – also keine sogenannten „Kickbacks“, welche in den laufenden Kosten eingepreist sind. Dadurch werden die Fonds günstiger für die Anleger. Aktive Fonds werden bei I.C.M. zwar nur im kleinen Umfang für bestimmte Nischen-Märkte genutzt, trotzdem ist dieser Wegfall der Vertriebsvergütung ein großer Vorteil für Anleger.

Das bedeutet: I.C.M. verdient primär an der laufenden Verwaltung des Vermögens und nicht daran, möglichst viele provisionsstarke Produkte zu vermitteln. Die Vergütungsstruktur ist daher deutlich transparenter und die Interessen sind auf eine langfristige Kundenbeziehung ausgerichtet.

Meine Erfahrungen: Beratung bei I.C.M. Independent Capital Management

Kommen wir nun zum praxisnahen Teil: Ich habe mich bei I.C.M. zur Geldanlage und Vermögensverwaltung beraten lassen.

Der Beratungsablauf wurde dabei in zwei Schritte gegliedert:

  • Erst wurde die grundlegende Strategie auf Basis meiner persönlichen Lebenssituation ausgearbeitet.
  • Anschließend lag der Fokus auf der individuellen Taktik (Investmentprozess), welche zu mir persönlich passt.

1) Strategische Herangehensweise

Besonders positiv aufgefallen ist mir bei der Beratung, dass nicht sofort über Aktien, Fonds oder andere konkrete Anlageprodukte gesprochen wurde. Stattdessen stand zunächst meine persönliche Lebenssituation im Mittelpunkt. Der Berater wollte verstehen, wo ich finanziell aktuell stehe, welche Pläne ich für die kommenden Jahre habe und wann ich möglicherweise auf Teile meines Vermögens zugreifen muss.

Der Prozess bei I.C.M. vom persönlichen Gespräch bis zur Umsetzung und regelmäßigen Kontrolle:

I.C.M. Investmentprozess Ablauf

In diesem ersten Teil der Beratung bei I.C.M. ging es beispielsweise um Fragen wie:

  • Wie ist der persönliche Ausgangspunkt? Welchen Anteil macht der zu investierende Betrag in der Gesamtvermögensallokation aus? Wie ist das restliche Kapital bisher investiert?
  • Welche finanziellen Ziele verfolge ich? Soll das Vermögen langfristig wachsen, regelmäßige Erträge erwirtschaften oder später beispielsweise der Altersvorsorge dienen?
  • Stehen größere Ausgaben bevor? Wenn etwa in drei oder fünf Jahren ein Hauskauf geplant ist und dafür 300.000 Euro Eigenkapital benötigt werden, sollte dieser Betrag anders behandelt werden als Vermögen, das für zehn oder zwanzig Jahre investiert bleiben kann.
  • Wie viel Liquidität benötige ich? Neben langfristigen Anlagen sollte ausreichend Kapital für laufende Ausgaben und unvorhergesehene Situationen verfügbar bleiben.
  • Sind größere Vermögenszuflüsse zu erwarten? Beispielsweise durch eine Erbschaft, den Verkauf einer Immobilie oder eines Unternehmens. Ein solcher Zufluss kann die langfristige Vermögensplanung erheblich verändern.
  • Welche regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben bestehen? Dadurch lässt sich besser einschätzen, ob zukünftig Geld aus dem Portfolio entnommen werden muss oder weiteres Kapital investiert werden kann.
  • Welche familiären Veränderungen sind absehbar? Themen wie Kinder, Immobilien, Ruhestand oder eine spätere Vermögensübertragung können Einfluss darauf haben, wie das Vermögen heute strukturiert werden sollte.
  • Wie lange kann das Geld tatsächlich investiert bleiben? Kapital, das voraussichtlich 15 Jahre nicht benötigt wird, lässt sich grundsätzlich anders planen als Geld, das bereits in zwei Jahren verfügbar sein muss.
  • Welche Risiken bin ich bereit einzugehen? Dabei geht es nicht nur darum, welche Schwankungen theoretisch akzeptabel sind, sondern auch darum, mit welchen zwischenzeitlichen Verlusten man sich persönlich noch wohlfühlt.

Gerade das Beispiel eines geplanten Hauskaufs macht die Vorgehensweise für mich nachvollziehbar: Angenommen, ein Anleger verfügt über 1 Million Euro, weiß aber bereits, dass er in drei Jahren 300.000 Euro für eine Immobilie benötigt. Dann wäre es wenig sinnvoll, das gesamte Vermögen nach einer einheitlichen langfristigen Strategie anzulegen. Der benötigte Betrag muss bei der Planung entsprechend berücksichtigt werden, während für den übrigen Teil des Vermögens ein deutlich längerer Anlagehorizont bestehen kann.

Ähnliches gilt für eine absehbare Erbschaft. Wenn beispielsweise in einigen Jahren zusätzliches Immobilien- oder Kapitalvermögen hinzukommen könnte, kann dies für die heutige Vermögensstruktur relevant sein. Die Betrachtung beschränkt sich damit nicht nur auf die Frage „Wie investiere ich mein vorhandenes Geld?“, sondern umfasst auch die Frage „Wie könnte sich meine gesamte finanzielle Situation in den nächsten Jahren entwickeln?“

Genau diese Herangehensweise empfand ich als einen wesentlichen Bestandteil der Beratung. Zuerst wird die Strategie festgelegt, anschließend folgt die Taktik.

Erst nachdem Ziele, Liquiditätsbedarf, Anlagehorizont und persönliche Rahmenbedingungen geklärt waren, ging es darum, wie das dafür vorgesehene Vermögen konkret strukturiert werden könnte.

Das entspricht auch dem von I.C.M. beschriebenen Investmentprozess: Am Anfang stehen die Analyse von Vermögenssituation, Zielen, Risikobereitschaft, Renditeerwartung, bisherigen Erfahrungen und Liquiditätsbedarf. Darauf aufbauend werden Anlagestrategie und individuelle Portfoliostruktur entwickelt.

2) Taktische Ausarbeitung der Anlagestrategie

Spannend ist natürlich auch die tatsächliche Anlagestrategie, welche sich aus meiner persönlichen Lebenssituation ergibt.

Hierzu passend ist eine Grafik von I.C.M., welche den Investmentprozess im Rahmen der Beratung veranschaulicht:

I.C.M. Investmentprozess

Die Anlagephilosophie von I.C.M. basiert auf einer aktiven Vermögensverwaltung. Das bedeutet, dass nach der Festlegung der langfristigen Anlagestrategie nicht einfach ein Portfolio zusammengestellt und anschließend unverändert liegen gelassen wird. Stattdessen wird die Zusammensetzung laufend überwacht und bei veränderten Marktbedingungen oder persönlichen Rahmenbedingungen angepasst. Dabei verbindet I.C.M. eine langfristige strategische Vermögensaufteilung mit taktischen Entscheidungen wie etwa einer veränderten Liquiditätsquote oder der Absicherung einzelner Positionen. Dies bringt Sicherheit für das Vermögen.

Wie ich im Rahmen der Beratung sehen konnte, liegt der Fokus vor allem auf ETFs und ausgewählten Einzeltiteln. ETFs ermöglichen es, bestimmte Märkte oder Anlageklassen breit gestreut und vergleichsweise kosteneffizient abzubilden. Einzeltitel können dagegen gezielt eingesetzt werden, wenn I.C.M. bei bestimmten Unternehmen entsprechende Chancen sieht. Das passt zum grundsätzlichen Ansatz des Vermögensverwalters, bei der Auswahl unter anderem fundamentale Kennzahlen, Ratings, Volatilität und technische Faktoren zu berücksichtigen.

Aktiv gemanagte Fonds spielen eine untergeordnete Rolle und werden selektiv für Spezialthemen eingesetzt. Dies ist bei jedem Kunden individuell, da jedes Depot unterschiedlich aussieht. Nicht jedes Depot verwendet überhaupt aktive Fonds. Nur wenn sich ein Markt nicht sinnvoll über einen ETF oder einzelne Wertpapiere abbilden lässt beziehungsweise besonderes Fachwissen erforderlich ist, greift I.C.M. teilweise auf externe Fondsmanager zurück. In der eigenen Anlagephilosophie bezeichnet I.C.M. dieses Vorgehen als „Best in class“ und nennt beispielsweise Emerging Markets als Bereich, in dem externe Expertise genutzt werden kann.

Für mich ergibt sich daraus ein interessanter Mittelweg: Die Vermögensverwaltung selbst erfolgt aktiv, ohne dass zwangsläufig überwiegend teure aktive Fonds eingesetzt werden.

Das Portfolio kann im Kern aus ETFs und Einzeltiteln bestehen, während aktive Fonds gezielt dort eingesetzt werden, wo I.C.M. einen entsprechenden Mehrwert sieht. Dadurch wird die aktive Entscheidung stärker auf die Portfolio- und Asset-Allokation verlagert – also darauf, was wann und in welcher Gewichtung im Depot enthalten sein soll.

Ein wichtiger Bestandteil der aktiven Vermögensverwaltung ist, dass I.C.M. nicht unabhängig vom aktuellen Marktumfeld investiert. Neben der langfristigen Strategie werden auch die momentane Marktstimmung, Phasen übermäßiger Euphorie oder Unsicherheit sowie politische und wirtschaftliche Entwicklungen berücksichtigt. In sehr euphorischen Marktphasen kann beispielsweise vorsichtiger agiert werden, während stärkere Rückgänge wiederum Chancen für gezielte Käufe bieten können.

Dabei spielen auch das aktuelle Weltgeschehen und die Nachrichtenlage eine Rolle. Geopolitische Konflikte, wirtschaftliche Unsicherheiten oder andere außergewöhnliche Ereignisse können dazu führen, Positionen neu zu bewerten, Liquidität anzupassen oder Teile des Portfolios abzusichern. Die langfristige Strategie bleibt dabei das Grundgerüst – die konkrete Umsetzung wird jedoch an das jeweilige Marktumfeld angepasst und optimiert.

Exkurs: Investitionen in Private Markets für vermögende Kunden

Als Ergänzung zur klassischen Vermögensverwaltung können bei I.C.M. für ausgewählte Kunden auch Private Markets bzw. ELTIFs infrage kommen. Dabei handelt es sich um langfristig ausgerichtete Investments, über die beispielsweise in nicht börsennotierte Unternehmen oder andere private Vermögenswerte investiert werden kann. Laut Independent Capital Management soll der Anteil von Private Markets im Gesamtportfolio bei geeigneten Kunden lediglich maximal 5 % bis 10 % ausmachen.

Aufgrund der längeren Kapitalbindung und eingeschränkten Liquidität sieht I.C.M. solche Anlagen jedoch nur als Beimischung für entsprechend große Vermögen. Nach meinen Informationen aus dem Gespräch liegt der Einstieg bei einer Mindestanlage von 200.000 Euro. Das bedeutet, dass erst eine siebenstellige Depotgröße notwendig ist, damit solche Einzelinvestments ab 200.000 Euro Sinn machen und der Richtwert von maximal 5 % bis 10 % des Gesamtdepots nicht überschritten wird.

Die laufenden Kosten belaufen sich auf etwa 1,0 bis 1,5 % p. a.. Zum Vergleich: Viele Neobroker haben für Private Markets Produkte im Portfolio mit rund 2,5 % laufenden Kosten pro Jahr, was einen deutlichen Aufschlag zu I.C.M. darstellt.

Besonders betont wurde im Gespräch die Qualität der Produktauswahl. Gerade im Private-Market-Bereich unterscheiden sich Produkte hinsichtlich Kosten, Qualität und Zugang zu attraktiven Investments erheblich. Entsprechend soll nicht jedes verfügbare Angebot eingesetzt, sondern sehr selektiv ausgewählt werden.

Performance von I.C.M.: Wertentwicklung & Strategie der individuellen Vermögensverwaltung

In diesem Abschnitt wird es deutlich konkreter: Ich schaue mir die Wertentwicklung der individuellen Vermögensverwaltung an und gehe in den Vergleich mit der gewählten Benchmark. So lässt sich die erzielte Performance mit der dahinterliegenden Strategie deutlich besser nachvollziehen.

Im Folgenden die Performance der Jahre 2012 bis einschließlich 2025. Es handelt sich dabei um die reale Wertentwicklung und das kostenbereinigt – die Kosten von Vermögensverwaltung und Ordergebühren sind hierbei bereits abgezogen.

Betrachtet werden alle Depots mit einer offensiven Ausrichtung mit einer Aktienquote von bis zu 70 %.

Performance 2012 – 2015

I.C.M. Performance 1

2012 – Deutlicher Vorsprung gegenüber der Benchmark
Die I.C.M.-Vermögensverwaltung erzielte 2012 eine Performance von 11,36 %, gegenüber 6,64 % der Benchmark. Besonders ab der Jahresmitte entwickelte sich das Portfolio deutlich stärker. Dies zeigt, dass die gewählte Portfoliostruktur in diesem Marktumfeld einen klaren Mehrwert gegenüber dem Vergleichsmaßstab liefern konnte.

2013 – Positive Entwicklung mit moderater Outperformance
Sowohl die I.C.M.-Vermögensverwaltung als auch die Benchmark entwickelten sich 2013 positiv. Mit 8,50 % gegenüber 7,84 % lag die I.C.M. zum Jahresende leicht vorne.

2014 – Klarer Mehrwert im Jahresverlauf
2014 erreichte die I.C.M.-Vermögensverwaltung 9,39 %, während die Benchmark bei 5,76 % lag. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte öffnete sich die Performancelücke zugunsten von I.C.M.

2015 – Deutliche Outperformance bei schwankungsreichem Verlauf
Das Jahr war von stärkeren Schwankungen geprägt. Dennoch beendete die I.C.M.-Vermögensverwaltung das Jahr mit 9,99 %, deutlich vor der Benchmark mit 5,22 %. Nach zwischenzeitlichen Rücksetzern gelang sowohl dem Portfolio als auch der Benchmark eine kräftige Erholung.

Performance 2016 – 2019

I.C.M. Performance 2

2016 – Vergleichbare Entwicklung im Jahresergebnis
2016 verliefen I.C.M.-Portfolio und Benchmark über weite Strecken ähnlich, allerdings mit teilweise deutlichen Schwankungen. Zum Jahresende lag die I.C.M.-Performance mit 3,57 % über der Benchmark von 1,78 %. Die starke Entwicklung zum Jahresende sorgte für den Vorsprung.

2017 – Deutliche Outperformance
2017 zeigt einen besonders ausgeprägten Unterschied: Die I.C.M.-Vermögensverwaltung erreichte 5,29 %, die Benchmark lediglich 2,92 %. Bereits im ersten Halbjahr setzte sich das Portfolio deutlich ab und konnte diesen Vorsprung trotz zwischenzeitlicher Rückgänge bis zum Jahresende behaupten.

2018 – Schwieriges Marktjahr, Verluste leicht begrenzt
2018 entwickelten sich beide Vergleichsgrößen zunächst positiv, bevor es zum Jahresende zu einem deutlichen Rückgang kam. Die I.C.M.-Vermögensverwaltung schloss mit –3,33 % gegenüber –3,53 % bei der Benchmark ab. In einem negativen Marktumfeld fiel der Jahresverlust damit geringfügig niedriger aus.

2019 – Starke Partizipation an der Markterholung
2019 war ein ausgesprochen positives Jahr für die I.C.M.-Vermögensverwaltung. Mit 25,49 % wurde die Benchmark von 16,46 % deutlich übertroffen. Die Grafik zeigt, dass sich der Performancevorsprung insbesondere ab dem Frühjahr kontinuierlich ausbaute.

Performance 2020 – 2023

I.C.M. Performance 3

2020 – Verlustbegrenzung im Corona-Jahr
Das von der Corona-Krise geprägte Jahr führte zunächst zu erheblichen Rückgängen. Während sich die Benchmark anschließend deutlich erholte und mit 3,91 % abschloss, beendete die I.C.M. das Jahr mit –0,93 %. Auffällig ist insbesondere, dass der maximale zwischenzeitliche Rückgang von I.C.M.-Vermögensverwaltung deutlich geringer ausfiel als bei der Benchmark – ein Hinweis auf die defensive Wirkung der individuellen Portfoliosteuerung in der akuten Stressphase.

2021 – Starke Entwicklung auf ähnlichem Niveau
2021 profitierten sowohl die I.C.M.-Vermögensverwaltung als auch die Benchmark vom positiven Kapitalmarktumfeld. Die I.C.M. erzielte 15,29 %, die Benchmark 16,05 %. Damit wurde ein Großteil der positiven Marktentwicklung mitgenommen, auch wenn die Benchmark zum Jahresende leicht vorne lag.

2022 – Widerstandsfähigkeit im schwierigen Zins- und Marktumfeld
2022 war von Inflation, stark steigenden Zinsen und fallenden Aktien- und Anleihemärkten geprägt. Die I.C.M.-Vermögensverwaltung schloss mit –13,90 % gegenüber –12,90 % bei der Benchmark ab. Die Grafik verdeutlicht, dass auch eine aktiv gesteuerte Multi-Asset-Strategie in einem außergewöhnlich schwierigen Umfeld Verluste nicht vollständig vermeiden kann.

2023 – Deutliche Outperformance in der Erholung
Mit der Markterholung 2023 erzielte die I.C.M.-Vermögensverwaltung 15,22 %, gegenüber 11,92 % bei der Benchmark. Besonders in der ersten Jahreshälfte und erneut zum Jahresende konnte ein deutlicher Vorsprung aufgebaut werden.

Performance 2024 – 2025

I.C.M. Performance 4

2024 – Erneut klar über der Benchmark
Die positive Entwicklung setzte sich 2024 fort. Die I.C.M.-Vermögensverwaltung erreichte 19,13 %, während die Benchmark bei 14,86 % lag. Über weite Teile des Jahres lag die I.C.M. vor dem Vergleichsmaßstab und konnte damit überdurchschnittlich an der positiven Kapitalmarktentwicklung partizipieren.

2025 – Aufholbewegung nach schwachem Jahresverlauf
2025 zeigt zunächst deutliche Rückgänge und anschließend eine kräftige Erholung beider Verläufe. Zum Jahresende liegen I.C.M.-Vermögensverwaltung und Benchmark mit 4,11 % bzw. 4,32 % nahezu gleichauf. Bemerkenswert ist vor allem die deutliche Aufholbewegung von I.C.M. in den letzten Monaten des Jahres.

Hier die Anlagestruktur der individuellen Vermögensverwaltung für eine offensive Anlagestrategie mit 70 % Aktien:

Anlageklasse / RegionDepotanteilRendite p. a.Gewichteter Renditebeitrag
Aktien / Fonds / ETFs / Zertifikate70,00 %5,94 %
Europa inkl. GB & Schweiz27,50 %8,50 %2,34 %
Nordamerika27,50 %9,00 %2,48 %
Asien / Schwellenländer7,50 %7,00 %0,53 %
Globale Trends7,50 %8,00 %0,60 %
Renten (max. Laufzeit 5 Jahre)15,00 %0,75 %
Staatsanleihen0,00 %3,00 %0,00 %
Unternehmensanleihen0,00 %4,00 %0,00 %
Sonstige Anleihen15,00 %5,00 %0,75 %
Rohstoffe & Edelmetalle8,00 %0,48 %
Gold / Silber8,00 %6,00 %0,48 %
Energie0,00 %5,00 %0,00 %
Sonstige Rohstoffe0,00 %2,00 %0,00 %
Private Equity5,00 %10,00 %0,50 %
Liquide Mittel2,00 %2,00 %0,04 %
Gesamt100,00 %7,71 %

… darüber kann man sich ein Bild von der Asset Allocation in dieser Strategie machen.

Im Folgenden noch zwei Praxisbeispiele, um die Aktivitäten im Rahmen der individuellen Vermögensverwaltung von I.C.M. nachvollziehen zu können.

Praxisbeispiel 1: Aktives Anleihemanagement von I.C.M. im Zinsanstieg 2022

Anleihen werden von vielen Anlegern als stabiler und defensiver Bestandteil eines Portfolios wahrgenommen. Der starke Zinsanstieg 2022 führte insbesondere bei Anleihen mit langen Laufzeiten jedoch zu erheblichen Kursverlusten.

Im Rahmen der individuellen Vermögensverwaltung wurde die Anleiheseite der betreuten Portfolios mit kurzen Durationen und unterschiedlichen Ertragsquellen strukturiert. Neben Staatsanleihen wurden gezielt Unternehmens- und Aktienanleihen eingesetzt, sofern Rendite und Risiko in einem angemessenen Verhältnis standen.

Durch diese aktive Steuerung konnte die Zinssensitivität reduziert und die Abhängigkeit von einzelnen Marktfaktoren begrenzt werden.

Praxisbeispiel 2: Gold als strategischer Baustein der Multi-Asset-Strategie

Auch Gold übernimmt innerhalb der individuellen Vermögensverwaltung von I.C.M. eine klar definierte strategische Funktion. Es dient als Diversifikationsbaustein, Sicherheitsanker und strategische Liquiditätsreserve und kann insbesondere in wirtschaftlich, geopolitisch oder geldpolitisch unsicheren Marktphasen zur Stabilisierung des Gesamtportfolios beitragen.

Durch aktives Rebalancing kann I.C.M. unterschiedliche Marktphasen gezielt nutzen: Bei deutlichen Aktienmarktrückgängen können beispielsweise Teile der Goldposition zur Finanzierung antizyklischer Aktienkäufe eingesetzt werden. Nach starken Aktienmarktphasen können umgekehrt Gewinne teilweise in Gold umgeschichtet werden. So werden Aktien, Anleihen, Gold und Liquidität innerhalb der individuellen Vermögensverwaltung aktiv aufeinander abgestimmt.

Voraussetzungen für die individuelle Vermögensverwaltung

Die individuelle Vermögensverwaltung von I.C.M. richtet sich an Anleger mit einem Anlagevermögen ab 100.000 Euro. Ab dieser Größenordnung wird das Portfolio persönlich betreut und entsprechend der individuellen Ziele, Risikobereitschaft und finanziellen Situation des Kunden zusammengestellt.

Tipp: Wer weniger als 100.000 € anlegen möchte, kann die digitale Vermögensverwaltung von I.C.M. in Anspruch nehmen.

– Link zur digitalen Vermögensverwaltung von I.C.M. >> (ab 25.000 €).
– Wahl aus drei verschiedenen Anlageportfolio möglich (Defensiv, Balance und Chance).
– Auch bei der digitalen Vermögensverwaltung hat man einen persönlichen Ansprechpartner.

Die digitale Vermögensverwaltung ist stärker standardisiert als die individuelle Vermögensverwaltung, ermöglicht aber ebenfalls eine professionelle Verwaltung des angelegten Kapitals. Damit gibt es auch für kleinere Anlagebeträge eine Einstiegsmöglichkeit, ohne vollständig auf persönlichen Kontakt verzichten zu müssen.

Kostenloser Depotcheck

Wer bereits ein Wertpapierdepot besitzt und wissen möchte, wie gut dieses tatsächlich aufgestellt ist, kann bei I.C.M. einen kostenlosen Depotcheck durchführen lassen. Dabei wird die bestehende Anlagestruktur analysiert, ohne dass dafür bereits eine Vermögensverwaltung abgeschlossen werden muss.

Den Depotcheck kann man direkt auf der Website von I.C.M. anfordern:

I.C.M. Depotcheck

… einfach das Formular ausfüllen und den Depotcheck durchführen lassen.

Untersucht wird unter anderem die tatsächliche Asset Allocation – also wie sich das Vermögen beispielsweise auf Aktien, Anleihen und weitere Anlageklassen verteilt. Zudem wird geprüft, ob sich einzelne Investments unnötig überschneiden oder dadurch unbemerkt Klumpenrisiken entstanden sind.

Darauf aufbauend zeigt der Depotcheck mögliche Optimierungspotenziale hinsichtlich Rendite und Risiko auf. Gerade für Anleger, die über Jahre verschiedene Fonds, ETFs oder Einzeltitel angesammelt haben, kann eine solche Gesamtbetrachtung interessant sein, um die tatsächliche Struktur des Depots einmal unabhängig überprüfen zu lassen.

Weitere Informationen aus der Beratung: Risiko, Aktienquote & mehr

In der Beratung habe ich noch weitere Informationen und gedankliche Ansätze erhalten, die ich in diesem letzten Kapitel gesammelt habe.

Generelle Gedanken zu Risiko

Ein wichtiger Punkt in der Beratung von I.C.M. war die Frage, was Risiko bei einer Geldanlage eigentlich bedeutet. Dabei geht es nicht nur um normale Wertschwankungen. Entscheidend ist auch, welchen zwischenzeitlichen oder dauerhaften Kapitalverlust ein Anleger finanziell und persönlich verkraften kann.

Zur Beurteilung können beispielsweise die Volatilität und der Maximum Drawdown herangezogen werden. Während die Volatilität beschreibt, wie stark der Wert einer Anlage schwankt, zeigt der Maximum Drawdown, wie groß der stärkste zwischenzeitliche Verlust innerhalb eines betrachteten Zeitraums war.

Für die Vermögensverwaltung ist deshalb nicht allein die erwartete Rendite entscheidend. Eine Anlagestrategie sollte auch so gewählt werden, dass mögliche Verluste und Schwankungen zur individuellen Risikobereitschaft passen. Denn eine höhere Renditechance ist wenig hilfreich, wenn die damit verbundenen Rückgänge für den Anleger nicht tragbar sind.

Wie sinnvoll ist eine strenge Aktienquote nach Alter?

Spannend war auch, dass mir in der Beratung einige Gedankenanstöße zu Faustregeln wie „100 minus Lebensalter“ (um die passende Aktienquote zu bestimmen) mitgegeben wurde. Ein 30-Jähriger würde nach dieser Regel beispielsweise 70 Prozent seines Vermögens in Aktien investieren, ein 60-Jähriger nur noch 40 Prozent.

In der Beratung wurde jedoch deutlich, dass solche starren Regeln höchstens als grobe Orientierung dienen können. Das Alter allein sagt wenig darüber aus, welches Risiko tatsächlich sinnvoll ist. Viel wichtiger sind die individuelle Vermögenssituation, der Anlagehorizont, der Liquiditätsbedarf und die persönliche Risikobereitschaft.

So kann ein 65-Jähriger mit einem langfristigen Anlagehorizont, ausreichenden laufenden Einkünften und hohen Liquiditätsreserven durchaus eine höhere Aktienquote verkraften. Umgekehrt kann für einen 35-Jährigen eine niedrigere Aktienquote sinnvoll sein, wenn in wenigen Jahren ein großer Teil des Vermögens beispielsweise für einen Immobilienkauf benötigt wird.

Entscheidend ist daher nicht die Frage „Wie alt bin ich?“, sondern vielmehr „Wann benötige ich mein Kapital und welche zwischenzeitlichen Verluste kann und möchte ich verkraften?“.

Die Aktienquote sollte sich daraus individuell ableiten und nicht allein aus einer pauschalen Altersformel.

Gesetzliche Verpflichtung zur regelmäßigen Prüfung des Anlageportfolios

Interessant war auch, dass spätestens alle 2-3 Jahre durch I.C.M. ein kurzer Check zur „neuen Selbsteinschätzung“ erfolgt.

Der Hintergrund: Eine einmal festgelegte Anlagestrategie sollte nicht über Jahre unverändert bleiben, wenn sich die persönlichen Rahmenbedingungen verändern. Deshalb wird im Rahmen der Vermögensverwaltung regelmäßig überprüft, ob die ursprünglichen Angaben und die daraus abgeleitete Strategie noch zur aktuellen Lebenssituation passen.

Dabei geht es beispielsweise darum, ob sich Einkommen, Vermögen, Anlageziele, Liquiditätsbedarf oder persönliche Risikobereitschaft verändert haben. Auch größere Ereignisse wie ein Immobilienkauf, eine Erbschaft, der Eintritt in den Ruhestand oder Veränderungen innerhalb der Familie können eine Anpassung notwendig machen.

Im Rahmen dieser regelmäßigen Selbsteinschätzung wird daher geprüft, ob das bestehende Portfolio weiterhin zum Kunden passt oder die Anlagestrategie angepasst werden sollte. So soll verhindert werden, dass ein ursprünglich geeignetes Portfolio Jahre später nicht mehr mit den tatsächlichen finanziellen Zielen und Bedürfnissen übereinstimmt.

Fazit zur Beratung bei I.C.M. Independent Capital Management

Mein Gesamteindruck von I.C.M. fällt positiv aus. Besonders überzeugt hat mich, dass die Beratung nicht mit der Frage begonnen hat, welches Produkt verkauft oder welcher Fonds ins Depot gelegt werden soll. Stattdessen stand zunächst meine persönliche und finanzielle Situation im Mittelpunkt: Welche Ziele habe ich? Wann benötige ich mein Kapital? Welche größeren Ausgaben könnten anstehen? Und welches Risiko kann und möchte ich tatsächlich tragen? Erst auf dieser Grundlage wurde über die konkrete Anlagestrategie gesprochen.

Genau diese Trennung zwischen Strategie und anschließender taktischer Umsetzung war für mich eine der Stärken der Beratung.

Beim Investmentansatz hat mir natürlich besonders gefallen, dass nicht einfach auf eine Vielzahl teurer aktiver Fonds gesetzt wird (wie ich es bei vielen Finanzberatungen gesehen habe), sondern die Portfolios vor allem mit ETFs und ausgewählten Einzeltiteln abgebildet werden. Gleichzeitig wird das Portfolio laufend überwacht und kann abhängig von Marktbewertungen, Stimmung, Weltgeschehen und der persönlichen Situation angepasst werden.

Zur Vermeidung von Interessenkonflikten ist die Vergütungsstruktur ein weiterer Pluspunkt: I.C.M. wird über die Verwaltungsvergütung der Kunden bezahlt und unterliegt als Finanzportfolioverwalter dem Provisionsannahmeverbot. Dadurch besteht nicht der klassische Anreiz einer Provisionsberatung, bestimmte Produkte wegen einer höheren Vertriebsvergütung zu vermitteln.

Natürlich hat eine individuelle Vermögensverwaltung ihren Preis: Für jemanden, der sein Depot selbst mit wenigen ETFs verwalten kann und dafür ausreichendes Wissen sowie eine gute Strategie hat, ist die Anlage in Eigenregie günstiger. Der Mehrwert der Vermögensverwaltung liegt vielmehr in der persönlichen Betreuung, der laufenden Steuerung des Portfolios und darin, dass auch die gesamte Vermögens- und Lebenssituation in die Entscheidungen einbezogen wird.

Entsprechend sehe ich die individuelle Vermögensverwaltung von I.C.M. vor allem für Anleger als interessant an, die mindestens 100.000 Euro anlegen möchten und die Verantwortung für ihr Portfolio nicht vollständig selbst übernehmen wollen.

Bei größeren oder komplexeren Vermögen können zusätzlich Themen wie Vermögensnachfolge, Schenkungen, Private Markets oder die langfristige Liquiditätsplanung relevant werden. Wer weniger als 100.000 Euro investieren möchte, findet bei I.C.M. alternativ eine stärker standardisierte digitale Vermögensverwaltung.

Du möchtest bei I.C.M. eine Anfrage stellen? Die Kontaktinformationen findest Du unter https://www.icm-vv.de.

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