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Ist der MSCI World zu USA lastig?

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Der MSCI World wird von Privatanlegern mit Begeisterung für die langfristige Geldanlage per ETF genutzt, seine Entwicklung überzeugt ebenso wie die vorbildliche Diversifikation. Kritiker behaupten hingegen, es sei zu viel USA im MSCI World und möchten den Index deswegen nicht in ihren Portfolios haben.

Wie so oft sind derartige Aversionen nicht rein finanztechnischer Natur, sondern eher politischem Unbehagen geschuldet. Im nachfolgenden Beitrag setze ich mich mit den Vorwürfen auseinander und beantworte Dir diese Fragen:

  • Ist der MSCI World zu USA lastig?
  • Sind die USA im MSCI World übergewichtet?

Um die Situation möglichst objektiv zu bewerten, schauen wir uns zunächst die Zusammensetzung des MSCI World an.

Wissenswertes zum MSCI World

Der von Morgan Stanley Capital International aufgelegte Aktienindex beinhaltet etwa 1.650 Unternehmen aus 23 Staaten, die von MSCI als voll industrialisiert eingestuft werden. Aufgenommen werden aus jeder qualifizierten Nation die Unternehmen mit dem größten Börsenwert.

Der MSCI World deckt für jeden Staat circa 85 % der so bezeichneten Marktkapitalisierung ab. Darunter ist der gesamte Börsenwert aller Aktiengesellschaften eines Landes zu verstehen. Zum besseren Verständnis das Beispiel BRD:

  • Hierzulande waren im Juli 2019 am regulierten Markt rund 470 Aktiengesellschaften registriert, welche eine gesamte Marktkapitalisierung von 1.200 Milliarden € repräsentieren.

Morgan Stanley baut den Index also auf klaren Regeln auf. Jetzt schaue ich mir an, welche Länder im MSCI World vertreten sind und wie die Gewichtung aussieht:

  • Portugal, Österreich und Neuseeland mit jeweils weniger als 0,1 % Indexgewicht.
  • Irland, Israel und Norwegen mit jeweils rund 0,2 % im Index gewichtet.
  • Belgien und Finnland nehmen jeweils etwa 0,3 % ein.
  • Singapur, Dänemark, Italien und Schweden kommen jeweils auf weniger als 1 %.
  • Spanien, Niederlande und Hongkong liegen jeweils unterhalb von 1,5 %.
  • Australien, BRD, Schweiz und Kanada rangieren zwischen 2,4 und 3,4 %.
  • Frankreich ist mit knapp 4 % im MSCI World gewichtet.
  • Großbritannien nimmt 5,7 % im Index ein.
  • Japan hält gut 8 %.
  • Die Vereinigten Staaten dominieren den MSCI World mit gut 62 %.

Ausgrund dieser Ländergewichtung kommen manche Leute zu der Ansicht, es sei zu viel USA im MSCI World. Ist der MSCI World zu USA lastig? Um diese Frage zu beantworten, ein Blick auf die zehn Unternehmen mit dem jeweils größten Börsenwert:

  • Der IT-Konzern Microsoft nimmt mit einem Börsenwert von 856 Milliarden € 2,36 % im Index ein.
  • Apple, ein weltweit agierender Hersteller von Mobiltelefonen und mehr verfügt über einen Börsenwert von 820 Milliarden € und beansprucht 2,26 % am Index.
  • Der Konsumgüter-Konzern Amazon kommt auf 695 Milliarden € Börsenwert und 1,91 % im Index.
  • Facebook ist an der Börse 404 Milliarden € wert und hält sich mit 1,12 % im Index.
  • Johnson & Johnson, ein Konzern mit Schwerpunkt Gesundheit hat aktuell 326 Milliarden € Börsenwert und 0,9 % im MSCI World Index.
  • Die Geschäftsbank JP Morgan Chase hat einen Börsenwert von 321 Milliarden Euro und ist im Index mit 0,89 % gewichtet.
  • Alphabet C aus der IT-Branche nimmt mit einem Börsenwert von 289 Milliarden Euro 0,82 % im Index ein.
  • Der Energiekonzern Exxon Mobile hält mit einem Börsenwert von 285 Milliarden Euro etwa 79 % am Index.
  • Alphabet A weist einen Börsenwert von 285 Milliarden Euro auf und ist mit 0,79 % gewichtet.
  • Nestle, ein Lebensmittelkonzern aus der Schweiz, hat einen Börsenwert von 279 Milliarden Euro und 0,77 % Anteil am Index.

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Sind die USA im MSCI World übergewichtet?

Bei der Betrachtung beider Aufstellungen könnte der Eindruck entstehen, dass sich zu viel USA im MSCI World befindet. In der Tat sind nun einmal die größten Konzerne der Welt in den Vereinigten Staaten konzentriert.

Alleine der Börsenwert von Apple und Facebook zusammen stellt den Wert aller Aktiengesellschaften der BRD in den Schatten. Die Liste der US-amerikanischen AGs kann beliebig um Berkshire Hathaway und ebenso bekannte Namen erweitert werden. BMW und Siemens beispielsweise sind mit 65 und 100 Milliarden Euro Börsenwert dagegen prominente Zwerge.

Der Anteil amerikanischer Werte am MSCI World war nicht immer so hoch wie derzeit, dazu ein Rückblick auf die letzen 15 Jahre:

  • 2005 etwa 52 %.
  • 2006 circa 52 %
  • 2007 knapp 48 %.
  • 2008 gut 46 %.
  • 2009 etwa 51 %
  • 2010 knapp 51 %.
  • 2011 gut 48 %.
  • 2012 gut 54 %.
  • 2013 circa 52 %.
  • 2014 etwa 55 %.
  • 2015 gut 57 %.
  • 2016 circa 59 %.
  • 2017 fast 60 %.
  • 2018 nur 59 %.
  • 2019 mehr als 62 %.

Die Gewichtung der Vereinigten Staaten und aller im Index befindlichen Länder wird regelmäßig von Morgan Stanley neu justiert. Sie ist allein von der Entwicklung des jeweiligen Aktienmarktes abhängig und entspricht den hauseigenen Regeln.

Ist der MSCI zu USA lastig?

Aus Sicht der Kritiker ja und aufgrund der oben ersichtlichen Zahlen nicht zu verneinen. Andererseits kann ich hierin kein Problem sehen, denn die US-amerikanischen Konzerne sind nun einmal sehr stark und erfolgreich.

Anleger kaufen immer die Aktien von Unternehmen mit langfristig überzeugender Entwicklung. Sie vertrauen dabei bewährten Standardwerten mehr als den Aktien von unbekannten Marktneulingen. Seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sehen Anleger aus aller Welt in amerikanischen Aktien die besten Chancen.

Dadurch steigt der Börsenwert großer Konzerne und resultiert in einer höheren Marktkapitalisierung der Vereinigten Staaten. Es kann durchaus sein, dass das Index Gewicht der USA in den kommenden Jahren weiter steigt. Wo ist das Problem?

Ist schon immer zu viel USA im MSCI World?

Nein, in den 1980er Jahren waren die Vereinigten Staaten nur mit etwa 30 Prozent im MSCI World Index gewichtet. Seinerzeit dominierte Japan mit gut 50 % den Index. Ende 1989 kam es zu einer gewaltigen Turbulenz an der Börse in Tokio, der Nikkei ging daraufhin auf eine 14 Jahre dauernde Talfahrt. Am Ende hatte der Index 60 % seines Werts eingebüßt, Japan wurde im MSCI World in Stufen auf den heutigen Wert herunter gewichtet.

Das Ereignis wird von Kritikern gerne als mahnendes Beispiel präsentiert, die andere Hälfte der Wahrheit bleibt den meisten Lesern aber verborgen. Was machten damals die in japanische Aktien investierte Großanleger?

Haben sie etwa schnell ihre Aktien verkauft und den Erlös unters Kopfkissen gesteckt? Sicher nicht! Sie wussten schon vorher, was auf sie zukommt und haben ihre Depots lediglich umgeschichtet. Japanische Aktien raus, amerikanische Aktien rein. Verschwörungstheorie? Nachweislich nicht.

Seit 1989 stieg die Gewichtung der Vereinigten Staaten im MSCI World Index kontinuierlich, temporäre Verluste aus der Dotcom- und Finanzkrise bleiben hierbei unberücksichtigt.

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Sind die USA im MSCI World übergewichtet?

Gemäß der Regeln des Hauses Morgan Stanley, welche übrigens bei den meisten Indizes zur Anwendung kommen, sicher nicht. Dass die amerikanischen Aktiengesellschaften aufgrund bereits erwähnter Fakten in der Gunst der internationalen Anleger stehen, ist ein anderes Thema.

Es mag sogar zutreffen, dass amerikanische Aktien derzeit stark überbewertet sind. Was bedeutet dies aber für Dich als Anleger mit einem ETF auf den MSCI World? Nicht viel. Schauen wir uns gemeinsam das mögliche Szenario an:

  • Angenommen, es kommt auf dem amerikanischen Aktienmarkt in einem oder zwei Jahren zu einer Korrektur.
  • Große Investoren wissen davon, wie üblich, eher als private Anleger.
  • Sie stoßen ihre US-Aktien ab und lösen damit eine Verkaufslawine sowie fallende Kurse aus.
  • Die Ländergewichtung der USA im MSCI World fällt daraufhin entsprechend, des gesamten Börsenwerts der US-amerikanischen Aktiengesellschaften.

Im schlimmsten Fall muss die Frage, ist der MSCI World zu USA lastig, dann mit nein beantwortet werden. Doch was machen die führenden Investoren? Sie ziehen ihre Gelder auf dem höchstmöglichen Stand aus den amerikanischen Aktien und investieren woanders. Wo? Sicher nicht im Kongo, Tschad oder sonst einem unsicheren Land, sondern in einem oder mehreren Industriestaaten.

  • Möglich wäre, dass japanische Aktien oder europäische Wertpapiere dadurch eine starke Hausse erleben.
  • Es könnte aber auch sein, dass ein Teil des Geldes in Aktien aus den Schwellenländern fließt.
  • Wahrscheinlicher scheint hingegen, dass große Investoren keine Risiken eingehen wollen und in Aktien der Industrieländer anlegen.

Und Du bist immer auf der sicheren Seite, weil Dein Investment in den MSCI World von allen möglichen Veränderungen profitiert.

Breite Diversifikation schafft Sicherheit

Ich möchte zunächst die eingangs gestellten Fragen beantworten und danach erklären, warum Dir das Ergebnis egal sein kann:

  • Ist der MSCI World zu USA lastig? Für mich nicht, für andere schon.
  • Sind zu viel USA im MSCI World? Nein, der Anteil entspricht aktuellen Regeln.
  • Sind die USA im MSCI World übergewichtet? Nicht wirklich, die Gewichtung entspricht dem nationalen Börsenwert aller Aktiengesellschaften der Vereinigten Staaten.

Wer beispielsweise nur in einen amerikanischen Index (S&P 500) investiert ist, wird von einer eventuell stattfindenden Korrektur stark getroffen. Du überlegst Dir hingegen einen Einstieg in den MSCI World oder bist bereits darin investiert.

In beiden Fällen sind Sorgen überflüssig, weil die breite Streuung des Kapitals regionale Verluste dämpft und langfristig ausgleicht. Es könnte im schlimmsten Fall zu einer Verlagerung der gesamten Marktkapitalisierung kommen, der Wert an sich bleibt jedoch erhalten.

Mein Fazit

Lasse Dich von medialen Warnungen vor einem großen Crash in den USA nicht beeindrucken. Der kann kommen oder auch nicht und beides spielt für Dein Investment in den MSCI World keine Rolle.

Denke bitte daran, dass es für das Ergebnis unwichtig ist, ob amerikanische Aktien im Index derzeit übergewichtet sind oder nicht. Entscheidend ist vielmehr, dass der Index bereits viele Krisen unbeschadet überstanden hat und ständig von Morgan Stanley seitens der Ländergewichtung angepasst wird.

Verschiebungen jeglicher Art können Deiner Geldanlage nichts anhaben, wenn Du den MSCI World im Portfolio mit dem MSCI Emerging Markets kombinierst. Achte aber auf die Gewichtung der beiden Indizes, welche Deiner Risikobereitschaft entsprechen sollte.

Dein Depotstudent Dominik

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