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Meine bittersüßen ETF Erfahrungen

Gebäude beleuchtet Nacht

Ach ja, jetzt ist es schon wieder ein bisschen her, dass ich mein erstes “richtiges” Investment getätigt habe. Es müssten ziemlich genau zwei Jahre sein. Holla! So schnell kann es gehen. Naja, da kann man schon mal ein kleines Resümee ziehen, oder?

Wie viele Panikattacken hatte ich, weil die Kurse ins Bodenlose gefallen sind? Wie viele schlaflose Nächte musste ich erleiden? Wie oft habe ich ans Verkaufen meiner hübschen ETFs gedacht?

Ich plaudere aus dem Nähkästchen und schildere damit meine bisherigen Erfahrungen mit ETFs.

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Allgemeine Eindrücke

Meine wichtigsten ETF-Erfahrungen in Kurzform:

  • Der Depotwert schwankt schon ordentlich.
  • Ich schaue eigentlich viel zu oft ins Depot.
  • Dividenden sind cool.
  • Grundsätzlich ist das Investieren in ETFs saugemütlich.
  • Es fühlt sich gut an, so zu investieren, wie ich es momentan tue.
  • Seit ich mich mit ETFs beschäftige, kommen täglich Meldungen von irgendwelchen Horror-Crash-Szenarien. Aber nichts passiert.

Volatilität, die Freude bereitet

… oder auch nicht. So ein kleines Auf und Ab ist das ja schon am Aktienmarkt – und so kann es auch mit den Emotionen laufen. Meine ETF-Erfahrungen beschränken sich auf:

Mal bin ich ganz dick im Plus. Mal stürzen die ETFs ein bisschen ab.

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt.

So schlimm ist es keineswegs! Man muss sich aber trotzdem erst mal ein bisschen an die Schwankungen gewöhnen. Denn beim Tagesgeld bzw. auf dem Girokonto steht immer derselbe Wert. So ist das bei Aktien oder ETFs aber nicht.

Eine super Möglichkeit, wie man dem Ganzen Herr werden kann: Man tastet sich langsam ran. Oder man schaut einfach nicht ins Depot. 🙂

Was noch ganz interessant ist: Ich habe das Geld im Depot mittlerweile gedanklich abgeschrieben. Ich habe schon öfter davon gelesen, dass man das tun sollte. Habe auch verstanden, was damit gemeint ist. Und es dämmerte mir schon eine ganze Weile, dass es bei mir in diese Richtung geht. Richtig bewusst geworden ist mir dieser Gedanke des “mentalen Abschreibens” aber erst dann, als es bei mir dann tatsächlich soweit war.

Tja, verstehen und erleben sind eben doch zwei paar Stiefel.

Trotzdem ist es wichtig, viel zu lesen. Verständnis nimmt einem die Angst. Hier mein Artikel über sehr gute Börsenbücher.

Ach, ich habe heute erst 11 x ins Depot geschaut

… da geht noch 1 x. Ohne Probleme.

Am Anfang hatte ich schon den Drang, genau zu verfolgen, wie sich die Kurse meiner ETFs entwickeln. Solange der Kurs jedes Mal etwas höher stand als beim letzten Mal gucken, war ich natürlich super zufrieden. Auch wenn das (selbstverständlich) nicht immer so war.

Wie jetzt? Insgesamt schon 4,6 % im Plus? Geeeeeil. Gestern war ich noch bei 4,2 %. Wow.

Das ist grundsätzlich eine ziemlich sinnlose Angelegenheit und das war mir auch von Anfang an bewusst. Ich schaue trotzdem auch heute noch “zu oft” ins Depot und meiner Erfahrung nach geht das auch einigen anderen so. Mittlerweile beschränkt es sich aber auf etwa 3 x in der Woche. Selbst das ist echt sinnlos. 😀

Naja, zum Erfahrung sammeln, wie sich die ETF-Volatilität anfühlt, hat dieses regelmäßige Nachschauen sicher ein bisschen geholfen.

Eigentlich kann mir ja echt egal sein, wie mein Depot momentan abschneidet. Also als langfristiger Buy-and-Hold-Anleger. Trotzdem super, dass ich ordentlich im Plus bin. So wie es die letzten zwei Jahre gelaufen ist, kommt das mit den durchschnittlichen 7 % Rendite im Jahr sogar ganz gut hin. Bis jetzt. 🙂

Die süßen Dividenden

… motivieren ungemein. Wer hätte es gedacht. Aber es macht richtig Bock, wenn alle drei oder sechs Monate – je nach ETF – plötzlich ein paar Ausschüttungen auf dem Konto landen. Man rechnet auch gar nicht unbedingt damit, aber auf einmal ist da einfach wieder Geld auf dem Konto. Und im Jahr kommen so auch ein paar Hundert Euro zusammen. Sehr nett!

  • Ja, mir ist bewusst, dass Dividenden nur Teil der Gesamtperformance sind und diese nicht zusätzlich erhöhen.
  • Und ja, mir ist bewusst, dass erneut Orderkosten entstehen, wenn ich dieses Geld direkt wieder investiere.
  • Und ja, mir ist daher auch bewusst, dass thesaurierende ETFs in der Ansparphase sinnvoller sind. Rechnerisch jedenfalls.

Aber motivierender sind höchstwahrscheinlich trotzdem die Ausschütter. Und ich kann die Abgeltungssteuer mittels der Ausschüttungen bezahlen. Natürlich muss ich das erst, wenn der Freibetrag ausgeschöpft ist. 😉

UND (!) ich kann die Zinsen für meinen kleinen Wertpapierkredit bezahlen. Den süßen kleinen sollte man ja auch nicht vergessen! Die momentane Zinsbelastung (wenn man das überhaupt so nennen kann) ist gering und wird durch die Ausschüttungen überkompensiert – was mir absolut entgegen kommt.

Siehe: Meine Artikelserie zu ETFs auf Kredit

Erfahrungen ETF-Sparplan

Das ist der Abschnitt, in dem es unter anderem darum gehen soll, dass die Geldanlage in ETFs echt gemütlich ist – meiner Erfahrung nach.

Ich möchte nicht einfach nur darstellen, wieso so ein Sparplan immer eine ganz hübsche Sache ist und welche Erfahrungen ich damit machen konnte. Daher fangen wir lieber anders an:

Wie übersteht man einen Crash?

Die Antwort lautet doch wohl hoffentlich nicht “mit einem ETF-Sparplan”?!!!

Crash-Szenarien sind unschön. Keine Frage. Aber paradoxerweise haben die Leute wann Angst vor einem Crash? Während sie sich in der Ansparphase befinden.

Dass ein Crash in der Ansparphase eher einem Geschenk des Himmels gleicht, bleibt dem ein oder anderen geheimnisvollerweise verborgen. “Crash” hört sich aber auch nicht wirklich einladend an – das gebe ich ja zu. Dass niedrige Kurse perfekt für Dein Einstieg sind, dürfte aber nachvollziehbar sein.

Warum ist ein Sparplan so cool?

Erfahrungsgemäß haben Menschen so etwas wie Emotionen und handeln damit nicht immer vollkommen rational. Und ein ETF-Sparplan?

Keine Emotionen. Kein hektisches Überlegen. Einfaches, automatisiertes Investieren. Mit welchem Ergebnis?

Es wird kontinuierlich investiert und der Einstandskurs wird geglättet. Ein Sparplan über viele Jahre vernichtet das Risiko, zum falschen Zeitpunkt eingestiegen zu sein.

Und das Aussteigen aus ETFs? Kontinuierliches Entsparen – so kann die Lösung zumindest lauten.

Und jetzt kommt noch der ETF-Gemütlichkeitsfaktor hinzu

Automatisierte Kontenmodelle sind allgemein ziemlich nützlich. Da übernimmt der Automatismus das, wozu Du Dich sonst überwinden müsstest. Sparen. Investieren.

Der ETF-Sparplan überlegt nicht lange, ob jetzt der richtige Einstiegszeitpunkt ist. Und er vergisst die Ordner auch nicht.

Bei einem ETF-Sparplan musst Du nicht mal überlegen, welche konkreten Aktien Du besparst. Es reicht ja beispielsweise die Entscheidung: 70 % MSCI World und 30 % MSCI Emerging Markets.

Siehe dazu: Meine simple ETF Empfehlung

Wann kommt der Crash?

Irgendwie gar nicht. Oder?

Ich habe ja noch keine besonders lange Erfahrung mit ETFs. Aber diese Crash-Propheten sind wirklich ein Unding. Das merke ja sogar ich nach 2 Jahren Investieren in ETFs.

Vor meinem ersten Investment in ETFs war das mit dem Crash irgendwie etwas angsteinflößend. Dann aber auch aufregend und interessant. Direkt vor dem ersten ETF-Kauf war es einfach nur störend, weil es mich meine Entscheidung – die eigentlich feststand – nochmal überdenken ließ. Nach dem Investment war es zwischenzeitlich sogar recht amüsant, wenn mal wieder jemand einen Crash prognostizierte.

Und mittlerweile wechseln meine Reaktionen auf diese Crash-Propheten zwischen:

  • willkommenem Amüsement
  • tiefer Missgunst
  • und verständnislosem Kopfschütteln.

Eine ganz neue (oder vielleicht auch alte) Methode ist ja folgende: Angsteinflößende Headlines, die dann aber wieder durch den eigentlichen Inhalt (der oft erstaunlich gut recherchiert ist) relativiert werden. Das ist für die Emotionen zwar alles andere als perfekt, aber immerhin beharrt man nicht auf dem Grundgedanken, der die Leser zu einem gebracht hat.

Im Großen und Ganzen muss ich schon sagen: Mir gefällt das “langweilige” Investieren in ETFs. Es hindert mich kein bisschen daran, mehr über den Aktienmarkt zu erfahren oder einzelne Unternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen. Es gibt mir vielmehr die Zeit dazu, genau die Einzelheiten zu analysieren, die mich tatsächlich weiterbringen. Und nicht nur wiederholt die Dinge zu betrachten, die ich sowieso bereits durchdrungen habe – nur um mir bei einem Unternehmen eine Pseudo-Sicherheit über dessen Florieren zu holen.

Hast Du ähnliche Erfahrungen mit ETFs machen dürfen wie ich? Hast Du schon mal daran gezweifelt, dass ETFs die richtige Wahl für Dich waren? Und wie haben sich die Schwankungen auf Deine Gemütslage ausgewirkt?

Dein Depotstudent Dominik

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Meine bittersüßen ETF Erfahrungen
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5 Kommentare

  1. Einige der von dir angesprochenen Punkte kenne ich aus meinen ersten Schritten. Etwas das regelmäßige checken wo die Kurse gerade stehen, aber mit der Zeit habe ich mir das geht gut angewöhnt. Mache eh Buy-And-Hold.
    Die Ausschüttungen sind tatsächlich motivierend. Erst wars ein (direkt konsumierter) Kaffee im Quartal, inzwischen ist er deutlich mehr und wird fast vollständig wieder reinvestiert.

    Beim Crash musst du allerdings vorsichtig sein. Klar, die Crashpropheten sind ein Unding, allerdings hast du noch keinen mitbekommen. -30%, -50%, oder mehr lassen dich vielleicht doch noch an deiner Strategie zweifeln. Und es wird passieren. Keine Frage. Nur wann?
    Ich kenne viele, die seit 2013, 2014 an der Seitenlinie stehen (da gab’s die Crashpropheten ja auch schon) und nun schon sehr lange auf günstige Einstiegskurse warten. Das klappt leider nicht. Da ist deine Strategie mir regelmäßigen Sparplänen besser.

  2. Sehr ordentlicher Artikel, ETFs sind für viele ein günstiges und von der Rendite interessantes Anlageinstrument. Es müssten sich viel mehr jungen Leute damit beschäftigen. Zumal es auch durchaus spannend sein kann, in ETFs zu investieren – da es eine unglaubliche Auswahl gibt und das Risiko demzufolge reduziert werden kann. Crash, Gold- und Verschwörungstheoretiker verfolgen eigene Interessen. Macht Euch eigene Gedanken und lernt, irgendwann hört man da dann gar nicht mehr hin! Nie in vollem Umfang investieren – oder dann nur kurzfristiger – dann sind Korrekturen sogar willkommen…

  3. Sehr ordentlicher Artikel, ETFs sind für viele ein günstiges und von der Rendite interessantes Anlageinstrument. Es müssten sich viel mehr junge Leute damit beschäftigen. Zumal es auch durchaus spannend sein kann, in ETFs zu investieren – da es eine unglaubliche Auswahl gibt und das Risiko demzufolge reduziert werden kann. Crash, Gold- und Verschwörungstheoretiker verfolgen eigene Interessen. Macht Euch eigene Gedanken und lernt, irgendwann hört man da dann gar nicht mehr hin! Nie in vollem Umfang investieren – oder dann nur kurzfristiger – dann sind Korrekturen sogar willkommen…
    PS: Es gibt großartige Seiten – vor allem in den USA. Dort hat man ein Fülle von hochwertigen und kostenlosen Informationen. Z. B. finviz, earningswhisper, freestockcharts etc.

  4. Wertpapierkredit? Warum? Man nimmt ja auch keinen Kredit auf, wenn man zur Spielbank geht. Keine gute Empfehlung, wie ich finde. Gib nie Geld aus, was du nicht hast.

  5. Hallo lieber Dominik,

    und erstmal lieben Dank für deinen netten Kommentar auf meinem Blog! Freut mich, dass ich das Thema Immobilien einigermaßen verständlich rüberbringen kann.
    Ich mag deinen pragmatischen Ansatz bezüglich ETFs sehr gerne! Gerade läuft ja so eine kleine Panikwelle durch die Investoren-Foren und auch die größten Buy and Hold Jünger wollen auf einmal aussteigen. Ist schon interessant, auch aus psychologischer Sicht 😉

    Ich folge deinem Blog mal, finde deine Themen sehr spannend!
    Liebe Grüße
    Lisa

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