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Alphabet A oder C Aktie kaufen? Unterschiede, Vergleich und Empfehlung

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Depotstudent Dominik
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Am 29. April 2004 kündigten die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page den Börsengang von Google an. Und so ging Google im selben Jahr noch an die Börse.

Im Oktober 2015 hat sich Google reorganisiert und heißt seitdem “Alphabet” – unter Alphabet gibt es nun die zwei großen Divisionen “Google” und “Other Bets” (was so viel bedeutet wie: Alles außer Google). Aus diesem Grund wird die Alphabet Aktie häufig mit “Ex Google” gekennzeichnet.

Und auch was die Aktien von Google anbelangt hat sich einiges getan, denn mittlerweile sind drei verschiedene Alphabet Aktien verfügbar – Alphabet A, Alphabet B und Alphabet C.

Ich zeige Dir in diesem Artikel:

  • Wieso es aufgrund der Historie mehrere Aktientypen bei Alphabet gibt.
  • Welche Vorteile und Nachteile die verschiedenen Aktientypen haben.
  • Wie die historische Wertentwicklung / Performance aussieht.
  • … und welche Alphabet Aktie die richtige für Aktionäre wie Dich und mich ist.
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Die drei Alphabet-Aktien im Vergleich: A, B und C

AktieTicker KürzelStimmrechteKurs 08/2021WKNISIN
Alphabet A AktieGOOGLJa, 1 Stimme pro Aktie.2.316,00 €A14Y6FUS02079K3059
Alphabet B AktieJa, 10 Stimmen pro Aktie.Nicht handelbar
Alphabet C AktieGOOGNein, keine Stimmrechte.2.350,50 €A14Y6HUS02079K1079

Alphabet A Aktie (GOOGL)

Fakten zur A-Aktie:
– An der Börse handelbar.
– Stimmrecht = 1 Stimme pro Aktie.
– Recht auf Gewinnbeteiligung (Dividende).

Nach dem Börsengang von Google (heute Alphabet) in 2004 gab es zunächst nur A-Aktien und B-Aktien. A-Aktien sind dabei börslich handelbar, B-Aktien sind nicht offiziell zugänglich.

Alphabet B Aktie

Fakten zur B-Aktie:
– Wird nur von “Insidern” gehalten.
– Nicht an der Börse handelbar.
– Stimmrecht = 10 Stimmen pro Aktie.
– Stimmrecht der B-Aktien macht etwas mehr als 50 % aller Stimmen aus.
– Recht auf Gewinnbeteiligung (Dividende).

Die B-Aktien (Kürzel: 353364Z) gehören “Insidern” und sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich – sie werden also nicht an der Börse gehandelt. Sie gehören den Gründern Brin und Page sowie dem ehemaligen CEO Eric Schmidt und einigen Direktoren.

Hintergrund ist, dass über die B-Aktien die Mehrheit an Alphabet gehalten werden soll. Damit die übergeordnete Entscheidungsgewalt beibehalten und nicht an Investoren abgegeben werden.

Und indem diese Mehrheit nicht an der Börse handelbar ist, ist das mit der Mehrheit für die “Insider” auch gar kein Problem.

Alphabet C Aktie (GOOG)

Fakten zur C-Aktie:
– An der Börse handelbar.
– Kein Stimmrecht.
– Recht auf Gewinnbeteiligung (Dividende).
– Wird teils als Mitarbeiteraktie ausgegeben.
– Aktienrückkäufe von Alphabet erfolgen über die Alphabet C Aktie.

Im Januar 2014 hat das “Board of Directors” von Google der Ausgabe von C-Aktien zugestimmt. Diese neuen Aktien wurden an die Besitzer von A-Aktien und B-Aktien verteilt.

Grund dafür war: Bislang wurden A-Shares als Boni für Mitarbeiter (=Mitarbeiteraktien) ausgegeben. Da diese jedoch ein Stimmrecht beinhalteten, hätte den Gründern langfristig die Kontrolle entgleiten können. Und so brauchten sie eine Aktie ohne Stimmrecht, die sie als Boni ausgeben können.

Im April 2014 erfolgte dann der Aktiensplit, wodurch Google die C-Shares herausbrachte. Die Anzahl der Aktien wurde verdoppelt (und der Kurs damit halbiert).

  • Jeder mit einer A-Aktie erhielt zusätzlich eine C-Aktie.
  • Jeder mit einer B-Aktie erhielt zusätzlich eine C-Aktie.

Da C-Aktien keine Stimmrechte haben, hat sich hinsichtlich der Stimmenverteilung nichts an der ursprünglichen Verteilung geändert. So haben die Gründer und einige Manager von Google / Alphabet weiterhin die Mehrheit und damit das Sagen im Unternehmen.

Daten zum Aktiensplit von Alphabet:

  • Record Date des Stock Splits: 27. März 2014
  • Payment Date des Stock Splits: 02. April 2014

Alphabet selbst äußerst sich nur sehr kurz zur Unterscheidung von A-Aktien und C-Aktien:

What’s the difference between Class A and Class C shares?
Class A stock trades on the NASDAQ Global Select Market under the symbol GOOGL.
Class C stock trades on the NASDAQ Global Select Market under the symbol GOOG.
Class A has one vote per share, while Class C has no voting rights.”

Aussage von Alphabet auf der Investor Relations Website

Die C-Aktie wird von Alphabet gerne als zusätzlich Entlohnung an Mitarbeiter ausgegeben: Also sog. Mitarbeiteraktie.

Vielleicht hast Du Dich darüber hinaus gefragt: “Kann man Alphabet C-Aktien zu A-Aktien tauschen bzw. A-Aktien zu C-Aktien umtauschen?” Nein das geht nicht. Die einzige Möglichkeit ist der Verkauf und erneute Kauf – so die offizielle Aussage von Alphabet.

Im folgenden Abschnitt zeige ich Dir, welche Alphabet Aktie Dich für Dividenden berechtigt.

Tipp: Um in Aktien oder ETFs zu investieren, benötigst Du ein Wertpapier-Depot. Die besten Anbieter findest Du in der folgenden Übersicht:

Ich empfehle vor allem:

Alphabet A oder C kaufen für Dividende?

Eine Frage, die in diesem Zusammenhang häufiger einmal gestellt wird, ist: Welche Alphabet Aktie muss man kaufen, um eine Dividende zu erhalten?

Die kurze Antwort:

Für Dividenden berechtigt sind sowohl Aktionäre der Alphabet A als auch der Alphabet C Aktie.

Es gibt auch keine Bevorzugung hinsichtlich der Dividenden für A-Aktien oder C-Aktien. Diese Aufteilung ist also nicht vergleichbar mit Stammaktien und Vorzugsaktien, bei denen Vorzugsaktien bei der Dividendenausschüttung bevorzugt werden bzw. höhere Dividende erhalten.

Bislang gab es ohnehin noch nie Dividenden für Alphabet-Aktionäre – das gilt sowohl für die Alphabet A als auch die Alphabet C Aktie. Ob und wie sich diese Dividendenpolitik in den nächsten Jahren ändern wird, steht in den Sternen.

Alphabet äußert sich zur Dividendenpolitik offiziell wie folgt:

Does Alphabet pay a dividend?
We have never declared or paid any cash dividend on our common or capital stock. The primary use of capital continues to be to invest for the long term growth of the business. We regularly evaluate our cash and capital structure, including the size, pace and form of capital return to stockholders.”

Aussage auf der Alphabet Investor Relations Seite

Da beide Aktientypen (A und C) einen gleich großen Anteil am Unternehmen (und am Unternehmensgewinn) darstellen, gibt es hierbei keine Unterscheidung bzgl. der Dividendenpolitik.

Wieso ist die Alphabet C Aktie teurer als die Alphabet A Aktie?

Wenn Du genau hingeschaut hast, ist Dir vielleicht aufgefallen, dass es einen Preisunterschied zwischen A-Aktien und C-Aktien gibt.

Wer auf die folgenden Grafiken klickt, kann den direkten Preisvergleich der beiden Aktientypen sehen.

Während über die letzten Jahre die Alphabet A Aktie teurer war, hat sich das Bild um die Jahre 2019 und 2020 gedreht. Denn hier wurden die Aktien entweder sehr ähnlich bewertet oder die Alphabet C Aktie war sogar höher bewertet.

Vergleich der Kurse von Alphabet A und Alphabet C
Vergleich der Kurse von Alphabet A und Alphabet C

Im folgenden Chart (Ende 2020 bis Mitte 2021) wird der direkte Vergleich seit April 2021 deutlich – dort wurde das Aktienrückkaufprogramm von Alphabet bekanntgegeben und die Differenz wurde teils beachtlich.

Vergleich der Kurse von Alphabet A und Alphabet C seit Ende 2020
Vergleich der Kurse von Alphabet A und Alphabet C seit Ende 2020

Aber wieso hat die C-Aktie einen höheren Kurs als die A-Aktie von Alphabet? Und was hat sich hier geändert?

Wichtig zu wissen ist, dass eine A-Aktie den gleichen Anteil an Alphabet ausmacht wie eine C-Aktie – das heißt, als Aktionär hast Du mit beiden Aktien das Recht auf einen gleich großen Anteil am Unternehmen.

Manchmal war die C-Aktie teurer und manchmal war die A-Aktie teurer:

  • Grob gesagt: In den Jahren 2014 bis 2020 war die A-Aktie teurer als die C-Aktie.
  • Seit 2020 ist die C-Aktie teurer als die A-Aktie.

Die unterschiedlichen und schwankenden Bewertungen sind unter anderem auf Folgendes zurückzuführen: Die A-Aktie wurde lange Zeit aufgrund des Stimmrechts höher bewertet als die C-Aktie. Dafür hat die C-Aktie nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms von Alphabet mehr an Wert zugelegt als die A-Aktie: C hat A überholt.

Buyback-Programm von Alphabet: Das im April 2021 angekündigte “Buyback”-Programm von Alphabet hat die Kurse beeinflusst – dabei hat Alphabet einen Rückkauf von C-Aktien angekündigt. Die C-Aktien sind aus diesem Grund gestiegen. Langfristig könnte zu erwarten sein, dass dieser “Aufschlag” auf C-Aktien wieder mit der Zeit verfällt und A-Aktien teurer als C-Aktien werden – so wie es in der Vergangenheit bereits der Fall war. Denn in der Vergangenheit wurde das Stimmrecht in die Kurse eingepreist, sodass die A-Aktien teurer als die C-Aktien waren.

Letztlich sind die Kurse von Angebot und Nachfrage abhängig

Selbst dann, wenn die Alphabet A Aktie und Alphabet C Aktie zu 100 % identisch wären, könnte ein Kursunterschied vorhanden sein.

Denn der Kurs hängt von Angebot und Nachfrage ab.

Sollte also z.B. im Internet immer an erster Stelle “Alphabet A” und nicht “Alphabet C” aufgelistet sein, verschiebt sich dadurch die Nachfrage. Dadurch stoßen Menschen zuerst auf die A-Aktie und diese wird öfter geordert. Außerdem scheint es dann so, als sei die A-Aktie die “normale” oder Standard-Aktie – auch das kann die Nachfrage “unnatürlich” verschieben.

Durch eine solche Konstellation könnten mehr Menschen die A-Aktie kaufen wollen und der Kurs könnte leicht über dem der eigentlich identischen Kurs der C-Aktie liegen.

Ob das in der Vergangenheit der Grund war oder das Stimmrecht ausschlaggebend war, kann nicht mit Sicherheit beurteilt werden. Es können viele Faktoren eine Rolle spielen. Und viele davon sind keineswegs offensichtlich.

Aber welche Aktie solltest Du jetzt kaufen? Das zeige ich Dir im Folgenden Abschnitt.

Tipp: Um in Aktien oder ETFs zu investieren, benötigst Du ein Wertpapier-Depot. Die besten Anbieter findest Du in der folgenden Übersicht:

Ich empfehle vor allem:

Welche Alphabet Aktie sollte man kaufen? Alphabet A oder C besser?

Diese Entscheidung kommt darauf an, was Dein Ziel mit dem Investment ist.

Das solltest Du wissen:

  • Die Wertentwicklung beider Aktien ist nahezu identisch und läuft parallel.
  • Wenn Du ein Stimmrecht bei der Alphabet Hauptversammlung möchtest, solltest Du A-Aktien kaufen.
  • Wenn Du auf höhere Kurse durch Aktienrückkäufe spekulieren möchtest, kann sich die Alphabet C Aktie lohnen.
  • Wenn Dir Stimmrecht oder Kursspekulationen egal sind und Du gerne möglichst günstig einen möglichst großen Anteil am Unternehmen erhalten möchtest: Dann entscheidest Du Dich für die Aktie, die aktuell günstiger ist.

Vorgehensweise für langfristige Investoren und für einen Alphabet-Sparplan:

Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Alphabet A Aktie meine Präferenz.

Meiner Meinung nach spricht aus meiner Sicht einiges dafür, die Alphabet A Aktie zu kaufen. Denn dadurch erhältst Du a) ein Stimmrecht, hast b) einen gleich großen Anteil an Alphabet wie mit der C-Aktie und c) zahlst für diesen gleich großen Anteil sogar weniger als bei der C-Aktie.

Sollte die Alphabet C Aktie allerdings irgendwann wieder günstiger bewertet sein, würde ich mich für die C-Aktie entscheiden. Einfach aus dem Grund, dass ich keinen besonderen Wert auf das Stimmrecht lege und gerne möglichst günstig einen möglichst großen Anteil am Unternehmen erhalten möchte.

Vorgehensweise für Spekulanten:

Wer dagegen auf hohe Kurse aufgrund von potenziellen oder bereits angekündigten Aktienrückkaufprogrammen spekulieren möchte, kann mit der C-Aktie handeln.

Aber auch hier kann man nicht generell sagen “Die Alphabet C Aktie ist für Spekulanten besser als die A-Aktie”, weil sich die Gegebenheiten sowie Ankündigungen von Alphabet regelmäßig ändern können.

Fazit: Die günstigere Aktie ist die richtige für langfristige Investoren und Sparpläne

Wenn Du aktuell vor der Wahl stehst “Alphabet A vs. Alphabet C”, dann schaue auf die aktuellen Kurse der beiden Aktientypen.

Anschließend kannst Du Dich anhand der Kriterien “Aktueller Preis”, “Stimmrecht” und “Spekulation auf Aktienrückkäufe” entweder für die A-Aktie oder für die C-Aktie entscheiden.

Und egal, für welche Aktie Du Dich entscheidest, bedenke: Die Aktien korrelieren extrem stark, was die Wertentwicklung bzw. Performance angeht – aus dieser Sicht ist es letztlich fast egal, welche Aktie Du kaufst.

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