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MSCI World oder S&P 500 – worin investieren?

Mädchen weiß

Die Geldanlage mit passiven Indexfonds gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Indizes bieten Investments in Branchen, Regionen, Länder und die ganze Welt an. Die Auswahl ist gerade für Neueinsteiger verwirrend groß und muss daher vergleichend erläutert werden.

In diesem Artikel vergleiche ich den MSCI World mit dem S&P 500. Du erfährst alles Wissenswerte zu beiden Indizes und kannst am Ende eine Entscheidung treffen:

MSCI World oder S&P 500?

Natürlich werde ich Dir meine Ansicht zur Geldanlage in den MSCI World oder S&P 500 auch vermitteln. Letztlich liegt es aber an Dir, ob der S&P 500 oder der MSCI World Einzug ins Portfolio findet.

Der S&P 500 im Detail

Beim S&P 500 handelt es sich um einen Aktienindex aus dem Hause Standard & Poor’s mit Sitz in den Vereinigten Staaten. Anlegern ist der Name meist als Ratingagentur bekannt. Im 1957 etablierten Index enthalten sind die Aktien der 500 größten US-amerikanischen Unternehmen mit Börsennotierung. Jede Aktiengesellschaft ist im S&P 500 entsprechend ihrer Marktkapitalisierung gewichtet.

Wer sich über den Zustand der US-Wirtschaft informieren will, schaut auf den Aktienindex von Standard & Poor’s eher als auf den Dow Jones.

Für die weiteren Informationen ist wichtig, zu wissen, dass es sich beim S&P 500 um einen reinen Kursindex handelt.

Was bedeutet das?

Die Wertentwicklung der klassischen Variante beinhaltet keine Bezugsrechtserlöse oder Dividenden. Es gibt daneben den S&P 500 Performanceindex, welcher durch reinvestierte Dividenden eine optimale Wertsteigerung aufzeigt. Zudem ist ein S&P 500 Net Total Return verfügbar, bei welchem die Dividenden bereits um die 30-prozentige Quellensteuer bereinigt sind. Nachfolgende Daten zum Index beziehen sich auf den klassischen Kursindex.

Wie deutlich sich die Einbeziehung wieder angelegter Dividenden auf die Wertentwicklung auswirkt, zeige ich Dir am nachfolgenden Beispiel:

  • In den letzten 5 Jahren erzielte der DAX Performanceindex einen Gewinn von etwa 24 %.
  • Der DAX als reiner Kursindex schaffte hingegen nur gute 8 %.
  • Als reiner Kursindex verhalf der S&P 500 investieren Anlegern jedoch zu satten 50 % Gewinn.

Aus dieser Perspektive betrachtet erscheint der Index von Standard & Poor’s eine lukrative Geldanlage. Er leidet jedoch im Vergleich unter der eigentlich unzulässigen Betrachtungsweise vieler Analytiker, die den DAX als Performanceindex dem S&P 500 als Kursindex gegenüberstellen. Indes sind 5 Jahre für einen Vergleich von Aktienindizes zu kurz, um wirklich informiert zu sein.

Zudem muss ein politischer Fakt berücksichtigt werden. Seit Donald Trump der Präsident der Vereinigten Staaten ist, steigen alle US-amerikanische Indizes auf Rekordhöhen. Dow Jones 30 und Nasdaq 100 schneiden kurzfristig noch besser ab als der S&P 500.

Wenn Du in US-amerikanischen Aktien eine überdurchschnittlich große Chance vermutest, ist der S&P 500 das ideale Instrument.

In ihm sind Papiere von Aktiengesellschaften vereint, die an diesen Börsen gehandelt werden:

  • NYSE (New York Stock Exchange).
  • NYSE Amex (ehemals American Stock Exchange).
  • NASDAQ (größte elektronische Börse der USA).

Der S&P 500 spiegelt die Wertentwicklung der wichtigsten Unternehmen aus den USA wieder und gilt unter Experten als ein unumstrittener Indikator für die Performance des gesamten Aktienmarkts. Er repräsentiert etwa 75 % der US-amerikanischen Börsenkapitalisierung.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s entscheidet über die Aufnahme eines jeden Unternehmens. Im Index vertretene Unternehmen werden ihrer Marktkapitalisierung entsprechend gewichtet.

Alle 500 Aktiengesellschaften hier zu listen, würde den Rahmen des Beitrags sprengen, nachfolgend die wichtigsten 10 Konzerne mit Stand Juni 2018:

  1. Apple aus der Technologie Branche führt im Index mit 4,08 % Gewichtung.
  2. Der Software- und Technologiekonzern Microsoft ist mit 3,29 % gewichtet.
  3. Amazon, einer der führenden Handelsunternehmen, ist mit 2,92 % dabei.
  4. Der Sozialemedienkonzern Facebook ist mit 1,98 % im Index gewichtet.
  5. Die Großbank JP Morgan Chase nimmt 1,56 % im S&P 500 Index ein.
  6. Auf ebenfalls 1,56 % kommt die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway von Warren Buffet.
  7. Alphabet C aus der Medienbranche ist mit 1,47 % im Index vertreten.
  8. Exxonmobil aus der Öl- und Gasbranche kommt auf 1,46 %.
  9. Alphabet A, der Nachfolger von Google LLC aus der Medienbranche, ist mit 1,45 % gewichtet.
  10. Johnson & Johnson, ein Mischkonzern mit den Schwerpunkten Konsumgüter und Pharmazie.

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Wertentwicklung und Schwankungen

Der S&P 500 wurde 1957 ins Leben gerufen und bei der Betrachtung des Charts zeigt sich, dass er ebenso auf Turbulenzen reagiert hat wie der MSCI World oder andere Indizes. Die Ölkrise 1973/74 führte zu einem dramatischen Einbruch, gefolgt von vielen Jahren der Erholung. In der Dotcom Krise verlor der Index etwa 50 % seines Wertes. Bis zur Finanzkrise erreichte er wieder seinen Wert vor dem Dotcom Desaster und stürzte 2008/9 um gut 60 % ab.

Seit 10 Jahren entwickelt sich der S&P 500 ununterbrochen positiv. Besonders gut war die Performance seit den Wahlen im Herbst 2016. Im Vergleich mit dem MSCI World scheint die Wertentwicklung von größerer Volatilität geprägt zu sein.

Hier die Verluste beider Indizes in den großen Krisen des 21. Jahrhunderts:

  • Verluste während der Dotcom Krise: MSCI World 30 %, S&P 500 50 %.
  • Einbußen während der Finanzkrise MSCI World gut 35 %, S&P 500 mehr als 60 %.

Obgleich nicht aus Entwicklungen der Vergangenheit auf die Zukunft geschlossen werden sollte, glaube ich, dass Du für ein Investment in den S&P 500 stärkere Nerven brauchst. Bevor ich zu einem Fazit komme, zunächst ein Blick auf den MSCI World.

Der MSCI World im Detail

Beim Namen MSCI World erhalten unerfahrene Anleger den Eindruck, dass es sich dabei um einen Weltindex handelt. Stimmt aber nicht. In diesem Index sind 23 industrialisierte Staaten mit insgesamt 1.650 Aktiengesellschaften vertreten.

  • Vom amerikanischen Kontinent sind lediglich die Vereinigten Staaten und Kanada präsent.
  • Der europäische Kontinent ist mit den Nationen der EU sowie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz vertreten.
  • Der komplette Nahe Osten wird vom kleinen Israel repräsentiert.
  • Für Asien und den Pazifikraum stehen Australien, Japan, Singapur, Neuseeland und Hongkong.
  • Den riesigen afrikanischen Kontinent vertritt keine Nation.

Der MSCI World repräsentiert den voll industrialisierten Teil dieser Welt.

In ihm vorhandene Unternehmen werden nach der Marktkapitalisierung gewichtet. Morgan Stanley Capital International (MSCI) stellt strenge Anforderungen für die Aufnahme und den Verbleib im Index. Alle 3 Monate werden die im Index aufgeführten Länder überprüft und neu gewichtet. Zudem verweigert der Anbieter verschiedenen Ländern die Aufnahme, indem er sie als Schwellenländer einstuft und vorhandene Beschränkungen für ausländische Investoren bemängelt.

Ungeachtet dessen ist der MSCI World der ideale Einstieg in das globale Investment, weil er mit Bausteinen aus dem Hause MSCI harmoniert.

Du willst maximale Diversifikation?

Dann kann ich Dir zum MSCI World in Kombination mit dem MSCI Emerging Markets raten. Dann hast Du wirklich eine weltweit diversifizierte Geldanlage.

Um der eingangs gestellten Frage nachzugehen, MSCI World oder S&P 500, muss das Länderverzeichnis inklusive Gewichtung in Augenschein genommen werden:

  • Mit 62,8 % sind die USA aktuell im MSCI World gewichtet.
  • Gut 8 % nimmt Japan ein.
  • 5,7 % fallen auf das Vereinigte Königreich.
  • 3,8 Prozent auf Kanada.
  • Mit etwa 3 % sind die Schweiz und BRD im Index gewichtet.
  • Australien ist mit 2,4 % dabei.
  • Die restlichen 17 Länder nehmen bei der Gewichtung weniger als 20 % ein.

Unübersehbar ist der dominante Anteil der Vereinigten Staaten, der übrigens angesichts guter Wirtschaftsdaten weiter steigen kann. Irgendwie erscheint der MSCI World wie ein S&P 500 mit Anhang. Doch dieser Eindruck kann von Vorteil sein.

Ein Blick auf die größten 10 Konzerne im Index bestätigt die Annahme:

  1. Microsoft 2,4 % Indexgewicht.
  2. Apple 2,3 %.
  3. Amazon 1,9 %.
  4. Facebook 1,1 %.
  5. Johnson & Johnson 0,9 %.
  6. JP Morgan Chase 0,9 %.
  7. Alphabet C 0,82 %.
  8. Exxon Mobile 0,8 %.
  9. Alphabet A 0,8 %.
  10. Nestle 0,8 %.

Bis auf Nestle sind die Top Ten des S&P 500 identisch mit denen im MSCI World. Also in MSCI World oder S&P 500 investieren?

Gemach, es gibt einige nicht zu unterschätzende Aspekte.

Nicht vernachlässigt werden dürfen des Weiteren die anderen 38 % im Index. Das sind zum einen die wirtschaftlichen Schwergewichte aus Europa und zum anderen aus Asien. Vor allem die asiatischen Konzerne zeigen im direkten Vergleich mit den Europäern großes Entwicklungspotenzial.

Wohlgemerkt sind China und Südkorea im Index nicht vertreten, dafür aber Singapur, Japan und Hongkong. Ein weiterer Pluspunkt ist für den MSCI World die 85-prozentige Abdeckung der Marktkapitalisierung in jedem Land. Der S&P deckt lediglich 75 % der heimischen Marktkapitalisierung ab. Es gibt den Weltindex von MSCI als Kursindex, Nettoindex und Performanceindex, wobei Ersterer meist in den Medien veröffentlicht wird.

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Mein Fazit

Ich möchte auf einen direkten Vergleich der Renditen von MSCI World und S&P 500 verzichten, weil Werte aus der Vergangenheit nicht für Vorhersagen der zukünftigen Entwicklung genutzt werden sollten. Zudem hat der S&P 500 seit dem Jahr 2016 einen gewissen Vorteil, weil die amerikanische Wirtschaft dank der Politik optimistisch in die Zukunft blickt.

Für risikobereite Anleger ist der S&P 500 angesichts der momentanen politischen Situation und der daraus resultierenden Volatilität reizvoll. Die Situation könnte jedoch im Wahljahr 2020 kippen und den Index in die Tiefe reisen. Aber dieses gehört in den spekulativen Bereich.

Ich würde ungeachtet der aktuellen Entwicklung auf den MSCI World setzen, weil er breiter gestreut ist und die Investition auf mehrere Kontinente verteilt. Damit bist Du gegen unvorhersehbare Ereignisse bestens abgesichert und erzielst trotzdem attraktive Erträge.

Auf lange Sicht hat sich der MSCI World ertragreicher als der S&P 500 erwiesen. Zudem ist der Index ein Baustein, der beispielsweise durch einen ETF auf die Emerging Markets erweitert werden kann. Ich würde bei der Frage MSCI World oder S&P 500 den größeren Index wählen, weil mir Diversifikation überaus wichtig erscheint. Der S&P 500 beinhaltet zwar auch Aktien von 500 Unternehmen, aber eben nur aus einem Land.

Es bist jedoch Du, der die Entscheidung für den MSCI World oder S&P 500 treffen muss.

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Ein Kommentar

  1. Schöner Artikel. Ich habe den Vanguard All World und den VanEck Vector Morningstar US Wide Moat und die laufen super. Der Anlagehorizont ist lange genug das ich einen Crash aussitzen kann. Ich hatte vorher auch den S&P 500 (Ausschütter von iShares) hab den aber verkauft und bin in den VanEck eingestiegen. Ist nicht so breit diverdifiziert aber das kommt muß er ja auch er hat andere Schwerpunkte.

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