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Scalable Capital Vollmacht & Todesfall: Lösungen aufgezeigt

Scalable Capital Website
Depotstudent Dominik
4.7
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Lässt sich bei Banken und Brokern eine Vollmacht für Konten und Depots ausstellen? Also um im Todesfall und zu Lebzeiten abgesichert zu sein? Kann man eine Kontovollmacht und Depotvollmacht bei den Anbietern hinterlegen?

Grundsätzlich ja! Und diese Vorgehensweise ist gang und gäbe bei einigen Wertpapierdepots, Bankkonten und mehr.

Aber wie sieht das bei Scalable Capital (https://de.scalable.capital) aus? Wie werden Themen wie Vollmacht, Todesfall und Vererbung behandelt?

Es handelt sich dabei zwar sicherlich nicht um die „Lieblingsthemen“ von Sparern und Anlegern, aber die folgenden Themenbereiche sind für viele Menschen relevant: Vererben, Vollmacht, Todesfall, Tod, Erbrecht, Erbschein, Ehepartner und mehr.

Aktueller Stand: Vollmachten bei Scalable Capital

Wichtig zu wissen: Mittlerweile werden die Depots von Scalable Capital über die Scalable Capital GmbH geführt. Früher war die depotführende Bank die Baader Bank.

Wer bei Scalable Capital eine Vollmacht erteilen möchte, sollte die Informationen auf dieser Unterseite von Scalable Capital 1:1 befolgen.

Dort wird beschrieben, dass bei Scalable Capital lediglich postmortale Vollmachten möglich sind – diese Vollmachten gelten also erst im Todesfall!

Das große Problem: Bei schweren Erkrankungen oder anderen Ereignissen, die das Handeln eines Bevollmächtigten erfordern, kann diese Person nicht aktiv werden. Erst im Todesfall zeigt die postmortale Vollmacht ihre Wirkung.

Das grenzt Scalable Capital deutlich von anderen Anbietern wie zum Beispiel dem Wertpapierdepot dieser beliebten Direktbank >> ab. Denn dort können auch „ganz normale“ Vollmachten ausgestellt werden, die nicht erst nach dem Tod gelten.

„Eine postmortale Vollmacht erlaubt es einer benannten Person, über das Konto- und Depotguthaben des Kontoinhabers zu verfügen, wenn dieser verstirbt.“

… das schreibt Scalable Capital selbst in der FAQ-Sektion zum Thema „Vollmacht“.

>> Neues Depot eröffnen und in wenigen Schritten die Vollmachten einrichten!
– Option 1: Link zur Depoteröffnung bei Scalable Capital >> (nur postmortale Vollmacht möglich)
– Option 2: Link zur Depoteröffnung bei der vorgestellten Direktbank >> (sämtliche Vollmachten möglich)

Abgrenzung zu früheren Zeiten: Als Scalable Capital noch mit der Baader Bank gearbeitet hat

Während Scalable Capital vor einigen Jahren noch mit der Baader Bank als depotführende Bank zusammengearbeitet hat, werden die Depots von Scalable mittlerweile über die Scalable Capital Bank GmbH angeboten.

Während der Zusammenarbeit mit der Baader Bank schrieb Scalable Capital das Folgende zum Thema Vollmacht:

„Wenn Sie eine Vollmacht für Ihr Konto und Depot einrichten wollen, muss sich die bevollmächtigte Person über das PostIdent-Verfahren der Deutschen Post identifizieren. Die bevollmächtigte Person kann im Rahmen der Vollmacht eine telefonische oder schriftliche Auskunft über das Depot erhalten.
Eine Möglichkeit, die Zugangsdaten zum Scalable-Kundenbereich zu erhalten, besteht nicht. Der Zugang zum Scalable-Kundenbereich ist nur über die hinterlegte E-Mail Adresse und das im Rahmen der Anmeldung gewählte Passwort möglich.

Sollten Sie dennoch eine Vollmacht einrichten wollen, wenden Sie sich hierzu bitte per E-Mail an unseren Kundenservice, damit wir Ihnen den entsprechenden Link für die Identifizierung zusenden können.

Nach erfolgreicher Identifizierung füllen Sie bitte das Formular “Vollmacht für Konten/Depots für eine Einzelperson” im Formularcenter der Baader Bank vollständig aus. Das ausgefüllte Formular senden Sie bitte direkt an die Baader Bank:

Baader Bank Aktiengesellschaft
Kundenservice
Weihenstephaner Straße 4
85716 Unterschleißheim“

Scalable Capital bot also bereits damals eine Möglichkeit zum Hinterlegen einer Vollmacht an: So zum Beispiel für Ehepartner oder direkte Verwandte. Das wurde auch durch die Erfahrungen einiger Nutzer belegt, welche ihre Erfahrungen mit der Scalable Capital Vollmacht öffentlich einsehbar gemacht haben.

In Kurzform bedeutet das: Vollmachten waren bereits damals möglich. Sollte der Depotinhaber versterben, ließ sich das Depot bzw. das Konto im Rahmen des Erbes übertragen.

Was im Todesfall passiert, wurde von Scalable Capital wie folgt beschrieben:

„Da die bestehenden Verträge nicht umgeschrieben werden können, muss das Depot de verstorbenen Person aufgelöst werden. Auf Wunsch können die Wertpapiere zuvor auf ein Depot einer erbenden Person übertragen werden.

Bitte schicken Sie uns hierzu die folgenden Dokumente per Post an die unten genannte Adresse:

– Sterbeurkunde (Original oder beglaubigte Kopie)
– Beglaubigte Testamentseröffnung oder Erbschein im Original
– ggf. Formular für Depotübertrag
– Auftrag zur Konto- und Depotschließung unter Angabe der IBAN, auf die das Guthaben ausgezahlt werden soll, welcher von allen erbenden Personen unterschrieben wurde.

Die Dokumente sind an folgende Adresse zu senden:
Scalable Capital GmbH
Kundenservice Broker
Seitzstraße 8e
80538 München“

In Kurzform bedeutete das: Wer nach dem Tod des Depotinhabers Dokumente wie ein Testament oder einen Erbvertrag vorweisen konnte, wurde von Scalable Capital entsprechend berücksichtigt werden und der Übertrag der Vermögenswerte wurde eingeleitet.

Das war für viele Scalable Capital Kunden ausreichend: Denn so wurde dem Wunsch zur Anerkennung einer Vollmacht nachgekommen.

Damals wie heute sind über Scalable Capital jedoch nur postmortale Vollmachten möglich.

>> Neues Depot eröffnen und in wenigen Schritten die Vollmachten einrichten!
– Option 1: Link zur Depoteröffnung bei Scalable Capital >> (nur postmortale Vollmacht möglich)
– Option 2: Link zur Depoteröffnung bei der vorgestellten Direktbank >> (sämtliche Vollmachten möglich)

Vorteile von Vollmachten bei Konten und Depots

Die Erteilung einer Vollmacht hat entscheidende Vorteile für alle beteiligten Parteien:

  • Der Depotinhaber könnte vorübergehend oder dauerhaft nicht in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen (Krankheit, Koma, …): Eine Vollmacht erlaubt Handlungsmöglichkeiten.
  • Im Todesfall: Viele Menschen haben schlicht kein Testament angefertigt: Es ist nichts geregelt.
  • Im Todesfall: Mit Vollmacht sind die Verhältnisse klarer geregelt. Wenn im Testament beispielsweise nichts konkret geregelt worden ist oder dieser Punkt „vergessen“ wurde, kann es sonst Probleme geben.
  • Falls der Depotinhaber (noch) nicht verstorben ist, aber die geistigen Fähigkeiten stark einschränkt sind, kann eine bereits eingerichtete Vollmacht eine Erleichterung für alle Beteiligten sein.
  • Eine Vollmacht greift sofort. Ein Erbe muss erst abgewickelt werden und kann viel Zeit in Anspruch nehmen.
  • In manchen Fällen ergeben sich auch steuerliche Vorteile sowie Spielräume bei einer Vollmacht im Vergleich zum Erbe.
  • Vor allem für Ehepartner würden sich gute Möglichkeiten bei einer Vollmacht ergeben.

Man sieht: Bevollmächtige benennen ist im Sinne der Absicherung häufig unumgänglich.

Was viele Anleger außerdem machen: Zusätzliches Depot mit Vollmacht eröffnen

Scalable Capital behandelt Themen wie Vollmachten augenblicklich so, wie viele Anleger es sich auch wünschen.

Trotzdem macht häufig ein zweites (zusätzliches) Depot bei einem anderen Anbieter Sinn, bei welchem sich ebenfalls eine Vollmacht hinterlegen lässt.

Vor allem dann, wenn einem die postmortale Vollmacht von Scalable Capital nicht genug ist!

Eine häufig gewählte Lösung lautet daher: Sich einen zusätzlichen Broker oder eine zusätzliche Bank suchen.

Vorstellung: Direktbank mit möglicher Vollmacht

Diese sehr beliebte Direktbank >> ermöglicht die einfache Hinterlegung von Vollmachten: Egal, ob postmortale Vollmacht oder Vollmacht, die bereits vor dem Tod gilt.

  • Vollmachten sind vollständig online einrichtbar.
  • Einfach im Online-Banking einloggen und Vollmacht hinterlegen.

So beschreibt die Direktbank selbst das Anlegen der Vollmacht:

„Vollmacht erteilen – so einfach geht’s bei uns: Sie können die Vollmacht einfach online beantragen.“

– Login im Online-Banking: Dort in den Einstellungen die Vollmacht erteilen
– Unter Einstellungen > Vollmachten > Vollmachten erteilen
– Die Daten der zu bevollmächtigten Person eingeben
– Das Vollmachtsformular direkt ausdrucken oder bequem an die eigene E-Mail-Adresse schicken
– Anschließend nur noch die Unterlagen an den Bevollmächtigten weiterleiten, damit dieser den Antrag unterschreiben kann
– Schicken Sie uns das Formular im Original von Ihnen und der bevollmächtigten Person unterschrieben zu

>> Jetzt ein Depot bei dieser Direktbank >> eröffnen und ein wenigen Schritten die Vollmacht einrichten.

Scalable Capital: Was passiert im Todesfall?

Als Scalable Capital Kunde stellt sich natürlich weiterhin die Frage: Was passiert im Todesfall? Ist das davon abhängig, ob eine Vollmacht eingerichtet worden ist oder ob keine Vollmacht vorhanden ist?

Zum Hintergrund: Teils haben auch Menschen älterer Generation bzw. „Oma / Opa“ oder „Großmutter / Großvater“ ein Scalable Capital Konto.

Häufig ist das Szenario Folgendes: Man ist gerade dabei, für verschiedene Konten Vollmachten einzurichten und dabei fällt auch der Scalable Capital Account auf.

Wie oben aufgezeigt worden ist: Scalable Capital lässt auf Nachfrage über den Support Vollmachten zu.

Im Todesfall wird Scalable Capital das Konto also zunächst „einfrieren“ und abwarten, welche Ansprüche sich aus dem Erbe über Dokumente wie dem Testament ergeben. Scalable Capital erkennt Erben an. Dazu ist es jedoch notwendig, Dokumente wie den Erbschein vom Nachlassgerichte vorzulegen und sich aufzuweisen. Oder ein notarielles Testament vorzulegen.

Die Konsultation von Rechtsanwälten, Steuerberatern und Notaren ist in einem solchen Fall wohl (fast) nicht zu umgehen.

Wer eine Vollmacht eingerichtet hat, wird wesentlich flexibler agieren können und schneller mit dem Geld arbeiten können. Die Handlungsfähigkeit ist im Falle einer Vollmacht sofort vorhanden. Bei fehlender Vollmacht kann sich dieser Prozess etwas ziehen.

Wer sich das Ersparen möchte und bereits frühzeitig alles geregelt haben möchte: Der wählt einfach einen Online-Broker oder eine Bank, bei welcher sich ganz einfach Vollmachten einrichten lassen!

>> Neues Depot eröffnen und in wenigen Schritten die Vollmachten einrichten!
– Option 1: Link zur Depoteröffnung bei Scalable Capital >>
– Option 2: Link zur Depoteröffnung bei der vorgestellten Direktbank >>

Die Nachteile der postmortalen Vollmacht von Scalable Capital

Um zu verstehen, ob die Vollmacht-Lösung bei Scalable Capital für Deinen persönlichen Fall ausreichend ist, schauen wir uns die Details mit all ihren Nachteilen einmal genauer an.

Kurz: Was ist eine postmortale Vollmacht?

Eine postmortale Vollmacht ist eine besondere Form der Vollmacht, die über den Tod des Vollmachtgebers hinaus wirksam bleibt. Das bedeutet, dass eine bevollmächtigte Person auch nach dem Ableben weiterhin berechtigt ist, im Namen des Verstorbenen zu handeln. Bei Scalable Capital umfasst dies den Zugriff auf Konten, Depots oder sonstige Vermögenswerte.

Ziel einer solchen Vollmacht ist es in erster Linie, die Handlungsfähigkeit unmittelbar nach dem Todesfall sicherzustellen. Da die Abwicklung eines Nachlasses häufig Zeit in Anspruch nimmt (insbesondere, wenn ein Erbschein erforderlich ist) kann eine postmortale Vollmacht dabei helfen, finanzielle Angelegenheiten ohne größere Verzögerungen zu regeln. Beispielsweise können laufende Kosten beglichen, Anlagen verwaltet oder notwendige Transaktionen durchgeführt werden.

Wichtig ist jedoch die Abgrenzung zu anderen Vollmachtsarten. Eine transmortale Vollmacht gilt sowohl zu Lebzeiten als auch über den Tod hinaus. Sie bietet somit einen nahtlosen Übergang der Entscheidungsbefugnis. Demgegenüber wird eine postmortale Vollmacht erst mit dem Tod relevant, auch wenn sie bereits zu Lebzeiten erteilt wird. Eine Vorsorgevollmacht hingegen zielt primär auf den Fall der Geschäftsunfähigkeit ab und ist nicht zwingend auf den Todesfall ausgerichtet.

Der große Nachteile der postmortalen Vollmacht bei Scalable Capital ist also, dass vor dem Todesfall (egal in welchem Szenario) kein Zugriff auf die Vermögenswerte möglich ist, die bei Scalable Capital liegen. Und dies könnte auch bei schwerer Erkrankung oder aus anderen Gründen notwendig sein.

>> Neues Depot eröffnen und in wenigen Schritten die Vollmachten einrichten!
– Option 1: Link zur Depoteröffnung bei Scalable Capital >> (nur postmortale Vollmacht möglich)
– Option 2: Link zur Depoteröffnung bei der vorgestellten Direktbank >> (sämtliche Vollmachten möglich)

Praxisbeispiel: Wenn die postmortale Vollmacht von Scalable Capital zum Problem wird

Ein praxisnahes Beispiel verdeutlicht, warum eine postmortale Vollmacht insbesondere bei einem digitalen Anbieter wie Scalable Capital in der Realität oft nicht die erhoffte Wirkung entfaltet.

Herr Müller ist Anleger und besitzt ein ETF-Depot im Wert von rund 250.000 Euro. Um für den Ernstfall vorzusorgen, hat er seiner Tochter eine postmortale Vollmacht erteilt. Sie soll im Todesfall schnell handeln können, etwa um auf Marktschwankungen zu reagieren oder das Vermögen zu sichern. Als Herr Müller unerwartet verstirbt, versucht die Tochter unmittelbar, auf das Depot zuzugreifen. Doch genau hier zeigt sich das erste Problem: Trotz Vollmacht ist ein direkter Zugriff nicht möglich. Die Zugangsdaten zu verwenden wäre rechtlich unzulässig, und zusätzlich ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung an das Smartphone des Verstorbenen gebunden. Der Broker verlangt zunächst offizielle Nachweise wie die Sterbeurkunde und prüft den Fall intern.

Diese Prüfung nimmt Zeit in Anspruch – Zeit, die in einem volatilen Marktumfeld entscheidend sein kann. Während die Tochter auf Rückmeldung von Scalable Capital wartet, fallen die Kurse deutlich. Das Depot verliert innerhalb kurzer Zeit einen spürbaren Teil seines Wertes, ohne dass sie eingreifen kann. Die eigentlich gedachte schnelle Handlungsfähigkeit wird somit vollständig ausgehebelt.

Parallel dazu entsteht ein weiteres Problem: ein familiärer Konflikt. Neben der Tochter gibt es einen weiteren Erben, den Sohn. Dieser stellt die Vollmacht infrage und äußert Zweifel daran, ob sie im Sinne des Vaters genutzt wird. Dadurch erhöht sich der Druck auf den Broker, besonders vorsichtig zu agieren. Entscheidungen verzögern sich weiter, und es entsteht eine rechtliche Unsicherheit, die die Situation zusätzlich verkompliziert.

Selbst nachdem die Vollmacht schließlich anerkannt wird, zeigt sich, dass die Tochter nicht uneingeschränkt handeln kann. Bestimmte Funktionen sind eingeschränkt, Rückfragen müssen über den digitalen Support geklärt werden, und es fehlt ein persönlicher Ansprechpartner, der in dieser emotional belastenden Situation schnell Orientierung geben könnte. Die Abwicklung bleibt dadurch kompliziert und zeitaufwendig.

Natürlich ist das nur ein theoretisches Beispiel. Aber es macht deutlich, dass die postmortale Vollmacht in der Praxis häufig an technischen, organisatorischen und rechtlichen Hürden scheitert. Statt schneller Kontrolle entsteht eine Phase der Unsicherheit und Verzögerung, in der weder effizient gehandelt noch das Vermögen optimal geschützt werden kann. Genau darin liegt einer der zentralen Nachteile dieser Lösung.

Außerdem gibt es noch ein weiteres Risiko: Handlungsunfähigkeit durch schwere Erkrankung.

Was passiert bei schwerer Krankheit oder anderen unvorhergesehenen Dingen?

Ein häufig unterschätztes Risiko der postmortalen Vollmacht zeigt sich nicht erst im Todesfall, sondern bereits bei schweren Erkrankungen oder plötzlicher Handlungsunfähigkeit. Gerade in solchen Situationen wird deutlich, dass diese Form der Vollmacht eine entscheidende Lücke aufweist.

Nehmen wir erneut den Fall von Herrn Müller, der Kunde bei Scalable Capital ist. Er hat ausschließlich eine postmortale Vollmacht erteilt, weil er davon ausgeht, damit ausreichend vorgesorgt zu haben. Eines Tages erleidet er jedoch einen schweren Schlaganfall und ist von einem Moment auf den anderen nicht mehr in der Lage, seine finanziellen Angelegenheiten selbst zu regeln.

Seine Tochter versucht nun, das Depot zu verwalten, also etwa um laufende Kosten zu decken oder auf Marktbewegungen zu reagieren. Doch hier tritt das zentrale Problem auf: Die postmortale Vollmacht greift in dieser Situation überhaupt nicht, da sie rechtlich erst mit dem Tod wirksam wird. Solange Herr Müller lebt, aber handlungsunfähig ist, besteht keine Berechtigung für die Tochter, auf das Konto oder Depot zuzugreifen.

Das führt in der Praxis zu erheblichen Konsequenzen. Weder kann sie Transaktionen durchführen, noch Entscheidungen im Sinne ihres Vaters treffen. Gleichzeitig laufen möglicherweise Verpflichtungen weiter, und das investierte Vermögen ist weiterhin Marktschwankungen ausgesetzt. Besonders bei einem digitalen Anbieter wie Scalable Capital verschärft sich die Situation, da ohne formale Legitimation keinerlei Zugriff gewährt wird und es keine informellen Lösungen über persönliche Ansprechpartner gibt.

In vielen Fällen bleibt Angehörigen dann nur der Weg über das Betreuungsgericht. Dort muss eine rechtliche Betreuung beantragt werden, was Zeit, Aufwand und zusätzliche Bürokratie bedeutet. Bis eine entsprechende Entscheidung getroffen ist, können Wochen oder sogar Monate vergehen. Das ist eine Zeitspanne, in der keinerlei aktive Steuerung des Vermögens möglich ist.

Hinzu kommt ein emotionaler Aspekt: Angehörige befinden sich ohnehin in einer belastenden Ausnahmesituation und sind gleichzeitig gezwungen, sich mit komplexen rechtlichen und organisatorischen Fragen auseinanderzusetzen. Die ursprünglich gut gemeinte Vorsorgelösung erweist sich damit als unzureichend.

Dieses Szenario zeigt deutlich, dass eine postmortale Vollmacht allein keine ganzheitliche Absicherung bietet. Insbesondere bei schweren Erkrankungen oder unvorhergesehenen Ereignissen entsteht eine gefährliche Versorgungslücke. Ohne ergänzende Regelungen (etwa eine transmortale Vollmacht oder Vorsorgevollmacht) kann im entscheidenden Moment niemand handlungsfähig sein.

Fazit: Reicht Dir die postmortale Vollmacht über Scalable Capital oder nicht?

Ob die postmortale Vollmacht bei Scalable Capital für Dich ausreicht, hängt stark von Deiner persönlichen Situation, Deinen Erwartungen an Flexibilität und Deinem Sicherheitsbedürfnis ab. Grundsätzlich erfüllt diese Form der Vollmacht genau den Zweck, für den sie gedacht ist: Sie stellt sicher, dass nach Deinem Tod eine von Dir benannte Person handlungsfähig ist und sich um Dein Depot sowie Dein Guthaben kümmern kann. Gerade in der ersten Phase nach dem Todesfall, wenn formale Prozesse wie die Ausstellung eines Erbscheins noch laufen, kann das ein klarer Vorteil sein. In diesem Sinne bietet die Lösung von Scalable Capital eine gewisse Grundabsicherung und ist für viele einfache Lebenssituationen zunächst ausreichend.

Allerdings zeigt sich bei genauerer Betrachtung auch, dass diese Lösung klare Grenzen hat und genau diese Grenzen sind entscheidend. Die wohl größte Einschränkung liegt darin, dass die Vollmacht ausschließlich im Todesfall greift. Das bedeutet: In allen anderen kritischen Situationen, etwa bei schwerer Krankheit, Unfall oder plötzlicher Geschäftsunfähigkeit, besteht keinerlei Zugriffsmöglichkeit für Angehörige oder Vertrauenspersonen. Genau in solchen Momenten wäre eine schnelle Handlungsfähigkeit jedoch besonders wichtig. Die postmortale Vollmacht lässt hier eine spürbare Lücke entstehen, die in der Praxis zu erheblichen Problemen führen kann.

Hinzu kommt, dass selbst im Todesfall die tatsächliche Handlungsfähigkeit oft eingeschränkter ist als viele erwarten. Digitale Hürden wie Zwei-Faktor-Authentifizierung, fehlender direkter Zugang zum Konto und notwendige Prüfprozesse seitens des Brokers können dazu führen, dass Entscheidungen nicht sofort umgesetzt werden können. Die theoretische „Sofortwirkung“ der Vollmacht relativiert sich dadurch in der Praxis deutlich. Gerade in einem volatilen Marktumfeld kann diese Verzögerung finanzielle Nachteile mit sich bringen.

Unterm Strich lässt sich sagen: Die postmortale Vollmacht bei Scalable Capital ist besser als gar keine Regelung, aber sie ist keine vollständige Lösung. Sie eignet sich vor allem für Anleger, die eine einfache, minimale Absicherung für den Todesfall wünschen und keine komplexeren Vorsorgestrukturen benötigen. Wer hingegen sicherstellen möchte, dass im Ernstfall (egal ob Krankheit oder Tod) jederzeit eine Vertrauensperson handeln kann, sollte sich nicht ausschließlich auf diese Form der Vollmacht verlassen.

In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, ergänzende Maßnahmen zu treffen. Dazu gehören beispielsweise eine transmortale Vollmacht, eine Vorsorgevollmacht oder auch ein zusätzliches Depot bei einem Anbieter, der umfassendere Vollmachtslösungen anbietet. Denn echte finanzielle Vorsorge bedeutet nicht nur, den Todesfall zu regeln, sondern auch alle Szenarien dazwischen abzudecken.

Die entscheidende Frage lautet also nicht nur, ob eine Vollmacht vorhanden ist, sondern ob sie im richtigen Moment greift. Und genau hier zeigt sich: Für viele Anleger reicht die postmortale Vollmacht von Scalable Capital allein nicht aus.

>> Neues Depot eröffnen und in wenigen Schritten die Vollmachten einrichten!
– Option 1: Link zur Depoteröffnung bei Scalable Capital >> (nur postmortale Vollmacht möglich)
– Option 2: Link zur Depoteröffnung bei der vorgestellten Direktbank >> (sämtliche Vollmachten möglich)

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2 Kommentare

  1. Hi, möchte noch anmerken, dass ich für meine Mutter das Depot verwalten wollten. Aber selbst mit Vollmacht darf ich das offiziell nicht, was ich sehr sinnlos und unnötig finde. Wie siehst du das? lg

  2. leider gehen die Regularien der Scalbale Vollmacht gen Null und Baader orientiert sich an dem, was den Vorschlag des Bundesjustizministerium Justiz (BMJ) für Konto-/ Depot- und Schrankfachvollmacht nahe ist.
    Doch wann was wann gilt, konnte ich nicht herausfinden. Problem scheint zu sein, das Scalable der Vermittler und Baader die Bank ist.
    Die Scalable AGBs ist lang und die Antworten auf Fragen sehr juristisch.

    Und ich schließe mich Hans an: der Bevollmächtige darf nichts, auch wenn er die Zugangsdaten kennt (was im Widerspruch zum BMJ steht). Nur der Todesfall scheint zu funktionieren.

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