Ich zeige Dir in diesem Artikel, wie genau die einmaligen Kosten und laufenden Kosten von Fonds und ETFs abgerechnet werden.
Die Gebühren bei Fonds und ETFs werden grundsätzlich in der gleichen Art und Weise fällig!
Es gibt nur wenige Ausnahmen, wo sich Fonds und ETFs unterscheiden:
- Es gibt bei ETFs, die über die Börse gekauft werden, keine Ausgabeaufschläge.
- Auch eine Performancegebühr gibt es bei ETFs nicht. Diese gibt es jedoch auch nicht bei allen Fonds.
Die laufenden Kosten werden jedoch bei Fonds und ETFs in der gleichen Weise fällig und abgerechnet. Wenn ich hier also von „Fondskosten“ oder dergleichen spreche, gilt dasselbe auch für ETFs.

Inhalt
Diese Gebühren können anfallen und so werden sie abgerechnet
- Ausgabeaufschlag: Wird bei jedem Kauf fällig – wird per Bankeinzug oder vom Girokonto eingezogen.
- TER (Total Expense Ratio): Wird täglich aus dem Fondsvermögen entnommen – es gibt weder eine separate Abrechnung noch einen Einzug.
- Verwaltungsvergütung: Wird täglich aus dem Fondsvermögen entnommen – es gibt weder eine separate Abrechnung noch einen Einzug.
- Performancegebühr: Wird (bei manchen Fonds) in guten Jahren fällig und direkt aus dem Fondsvermögen entnommen – es gibt weder eine separate Abrechnung noch einen Einzug.
- Depotgebühren: Werden meist jährlich oder vierteljährlich abgebucht – werden per Bankeinzug oder vom Girokonto eingezogen.
- Rücknahmeabschlag: Wird (bei manchen Fonds) bei der Rückgabe von Fonds an die Fondsgesellschaft fällig – es gibt keine Einzug, da einfach der niedrigere Gegenwert ausbezahlt wird.
Hinweise zu den Kosten und Gebühren:
- Die Verwaltungsvergütung enthält die TER (Total Expense Ratio) und entspricht den laufenden Kosten des Fonds oder ETFs.
- Die Depotgebühren sind keine Kosten der Fonds und ETFs selbst – sie fallen aufgrund es Depotanbieters an.
Im nächsten Abschnitt zeige ich Dir, wie Fondskosten genau abgerechnet werden.
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Wie werden Fondskosten abgerechnet?
Fondskosten werden teils a) beim Kauf und teils b) über die Haltedauer abgerechnet. Der Ausgabeauschlag fällt bei jedem Kauf an, die laufenden Kosten eines Fonds werden täglich aus dem Fondsguthaben entnommen.
Diese tägliche Entnahme möchte ich im Folgenden etwas genauer beschreiben.
Wann werden laufende Kosten bei Fonds fällig?
Laufende Kosten werden täglich aus dem Fondsguthaben entnommen: Und zwar jeden Tag zu einem Teil von 1/365. Das bedeutet, bei laufenden Kosten von 1,5 % pro Jahr werden 0,00411 % Gebühren pro Tag entnommen, was wiederum 1,5 % Gebühren pro 365 Tage entspricht.
Rechnung: 1,5 % / 365 Tage = 0,00411 % pro Tag
- Wenn Du an Tag 1 eine Summe von 10.000 € im Depot hast, werden an Tag 1 etwa 0,411 € entnommen.
- Wenn Du an Tag 2 10.300 € im Depot hast, werden an Tag 2 etwa 0,423 € entnommen.
Hinweis zu einem häufigen Rechenfehler bzw. Verständnisfehler:
Die laufenden Kosten (bzw. die Verwaltungsvergütung mit der TER) werden NICHT von der Rendite abgezogen, sondern anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen und dort ausgebucht.
Das bedeutet: Die Rechnung 7,0 % Rendite vor Kosten und einer TER von 0,5 % entsprechen 6,5 % Rendite ist rechnerisch nicht ganz richtig.
Als grober Anhaltspunkt kann diese Betrachtungsweise allerdings dienen, da das Rechenergebnis ähnlich ist.
Klar muss aber auch sein: Bei -5,0 % Rendite vor Kosten und einer TER von 0,5 % werden daraus ungefähr -5,5 % Rendite – auch bei negativer Performance werden diese Gebühren fällig.
Achtung wegen Ausgabeaufschlägen!
Vorsicht: Ausgabeaufschläge solltest Du vermeiden – denn diese können beim Fonds-Kauf mit etwa 3 % bis 7 % ordentlich Kosten verursachen.
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Dort kannst Du Fonds ohne Ausgabeaufschlag über die Börse kaufen.
Für eine konkrete Anleitung lies gerne den Artikel Deka-Fonds ohne Ausgabeaufschlag kaufen. Diese Vorgehensweise ist auch auf andere Fonds (und nicht nur auf Deka Fonds) anwendbar.
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Kurs eines Fonds: Laufende Kosten sind bereits abgerechnet
In diesem Abschnitt möchte ich gezielt darauf eingehen, dass der Kurs / Chart eines Fonds bereits die laufenden Gebühren berücksichtigt! Das ist wichtig zu verstehen. Der Chartvergleich verschiedener Fonds ist daher ein guter Anhaltspunkt für die Renditen nach Kosten.
Der Kurs eines Investmentfonds – oft auch als Nettoinventarwert (engl. Net Asset Value, kurz: NAV) bezeichnet – bildet die Grundlage für die Bewertung des Fondsvermögens und dessen Entwicklung über die Zeit.
Was viele Anlegerinnen und Anleger nicht auf den ersten Blick erkennen: In diesem Kurs sind die laufenden Kosten des Fonds bereits enthalten, genauer gesagt, sie sind bereits vom Fondsvermögen abgezogen, bevor der Kurs ermittelt wird.
Zu den laufenden Kosten zählen beispielsweise Verwaltungsgebühren, Kosten für die Verwahrung des Fondsvermögens (Depotbankgebühren), Rechts- und Prüfungskosten, sowie unter Umständen auch Marketing- und Vertriebskosten. Diese Kosten entstehen regelmäßig und werden typischerweise anteilig auf täglicher Basis vom Fondsvermögen abgezogen. Der Nettoinventarwert des Fonds – also der rechnerische Wert pro Anteil – sinkt dadurch entsprechend. Dies geschieht automatisch im Hintergrund und wird nicht als separate Position auf dem Kurszettel ausgewiesen.
Wenn man also einen Kursverlauf oder Chart eines Fonds betrachtet, etwa auf einer Finanzplattform oder in einem Factsheet, dann zeigt dieser stets die sogenannte „netto“ Wertentwicklung – das heißt, er bildet bereits die Performance nach Abzug der laufenden Fondskosten ab. Der dargestellte Kursverlauf berücksichtigt damit nicht nur die Wertveränderungen der im Fonds enthaltenen Vermögenswerte (z. B. Aktien, Anleihen, Immobilien), sondern auch die Auswirkungen der laufenden Kosten auf das Gesamtvermögen. Auf diese Weise gibt der Chart ein realitätsnahes Bild der tatsächlichen Fondsentwicklung aus Sicht der Anlegerinnen und Anleger wieder.
Nicht berücksichtigt im Fonds-Kurs sind hingegen mögliche einmalige Kosten, die im Rahmen des Erwerbs oder Verkaufs eines Fondsanteils anfallen können, wie etwa Ausgabeaufschläge (auch als Agio bezeichnet) oder Rücknahmeabschläge. Auch individuelle Kosten, die beim Handel über eine Plattform oder Bank entstehen (z. B. Ordergebühren), sind im Kurs nicht enthalten, da sie nicht den Fonds selbst, sondern das Transaktionsumfeld betreffen.
Insgesamt bedeutet dies: Wer sich anhand eines Charts über die Wertentwicklung eines Fonds informiert, kann davon ausgehen, dass die laufenden Kosten bereits eingepreist sind. Der ausgewiesene Kurs gibt somit eine verlässliche Aussage über den tatsächlichen Wertzuwachs oder -verlust eines Investments im Fonds – nach Abzug aller regelmäßig anfallenden Kosten.
Ausgabeaufschläge: Noch nicht im Kurs-Chart berücksichtigt
Beim Blick auf den Kursverlauf oder Chart eines Investmentfonds kann leicht der Eindruck entstehen, dass dieser die gesamte Wertentwicklung eines Fondsinvestments vollständig abbildet.
Dabei wird jedoch häufig übersehen, dass bestimmte Kosten, insbesondere die beim Kauf eines Fondsanteils anfallenden Gebühren – allen voran der sogenannte Ausgabeaufschlag –, nicht im Fonds-Chart enthalten sind!
Diese Kaufkosten fallen zusätzlich zum ausgewiesenen Kurs an und werden nicht im Kursverlauf oder in der dargestellten Performance berücksichtigt. Wer sich bei der Einschätzung der Rendite eines Fonds ausschließlich auf den Chart verlässt, ohne diese einmaligen Kosten einzurechnen, kann daher schnell zu einer verzerrten Einschätzung der tatsächlichen Rendite kommen.
Der Ausgabeaufschlag, auch als Agio bezeichnet, ist eine einmalige Gebühr, die beim Erwerb von Fondsanteilen fällig wird. Er wird auf den Nettoinventarwert (also den eigentlichen Kurs des Fonds) aufgeschlagen und kann je nach Fonds und Anbieter typischerweise zwischen 1 % und 5 %, in Einzelfällen auch darüber liegen. Wenn ein Fondsanteil beispielsweise zu einem Kurs von 100 Euro bewertet wird und ein Ausgabeaufschlag von 5 % erhoben wird, zahlt der Anleger effektiv 105 Euro für den Erwerb – obwohl der Anteil selbst „nur“ 100 Euro wert ist. Die Differenz fließt in der Regel an den Vertriebspartner oder die Fondsgesellschaft und steht nicht dem Fondsvermögen zur Verfügung.
Diese zusätzliche Belastung hat zur Folge, dass ein Anleger zunächst einen gewissen „Rückstand“ aufholen muss, bis seine Investition überhaupt in die Gewinnzone kommt. Denn der Fonds muss zuerst eine entsprechende positive Wertentwicklung erzielen, um den Aufschlag zu kompensieren. Dieser Effekt wird jedoch in der Darstellung der Kurs- oder Performancecharts nicht sichtbar, da diese auf Basis des Nettoinventarwertes berechnet werden – also ohne Berücksichtigung des individuell gezahlten Ausgabeaufschlags.
Gerade bei kurzfristigen Anlagezeiträumen oder in schwankenden Marktphasen kann dieser Unterschied erheblich sein. Anlegerinnen und Anleger sollten sich daher im Klaren darüber sein, dass die ausgewiesene Wertentwicklung eines Fonds immer von der individuellen Rendite abweichen kann, wenn beim Einstieg zusätzliche Kosten wie Ausgabeaufschläge angefallen sind. Auch Rücknahmegebühren oder Depotgebühren, die beim Kauf über bestimmte Plattformen oder Banken erhoben werden, finden sich nicht im Kursverlauf wieder und müssen bei der persönlichen Renditeberechnung gesondert berücksichtigt werden.
Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, vor dem Kauf eines Fonds nicht nur die historische Wertentwicklung anhand von Charts zu analysieren, sondern auch die damit verbundenen Kostenstrukturen genau zu prüfen. Nur so lässt sich eine fundierte und realistische Einschätzung über die tatsächliche Rentabilität eines Fondsinvestments treffen.
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Fonds und ETFs vergleichen: Unterschiedliche Kosten beim Kauf berücksichtigen
Beim Vergleich von klassischen Investmentfonds mit börsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds), ist es wichtig, die unterschiedlichen Kostenstrukturen genau zu verstehen – insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen auf die tatsächliche Rendite.
Sowohl bei aktiv verwalteten Fonds als auch bei ETFs sind die laufenden Kosten – also Verwaltungsgebühren, Depotbankgebühren und sonstige betriebliche Aufwendungen – bereits im Kurs bzw. Nettoinventarwert (NAV) berücksichtigt. Diese Kosten werden direkt aus dem Fondsvermögen entnommen und verringern somit automatisch den täglichen Kurs.
Das bedeutet: Schaut man sich einen Chart an, so zeigt dieser bei beiden Produktarten – Fonds wie ETFs – die Wertentwicklung bereits nach Abzug der laufenden Kosten. In diesem Punkt herrscht also Gleichheit in der Darstellung.
Ein entscheidender Unterschied ergibt sich jedoch bei den Kosten, die beim Kauf eines Fonds oder ETF zusätzlich anfallen – also den sogenannten Erwerbsnebenkosten. Während klassische Investmentfonds häufig mit einem Ausgabeaufschlag verkauft werden, fällt dieser bei ETFs in der Regel nicht an. Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr, die beim Kauf von Fondsanteilen erhoben wird und je nach Anbieter und Produkt bis zu 5 % oder mehr des Anlagebetrags betragen kann. Bei einem Kaufbetrag von 10.000 Euro mit einem Ausgabeaufschlag von 5 % würden also direkt 500 Euro als Gebühr abgezogen – nur 9.500 Euro fließen tatsächlich in die Fondsanlage. Dieser Betrag muss erst wieder durch Kursgewinne aufgeholt werden, bevor das Investment überhaupt in die Gewinnzone kommt.
Im Gegensatz dazu werden ETFs an der Börse wie Aktien gehandelt. Beim Kauf fallen zwar ebenfalls Kosten an, etwa Handelsgebühren oder ein geringer Spread zwischen An- und Verkaufskurs, doch diese sind in der Regel deutlich niedriger als die typischen Ausgabeaufschläge bei aktiv gemanagten Fonds. Die Einstiegskosten bei ETFs bewegen sich je nach Handelsplattform meist im Promillebereich und sind damit für langfristig orientierte Anleger oft vernachlässigbar – insbesondere im Vergleich zu den hohen Ausgabeaufschlägen bei vielen klassischen Fonds.
Wichtig ist hierbei: Diese Erwerbsnebenkosten – egal ob es sich um Ausgabeaufschläge bei Fonds oder Handelsgebühren bei ETFs handelt – sind nicht im Kursverlauf oder in der historischen Performance enthalten, wie sie in Charts dargestellt wird.
Die Kurse spiegeln ausschließlich die Wertentwicklung des Fondsvermögens nach Abzug der laufenden Kosten wider, nicht aber die individuellen Kosten, die beim Einstieg in das Produkt entstanden sind. Wer also Fonds und ETFs anhand ihrer Charts oder historischen Renditen miteinander vergleicht, sieht lediglich die „Netto-Performance“ des jeweiligen Produkts – nicht jedoch den Einfluss der tatsächlichen Einstiegskosten, die für die eigene Rendite entscheidend sein können.
Gerade aus diesem Grund sollte bei einem fairen und fundierten Vergleich zwischen Fonds und ETFs nicht nur die reine Performanceentwicklung betrachtet werden, sondern auch die tatsächlichen Kosten beim Kauf mit einbezogen werden. Denn während ETFs mit ihrer kostengünstigen Struktur hier einen klaren Vorteil bieten, können klassische Fonds durch hohe Ausgabeaufschläge zu einem spürbaren Renditenachteil führen – insbesondere bei kürzeren Anlagehorizonten oder größeren Investitionssummen.
Fazit zur Abrechnung von Fondskosten und ETF-Kosten
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die laufenden Kosten wie Verwaltungsgebühren und TER (Total Expense Ratio) werden bei Fonds und ETFs in gleicher Weise behandelt – sie sind bereits in der Kurs- bzw. Chartentwicklung berücksichtigt und werden automatisch täglich aus dem Fondsvermögen entnommen. Wer also die Wertentwicklung eines Fonds oder ETFs anhand eines Charts beurteilt, bekommt die Nettoperformance nach laufenden Kosten zu sehen.
Anders sieht es jedoch bei den einmaligen Kaufkosten aus – insbesondere bei den Ausgabeaufschlägen, die bei klassischen Fonds oft mehrere Prozent betragen können. Diese werden zusätzlich zum Kurs beim Kauf berechnet und tauchen in keinem Chart auf. ETFs sind hier meist deutlich günstiger, da sie ohne Ausgabeaufschläge an der Börse gehandelt werden und nur geringe Transaktionskosten verursachen. Wer die eigene Rendite realistisch bewerten oder verschiedene Produkte vergleichen möchte, sollte diese Unterschiede unbedingt berücksichtigen.
Gerade bei größeren Anlagebeträgen oder kürzeren Haltedauern können hohe Einstiegskosten wie Ausgabeaufschläge einen erheblichen Renditenachteil bedeuten. Deshalb lohnt es sich, genau hinzusehen – sowohl bei der Wahl des Produkts als auch beim Depotanbieter. Wer Fondskosten vollständig versteht, kann fundiertere Entscheidungen treffen und langfristig mehr aus seinem Investment herausholen.
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Hallo,
wie wirkt sich aus „Laufende Kosten werden täglich aus dem Fondsguthaben entnommen“?
Der Wert eines ETF ändert sich doch täglich an der Börse und ist damit abhängig von Börsenteilnehmern. Damit ändert sich doch auch der Wert des Fondsguthabens.
Mit freundlichen Grüßen
Volker Schütze
Verstehe ich das richtig?
Der Fondskurs entwickelt sich im Jahr bspw. mit +8%. Der ETF-Kurs steht also am 31.12. im Vergleich zum 01.01. des gleichen Jahres mit 8% im Plus. Von diesem Kurs muss ich dann die laufenden Fondkosten abziehen um die wirkliche Rendite p.a. zu erhalten?
Müsste nicht die Fondsentwicklung bereits die Kosten im Jahresverlauf berücksichtigen? Wenn ich den Fonds zum 31.12. verkaufe, bekomme ich doch den um 8% höheren Fondswert als Ertrag erstattet/ausgezahlt. Oder stehe ich hier auf dem Schlauch?
Viele Grüße, Andreas