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Aktien verkaufen – diese Regeln MUSST Du beachten

Depotstudent Dominik
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Wer viele Stunden damit verbringt, Unternehmen zu suchen und zu bewerten, bevor er Aktien kauft, der befindet sich definitiv auf dem richtigen Weg.

Einem Thema wird aber leider nur selten die nötige Aufmerksamkeit geschenkt.

Dem Thema: Aktien verkaufen.

Dabei ist es mindestens genauso wichtig, sich bereits im Rahmen des Kaufprozesses auch Gedanken über einen möglichen Exit zu machen. Bereits zum Kaufzeitpunkt solltest Du genau wissen, wann Du eine Aktie wieder verkaufst.

Wichtige Regeln für den Verkauf und vor allem tödliche Verkaufsfehler habe ich in diesem Beitrag der Aktien Einsteiger Serie gesammelt.

Auf geht’s!

Aktien verkaufen – der theoretische Teil

Früher oder später wirst Du Dich mit dem Thema “Aktienverkauf” auseinandersetzen müssen.

Zugegeben, es existieren einige Unternehmen, die man einmal kauft und vielleicht sogar sein Leben lang im Depot hält. Das ist aber sicherlich ein sehr geringer Prozentsatz.

Auch im Rahmen einer langfristigen Strategie wirst Du früher oder später den Verkauf einer Position forcieren müssen. Das kann nach einigen Wochen / Monaten oder auch nach einigen Jahren sein. Nach welcher Haltedauer Du Aktien verkaufst, spielt zunächst eine nur untergeordnete Rolle.

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Vielmehr ist das Warum entscheidend.

Und das lässt sich beim Verkauf meist mit folgenden zwei Faktoren begründen:

  1. Ein Investment hat sich in eine andere als von Dir erwartete Richtung entwickelt.
  2. Du hast bessere Investmentmöglichkeiten am Markt entdeckt und Dich dazu entschlossen, ein Unternehmen durch ein anderes zu ersetzen.

Beide Punkte würde ich als völlig nachvollziehbare und legitime Argumente ansehen, die auch im Rahmen einer langfristigen Strategie angebracht werden können.

Wichtig: Viele Anleger haben mittlerweile verstanden, dass eine langfristig ausgelegte Strategie meist die Bessere ist. Nun tritt jedoch häufig das Phänomen auf, dass sich nicht “getraut” wird, Aktien wieder zu verkaufen – schließlich würde man so gegen die eigenen Regeln verstoßen. Das ist Quatsch! Auch im Rahmen einer langfristigen Strategie wirst Du hin und wieder feststellen, dass Du Dich für ein falsches Unternehmen entscheiden hast. In diesem Fall solltest Du Dich auch kompromisslos davon trennen!

Es ist also keineswegs verboten, Aktienpositionen auch wieder zu schließen, wenn einer der beiden oben genannten Punkte zutrifft.

Verstehe mich bitte nicht falsch: Du solltest die Situation nicht nach wenigen Tagen beurteilen und dann feststellen, dass sich ein Unternehmen nicht wie gewünscht gut entwickelt. Auch das wäre sicherlich der falsche Ansatz.

Allerdings wäre es auch ein fataler Fehler, “Depotleichen” über Monate oder gar Jahre mitzuschleppen, nur weil Du einen langfristigen Ansatz verfolgst.

Diese Depotleichen haben nämlich, neben einem wahrscheinlich sehr hohen Buchverlust, einen weiteren entscheidenden Nachteil:

Du bindest Kapital, das bei einer Investition in ein anderes, gewinnbringendes Unternehmen wahrscheinlich eine ordentliche Rendite erwirtschaften würde.

Also: Weg damit!

Aktien verkaufen will geplant sein!

Um es zu vermeiden, dass Du Aktien in Deinem Depot behältst, die schon längst verbannt werden sollten, empfehle ich Dir unbedingt, bereits im Rahmen des Aktienkaufs klare Regeln zu definieren, die beschreiben, wann Du eine Aktie wieder verkaufst.

Auf diese Weise entemotionalisierst Du nicht nur Dein gesamtes Handeln, sondern bewahrst Dich außerdem davor, schlechte Werte über viele Monate mitzuziehen.

Mir hat vor einigen Jahren das Unternehmen GE die Augen in diesem Bereich geöffnet.

Als spannenden Turnaround-Kandidaten hatte ich das Unternehmen einst erworben und musste nach einem großen Minus und einer langen Haltedauer feststellen, dass meine Analyse falsch war und ich meine Investition schon vor vielen Jahren hätte beenden sollen. Eine Position auf meiner Watchliste, die ich eigentlich schon längst kaufen wollte (Cyber Ark) hatte sich in der gleichen Zeit verdreifacht.

Du siehst, dass es immer wieder vorkommen wird, dass Du Dich irrst.

Das ist völlig normal und legitim.

Wichtig ist nur, dass Du in der Lage bist, diesen Fehler einzugestehen und eine Position zu schließen, wenn das gegenteilige Szenario eintritt.

Aus diesem Grund würde ich Dir unbedingt folgendes empfehlen…

Definiere beim Aktienkauf zwei Dinge:

  1. Was erwartest Du Dir von einer Investition? Wie sieht die zukünftige Ziel-Entwicklung für diesen Wert aus und wie lange ist die angestrebte Haltedauer?
  2. Wann wird der Wert verkauft?

Beide Punkte würde ich zudem schriftlich fixieren!

Ich selbst habe festgestellt, dass eine schriftliche Notiz irgendwie deutlich mehr Bindungswirkung hat, also nur eine theoretische Überlegung in Deinem Kopf. Außerdem wirst Du, spätestens wenn Dein Depot die Marke von 10 Einzelwerten übersteigt, nicht mehr zu jedem einzelnen Wert Deine Exit-Regeln klar im Kopf haben.

Wie Du einen Ausstieg definierst, bleibt Dir selbst überlassen und kann von Strategie zu Strategie sehr unterschiedlich sein.

Ich möchte Dir zwei Beispiele geben, welche Formulierungen hier verwendet werden könnten, um Dir ein Gefühl für Ausstiegsregeln im Rahmen einer langfristigen Strategie zu vermitteln.

Beispiel 1: “Ich sehe dieses Unternehmen als spannende Turnaround-Chance. Wichtige Schritte innerhalb des Unternehmens wurden bereits umgesetzt, um die Wende anstoßen zu können. Daher bin ich in das Unternehmen eingestiegen. Ich gebe dem Unternehmen nun 12 Monate Zeit um zu beweisen, dass der Turnaround tatsächlich gelingt. Sollte die Entwicklung jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht positiv sein, werde ich mich von dem Unternehmen wieder trennen.”

Beispiel 2: “Ich halte dieses Unternehmen für eine spannende Chance und sehe die Zukunftsaussichten durchaus positiv. Allerdings bin ich mir auch der Risiken bewusst und werde mich von dem Unternehmen trennen, wenn der Verlust 20 % beträgt. Dann habe ich mich entweder bei meiner Analyse geirrt oder einen völlig falschen Einstiegszeitpunkt gewählt.”

Das erste Beispiel ist das direkte Resultat aus meinem bereits angesprochenen “GE Fiasko”. Hätte ich diese Regel schon damals angewandt, hätte ich mir nicht nur einen hohen Verlust ersparen, sondern zugleich einen hohen Gewinn mit einem anderen Unternehmen einfahren können.

Das zweite Beispiel nutze ich gerne als Regel, wenn ich in junge Wachstumsunternehmen investiere. Hier hat meine Erfahrung gezeigt, dass es durchaus sinnvoll sein kann, die Verluste zu begrenzen, um einem potenziellen Abwärtstrend zuvorzukommen.

Natürlich habe ich mich auf diese Weise auch schon von Unternehmen bei einem Minus von 20 % getrennt, die im Anschluss teilweise dreistellig gestiegen sind.

Ich habe mich aber auch schon von Unternehmen getrennt, die im Anschluss erheblich gefallen sind und sich nie wieder richtig erhohlt haben.

ICH bin mit dieser Regel sehr zufrieden und fühle mich damit wohl. Und genau darum geht es! Du solltest Regeln definieren, die zu Dir und Deiner individuellen Strategie perfekt passen. Dann wirst Du garantiert zu einem FÜR DICH idealen Zeitpunkt verkaufen.

Aktien verkaufen – der praktische Teil

Der theoretische Teil des Aktienverkaufs wird Dich nicht vor größere Probleme stellen. Dieser ist analog zum Aktienkauf auszuführen.

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Eine sehr ausführliche Anleitung zu diesem Thema mit allen wichtigen Regeln und Aspekten habe ich Dir bereits im Beitrag “Aktien kaufen – die ultimative Anleitung” dargelegt, auf die ich an dieser Stelle verweisen möchte.

3 wichtige Tipps zum Aktienverkauf

Zum Abschluss dieses Beitrags möchte ich Dir noch einige wichtige Tipps für den Aktienverkauf mit auf den Weg geben.

Tipp 1: Trenne Dich von Verlierern

Einer der häufigsten Fehler bei Privatanlegern ist es, sich einen Fehler nicht eingestehen zu können.

Dies führt dazu, dass Aktien, die sich im hohen Minusbereich befinden, nicht verkauft werden.

Manchmal kommt es sogar noch schlimmer: Warum nicht nachkaufen, um den Einstiegskurs weiter zu verbilligen und so bei einem möglichen Kursanstieg noch mehr zu profitieren?

Genau dieses Phänomen hat Hedgefonds Manager und Milliardär Paul Tudor Jones auf den Punkt gebracht: “Only losers average losers”.

Heißt im Klartext: Trenne Dich von Unternehmen, die sich als Rohrkrepierer entpuppt haben. Du solltest niemals eine große Minus-Position über mehrere Monate mitziehen und schon gar nicht Aktien nachkaufen!!!

Es tut weh, ja – ist aber auch ein notwendiges Übel, wenn Du langfristig erfolgreich sein möchtest.

Tipp 2: Definiere individuelle Regeln!

Ich habe Dir im vorherigen Kapitel zwei meiner Exit-Regeln genannt, die tatsächlich im Rahmen meiner Strategie zur Anwendung kommen.

Das sind aber MEINE Regeln und nicht DEINE.

Was für mich funktioniert und gut ist, kann für Dich schlecht sein und nicht zum Ziel führen.

Du solltest niemals die Investmentregeln von anderen Anlegern blind übernehmen, sondern vielmehr ein klares Regelwerk definieren, das zu Deiner Strategie passt. Investmentregeln dienen in erster Linie dazu, den eigenen psychischen Schwächen entgegenzuwirken und möglichst emotionslos zu handeln. Folglich kannst auch nur Du Regel definieren, die für Dich passen.

Tipp 3: Langfristig, langfristig, langfristig

Behalte bei der Definition Deiner Exit-Regeln den langfristigen Anlagehorizont unbedingt im Blick.

Wenn Du Verkaufsregeln definierst, neigt man schnell dazu, sehr kurzfristige oder mittelfristige Ausstiegssignale zu benennen. Das sollte jedoch unbedingt die Ausnahme bleiben. Die meisten Positionen in Deinem Depot sollten mit einem langfristigen Anlagehorizont ausgestattet sein.

Häufig gestellte Fragen zum Aktienkauf

Ist es nicht besser Verlustpositionen zu halten und auf einen Anstieg zu warten?

Natürlich ist es die bessere Variante, eine Position nicht mit Verlust, sondern mit Gewinn zu verkaufen.

Häufig bleibt es jedoch bei einem Warten und ein Kurs, der einmal tief abgerutscht ist, erholt sich nie wieder. Es gibt tausende Beispiele, die man hier anführen könnte. Um nur einige zu nennen: Deutsche Bank, Commerzbank oder GE.

Wann sollte ich eine Aktie wieder verkaufen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern muss von Dir individuell definiert werden. Ein Exit muss in Verbindung mit Deiner Strategie und der Position Sinn ergeben.

Dein Depotstudent Dominik

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