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Aktien von Zentralbanken kaufen?

Depotstudent Dominik
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Privatleute nehmen meist an, dass Notenbanken direkt den jeweiligen Staaten unterstehen, also staatliche Institutionen sind. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich jedoch überwiegend um Geschäftsbanken, welche sich in der Hand von privaten Eigentümern befinden. Das war nicht immer so und der Wandel ist sehr oft einer ökonomischen Unfähigkeit der Regierenden geschuldet.

Im World Wide Web gibt es zu diesem Thema umfangreiche Informationen aus jedem politischen Lager. Bilde Dir diesbezüglich eine eigene Meinung. Der nachfolgende Artikel stellt Dir jedoch eine womöglich interessante Möglichkeit zur Ausgestaltung Deines Portfolios vor. Nicht wenige Zentralbanken treten als Aktien emittierende Gesellschaften auf und diese Papiere sollten eigentlich exzellente Sicherheit für langfristig orientierte Anleger bedeuten.

Was sind die Aufgaben einer Zentralbank?

Ihr obliegt als einziger Institution das Recht zur Geldschöpfung, sie darf also Noten drucken, Münzen prägen lassen und in Umlauf bringen. Jetzt sollte man aber meinen, dass das Finanzministerium eines Staates besser darüber informiert ist, welche Menge an Geld der momentanen Wirtschaftslage entspricht. Die Politik hat sich dieser Aufgabe aus den unterschiedlichsten Gründen schon vor Jahrzehnten entledigt.

Heutzutage ist Konsens, dass eine von der Politik unabhängige Zentralbank die Geldmenge einer Nation zuverlässiger und vorteilhafter steuern kann als Regierungsmitglieder. Vereinfacht dargestellt, druckt eine Notenbank Geld und verleiht es an staatliche Institutionen sowie an die Geldhäuser eines Landes.

Selbst in Zeiten von historisch niedrigen Zinsen erweist sich dieses Geschäftsmodell als überaus profitabel. Eine ebenso lukrative Einnahmequelle der Notenbank ist der Erwerb von Anleihen oder Fremdwährungen. Nicht wenige Zentralbanken investieren die selbst gedruckten Geldscheine in Edelmetalle – vor allem in Gold.

Kurzum erwirbt eine Notenbank mit aus dem nichts geschaffenen Geld im großen Stil reale Werte. Das Geschäftsmodell ist überaus rentabel und resultiert unter anderem in enormen Bilanzreserven.

Zentralbanken und Aktien?

Nicht jede Notenbank lässt Anteilseigner an ihren Gewinnen teilhaben. Von der Federal Reserve (FED) kannst Du ebenso wenig Anteilsscheine kaufen wie von der EU-Zentralbank EZB. Nachfolgend stelle ich Dir einige Zentralbanken vor, die den Aktienerwerb auch für private Anleger ermöglichen.

Zuvor muss ich noch etwas dazu erklären: Aktionär bei einer Notenbank zu sein bedeutet, in eine krisenfeste Institution zu investieren. Mir ist keine Zentralbank bekannt, die jemals Insolvenz beantragt hat. Die Aktien einer Notenbank sind also eine absolut sichere Geldanlage – allerdings mit eingeschränkten Rechten für die Anteilsinhaber.

An ihren Gewinnen teilhaben lässt Dich eine Zentralbank nur eingeschränkt. Das heißt: Es gibt begrenzte Ausschüttungen respektive fixe Dividenden und keine darüber hinausgehenden Zahlungen.

Gleichwohl bestimmen bei Aktien von Notenbanken die Faktoren Angebot und Nachfrage den Kursverlauf. Vielen Anlegern ist entweder nicht bewusst, dass sie keine klassischen Miteigentümer wie bei Unternehmen sind – oder sie wollen es nicht wissen.

In politisch unsicheren Zeiten und wirtschaftlichen Turbulenzen flüchten Anleger gerne in die oft thematisierten sicheren Häfen. Der clevere Marktteilnehmer macht sich aber keinerlei Illusionen hinsichtlich Dollar, Euro oder Pfund Sterling. Für ihn sind Akten von Zentralbanken die sicherste Form von Werterhalt.

Gedeckelte Dividenden und moderate Kursgewinne resultieren in besseren Renditen, als sie Staatsanleihen jemals abwerfen könnten. Es besteht kein Ausfallrisiko, nur sehr geringes Währungsrisiko und die Aktien einer Zentralbank lassen sich jederzeit wieder verkaufen. Nachfolgend stelle ich Dir einige Notenbanken vor, die Aktien emittieren und werfe einen Blick hinter die jeweilige Kulisse.

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Aktien der Schweizerischen Nationalbank

Auf ihrer Webseite weist die SNB darauf hin, dass es sich um eine spezial-rechtliche Aktiengesellschaft handelt. Die Rechte der Aktionäre werden durch Statuten der Zentralbank bestimmt, das allgemeine Aktienrecht wird nur ergänzend angewandt. Davon lassen sich Anleger allerdings sehr wenig beeindrucken, sie sind eher vom Chart fasziniert – und das aus gutem Grund.

Ein Blick auf den Chart mit Zeitrahmen von 5 Jahren zeigt, dass der Kurs der Aktie 2015 bei etwa 1.200 Schweizer Franken notierte. Ab Mitte 2016 trieb es die Notierung steil nach oben, im Frühjahr 2018 wurde ein Spitzenwert von 8.400 Franken erreicht. Wohl dem, der seinerzeit die Gelegenheit wahrnahm und rechtzeitig einstieg.

Mitte 2018 erfolgte eine Korrektur in südliche Richtung. Der Tiefpunkt wurde zum Jahresende bei etwa 4.000 Franken erreicht. Aktuell notiert die Aktie der SNB zwischen 5.200 und 5.400 Franken. Mit dem Wertpapier wurde in der Vergangenheit ordentlich Geld verdient. Niedriger Umsatz sollte nicht über das allgemeine Interesse hinwegtäuschen. Schweizer Medien vergleichen die Aktie der SNB seitens des Potenzials mit dem Bitcoin.

Warum liegt die Aktie in der Gunst der Anleger?

15 Schweizer Franken (gleich 0,25 % Dividendenrendite) werden pro Aktie als Dividende ausgeschüttet und dies gibt keine Antwort auf die vorab gestellte Frage. Ebenso wenig geben die 49 Milliarden Schweizer Franken darüber Aufschluss, die die SNB 2019 als Gewinn verbuchen konnte. Gleiches gilt für die riesigen Bestände an Fremdwährungen und Gold. Warum? Die SNB lässt Aktionäre nicht an Gewinnen und den erworbenen Werten teilhaben.

Selbst wenn der sehr unwahrscheinliche Fall einer Liquidation eintreten würde, bleiben Aktionäre durch das Nationalbankgesetz außen vor. Experten sind sich sicher, dass die Aktie weiter steigen wird, und führen dafür diesen Grund an:

  • Aktionäre der Schweizerischen Nationalbank glauben an die Sicherheit ihrer Gelder. Und spekulieren auf wieder steigenden Aktienkurs.

Interessenten fokussieren die zahlreichen Börsenbriefe, die darauf hinweisen, dass die Aktie der SNB unterbewertet sei und deswegen neue Höhen erklimmen müsste. Ungeachtet dessen verhindert das Nationalbankgesetz die Teilhabe am Gewinn durch die Aktionäre, dessen solltest Du Dir bei Interesse stets bewusst sein.

Ob der Kurs der Aktie erneut steil ansteigt, steht in den Sternen. Für mich deutet die aktuelle Seitwärtsbewegung nicht auf eine bevorstehende Hausse hin. Schnell reich wirst Du vermutlich nicht mit der SNB-Aktie, indes gibt es einige Gründe, die für ein Engagement sprechen:

  •  Es ist durchaus möglich, dass Analysten mit ihren Empfehlungen das Papier erneut in ungeahnte Höhen treiben.
  • Interesse ist vorhanden, weil Anleger die Aktien von Notenbanken mit optimaler Sicherheit verbinden.
  • Notenbank-Aktien gelten vielerorts als Statussymbole und dieser Fakt sorgt für kontinuierliche Nachfrage.
  • Eine Zentralbank gilt als krisenfeste Institution, welche kein Wettbewerb aus dem Rennen werfen kann.
  • Verluste sind zwar möglich, aber in ihrer Funktion kann einer Notenbank nie das Geld ausgehen.
  • Die einzige Gefahr, der eine Notenbank nicht trotzen kann, ist der Zusammenbruch des globalen Geldsystems. Aber in dem Fall sind auch die Aktien von herkömmlichen Unternehmen nicht mehr wert als das zum Druck verwendete Papier.
  • Eine Verstaatlichung der SNB erscheint Insidern langfristig unmöglich.

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Belgische Nationalbank

Wer sich die Aktie der belgischen Notenbank auf dem Chart im Zeitraum von 5 Jahren anschaut, stellt eine langfristig stark schwankende, fallende Wertentwicklung fest.

Anfang des Jahres 2015 notierte die Aktie bei 3.450 Euro. Sie fiel bis Herbst des vergangenen Jahres auf 2.175 Euro und stieg im Dezember 2019 auf 2.400 Euro. Der Kurs entwickelte sich zeitweise sehr volatil in einem Abwärtskanal.

Auf den ersten Blick sieht die Entwicklung nicht sehr animierend aus, aber das Entscheidende ist: Der Kursverfall bewirkte eine Steigerung bei den Dividendenausschüttungen. Bei der belgischen Nationalbank setzt sich die Dividende aus 2 Komponenten zusammen:

  • Ein fixer Satz von 1,50 Euro pro Aktie.
  • Ein variabler Teil, welcher anteilsmäßig aus 50 % der erwirtschafteten Gewinne errechnet wird.

Im Jahr 2019 wurden pro Aktie knapp 97 Euro an Dividenden ausgeschüttet – und dies macht das Papier für Anleger interessant. Umgerechnet resultiert dieser Wert in einer Dividendenrendite von 4,1 %. Zum Vergleich:

  • Klassische Aktienindizes schütten Dividenden in Höhe von 2 bis 3 % aus.

Die folgende Auflistung ermutigt Experten zu der Annahme, dass die Dividenden in den kommenden Jahren weiter steigen werden:

  • 2009 – 56,95 Euro.
  • 2010 – 94,86 Euro.
  • 2011 – 124,59 Euro.
  • 2012 – 106,32 Euro.
  • 2013 – 115,53 Euro.
  • 2014 – 124,20 Euro.
  • 2015 – 108,69 Euro.
  • 2016 – 98,85 Euro.
  • 2017 – 98,55 Euro.
  • 2018 – 89,34 Euro.
  • 2019 – 96,93 Euro.

Grund für die Vermutung ist die Tatsache, dass von der EZB wieder verstärkt Anleihen aufgekauft werden. Diese Schuldverschreibungen liegen, für viele Marktteilnehmer unbekannt, überwiegend bei der belgischen Notenbank. Damit die Überschüsse der Notenbank wieder deutlich steigen, müsste bei den Anleihezinsen eine Trendumkehr erfolgen. Also eine von Optimismus getriebene Annahme, welche Anlegern viel Raum zum Spekulieren lässt.

Es könnte aber sein, dass in der nächsten Krise auch hoch verzinste Unternehmensanleihen aufgekauft werden und die daraus entstehenden Überschüsse würden die Gewinne respektive Dividenden in die Höhe treiben. Ungeachtet dessen ist eine Dividendenrendite von 4 % für viele Anleger reizvoll, zudem wird sie von einem grundsoliden Unternehmen gewährleistet.

Aus meiner Sicht handelt es sich bei der belgischen Notenbank Aktie um ein aktuell günstig zu erwerbendes Papier, welches ungeachtet der Kursentwicklung attraktivere Rendite abwirft als jede Bankeinlage. Auch bei der Aktie der belgischen Nationalbank kann jederzeit wieder eine positive Entwicklung erfolgen, sobald andere Anleger den damit verbundenen Wert entdecken.

Selbst wenn der Kurs sich nur seitwärts entwickelt, bleibt immer noch eine deutlich über dem Durchschnitt liegende Dividendenrendite. Die Zentralbank wird auch einen eventuellen Zusammenbruch des Euro überstehen und gilt als krisenfeste Institution.

Notenbank von Griechenland

Die Zentralbank von Griechenland ist eine Privatbank und sollte nicht mit dem bis 1927 agierenden Vorgänger National Bank of Greece verwechselt werden. Ein Blick auf den langfristigen Aktien-Chart der Zentralbank zeigt seit 2015 eine übergeordnete Aufwärtsbewegung mit kräftigen Schwankungen. Die aktuelle Dividendenrendite in Höhe von 2,9 % dürfte nicht allein ausschlaggebend für die Nachfrage nach Notenbank-Aktien sein.

Für mich sieht es eher so aus, dass Anleger auf eine wesentlich verbesserte Ertragslage spekulieren und auf die Wiedereinführung der Gewinnbeteiligung hoffen. Bis zur Finanzkrise 2008 waren Aktionäre an den Gewinnen der griechischen Notenbank beteiligt, die jährlichen Ausschüttungen lagen zwischen 2,20 und 3,23 Euro pro Aktie. Aktuell gibt es pro Aktie nur noch 43 Cent, welche eben einer Dividendenrendite von 2,9 % entsprechen.

Eine Aktie kostet derzeit etwas mehr als 15 Euro und der Chart zeigt momentan steigende Kursentwicklung. Natürlich ist eine Investition in die griechische Notenbank mit viel Erwartungen verbunden. Andererseits handelt es sich um eine krisenfeste und solide Bank, welche es noch geben wird, wenn der Euro längst Geschichte ist.

Ein echtes Argument für den Erwerb ist, dass die aktuell ausgeschütteten Dividenden nur steigen, aber nicht mehr fallen können. Warum? Weil die momentane Höhe vom Staat als Fixum garantiert wird.

Mein Fazit

Aktien von Notenbanken sind bei vielen Anlegern unbekannte Wertpapiere, die zudem weniger Rechte für Aktionäre mit sich bringen. Interessant sind zwei Aspekte:

  • Zentralbanken sind gegen Krisen resistente Institutionen, die niemals in Geldnot geraten können.
  • Die Dividendenrendite liegt deutlich höher als bei herkömmlichen Unternehmen und ist, beispielsweise in Griechenland, staatlich garantiert.

Eine Ausnahme hiervon ist die SNB, welche sehr geringe Dividenden ausschüttet und Anleger in keiner Weise an Gewinnen beteiligt. Aktien der Schweizerischen Nationalbank werden vor allem aus Prestige und Sicherheitsbedürfnis erworben. Gleichzeitig spekulieren Aktionäre auf eine erneute Hausse mit einem Kursziel von mehr als 8.000 Schweizer Franken.

Sinnvoll erscheint mir der Kauf von Aktien der belgischen Notenbank, weil diese Papiere attraktive Dividenden ausschütten und Kurssteigerungen in Option stellen. Gleiches gilt für die Aktien der griechischen Notenbank, welche zwar etwas weniger Dividende ausschüttet, die jetzige Höhe aber als Fixum garantiert.

Wenn Du also Deine Altersvorsorge mit einem ETF Portfolio oder Sparplan auf sicheres Fundament gestellt hast und über nicht gebrauchte Mittel verfügst, sind Aktien von Notenbanken eine Überlegung wert. Sie kombinieren die bestmögliche Sicherheit mit vergleichsweise üppiger Dividendenrendite und bieten darüber hinausgehende Chancen auf Erträge durch Kurssteigerungen.

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Ein Kommentar

  1. Habe mal für die griechische Notenbank geschaut und die Aktie mit der ISIN GRS003003035 gefunden. Diese hat langfristig 99,99 Prozent ihres Wertes verloren. Auch insgesamt befürchte ich, dass Notenbank-Aktien kein gutes Investment sind, und selbst bei der SNB konnte man ziemliches Pech haben…

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