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Allwetter-Portfolio von Ray Dalio

fulminante Gebäude
Depotstudent Dominik
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Die meisten Anleger wünschen sich Portfolios, die sich in guten Börsenzeiten ebenso optimal entwickeln wie in turbulenten Phasen. Natürlich kann ein Portfolio mit ETFs auf unterschiedliche Indizes nicht immer nur im Plus sein. Es sollte aber Börsenturbulenzen unbeschadet überstehen und über die gesamte Dauer der Anlage gute Renditen erwirtschaften.

Bei schönem Wetter über den globalen Börsenplätzen erfüllen die meisten Portfolios die Ansprüche ihrer Besitzer. Doch bei aufziehenden Wolken und stürmischen Bedingungen gelingt dies nur wenigen. In diesem Artikel stelle ich Dir ein Portfolio vor, welches sein Entwickler als absolut wetterfest bezeichnet hat. Es ist passiv konzipiert, kann mit ETFs aufgebaut werden und soll sich bereits in den unterschiedlichsten Marktphasen bewährt haben. Zunächst einige Informationen zum Entwickler.

Hier den Beitrag als Podcast oder Video genießen:

Ray Dalio – wer ist das?

Ray Dalio wurde 1949 in Jackson Heights, in den Vereinigten Staaten geboren. Er war bis 2011 der CEO des Unternehmens Bridgewater und zählt mit einem geschätzten Vermögen von knapp 19 Milliarden Dollar zu den 100 reichsten Menschen der Welt. Sein Geld verdiente er mit dem Management von großen Fonds. Allein der Pure Alpha Fonds hat seit seiner Auflage im Jahr 1970 45 Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaftet.

Bekannt wurde Dalio vor allem durch die Gründung des global größten Fonds: Bridgewater Associates. Im Jahr 1990 begann er mit der Entwicklung des Allwetter-Portfolios. Hintergrund war der Gedanke, ein Portfolio zu konstruieren, welches schlechte und gute Börsenzeiten bestmöglich bestehen kann. Seit 1996 setzt das Unternehmen Bridgewater die Strategie des Allwetter-Portfolios erfolgreich bei seinen Kunden ein.

Mir ist beim Portfolio der ungewöhnliche Ansatz aufgefallen, zudem erregte die nicht alltägliche Gewichtung der Assetklassen mein Interesse. Ich stelle Dir mit meinen Artikeln immer wieder neue Ideen für die Geldanlage vor, heute ist es das dem Wind und Wetter trotzende Portfolio von Ray Dalio.

Eines solltest Du im Vorfeld wissen: Als US-Amerikaner dachte Ray Dalio bei der Entwicklung in erster Linie an die heimische Kundschaft.

Wie ist das Allwetter-Portfolio zusammengesetzt?

Anleihen nehmen im Portfolio von Ray Dalio mit 55 % den dominierenden Anteil ein und sollen für ein solides Fundament sorgen. Bei 15 % handelt es sich um US-Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit und die anderen 40 % werden von 30 Jahre laufenden Bonds gebildet. Wohlgemerkt wurde das Allwetter-Portfolio in Zeiten entwickelt, in denen staatliche Schuldverschreibungen noch wesentlich besser rentierten als heutzutage.

Die Aktienquote ist mit 30 % vergleichsweise niedrig, sie hat die Aufgabe, in guten Zeiten dem Portfolio den nötigen Schwung zu verleihen. Der Aktienanteil setzt sich wie folgt zusammen:

  • 18 % nimmt der US-amerikanische Leitindex S&P 500 ein.
  • 3 % fallen auf heimische Small Caps, also Aktien von kleineren Unternehmen.
  • 6 % werden von Aktien anderer entwickelter Märkten gebildet. Ray Dalio rät amerikanischen Anlegern diesbezüglich zur Verwendung des MSCI AEFE Index, welcher Aktien von industrialisierten Staaten ohne die Vereinigten Staaten und Kanada enthält.
  • 3 % des Aktienanteils entfallen auf die aufstrebenden Märkte.

Etwa 15 % des Portfolios entfallen auf Rohstoffe, sie sollen die Diversifikation optimieren und damit die Gesamtrisiken senken. Ray Dalio gestaltet den Rohstoff-Anteil zu 7,5 % mit Goldinvestments und die anderen 7,5 % mit einem breit streuenden Rohstoff-Index.

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Die Allokation im Überblick

Bevor wir uns die möglichen Renditen des Allwetter-Portfolios von Ray Dalio anschauen, hier noch einmal die Zusammensetzung übersichtlich aufgelistet:

  • 40 % US-Staatsanleihen (30 Jahre).
  • 15 % US-Bonds (15 Jahre).
  • 18 % Aktien von großen US-Unternehmen.
  • 3 % Aktien von kleinen US-Unternehmen.
  • 4 % Aktien aus europäischen Industriestaaten.
  • 2 % Aktien aus den asiatischen Industrieländern.
  • 3 % Aktien aus den aufstrebenden Märkten.
  • 7,5 % Gold.
  • 7,5 % diverse Rohstoffe.

Welche Renditen sind mit dem Portfolio möglich?

Am Portfolio von Ray Dalio gefallen mir zwei Kriterien besonders gut. Zum einen kann die Strategie bis weit vor das Jahr 1996 zurückberechnet werden. Zum andern sind die Zahlen der Experten vielversprechend, obgleich daraus nicht auf die Zukunft geschlossen werden sollte.

Untersucht und berechnet wurden von verschiedenen Personen unterschiedliche Zeiträume, hier die Ergebnisse:

Wer von 1984 bis 2013 in ein Portfolio mit identischer Gestaltung investiert war, konnte sich über eine Durchschnittsrendite von 9,7 % per anno freuen. Positive Ergebnisse wurden in 86 % des Investitionszeitraums erzielt. In der restlichen Zeitspanne lagen die Verluste bei durchschnittlich 1,9 % pro Jahr. Im schlechtesten Jahr schloss das Portfolio mit minus 3,9 % ab. Während des gesamten Zeitraums lag die jährliche Volatilität bei nur 7,6 %.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt ein anderer Experte, der das Portfolio seitens der Wertentwicklung zwischen 1972 und 2013 berechnete. Die durchschnittliche Schwankungsbreite lag bei 7,9 %, erzielbar waren 9,5 % per anno und das verlustreichste Jahr schloss das Portfolio mit minus 4,2 % ab.

Die Betrachtung eines wesentlich größeren Zeitraums wurde zwar unternommen, sie ergibt aber ein unvollständiges Bild, weil Investitionen in Gold und Rohstoffe ab 1933 nicht möglich waren.

Ohne diese beiden Assets waren zwischen 1928 und 2013 mit dem Portfolio jährliche Renditen von 7,2 % per anno möglich. Berücksichtigt werden muss, dass in diesem Zeitrahmen zwei globale Krisen und ein Weltkrieg auf die Ergebnisse drückten. In knapp 83 % der Jahre waren die Ergebnisse positiv, der größte Verlust belief sich auf etwas mehr als 17 %.

In der jüngeren Vergangenheit konstruierten einige Marktteilnehmer mit dieser Strategie ETF Musterportfolios und kamen zum Ergebnis: Sie funktioniert auch heute noch. Nach Kosten wurden zwischen 2014 und 2019 bei geringer Volatilität jährliche Renditen von durchschnittlich 6,6 % erreicht.

Berücksichtigt werden muss jedoch, dass Staatsanleihen bei anhaltend niedrigen Zinsen nicht mehr so sinnvoll sind wie vor 20 oder 30 Jahren.

Nachfolgen schauen wir uns die Möglichkeiten zum Nachbau des Allwetter-Portfolios von Ray Dalio mit ETFs an.

Welche Exchange Traded Funds eignen sich zur Umsetzung?

Der Anleiheanteil wird durch US-Bonds mit 10 und 30 Jahren Laufzeit gebildet und erfordert den Einsatz von 2 ETFs. Hier zwei unverbindliche Vorschläge:

UCITS ETF US-Staatsanleihen von iShares ISIN: IE00BSKRJZ44.

Der 2015 in Irland aufgelegte ETF bildet den US 20+ Year Treasury Bond Index von Barclays mit optimiertem Sampling physisch nach. Die Fondsgröße beträgt 554 Millionen Euro und die jährliche Gesamtkostenquote 0,07 %. Erträge werden jährlich ausgeschüttet.

Wertentwicklung seit Auflage:

  • 2015 minus 6,6 %.
  • 2016 plus 4,24 %.
  • 2017 minus 4,44 %.
  • 2018 plus 2,79 %.
  • 2019 plus 17,10 %.

5 Onlinebroker bieten den ETF sparplanfähig an, bei 2 Brokern ist er aktuell kostenfrei besparbar.

UCITS ETF US-Anleihen 7 bis 10 Jahre von iShares ISIN: IE00B3VWN518.

Der im Jahr 2009 in Irland aufgelegte ETF bildet den Index Markit iBoxx physisch mit optimiertem Sampling nach. Er beinhaltet 22 Positionen, sein Fondsvolumen beträgt 462 Millionen Euro und seine TER 0,07 % pro Jahr. Er ist thesaurierend konzipiert und mit geringer Volatilität behaftet.

Wertentwicklung seit 2015:

  • 2015 plus 13,06 %.
  • 2016 plus 3,86 %.
  • 2017 minus 10 %.
  • 2018plus 5,88 %.
  • 2019 plus 10,44 %.

Bei 2 Onlinebrokern ist der ETF aktuell sparplanfähig verfügbar.

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So setzt Du den Aktienanteil des Portfolios mit ETFs um

Nachfolgend beschränke ich mich auf ETFs des Anbieters iShares, weil die Black Tochter unter anderem mit niedrigen Gesamtkostenquoten und großen Fondsvolumen überzeugt.

UCITS ETF auf den S&P 500 von iShares ISIN: IE00B5BMR087.

Der im Mai 2010 in Irland aufgelegte ETF bildet den S&P 500 Index mit vollständiger physischer Replikation nach. Das Fondsvolumen beträgt gut 34 Milliarden Euro, die Gesamtkostenquote 0,07 % per anno. Der ETF ist thesaurierend aufgebaut und mit einer jährlichen Volatilität von 12 % behaftet.

Wertentwicklung seit 2015:

  • 2015 plus 12,83 %.
  • 2016 plus 14,05 %.
  • 2017 plus 6,71 %
  • 2018 minus 1,05 %.
  • 2019 plus 34,27 %.

15 Onlinebroker bieten den ETF derzeit sparplanfähig an, zwei Anbieter berechnen keine Gebühren für die Ausführung.

UCITS ETF auf den MSCI Small Caps USA Index von iShares ISIN: IE00B3VWM098.

Der im Juli 2009 in Irland aufgelegte ETF bildet den Referenzindex MSCI USA Small Caps mit optimiertem Sampling physisch nach. Er hat ein Fondsvolumen von 520 Millionen Euro, ist thesaurierend aufgebaut und kommt mit einer jährlichen TER von 0,43 % ins Portfolio.

Wertentwicklung seit 2015:

  • 2015 plus 6,98 %.
  • 2017 plus 22,69 %.
  • 2018 minus 5,97 %.
  • 2019 plus 28,89 %.

12 Broker bieten den ETF aktuell sparplanfähig an, 2 davon ohne Kosten für die Ausführung.

UCITS ETF auf den Euro Stoxx 600 Index von iShares ISIN: DE0002635307.

Den Index bildet der im Jahr 2004 in der BRD aufgelegte ETF mit vollständiger physischer Replikation nach. Er hat eine Fondsgröße von 5,5 Milliarden Euro, schüttet seine Erträge aus und ist mit einer TER von 0,20 % pro Jahr behaftet.

Wertentwicklung seit 2015:

  • 2015 plus 10,80 %.
  • 2016 plus 1,56 %.
  • 2017 plus 10,78 %.
  • 2018 minus 10,97 %.
  • 2019 plus 27,75 %.

16 online agierende Broker haben den ETF sparplanfähig im Angebot, 2 davon verlangen keine Gebühren für die Ausführung.

UCITS ETF auf den MSCI EM IMI Index von iShares ISIN: IE00BKM4GZ66.

Der im Mai 2014 in Irland aufgelegte ETF bildet den MSCI EM IMI Index mit optimiertem Sampling physisch replizierend nach. Sein Fondsvolumen beträgt knapp 14 Milliarden Euro, seine Gesamtkostenquote pro Jahr wird mit 0,18 % angegeben. Erträge reinvestiert der ETF.

Wertentwicklung seit 2015:

  • 2015 minus 4,63 %.
  • 2016 plus 12,89 %.
  • 2017 plus 20,32 %.
  • 2018 minus 10,53 %.
  • 2019 plus 19,61 %.

Sparplanfähig ist der ETF bei 15 Brokern verfügbar, 2 Anbieter verlangen keine Gebühren für die Ausführung.

Den Rohstoff-Anteil des Portfolios umsetzen

In der BRD sind keine Gold-ETFs zugelassen, Du musst daher auf den ETC (Inhaberschuldverschreibung) Xetra Gold zugreifen.

Xetra Gold ISIN: DE000A0S9GB0.

Der ETC wurde im Dezember 2007 in der BRD aufgelegt und hat ein Volumen von 9,12 Milliarden Euro. Erträge werden reinvestiert.

Wertentwicklung seit 2015:

  • 2015 plus 0,32 %.
  • 2016 plus 12,54 %.
  • 2017 minus 1,67 %.
  • 2018 plus 3,19 %.
  • 2019 plus 21,27 %.

Für die anderen Rohstoffe empfehle ich Dir einen ETF des Anbieters Comstage ISIN: LU0419741177.

Der ETF wurde im Mai 2009 in Luxemburg aufgelegt und bildet den Bloomberg Equal-weight Commodity Index synthetisch (Funded) nach. Die Fondsgröße beträgt 449 Millionen Euro, Erträge werden ausgeschüttet. Der ETF hat eine Gesamtkostenquote von jährlich 0,30 %.

Wertentwicklung seit 2015:

  • 2015 minus 23,77 %.
  • 2016 plus 23,73 %.
  • 2017 plus 0,36 %.
  • 2018 minus 4,37 %.
  • 2019 plus 17,94 %.

Bei 12 Brokern kann ein Sparplan mit dem ETF eingerichtet werden, 4 Anbieter führen den ETF-Sparplan kostenfrei aus.

Mein Fazit

Das Allwetter-Portfolio von Ray Dalio mit ETF nachzubauen, ist eine sinnvolle Lösung für Anleger mit Abneigung gegen hohe Volatilität. Ich würde jedoch die sehr volatilen Rohstoffe außen vor lassen und den Aktienanteil von 30 auf 45 % erhöhen. Damit senkst Du die Kosten, benötigst weniger ETF und erzielst vermutlich auf lange Sicht eine attraktivere Rendite.

Die Vereinigten Staaten werden im Portfolio zwar sehr stark gewichtet, aber das geht aus meiner Sicht in Ordnung, weil die weltweit stärksten Konzerne dort angesiedelt sind.

Dein Depotstudent Dominik

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Ein Kommentar

  1. Am 20.7.20 erzielten 14 von 30 DAX-Werten Verluste zwischen – 5,17% und -94,1 %. Der Aktienanteil eines Portfolios bestimmt überlinear das Risiko Kapital zu verlieren. Dominiks Allwetterportfolio legt das von Aktien bestimmte Risiko für Kapitalverluste bei einem Aktienanteil von 30 bis 45% auf -15 bis -20% fest. Hinzu kommt das aus anderen Anlagen resultierende Verlustrisiko, das anteilig zu mitteln ist.

    Der ETF des Anbieters Comstage ISIN: LU0419741177 bestätigt mit einem Verlust von -23,77 die vorangehenen verallgemeinerten Daten. Liegen die Ausfallraten über dem oben dargestellten Durchschnitt so muß die Sicherheit von Beimischungen dieses billig mit 0,30% Gesamtkosten eingekaufte Risiko ausgleichen.
    Vor dem Hintergrund wachsender Arbeitslosigkeit, schwindenden Verbrauchervertrauens und einer unbeherrschten Coronaepidemie sind Aktien aus den beiden Amerika riskante Beiträge zu einer langfristigen Anlage.

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