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Besser Fondssparplan oder ETF-Sparplan?

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Vor wenigen Wochen hat die EZB ihre Niedrigzinspolitik weiter verschärft und den Einlagenzins von minus 0,40 auf minus 0,50 % erhöht. Damit steigt die Gefahr, dass klassische Institute und Direktbanken die Belastung auf Dich als Sparer abwälzen. Traditionelles Sparen ist gefährlich geworden, Du musst so schnell wie möglich nach Alternativen suchen.

Heute zeige ich Dir Auswege aus der Zwickmühle und widme meinen Beitrag der Frage: ETF-Sparplan oder Fondssparplan? Zunächst erkläre ich Dir den ETF-Sparplan in der Funktionsweise, anschließend den Fondssparplan. Im letzen Abschnitt des Artikels kommt es zu einem Vergleich Fondsparplan vs. ETF-Sparplan und zu einer Empfehlung meinerseits.

Mein Ziel ist, Dir die Entscheidung für ein sinnvolles Anlagevehikel zu ermöglichen. Sparen ist seit Langem eine lobenswerte Tradition, die erhalten bleiben soll. Nur müssen in der Neuzeit andere Wege als bisher gegangen werden.

Wissenswertes zum ETF-Sparplan

Der ETF-Sparplan ist eine Möglichkeit für den kostengünstigen Vermögensaufbau ohne nennenswertes Kapital. Du benötigst zunächst einen ETF (Exchange Traded Funds), der Deinem Anlageziel ebenso entspricht wie Deiner Risikobereitschaft.

Im Idealfall wählst Du einen optimal diversifizierten Aktienindexfonds, weil Aktien die attraktivste Anlageklasse sind. Durch die Streuung der Sparraten auf möglichst viele Unternehmen minimierst Du das Risiko. Ist der ETF gefunden, muss ein Brokerage Anbieter mit Depot gewählt werden.

Direktbanken sind in diesem Kontext sinnvolle Partner, weil sie viele Indexfonds sparplanfähig anbieten und keine Kosten für Depots in Rechnung stellen. Bei einer Direktbank richtest Du nach der Registrierung einen ETF-Sparplan ein.

Dazu müssen eine ideale Sparrate gewählt und ein vorteilhafter Sparrhythmus gefunden werden. Wichtig ist zudem die Wahl der perfekten Laufzeit. Du kannst Deinen ETF-Sparplan zwar jederzeit ändern, aussetzen oder komplett auflösen. Indes musst Du einem Aktienindex Zeit zur optimalen Entwicklung lassen. Das Geld aus einem ETF-Sparplan sollte daher mindestens 15, besser 20 Jahre entbehrlich sein.

Angenommen, Du kannst monatlich 100 Euro in Deinen ETF-Sparplan investieren. Dieses Geld verwendet Dein Broker zum Erwerb von ETF-Anteilen an der Börse, abzüglich einer kleinen Gebühr für die Ausführung.

Hast Du Dich beispielsweise für einen ETF auf den MSCI World Aktienindex entschieden, erwirbt die Direktbank für jede kostenbereinigte Sparrate Anteile zum Tageskurs. Bei hoher Notierung werden weniger Anteile erworben als bei niedrigem Kurs, auf lange Sicht profitierst Du aber von durchschnittlichen Tageskursen.

Ein weiterer Vorteil ist bei einem thesaurierenden ETF die automatische Wiederanlage der Jahreserträge. Dank des Zinseszinseffekts wachsen die Gewinne jährlich und nach 20 Jahren steht eine ansehnliche Endsumme zur Verfügung.

Der Klassiker MSCI World hat sich in den letzten Jahrzehnten trotzt wiederholt aufgetretener Krisen ausgesprochen vorteilhaft entwickelt. Lange Zeit investierte Anleger können sich über durchschnittliche Jahresrenditen in Höhe von knapp 8 % freuen.

Gleichzeitig ist der Aktienindex als passives Anlageinstrument mit geringen Gesamtkosten belastet und bei vielen Brokern sparplanfähig im Angebot. Wählst Du ein Aktionsangebot, sparst Du zudem 1 oder 2 Jahre die Gebühren für die Ausführung des Sparplans.

Ein wesentlicher Vorteil für unerfahrene Anleger ist die bestmögliche Diversifikation. Der MSCI World beinhaltet mehr als 1.650 Wertpapiere von großen und mittleren Aktiengesellschaften aus 23 Industrienationen in 5 globalen Regionen. Du kannst mit einem ETF-Sparplan auf den MSCI World nur einen Fehler begehen: Ihn nicht lange genug halten.

Der Weltindex von Morgan Stanley ist indes nur eine Option von aktuell 1.500 verfügbaren Exchange Traded Funds. Aus meiner Sicht ist ein ETF auf den MSCI World jedoch die beste Möglichkeit, eingesetzte Mittel breit zu streuen. Gleichwohl hat der ETF-Sparplan einen Mitbewerber, welchen ich mir im nächsten Abschnitt genauer anschaue.

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Alles Wissenswerte zum Fondssparplan

Alternativ zum ETF-Sparplan funktioniert der Vermögensaufbau auch mit einem Fondssparplan. Grundlage hierfür ist ein Investmentfonds, welcher von einer Vermögensverwaltung aktiv gemanagt wird.

Anders als beim ETF verfolgt das Fondsmanagement ein Ziel: mit häufigem Umschichten des Wertpapierkorbs den Markt zu schlagen. Ein Investmentfonds kann ausschließlich Aktien enthalten oder auf mehrere Anlageklassen aufgebaut sein.

Maßgeblich ist die jeweilige Anlagerichtlinie des Investmentfonds. Bei einem Fondssparplan bist Du entsprechend Deiner Sparrate prozentual am Wertpapierkorb beteiligt und kannst Dich für einen thesaurierenden oder ausschüttenden Fonds entscheiden.

In der Praxis gelingt es den Managern allerdings sehr selten und eher zufällig, den Markt kurzfristig zu schlagen. Auf lange Sicht rentiert ein Fondssparplan daher nur durchschnittlich, verursacht aber vergleichsweise hohe Kosten.

Je nach Anlageklasse ist ein aktiv gemanagter Investmentfonds mit Ausgabeaufschlägen zwischen 1 und 6 % behaftet. Dazu kommen Gebühren für das Management und die Verwaltung. Bei einigen Investmentfonds werden zusätzlich erfolgsabhängige Gebühren fällig.

Kosten alleine sollten die Wahl, ETF-Sparplan oder Fondssparplan meiner Meinung nach nicht entscheiden. Es geht vielmehr darum, ein Anlagevehikel vollständig zu verstehen und dem persönlichen Anlageziel entsprechend auszusuchen.

Die Auswahl an sparplanfähigen Fonds ist in der Tat sehr groß, Du musst im Vorfeld der Fondssparplan-Einrichtung zahlreiche Faktenblätter studieren. Es gilt dabei, auf objektive Aussagen und bewiesene Fakten zu achten. Bei der oft blumigen Werbesprache vieler Investmentfonds-Broschüren kann dies mitunter zur Herausforderung werden.

Seitens der Diversifikation zeigen sich die meisten Investmentfonds eher bescheiden. Viele von ihnen beinhalten nur Wertpapierkörbe mit weniger als 100 Komponenten. Das Management soll die fehlende Streuung durch aktives Eingreifen ersetzen und bewältigt die Aufgabe bei Weitem nicht immer erfolgreich.

Natürlich gibt es Investmentfonds mit temporär sensationeller Wertentwicklung. Einen davon aber für Deinen Fondssparplan zu finden, gleicht mehr der Suche nach der legendären Nadel im Heuhaufen. Zudem ist Dir mit zeitweise herausragender Performance bei 15 bis 20 Jahren Anlagehorizont nicht gedient.

Kann die Frage finanzwissenschaftlich beantwortet werden?

Auf die Frage, ETF-Sparplan oder Fondssparplan, würden zwei renommierte Forscher völlig verschiedene Antworten geben. Eugene Fama erhielt einen Wirtschaftsnobelpreis für die These, dass es an effizienten Märkten keinerlei Informationsvorsprünge für den einzelnen Teilnehmer gibt.

Er rät Anlegern daher zu Investitionen in möglichst breit diversifizierte Indexfonds und verweist auf das Ergebnis seiner Forschungsarbeit: keine Aussicht auf überdurchschnittliche Rendite durch Aktivität.

Ebenfalls mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurde zusammen mit Fama der Forscher Robert Shiller. Dieser hat herausgefunden, dass es sehr wohl Situationen gibt, in denen aktive Marktteilnehmer der Börse überdurchschnittliche Erträge abringen können. Er ist also ein Befürworter von aktiv gemanagten Investmentfonds und unterstützt somit den Fondssparplan.

Beide Ansätze sind wissenschaftlich fundiert ausgearbeitet und dies entzweit die globale Anlegergemeinde. Investieren wird zur Glaubensfrage und ich kann mich nicht mit diesem Zustand anfreunden. Für mich muss eine Entscheidung für oder gegen ein Anlageprodukt auf Fakten und Zahlen beruhen. Daher erfolgt im nächsten Abschnitt ein direkter Vergleich.

Fondssparplan vs. ETF-Sparplan

Beim Vergleich Fondssparplan vs. ETF-Sparplan sollten gleichwertige Konkurrenten gegenübergestellt werden. Auf der Seite Fondssparplan bewerte ich die Kosten eines auf Aktien basierenden Investmentfonds. Für den ETF-Sparplan stelle ich die Kosten des Aktienindex MSCI World gegenüber.

Angenommen, Du kannst oder willst 100 Euro monatlich investieren und bist Dir nicht schlüssig, ob der Fondssparplan oder der ETF-Sparplan besser geeignet ist. Für den ETF-Sparplan spricht die sehr niedrige Gesamtkostenquote (TER) von minimal 0,12 % pro anno. Gegen den Fondssparplan auf Aktien sprechen Ausgabeaufschläge, die je nach Anbieter, 4 bis 6 % betragen können.

Dazu kommen selten transparent zu lesende Gebühren für Verwaltung und Management sowie mitunter Erfolgsprämien. Alles in allem geht der ETF-Sparplan aus dem Kostentest als eindeutiger Sieger hervor. Während 0,12 % jährlich bei der monatlichen Sparrate von 100 Euro ein nicht messbarer Betrag ist, mindern mindestens 4 Euro pro Sparrate beim Fondssparplan das arbeitende Kapital erheblich.

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Seitens der Ausführung geht das Rennen Fondssparplan vs. ETF-Sparplan ausgeglichener aus. Du benötigst für jedes der beiden Sparmodelle ein Depot (möglichst kostenfrei) und einen Broker (idealerweise eine Direktbank).

In einen ETF-Sparplan kannst Du ebenso wie in einen Fondssparplan mit niedrigen Monatsraten (oft ab 25 Euro) einsteigen. Beachte aber, dass geringe Sparraten auch in niedrigen Endsummen resultieren und daher nur für die erste Zeit gewählt werden sollten.

Bei einem Fondssparplan kauft der Broker Fondsanteile direkt bei der emittierenden Vermögensverwaltung. Anteile für den ETF-Sparplan werden an der Börse zum Tageskurs erworben und sind frei von Ausgabeaufschlägen.

Beide Sparpläne sind sehr flexibel, Du kannst die Sparrate aufstocken, den Plan stoppen oder bei Bedarf als Einmalanlage weiterlaufen lassen. Den Deinem ETF-Sparplan zugrunde liegenden Indexfonds kannst Du über den Broker einfach zum Tageskurs an der Börse verkaufen.

Beim Fondssparplan muss die emittierende Gesellschaft die Anteile zurücknehmen. Sowohl beim Fondssparplan als auch beim ETF-Sparplan gehören die Anteile zum geschützten Sondervermögen. Seitens der Besteuerung anfallender Gewinne bestehen zwischen Fondssparplan und ETF-Sparplan keinerlei Unterschiede. Du solltest allerdings Deiner Direktbank rechtzeitig einen Freistellungsantrag erteilen.

Fondssparplan vs. ETF-Sparplan bezüglich der Vielfalt

Während Fondsgesellschaften gerne mit individuell gestalteten Investmentfonds werben, offerieren ETF-Anbieter facettenreiche Indexfonds oft in aller Stille. Besuchst Du beispielsweise die Webseite von MSCI, kannst Du feststellen, dass es allein für den Weltindex zahlreiche Varianten gibt.

Zudem bietet Morgan Stanley Capital International regionale, auf Nischen basierende und nachhaltig konzipierte Lösungen für jeden Anlegertyp. Die Vielfalt ist also bei beiden Sparplan-Modellen gegeben, obgleich sie nicht immer förderlich erscheint.

Meiner Meinung nach sollte ein Fonds seit mindestens 5 Jahren oder mehr bestehen und ein Volumen von mindestens 100 Millionen Euro aufweisen. Viele Investmentfonds erfüllen diese Anforderungen nicht und bergen daher die Gefahr der vorzeitigen Schließung.

Mein Fazit zur Frage: ETF-Sparplan oder Fondssparplan?

Aus meiner Sicht muss der Sparplan langfristig optimale Rendite bei geringem Risiko gewährleisten. Diesen Anforderungen entspricht der ETF-Sparplan deutlich besser als der Fondssparplan. Diversifikation ist meiner Meinung nach nicht durch aktives Management zu ersetzen.

Letztlich sollte die Wahl, ETF-Sparplan oder Fondssparplan, sachlich begründet sein und nicht zur Glaubensfrage werden. Aktienfonds oder Aktienindizes benötigen zur optimalen Entwicklung mindestens 15 Jahre. Über diese Zeitspanne konnte noch kein Manager den Markt schlagen und ein besseres Ergebnis erwirtschaften.

Ob mit oder ohne Erfolg, aktives Management hat seinen Preis. Dieser drückt ebenso wie der Ausgabeaufschlag auf die Rendite. Beide Kostenfaktoren können mit sorgfältiger Auswahl vermieden werden. Für mich geht der auf einem Aktienindex basierende ETF-Sparplan aus dem Vergleich als eindeutiger Sieger hervor.

Letztlich kann beim MSCI World die langfristige Durchschnittsrendite mit knapp 8 % transparent nachgelesen werden. Bei Investmentfonds fehlt diese Transparenz häufig und es werden maximale Erträge zwischen 5 und 7 % in Aussicht gestellt.

Dein Depotstudent Dominik

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