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Cannabis ETF: Lohnt sich die Investition?

brennende Glühbirne Idee
Depotstudent Dominik
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Die ETF Anbieter lassen sich ständig etwas Neues einfallen, es gibt praktisch keine unbesetzten Nischen mehr. Grund dafür ist der zunehmend scharfe Wettbewerb und der führt zu sinkenden Gesamtkostenquoten. Gleichzeitig gibt es auch bei der Geldanlage in börsengehandelte Indexfonds sehr beliebte und weniger beachtete Optionen.

Der heutige Artikel ist einer Neuauflage gewidmet, die bereits vor dem Start für kontroverse Diskussionen und einseitige Berichterstattung in den Medien sorgte. Es geht um den Medical Cannabis und Wellness Index, in welchen Du seit Mitte Januar 2020 per ETF investieren kannst. Ich stelle Dir den Index mitsamt dem abbildenden ETF vor und informiere im Anschluss über die Ansicht der heimischen Qualitätspresse. Der nachfolgende Beitrag ist keine Anlageempfehlung, er soll Dir ermöglichen, eine eigene Meinung zum Thema an sich zu bilden.

Medical Cannabis and Wellness UCITS ETF

Mit dem Medical and Wellness ETF hat das in Kanada ansässige Unternehmen Purpose Investments Inc sein erstes Angebot auf dem europäischen Markt lanciert. Purpose Investments kooperiert dazu mit dem unabhängigen ETF-Spezialisten HANetf, welcher von Point72 Ventures unterstützt wird.

Seit dem 14. Januar 2020 notiert der Fonds an der Deutschen Börse XETRA. Er ist der Erste seiner Art für Anleger des europäischen Kontinents und mittlerweile an der Stock Exchange London sowie an der Borsa Italiana verfügbar.

Die medizinische Cannabis Industrie hat sich bereits seit Jahren in Kanada etabliert. Purpose Investments konnte mit seinem Marijuana Opportunities Funds auf dem heimischen Markt bereits wertvolle Erfahrungen sammeln. Die Zusammenarbeit mit HANetf ermöglicht dem Pionier, seine in Kanada gesammelten Erfahrungen auf den europäischen Markt zu bringen.

Aus der Sicht von Purpose Investment steckt der Cannabis Sektor auf dem europäischen Kontinent noch in den Kinderschuhen. Es dürfte aber zu einer lange anhaltenden Wachstumsphase kommen, welche mit Innovationen angereichert sein wird und Chancen bieten kann.

Anleger aus Großbritannien, Italien und der BRD haben mit dem Fonds die Möglichkeit, sich auf einem einzigartigen globalen Wachstumsmarkt zu engagieren. Der Fonds investiert in medizinisches Cannabis sowie in Dienstleistungen, welche Unternehmen in den Kategorien medizinisches Cannabis und CBD erbringen. Die Abkürzung steht für das nicht psychoaktive Cannabinoid CANNABIDIOL.

Wissenswertes zu CBD und medizinischem Cannabis

Beide Produkte werden bereits in 40 Ländern zur Behandlung von schweren Erkrankungen eingesetzt. Darunter:

  • Krebs.
  • Epilepsie.
  • Chronische Schmerzen.

In 28 Ländern auf dem europäischen Kontinent bestehen bereits Verordnungen der nationalen Gesetzgeber zum Anbau von medizinischem Cannabis und der Verwendung. Der weltweit bedeutendste Exporteur von medizinischem Cannabis ist das Vereinigte Königreich. In der BRD nutzen etwa 100.000 Patienten die Erzeugnisse und machen das Land damit zum größten Konsumenten.

Im Jahr 2018 wurden weltweit 13,5 Milliarden Dollar mit medizinischem Cannabis erwirtschaftet. Fachleute schätzen, dass der Markt bis 2026 ein Volumen von 146 Milliarden Dollar erreichen wird. Zudem wird von Experten eine Umsatzrendite von mehr als 26 % prognostiziert.

Über medizinisches Cannabis gibt es zwar zahlreiche Informationen im Internet. Allerdings haben viele Leute kein besonderes Interesse und zuweilen wird ziemlich viel Unsinn darüber geschrieben. Dazu später mehr. Zunächst widme ich mich der Zusammensetzung des Fonds und anschließend stelle ich Dir den verfügbaren ETF vor.

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Medical Cannabis and Wellness Equity Index

Im Index enthalten sind börsennotierte Unternehmen mit Geschäftsfeldern in den Sektoren Cannabis, Hanf und CBD. Thematisch deckt der Index diese Teilbereiche ab:

  • Unternehmen, die medizinisches Cannabis produzieren und veräußern.
  • Biotech-Unternehmen mit Fokus auf CBD.
  • Lieferanten von Hydrokulturen und Ausrüstungen.
  • Hersteller von Konsumgütern unter Verwendung von medizinischem Cannabis.
  • Immobilienunternehmen, die Gewerberäume an Produzenten von medizinischem Cannabis vermieten.
  • Softwarehersteller, die Lösungen für Erzeuger von medizinischem Cannabis entwickeln.
  • Firmen, die gezielt in Projekte im Bereich medizinisches Cannabis investieren.
  • Lieferanten von Konsumgütern mit Hanf und CBD.
  • Dienstleistende Unternehmen in den Segmenten Herstellung und Verarbeitung sowie Ausrüstung.

Jedes im Index vertretene Unternehmen hat vor der Aufnahme einen strengen Auswahlprozess durchlaufen und ist an einem der führenden Börsenplätze in Nordamerika notiert. Aktuell weist der Index diese Zusammensetzung mit Gewichtung auf:

  1. Scotts Miracle-Gro Co – Hersteller von Artikeln zur Garten- und Pflanzenpflege – 10,00 %
  2. GW Pharmaceuticals – US-amerikanisches Biopharma-Unternehmen – 10,00 %.
  3. Charlotte’s Web – Kanada – 10 %.
  4. Cara Therapeutics Inc – Biotechnisches Unternehmen USA – 10 %.
  5. Innovative Industrial Properties Inc – Immobilienanbieter USA – 10 %.
  6. Amyris Inc – Gesundheit und Wellness-Unternehmen USA – 10 %.
  7. Corbus Pharmaceuticals Holdings Inc – USA – 10 %.
  8. 22nd Century Group Inc – USA – 8,72 %.
  9. Zynerba Pharmaceuticals Inc – USA – 6,61 %.
  10. Pharmacielo – Lieferant von medizinischem Cannabis in Kanada – 5,07 %.
  11. Khiron Life Sciences Corp – Hersteller aus Kanada – 3,85 %.
  12. cbdMD Inc – CBD Produkte USA – 3,58 %.
  13. Namaste Technologies Inc – E-Commerce Kanada – 3,18 %.

Mit diesem Index haben Anleger aus Großbritannien, Italien und der BRD Zugang zum bislang eingeschränkten Cannabis Markt. Der verfügbare ETF entspricht der OGAW Richtlinie und ist für den Vertrieb in oben genannten Ländern zugelassen.

UCITS ETF auf den MEDICAL CANNABIS AND WELLNESS INDEX – ISIN: IE00BG5J1M21.

Da es sich um einen sehr jungen ETF handelt, liegen noch keine Daten zur Wertentwicklung vor. Der Referenzindex wird vollständig physisch nachgebildet, Erträge werden reinvestiert. Das aktuelle Fondsvolumen liegt bei 7 Millionen Euro, die Gesamtkostenquote TER wird mit 0,80 % per anno angegeben.

Bei welchen Brokern der ETF erwerbbar ist oder als Sparplan eingerichtet werden kann, ist derzeit noch unbekannt.

Bereits ein Mitbewerber aufgetaucht

RIZE ETF hat im Februar 2020 in Kooperation mit dem Indexanbieter Foxberry einen börsengehandelten Indexfonds lanciert, dessen thematischer Fokus auf medizinischem Cannabis und Biowissenschaften liegt.

RIZE Medical Cannabis and Live Sciences UCITS ETF ISIN: IE00BJXRZ273.

Der thesaurierend konzipierte ETF ermöglicht Dir, vom Wachstumspotenzial der Unternehmen zu profitieren, die neuartige Medikamente mit Cannabis-Wirkstoffen entwickeln. Seinen Referenzindex bildet der ETF vollständig physisch ab, das Fondsvolumen beträgt bislang etwas mehr als 1 Million Euro. Die Gesamtkostenquote mit 0,65 % per anno beziffert.

Im Index enthalten sind 23 Unternehmen, die einen mehrstufigen Auswahlprozess durchlaufen mussten. Nicht aufgenommen werden Firmen, die direkt an der Herstellung respektive am Vertrieb von Cannabis im Erwachsenen-Freizeit-Verbrauchermarkt engagiert sind.

Absolutes Neuland oder Wachstumsmarkt?

Der Sektor medizinisches Cannabis ist für mich absolutes Neuland und ich gehe davon aus, dass es vielen Anlegern ebenso geht. Wenn Du Dich dafür interessierst, scheint mir eine gründliche Einarbeitung in die Materie unverzichtbar. Schließlich handelt es sich um Unternehmen, die hierzulande überhaupt nicht oder nur wenig bekannt sind.

Ähnlich dürfte es mit den Produkten dieser Anbieter aussehen. Die oben erwähnten 100.000 Nutzer von medizinischem Cannabis sind gemessen an der Gesamteinwohnerzahl nur eine kleine Randgruppe. Die wenigsten Leute kennen einen Konsumenten und erschwerend kommt hinzu, dass die Medien sehr negativ über dieses Thema berichten.

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Was in der Zeitung über Cannabis ETFs zu lesen ist

Im Vorfeld der Auflage des Medical Cannabis and Wellness ETF brachte eine hierzulande prominente Zeitung einen Artikel mit der sinngemäßen Überschrift „erster Kiffer ETF“ heraus. Direkt unter der Überschrift war ein junger Mann zu sehen, der sich gerade einen Joint anzündet.

Als Einleitung war zu lesen, dass immer mehr Länder Cannabis legalisieren und der Markt daher in den kommenden Jahren spürbar wachsen dürfte. Danach folgte die Meldung, dass Anleger am Wachstum über einen bald an der Börse Frankfurt etablierten ETF teilhaben können.

Im Anschluss kam die Feststellung, dass Konsumenten von Cannabis nach wie vor berauscht werden, bei Anlegern resultiere der Rausch hingegen in Depressionen. Einen Grund nannte der investigative Autor im nächsten Satz, der sinngemäß lautete:

  • Cannabis-Genuss in immer mehr Ländern legal.
  • Aktien der Hersteller im Sinkflug.

Als optische Auflockerung folgte eine Prognose zur Entwicklung des weltweiten Cannabis-Marktes für die kommenden 4 Jahre. Der geneigte Leser konnte jedoch an der Quelle entnehmen, dass es sich um eine Vorhersage eines dazu einseitig eingestellten Unternehmens handelt.

Im nächsten Abschnitt wurde dargestellt, dass Marktbeobachter in den kommenden Jahren mit steigenden Branchen-Umsätzen rechnen. Dann kam der Autor auf das Unternehmen Purpose Investments aus Kanada und schloss messerscharf:

  • Jetzt scheint wohl der richtige Zeitpunkt für ein Engagement in derartige Firmen gekommen zu sein.

Nach diesem langatmigen Vorspann kam die eigentlich wichtige Meldung: Demnächst wird von Purpose Investment an der Frankfurter Börse ein ETF etabliert, welcher auf Cannabis-Unternehmen setzt. Der nächste Satz war den relativ geringen Kosten gewidmet, mit welchen Anleger nun in die gesamte Branche investieren können.

Vielleicht fällt Dir auf, dass die Zeitung ihre Leser bis jetzt im Unklaren darüber gelassen hat, um was für einen ETF es sich wirklich handelt. Aber es geht spannend weiter.

Der Autor vermutete, dass Purpose Investment in Kanada ansässig ist, weil dort der Konsum von Cannabis, respektive das Kiffen, bereits lange zum Alltag gehört. Danach kam die allseits bekannte Feststellung, dass viele US-Bundesstaaten den Konsum ebenfalls legalisiert haben und immer mehr europäische Länder über das bestehende Verbot debattieren.

Erst dann weist der Autor darauf hin, dass in europäischen Staaten bislang nur medizinisches Cannabis erlaubt ist. Danach kam aber gleich die Aussage, dass der so bezeichnete Marijuana-Index in den Vereinigten Staaten 2019 um fast 30 % an Wert verloren hat.

In der Tat kam es in den Vereinigten Staaten in den Jahren 2017 und 2018 zu einer regelrechten Euphorie. Der Index verdreifachte seinen Wert innerhalb von 24 Monaten und die Korrektur war aus meiner Sicht völlig normal. Die Erwartungen waren einfach zu hoch und wurden vom Markt nicht erfüllt. Dieses Phänomen ist auch in anderen Branchen üblich, nur wird das in den Medien mit keiner Zeile erwähnt.

Es folgte eine Grafik, die Anlegern das Risiko von Investitionen in Cannabis-Unternehmen verdeutlichen soll. Erst im Anschluss daran, in den letzten kleinen Abschnitten des Artikels wurde erklärt:

  •  Dass es sich beim neu aufgelegten Produkt um einen ETF auf den Medical Cannabis and Wellness Index handelt.

Die anschließend folgende Beschreibung entspricht weitgehend den oben ersichtlichen Informationen und muss daher nicht wiederholt werden. Allerdings konnte es sich der Autor nicht verkneifen, auf das aus seiner Sicht „enorme“ Währungsrisiko hinzuweisen.

Zwischen den einzelnen Absätzen waren kleine Artikel-Hinweise zu sehen, die zu Cannabis-Aktien gleich Rendite mit Rauschgift informieren wollen.

Warum ist mir der Zeitungsbericht aufgefallen?

Weil er, aus meiner Sicht jedenfalls, irreführend und negativ über ein aktuelles Thema berichtet. Jeder Leser sollte seine eigene Meinung zu Cannabis entwickeln und die Unterschiede zwischen herkömmlichen Erzeugnissen sowie medizinischen Produkten kennen. Artikel wie der oben beschriebene fördern nicht Dein Wissen, sondern diktieren dem unbedarften Lesern eine politisch korrekte Meinung.

Ich habe mir vorgenommen, mit meinem Blog objektiv über Möglichkeiten der Geldanlage zu informieren. Aus diesem Grund entstand der hier zu lesende Beitrag, der zu Deiner eigenen Meinungsbildung beitragen möchte. Für mich ist das oben beschriebene Segment eine Wachstumsbranche, welche nicht einmal ansatzweise etwas mit Cannabis für den herkömmlichen Konsum zu tun hat.

Fazit

Medizinisches Cannabis hat zweifelsohne eine Zukunft. Es handelt sich aber derzeit um eine sehr junge Branche, die ihren Platz am Markt sucht und noch nicht gefunden hat. Meine Empfehlung lautet:

Beobachte bei Interesse die Entwicklung der oben beschriebenen ETFs und warte, bis das Fondsvolumen eine ordentliche Größe erreicht hat und Daten zur Tracking-Differenz verfügbar sind. Vermutlich wird es in den kommenden Jahren verstärkte Konkurrenz und damit weitere Produkte zur Geldanlage in medizinisches Cannabis geben. Nicht auszuschließen ist, dass einer der jungen Broker verfügbare ETFs sparplanfähig und dauerhaft gebührenfrei anbietet.

Dein Depotstudent Dominik

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Ein Kommentar

  1. Hallo und Danke für den schönen Artikel,

    Gegen Cannabis an sich habe ich gar nichts. 😉 Meiner Meinung sollte es in meinem Portfolio aber keine Sonderrolle spielen. Das ist für mich so ein typischer Nischen-ETF, der kurzfristig gehyped wird. Bis dieser Hype dann von den USA zu uns herüber schwappt, ist er dann auch schon wieder fast vorüber.

    Die Top 5 Unternehmen beim HANEtf machen knapp 57% des ETFs aus. Ohnehin sind da lediglich 12 Unternehmen enthalten. Beim RIZE ETF sind es zwar 23 Aktienwerte, aber hier machen die TOP 5 sogar fast 70% aus. Die Entwicklung hängt also zusätzlich zur Nische noch an ganz wenigen Unternehmen. Außerdem lauert da ja ein richtig hohes politisches Risiko. Das Fondsvolumen ist aktuell bei beiden auch sehr gering.

    In Summe ist das, meiner Meinung nach, wohl doch eher nur etwas für Spekulanten und nicht für langfristig denkende Anleger.

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