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Covid-19: ETF-Sparplan, Brokerpleite, Robo-Advisor

Depotstudent Dominik
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Obgleich immer mehr Mediziner den Sinn der angeordneten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Viren-Ausbreitung anzweifeln, geht die Angst unter den Anlegern um. Die Furcht ist damit begründet, dass der momentane wirtschaftliche Stillstand, verheerende Auswirkungen auf den Wohlstand der westlichen Industrienationen haben wird. Führende Ökonomen sprechen erneut von einem Rezessions-Szenario.

Im nachfolgenden Beitrag geht es konkret um diese Fragen:

  • Bringt Dich die automatisierte Vermögensverwaltung besser durch die Krise?
  • Besteht die Gefahr, dass Dein Broker demnächst Insolvenz anmelden muss?
  • Soll der ETF-Sparplan pausiert, verkauft oder einfach weitergeführt werden?

Die in diesem Artikel gegebenen Antworten sind lediglich meine Ansichten als Blog-Betreiber und Marktteilnehmer, sie dürfen nicht als Anlageberatung verstanden werden. Skepsis beim Lesen und individuelle Entscheidungen sind wie immer angebracht.

Digitale Vermögensverwaltung – Schutz in der Krise?

Wer eine automatisierte Vermögensverwaltung in Betracht zieht, überträgt Entscheidungen wie Portfolio-Zusammensetzung und Asset-Gewichtung auf emotionslos agierende Maschinen. In guten Zeiten wird das Thema Robo-Advisor kontrovers diskutiert und überwiegend skeptisch betrachtet. Gründe dafür sind unter anderem:

  • Einstieg nur ab vergleichsweise hohen Summen möglich.
  • Sämtliche Dienstleistungen sind gebührenpflichtig.
  • Eigene Entscheidungen bleiben bei der Ausgestaltung des Portfolios verwehrt.

Bislang wurden Geldanlagen mit Robo-Advisor als sicher beworben, weil menschliche Unzulänglichkeit durch Algorithmen ersetzt, zu besseren Anlageergebnissen führen kann. Die aktuelle Turbulenz an den weltweiten Börsen bringt Chaos in den Alltag. Kurse stürzen Lawinen gleich in die Tiefe und vernichten innerhalb kurzer Zeit mühsam aufgebaute Vermögen.

  • Im MSCI World investierte Anleger verloren bis jetzt etwa 30 %.
  • Wer im DAX investiert ist, muss mit 35 % Verlust leben.
  • Der US-amerikanische Index S&P 500 büßte fast 40 % ein.

Wer sich für die digitale Vermögensverwaltung entscheidet, hält in der Regel ein aus Aktien und Anleihen bestehendes Portfolio. Allein durch die Beimischung von Staatsanleihen wird die Auswirkung einer großen Krise spürbar abgefedert. Der Robo-Advisor bestimmt anhand des ermittelten Anleger-Risikoprofils die Gewichtung im Portfolio. Interessant ist, wie die automatisch zusammengestellten Portfolios die Talfahrten der letzten Tage überstanden haben.

Bevor ich Dir die Ergebnisse im Einzelnen vorstelle, eine wichtige Meldung: Kein Robo-Advisor hat die schlimmsten Krisentage seit 10 Jahren ohne Einbußen überstanden. Die Verluste im März 2020 hielten sich bei den meisten digitalen Vermögensverwaltern jedoch in Grenzen.

  • Cominvest minus 12,1 %.
  • Kapilendo minus 13,2 %.
  • WMD Capital minus 15,1 %.
  • Solidvest minus 15,3 %.
  • Warburg Navigator minus 16,1 %.

Im Vergleich zu den oben angeführte Verlusten mit ETFs auf Aktienindizes muten die Einbußen der digital verwalteten Geldanlagen deutlich geringer an. Auf der anderen Seite der Medaille stehen aber diese Nachteile:

  • Ein aus Aktien und Anleihen bestehendes Portfolio wird selbst bei besten Marktbedingungen erheblich weniger Rendite erwirtschaften als ein ETF auf den MSCI World Index.
  • Die Geldanlage mit Robo-Advisor ist nur für Leute mit frei verfügbarem Kapital eine Option und mit zusätzlichen Gebühren behaftet.

Für wen ergibt die digitale Vermögensverwaltung einen Sinn?

  • Mit Robo-Advisor sind womöglich alle Leute gut bedient, denen die letzten Krisentage Angst und schlaflose Nächte bereitet haben.
  • Sie werden mithilfe der Robo-Advisor wahrscheinlich nie Kurseinbrüche von 30 % und mehr sehen, dafür aber auch keine Zuwächse von deutlich über 10 % pro Jahr.

Abschließend sei gesagt, dass die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19 Hysterie die private Altersvorsorge notwendiger machen als je zuvor. Und es kommt seitens der Rendite auf jeden Prozentpunkt an. Robo-Advisor bieten, den aktuellen Ergebnissen entsprechend, begrenzten Schutz vor krisenbedingten Verlusten, dafür muss aber mit weniger Rendite vorliebgenommen werden.

Der Ansatz „gemischtes Portfolio“ funktioniert zudem ohne Robo-Advisor in kostengünstiger Eigenregie:

  • Ein ETF auf den MSCI World (50 %) in Kombination mit einem ETF auf globale Staatsanleihen (50 %) hat die verlustreichen Tage ähnlich gut oder schlecht überstanden.

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Können Broker von Krisen in die Pleite getrieben werden?

Seit dem vergangenen Jahr drängen viele neue Brokerage Anbieter mit Null-Gebühren-Konzepten auf den Markt. In ruhigen Börsenzeiten konnten sie in der BRD zahlreiche Neukunden generieren.

Diese neuen Marktteilnehmer sind seit einigen Wochen sehr verunsichert. Sie sehen einerseits die schlechte Entwicklung ihrer Investitionen und sorgen sich andererseits um den Fortbestand der gewählten Broker. In den nachfolgenden Abschnitten widme ich mich der Frage: Wie überstehen Broker die aktuelle Krise?

Was sind die Aufgaben eines Brokers?

Für Anleger ist ein Broker die Verbindung mit der Börse. Ihr Anbieter erwirbt oder veräußert im Auftrag Wertpapiere, kümmert sich mit seinem mehr oder weniger ausgeprägten Schulungsbereich um die Fortbildung seiner Kunden und ist ein kompetenter Ansprechpartner.

Um als Brokerage Dienstleister tätig zu sein, benötigt ein derartig aufgestelltes Unternehmen hierzulande eine Lizenz von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Mit der Lizenz verbunden ist die regelmäßige Überwachung des Brokers hinsichtlich der Einhaltung aktuell geltender Regeln.

Welche Aufgaben hat die Partnerbank

Jeder Brokerage Anbieter kooperiert mit einem Finanzinstitut, welches die Einlagen der Kunden verwaltet und die Depots führt. Es handelt sich dabei immer um eine Bank mit Lizenz von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Die Genehmigung zwingt zur Mitgliedschaft in der Entschädigungseinrichtung heimischer Banken. Dadurch sind Einlagen in Höhe von bis zu 100.000 Euro pro Person (nicht pro Konto) abgesichert. Viele Banken erweitern diesen Schutz durch freiwillig etablierte Sicherungssysteme um ein Vielfaches.

Die Wertpapiere im Depot sind nicht von den Sicherungs-Maßnahmen tangiert, sondern lediglich die Einlagen auf Verrechnungskonten. Den Wertpapieren kommt effektiver Schutz durch den Status Sondervermögen zu. Genau genommen verwaltet die Depotbank lediglich kontoführend die Bestände, die Papiere an sich werden zentral verwahrt und sind vor Zugriffen sicher.

Aus diesen Tatsachen können folgende Ansichten abgeleitet werden:

  • Der Broker hat als Vermittler überhaupt nichts mit den Auswirkungen einer Krise zu tun. Er verdient sein Geld durch Ordergebühren und Provisionen, ungeachtet dessen, wie die Kurse sich entwickeln. In Krisenzeiten dürften die Einnahmen eines Anbieters angesichts der Panik sogar größer als sonst sein.
  • Die Depotbank hat immer die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherungs-Maßnahmen getroffen und stärkt diese oft durch freiwillige Leistungen. Aus meiner Sicht ist jede Partnerbank eines Brokers in der Lage, Krisen wie die Aktuelle unbeschadet zu überstehen.
  • Prinzipiell ist das bei einem Broker eingezahlte Geld ebenso sicher wie die Einlage auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto.

Die Sorge um den Fortbestand Deines Brokers ist unnötig, unabhängig davon, welchen Anbieter Du gewählt hast. Solange es Finanzmärkte und daran handelnde Kunden gibt, ist die Brokerage Branche absolut sicher.

Von den momentan kontrovers diskutierten Maßnahmen, die eine weitere Ausbreitung der Covid-19 Viren verhindern sollen, sind Broker weniger tangiert als produzierende Unternehmen. Die überwiegend online durchgeführten Arbeiten können von wenigen Mitarbeitern in ihren Büros zu Hause erledigt werden.

Der Betrieb wird voll aufrechterhalten, der Service ist für Kunden und Interessenten stets erreichbar und Einnahmen fließen durch ständig durchgeführte Anleger-Transaktionen.

Wichtig in diesem Kontext ist zudem, dass es sich bei den Mitarbeitern eines Brokers weitgehend um sehr junge Leute mit intaktem Immunsystem handelt. Die Wahrscheinlichkeit hinsichtlich einer Infektion ist sehr gering, insbesondere bei der Tätigkeit im heimischen Büro.

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ETF-Sparplan aussetzen – ja oder nein?

Die mediale Panikmache bezüglich der Corona-Viren resultiert verbreitet in wirtschaftlichem Stillstand. Viele Anleger sind von den Auswirkungen in mehrerlei Hinsicht betroffen, es droht Kurzarbeit und im schlimmsten Fall sogar der Verlust des Arbeitsplatzes. Weniger Einkommen zwingt zum Einschränken, und für einige Menschen stellt sich Frage, ob sie ihre ETF-Sparpläne vorübergehend stilllegen sollen.

Der Gedanke ist für mich ebenso nachvollziehbar wie falsch und kann nur in wenigen Einzelfällen die Ultima Ratio sein. Nachfolgend einige Gründe, die gegen oder für das Vorhaben sprechen.

Was spricht gegen das zeitweilige Aussetzen?

Der wichtigste Grund gegen das vorübergehende Aussetzen eines ETF-Sparplans ist aus meiner Sicht das damit verbundene Ziel. Du legst vermutlich nicht aus reiner Freude jeden Monat einen Teil des Einkommens in einem gut diversifizierten Aktienindex an. Vielmehr willst Du damit Vermögen aufbauen, welches in 30 oder mehr Jahren Deinen Lebensabend komfortabler macht.

Wie in vielen meiner Beiträge dargestellt, müssen bei der langfristigen Geldanlage gute Zeiten mitgenommen und schlechte Perioden ertragen werden. Ansonsten wird das Endergebnis erheblich von Deinen Vorstellungen abweichen. Einige Monate keine Raten bezahlen zu müssen, wird von vielen Sparplan-Inhabern als Erleichterung betrachtet. Sicher kann eine Summe von einigen Hundert oder Tausend Euro temporär ein Loch in der Haushaltskasse schließen – aber unter Umständen mit schwerwiegenden Konsequenzen.

Hierzu ein Beispiel, basierend auf einem Depot mit MSCI World ETF-Sparplan im Wert von 50.000 Euro:

  • Im Januar betrug der Wert Deiner Geldanlage noch 50.000 Euro.
  • Die jüngsten Turbulenzen haben daraus 35,000 Euro gemacht.
  • Deine aktuelle Sparrate beträgt 500 Euro monatlich.
  • Das Depot entwickelt sich auch bei ausgesetztem Sparplan der Marktlage entsprechend.
  • Sollte die Krise schneller als vermutet überwunden werden, schnellt der Kurs wie eine Rakete in die Höhe.
  • Jede Monatsrate wird zum Senkrechtstarter und sorgt für zügigen Verlustausgleich. Zudem kann das erwartete Endergebnis durch überdurchschnittliche Wertentwicklung bei den neuen Sparraten erreicht werden.
  • Setzt Du aber die Raten für 3 oder mehr Monate aus, rückt das angestrebte Ergebnis in weite Ferne. Dafür sorgen einerseits die Monate mit negativer Wertentwicklung und andererseits die fehlenden Raten.

Sofern Covid-19 überhaupt eine überdurchschnittliche Gefahr für die menschliche Gesundheit bedeutet, ist vermutlich die Zeit dieser Viren weltweit bald abgelaufen. Aufgrund der enorm belasteten öffentlichen Haushalte wird die private Altersvorsorge aber wichtiger als je zuvor.

Mit anderen Worten: Du kannst es Dir nicht leisten, Deinen ETF-Sparplan monatelang auszusetzen. Vielmehr wäre jetzt eine Erhöhung der Sparrate angesagt, um das wahrscheinlich bald niedrigere Rentenniveau zu kompensieren.

Im Detail bedeutet dies für Dich als Arbeitnehmer, selbst bei zeitweiliger Kurzarbeit oder gar Jobverlust an Deinem ETF-Sparplan festzuhalten. Noch ist bezüglich Kurzarbeit und betriebsbedingter Entlassung nicht das letzte Wort gesprochen.

In den Vereinigten Staaten wird, entsprechend aktueller Meldungen, ein „Zurück zur Normalität“ spätestens nach Ostern beginnen. Die EU kann es sich nicht erlauben, Ausgangs-Beschränkungen und Produktionsstillstand länger als in den USA aufrechtzuerhalten. In etwa 3 Wochen ist der Corona-Spuck wahrscheinlich vorbei – und die sind schnell überstanden.

Für Selbstständige sieht die aktuelle Situation ungleich schwerer aus. Umsatzeinbußen oder Geschäftsstillstand lassen die Reserven ähnlich schnell dahinschmelzen wie Eis in der Sommersonne. Indes darf für Kleinunternehmer und freiberuflich tätige Menschen das Aussetzen des ETF-Sparplans nur in seltenen Fällen der letzte Ausweg sein.

Selbstständige müssen allein für das Alter vorsorgen und sind deswegen auf möglichst hohe Erträge angewiesen. Jeder jetzt versäumte Monat macht sich in 30 Jahren in Form von niedrigeren Auszahlungsraten bemerkbar. Deswegen sollten gerade Eigenständige eher mehr als weniger in ihre ETF-Sparpläne einzahlen, selbst wenn es derzeit sehr schwerfällt oder unmöglich erscheint.

Meine Meinung:

  • Keinesfalls den Sparplan kündigen und die ETF Anteile verkaufen.
  • Nach Möglichkeit die Sparraten kontinuierlich weiter entrichten.
  • Bei vorhandenem Spielraum, die monatliche Sparrate erhöhen.

Dein Depotstudent Dominik

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