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Das tatsächliche Verlustrisiko von ETFs

“Ich würde ja gerne in ETFs investieren, aber das Verlustrisiko ist mir einfach zu hoch.”

So oder ähnlich argumentieren viele Sparer, denen das als Tagesgeld angelegte Vermögen aufgrund niedriger Zinsen wegschmilzt wie Eis in der Sommersonne.

  • Was ist dran an dem Argument?
  • Ist der ETF wirklich ein riskantes Anlagevehikel?
  • Wie kann das Risiko auf ein akzeptables Niveau gesenkt werden?

Diese Fragen beantworte ich im nachfolgenden Beitrag anhand eines historischen Rückblicks auf eine 1996 begonnene und 2016 beendete ETF Geldanlage. Am Schluss kannst Du Dir selbst ein Bild davon machen, wie sinnvoll ETFs gerade in Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen sind.

Wie hoch war das Verlustrisiko bei ETFs in der Vergangenheit?

In die Zukunft schauen kann niemand, deswegen sind Entwicklungen aus der Vergangenheit wichtige Hinweise auf zu erwartende Performance. Die letzten 20 Jahre waren von ruhigen Zeiten, aber auch von globalen Krisen geprägt und bieten gute Anhaltspunkte zur Verlustrisiko-Bewertung.

Nachfolgend werden mehrere Szenarien mit einem reinen Aktien-ETF auf den MSCI Weltindex und einem Portfolio mit zwei ETFs in verschiedenen Anlageklassen durchgespielt. Den Weltindex benutze ich gerne, weil er mit über 1.600 Titeln bestmögliche Diversifikation bietet und ein allgemein beliebtes Instrument für die Geldanlage ist. Aktien werden in dem Index der Marktkapitalisierung entsprechend gewichtet, enthalten sind ausschließlich Papiere aus den industrialisierten Ländern.

Wie erheblich war das Verlustrisiko einer 20.000 DM beziehungsweise 10.000 Euro Geldanlage mit diesem ETF zwischen 1996 und 2018?

  • Die ersten 3 Jahre war von Verlustrisiko überhaupt nicht die Rede, der ETF legte insgesamt um etwa 45 Prozent zu.
  • Der Jahrtausendwechsel begann mit kleineren Verlusten, die im Folgejahr durch die geplatzte Dotcom-Blase auf etwa 10 Prozent anwuchsen. Die Nachwehen dieser Krise resultierten 2002 in einem Wertverlust von gut 30 Prozent.
  • Im Jahr 2003 war alles wieder im grünen Bereich, Anleger erzielten mit ihren ETFs auf den Weltindex satte 10 Prozent Gewinn.
  • 2004 war mit einem Plus von 7 Prozent ein nicht ganz so gutes Jahr, aber immerhin.
  • Über 25 Prozent lag der MSCI 2005 im Plus.
  • 2006 endete mit etwa 8 Prozent Zuwachs.
  • Im Folgejahr zogen Wolken auf, 2007 schloss der Index mit einem leichten Minus ab.
  • 2008 brach die Finanzkrise aus und der Index fiel auf ein Minus von 35,4 Prozent.
  • Schon 2009 war das Börsengewitter vorbei, der Index schloss mit 16 Prozent im Plus ab.
  • 2010 wurde ein Plus von 25 Prozent erreicht.
  • Die Eurokrise im Jahr 2011 überstand der MSCI Index mit einem Minus von 5 Prozent.
  • Seit 2012 konnten sich die Anleger bis 2016 über Zuwächse oberhalb der 10-Prozent-Marke freuen.
  • 2017 wurden noch einmal 10 Prozent erreicht.
  • Im vergangenen Jahr schloss der Index mit minus 5 Prozent ab.

Als reiner Aktien-Index hat der MSCI World die letzten beiden Jahrzehnte mit Bravour überstanden. Seit Beginn investierte Anleger konnten sich bereits 2015 über vervierfachte Portfolio-Werte freuen.

Pro Jahr rentierten ETFs auf den Weltindex mit 7,7 Prozent. Ein im Jahr 1996 getätigtes Investment von 10.000 Euro oder den identischen DM-Wert brachte 2015 ein Resultat von 43.900 Euro.

Indes war das Verlustrisiko in den Jahren 2000 bis 2003 enorm und verlangte von jedem Anleger starke Nerven. Besonders dramatisch waren die Verluste während der Finanzkrise, ein etwas geringeres Verlustrisiko bestand in der Euro-Krise 2011.

Ein unerfahrener Anleger ist mit den enormen Schwankungen oft überfordert und es besteht die Gefahr, dass er selbst zum größten Verlustrisiko seiner Geldanlage wird.

Inwiefern?

Wer angesichts fallender Kurse seine ETFs panikartig verkauft, besiegelt damit seine Einbuße und nimmt dem Investment jegliche Chance auf Erholung. Und wie Du aus der obigen Aufstellung ersehen kannst, folgt jeder Talfahrt ein Aufstieg, der nicht selten neue Höhen erreicht.

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Zwischenzeitliches Resümee

Ein temporäres Verlustrisiko ist bei einem ETF auf einen Aktienindex gegeben, daran ändert selbst die beste Diversifikation nicht viel. ETFs sind aber deswegen keine riskanteren Anlagevehikel als sonstige Geldanlagen. Wer lukrative Profite generieren möchte, muss an den Finanzmärkten immer ein etwas größeres Risiko eingehen als der Besitzer eines Tagesgeldkontos. Gleichwohl kann jeder Anleger das Risiko auf ein verträgliches Niveau senken.

Wie sich attraktive Rendite mit limitiertem Verlustrisiko erzielen lässt, beschreibe ich im nächsten Abschnitt.

Ein Depot mit zwei ETFs

Im Beispieldepot befindet sich der bereits vorgestellte ETF auf den MSCI Weltindex und ein ETF auf den deutschen Rentenindex im Verhältnis 50 zu 50. Der RexP ist seitens der Sicherheit das absolute Gegenstück zum Weltindex, in ihm befinden sich Staatsanleihen der BRD mit Laufzeiten zwischen 1 und 10 Jahren. Ich habe den RexP aufgrund seiner Funktion als Leitindex und wegen des nicht bestehenden Währungsrisikos gewählt.

Bevor wir uns die Entwicklung des Depots im Zeitraum von 20 Jahren anschauen, ein wichtiger Hinweis:

Zwei ETFs aus verschiedenen Anlageklassen im Depot zu haben, erfordert etwa einmal pro Jahr ein Rebalancing. Aufgrund der Marktbewegungen verändern sich die relativen Gewichte und um größere Abweichungen zu vermeiden, richten erfahrene Anleger jährlich ihre Assets neu aus. Im ETF selbst wird die Gewichtung vom Emittenten justiert.

Welches Verlustrisiko ging von diesem ETF Depot zwischen 1999 und 2018 aus? Hier die Ergebnisse:

  • 1999 war das Depot mit mehr als 20 Prozent im Plus.
  • Im Jahr 2000 erzielten die ETFs nur einen geringen Gewinn.
  • Das Platzen der Dotcom Blase resultierte 2001 in einem 5-prozentigen Verlust.
  • Im Folgejahr fand beim Minus von 10 Prozent eine Bodenbildung statt.
  • 2003 rentierten die ETFs mit 8 Prozent, 2004 wurde ein Plus von 7 Prozent erzielt.
  • Im Jahr 2005 konnte das Depot 13 Prozent im Plus verbuchen.
  • 2006 sank der Gewinn auf 5 Prozent, im Folgejahr auf 1 Prozent.
  • Die Finanzkrise 2008 überstanden die ETFs mit minus 12 Prozent.
  • In den Jahren 2009 und 2010 lagen die Gewinne jeweils oberhalb von 10 Prozent.
  • Die Euro-Krise im Jahr 2011 wurde mit einem Plus von 2 Prozent bewältigt.
  • 2012 rentierte das Depot mit 11 Prozent, 2013 mit 10 und 2014 mit 12 Prozent.
  • 2015, 2016 und 2017 sanken die Gewinne auf Werte um 5 Prozent.
  • 2018 wurde ein Minus von 1 Prozent erzielt.

Beim Vergleich beider Depots fällt sofort das wesentlich geringere Verlustrisiko der gemischten Geldanlage auf. Besonders bemerkbar war der 12-prozentige Verlust während der Finanzkrise, der Aktien-ETF schloss das Jahr 2008 mit 35,4 Prozent im Minus ab. Seitens der Jahresrendite überzeugte das Depot mit 2 ETFs durch satte 7 Prozent, nur 0,7 Prozentpunkte weniger als der ETF auf den MSCI Aktienindex. Das temporäre Verlustrisiko konnte durch die Beimischung eines ETFs auf hochwertige Anleihen spürbar reduziert werden.

Das Risiko besteht bei jeder noch so perfekt abgestimmten Geldanlage und ist nur durch eine zum Anleger passende Strategie auszuschalten. Investments in Exchange Traded Funds müssen lange gehalten werden, um attraktive Renditen zu erwirtschaften. Performancedellen oder Marktturbulenzen dürfen keinesfalls zu Panikverkäufen führen.

Das größte Verlustrisiko geht vom Anleger selbst aus, dessen unüberlegte Handlungen realisieren wirkliche Einbußen.

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Grundsätzliches zum Verlustrisiko

Das Depot mit den beiden ETFs auf Aktien und Anleihen ergibt gegenwärtig keinen Sinn, weil AAA Anleihen im negativen Bereich rentieren. Es müssten also Unternehmensanleihen oder Schuldverschreibungen mit schlechterem Rating beigemischt werden und dieser Mix erhöht das Verlustrisiko.

Daher meine Empfehlung: Lerne mit dem gegebenen Risiko zu leben und stecke nur Kapital in ETFs, auf welches Du langfristig verzichten kannst. Belasse den Rest ruhig auf dem Tagesgeldkonto – aber eben nicht alles!

Auf der Aktienseite hat es bislang keine Veränderungen gegeben, die Märkte sind und bleiben volatil, die Chancen in vollem Umfang gegeben. Indes kann es wieder eine Krise geben, die wie 2008 zu mehr als 30 Prozent Verlust führt. Bist Du bereits investiert, Augen zu und durch, nach jedem Tief folgt wieder ein Hoch. Für Einsteiger sind die Tiefststände einer Krise ideale Möglichkeiten zum Vermögensaufbau.

Ein im Jahr 2008 erworbener ETF auf den MSCI Weltindex hätte seither jährlich attraktive Rendite erwirtschaftet. Krisen bieten über das gerne thematisierte Verlustrisiko hinaus lukrative Chancen an. Akzeptiere das vergleichsweise geringe Verlustrisiko beim ETF und versuche, damit zu leben.

Die beste Grundlage ist der nachfolgend dargestellte Mix:

  • Ein möglichst langer Anlagehorizont (mindestens 10 Jahre)
  • Disziplin und Ausdauer.
  • Gute Nerven zum Aussitzen regelmäßig vorkommender Krisen.

Totalverlust bei ETFs

Es besteht bei ETFs kein totales Verlustrisiko. Ein Risiko ist lediglich temporär durch Marktschwankungen gegeben und kann, wie 2008 durchaus extreme Folgen haben. Deine Geldanlage wird jedoch niemals einen Totalverlust erleiden.

Warum?

Ein ETF ist als Sondervermögen definiert und bleibt selbst beim Konkurs der ausgebenden Bank in Deinem Besitz. Gläubiger dürfen nicht aus dem Sondervermögen der Anleger entschädigt werden. Jedoch musst Du als auf Sicherheit bedachter Anleger die bestehenden Haken kennen und beachten. Bei synthetisch nachgebildeten Indizes kann ein Kontrahentenrisiko entstehen, wenn der Swap-Partner ausfällt. Der Swap-Anteil ist mittlerweile jedoch gesetzlich limitiert. Physisch replizierte ETFs beinhalten ein Restrisiko, weil die Emittenten zwar die zugrunde liegenden Aktien erwerben, aber oft an institutionelle Investoren ausleihen.

Beide Restrisiken sind theoretisch vorhanden und können durch sorgfältige ETF Auswahl minimiert werden. Übrig bleibt das vom Markt ausgehende Verlustrisiko, welches wie oben beschrieben akzeptiert werden muss.

Einen Totalverlust Deiner Geldanlage in ETFs kann es durch die Einstufung als Sondervermögen jedoch nicht geben.

Fazit

Bei der Geldanlage in ETFs ist temporär ein mehr oder weniger überschaubares Verlustrisiko gegeben, welches Du jedoch durch die richtige Verhaltensweise kompensieren kannst. Geeignete Mittel sind ein langer Anlagehorizont, gute Nerven und ein diszipliniertes Beibehalten der einmal beschlossenen Buy-and-Hold-Strategie.

Für Anleger mit schwachen Nerven bietet sich ein gemischtes Depot, bestehend aus ETFs auf Aktien und Anleihen an. Die Alternative mindert das Verlustrisiko, beseitigt es jedoch nicht vollkommen. Ein Blick auf den langfristig eingestellten ETF Chart zeigt Dir deutlich, dass Risiken nur zeitweise vorhanden sind und mit Disziplin überstanden werden können. Ohne die richtige Einstellung besteht zudem die Möglichkeit, dass Du selbst zum größten Verlustrisiko Deiner Geldanlage wirst.

Dein Depotstudent Dominik

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