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DAX, SDAX, MDAX und TecDAX vereint? Was kann der F.A.Z. Index?

Depotstudent Dominik
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Viele deutsche Anleger bevorzugen den deutschen Aktienmarkt, mit all seinen verschiedenen Aktientiteln und Indizes. Von einem Weltkonzern, wie Adidas oder der Allianz, bis hin zu kleinen unbekannten Unternehmen ist in diesen Indizes alles abgebildet. Doch gerade der DAX hat ein großes Problem. Dieser bildet lediglich die 30 größten deutschen Unternehmen ab und vernachlässigt dabei aber die zahlreichen kleinen Unternehmen, welche die deutsche Wirtschaft auch maßgeblich prägen.

Wem der deutsche DAX30 also zu kurz greift, kann ohne Probleme die verschiedenen Indizes miteinander kombinieren. Doch vier ETFs zu kaufen oder gar selbst zu strukturieren kann aufwendig und kostenintensiv sein. Abhilfe bietet hier der teilweise längst in Vergessenheit geratene FAZ Index.

Historie des FAZ Index

Der FAZ-Index existiert seit 1961 und ist damit über 20 Jahre älter als der bekannte DAX30 Index, welcher erst Ende der 1980er Jahre veröffentlicht wurde. Bis zur Einführung des eben genannten Indizes war der FAZ-Index, der Leitindex der deutschen Wirtschaft. Maßgeblich berechnet und ermittelt wird der FAZ-Index seit jeher von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, welche letztendlich auf für den Namen dieses Indizes verantwortlich ist. Dabei umfasst der FAZ-Index mehr als nur die 30 größten Unternehmen Deutschlands, der FAZ-Index bildet die 100 bedeutendsten Unternehmen der deutschen Volkswirtschaft ab und bietet damit eine deutlich breitere Diversifikation als der DAX30.

Zusammensetzung

Wie bereits angesprochen, setzt sich der FAZ-Index aus den 100 größten Aktiengesellschaften Deutschlands zusammen. Darin enthalten sind logischerweise zahlreiche DAX30 Konzerne, welche in Summe auch den größten Anteil des FAZ-Index ausmachen. Zu den größten Positionen zählen mit über zehn Prozent die SAP SE, gefolgt von der Siemens AG mit knapp sieben Prozent und der Allianz SE mit über fünf Prozent.

Die bekannten Namen, sind demnach auch in diesem Index weiterhin an der Spitze vertreten. Auch weitere bekannte DAX30 Konzerne, wie die Deutsche Telekom AG oder Bayer sind mit von der Partie. Doch auch kleiner Unternehmen, welche nur im MDAX oder SDAX zu finden sind, prägen das Portfolio des FAZ-Index. Beispiele hierfür sind die Teamviewer AG aus dem MDAX oder auch der Telekommunikationsanbieter 1&1 Drillisch aus dem SDAX.

Bei den 100 Unternehmen, welche im FAZ-Index abgebildet werden, finden sich demnach einige gute bekannte, aus den Reihen des DAX, aber auch viele kleine Aktientitel, welche aber dennoch einen maßgeblichen Einfluss auf die deutsche Wirtschaft und deren Entwicklung haben. Schlussendlich ist die Zusammensetzung breit diversifiziert, sodass alle Branchen und Größen der deutschen Wirtschaft abgedeckt werden. Damit hat der FAZ-Index einen elementaren Vorteil gegenüber den Auswahlindizes, welche jeweils nur eine ausgewählte Sparte deutscher Aktiengesellschaften abbilden.

Handelbarkeit FAZ-Index

Der FAZ-Index steht für viele Anleger nur in den Geschichtsbüchern und so hat er im 21. Jahrhundert nur noch wenig Bedeutung. Leitindex ist der FAZ-Index spätestens seit der Einführung des DAX nicht mehr. Daher ist der FAZ-Index auch bei weitem nicht so populär und einfach handelbar, wie es bei einem DAX30 oder TecDAX der Fall ist.

Dennoch bietet es sich an, gerade in das breit gestreute Portfolio des FAZ-Index zu investieren. Eine Möglichkeit ist hierbei der ComStage F.A.Z. Index (ISIN: LU0650624025). Dieser ist mit einem Fondvolumen von gerade einmal 75 Millionen Euro sehr klein gehalten, aber eine der wenigen Möglichkeiten, in den FAZ-Index zu investieren.

Dabei ist der ETF ausschüttend und lässt so die Anleger an den zahlreichen Dividenden, welche gerade von deutschen Traditionskonzernen, wie zum Beispiel der Allianz oder Münchner Rück Gesellschaft ausgeschüttet werden. Mit einer Gebühr von gerade einmal 0,15 Prozent pro Jahr, zählt der ETF allerdings zu den kostengünstigen ETFs und könnte daher die perfekte deutsche Beimischung für das individuelle Depot sein.

DAX und Co. in der Analyse

Seit vielen Jahrzehnten prägen die Indizes der Deutschen Börse, das Investitionsgeschehen. Gerade der DAX hat auch an internationaler Bedeutung gewonnen und wird stets zur Analyse der deutschen Wirtschaft herangezogen. Beim DAX gilt es zu unterscheiden, zwischen dem Kurs- und Performanceindex. Der Performanceindex inkludiert Dividenden und hat somit automatisch einen höheren Wert und stärkeren Kursanstieg als der Kursindex DAX, welcher die reine Kursentwicklung ohne Dividenden abbildet.

Zuletzt gab es einige Aufreger im DAX und dieser hat sich in den letzten Monaten restrukturiert. So erreicht die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa derzeit nicht mehr die ausreichende Marktkapitalisierung für den DAX und wurde durch die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen ersetzt. Auch Wirecard wurde nach dem Insolvenzskandal aus dem DAX verbannt und durch Delivery Hero ersetzt. Auch im MDAX und SDAX gibt es regelmäßige Veränderungen.

So konnten zuletzt der Batteriehersteller Varta und das IT-Unternehmen TeamViewer vom SDAX in den MDAX aufsteigen.

Die langfristigen Entwicklungen der Indizes waren in den letzten Jahren durchweg positiv. Gerade die Finanzkrise 2008 führte zu einem Kursverlust aller Indizes, von DAX bis SDAX. Doch die letzten zehn Jahre waren bis zum Corona Crash, von einem immensen Wachstum geprägt. Vor allem der TecDAX hat in den letzten Jahren eine unaufhaltsame Wertentwicklung hingelegt und konnte in den letzten zehn Jahren ein Kursplus von über 300 Prozent verbuchen.

Der MDAX und SDAX stehen mit einer Entwicklung von ungefähr 150 Prozent noch vor dem DAX30, welcher mit einer Kursentwicklung von knapp über 100 Prozent im letzten Jahrzehnt zu überzeugen wusste. Es lässt sich somit feststellen, dass gerade der mittelständische Bereich in den letzten Jahren deutlich stärker entwickelt hat als die etablierten Größen, rund um Allianz, Adidas und Daimler.

Allerdings ist auch das Risiko für mittelständische Unternehmen in Krisenzeiten deutlich größer als für große Unternehmen, welche meist höhere finanzielle Absicherungen vorweisen können. Dennoch sollte der Mittelstand nicht ganz vernachlässigt werden und ein Investment in den DAX greift womöglich zu kurz.

Alternativen zum FAZ-Index

Die Alternativen zu diesem ETF liegen auf der Hand. Es handelt sich dabei um den DAX, MDAX, SDAX und TecDAX, welche zusammen die deutsche Volkswirtschaft vollumfänglich abbilden können. Der DAX sticht dabei als aktueller deutscher Leitindex heraus und bildet die 30 größten deutschen Unternehmen ab.

Der MDAX hat sich, wie der Name schon vermuten lässt, auf die mittelständischen Unternehmen, gemessen an der Marktkapitalisierung, spezialisiert. Der SDAX dagegen, ist ein Auswahlindex für sogenannte Small Caps. Diese Unternehmen folgen auf die MDAX Gesellschaften. Schlussendlich ist auch der TecDAX eine mögliche Alternative zum FAZ-Index. Der TecDAX bildet deutsche Technologie- und Telekommunikationsunternehmen ab. Dabei sind Größe und Relevanz unbedeutend für diesen Index. Vom Softwareentwickler SAP, bis hin zur 1&1 Drillisch Gesellschaft, sind zahlreiche große und kleine Unternehmen in diesem Index enthalten.

Dieser Index bildet aber lediglich Technologieunternehmen ab. Eine weitere Investmentmöglichkeit stellt auch der HDAX dar. Dieser ist Nachfolger des DAX 100 und bildet ähnlich wie der FAZ-Index die 100 größten deutschen Unternehmen ab.

Letztendlich ist der HDAX eine Kombination aus den 30 Unternehmen des DAX und den 70 Aktientiteln des MDAX. Handelbar ist ein HDAX-ETF derzeit allerdings nicht an deutschen Handelsplattformen.

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Ein Kommentar

  1. Gibt es im TecDax Unternehmen, die weder in DAX, MDAX noch SDAX sind? Meines Wissens nach nicht. 55 Unternehmen aus DAX und MDAX sind ohnehin im MSCI World enthalten. Dann MDAX und SDAX zusätzlich per ETF abzubilden könnte sinnvoll sein, da diese langfristig eine Überrendite erbrachten und in den letzten Jahren eher schlecht abschnitten.
    Alternative zum FAZ-Index wäre am einfachsten der Vanguard FTSE Germany All Cap Index IE00BG143G97  TER 0,1%. 155 deutsche Unternehmen, also quasi DAX, MDAX und SDAX in einem.

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