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Die 8 kritischen Nachteile: ETF-Sparplan

Auf den ersten Blick überzeugen beim ETF-Sparplan die beworbenen Vorteile, ein damit verbundener Nachteil wird nicht ersichtlich. Es gibt sie aber und die Nachteile eines ETF-Sparplans liegen meist nicht im Konzept, sondern an der Unvereinbarkeit mit den individuellen Anforderungen vieler Anleger. Der nachfolgende Beitrag soll nicht als generelle Kritik am ETF an sich oder am ETF-Sparplan verstanden werden.

Vielmehr möchte ich Dir vermitteln, dass der Nachteil eines ETF-Sparplans:

  • Deinem Sicherheitsbedürfnis im Weg stehen kann.
  • Bei der Auswahl zugrunde liegender ETFs auftreten kann.
  • Im Krisenfall zu unerwarteten Problemen führen kann.
  • Eventuell Illusionen raubt.
  • An der Nutzung gebotener Chancen hindert.
  • Bei Börsenturbulenzen die Panik verstärken kann.

Noch einmal: Die Nachteile eines ETF-Sparplans haben meist nichts mit dem Konzept der Exchange Traded Funds zu tun. Bei dem Produkt an sich überwiegen die Vorteile wie beispielsweise optimale Diversifikation, kostengünstige Teilhabe am Marktgeschehen, jederzeitige Möglichkeit des An- und Verkaufs. Nachfolgend beschreibe ich die oft nicht wahrgenommenen Nachteile eines ETF-Sparplans. Die Entscheidung liegt wie immer bei Dir, meine Argumente wollen lediglich helfen und den Entschluss vereinfachen.

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Nachteil 1: Unterschätztes Verlustrisiko

Ein ETF-Sparplan wird von den Anbietern oft als absolut sicheres Produkt angepriesen. Argumente wie “immer steigende Kurse”, “optimale Flexibilität”, “sicherer Vermögensaufbau” und mehr dominieren die Werbung. Keine Bank stellt die Nachteile eines ETF-Sparplans den Vorteilen gegenüber. Der unerfahrene Anleger kommt automatisch zu dem Schluss, dass der ETF-Sparplan ebenso viel Sicherheit bietet wie ein Konto für Tagesgeld oder Festgeld, respektive eine andere Spareinlage.

Ein fataler Irrtum!

Denn niemand schützt Dich beim ETF-Sparplan vor Verlusten, bei einem Sparkonto allerdings schon. Jede hierzulande agierende Bank ist Mitglied im Einlagensicherungsfonds, welcher Dein Sparkonto beispielsweise bei Insolvenz des Instituts bis 100.000 Euro schützt. Natürlich zählen Investments in ETFs zum Sondervermögen und sind ebenfalls vor Gläubigerzugriffen geschützt. Das Abwicklungs-Verfahren ist jedoch sehr langwierig und bis zum Abschluss liegt Dein Investment fest.

Auch in Zeiten niedriger Zinsen gewährleistet eine Spareinlage einen minimalen Ertrag, ohne das von Dir eine Aktivität verlangt wird. Beim ETF-Sparplan kann der fallende Kurs zu mehr oder weniger großen Verlusten führen. Und dies ist ein wenig kommunizierter und daher oft nicht wahrgenommener Nachteil. Wie bereits erwähnt, haben die Nachteile eines ETF-Sparplans nur wenig mit dem Produkt zu tun, sondern mit fehlender Aufklärung der Vertriebe.

Nachteil 2: Keine garantierten Gewinne

Exchange Traded Funds benötigen ebenso wie Aktien langen Anlagehorizont. Ein ETF-Sparplan schließt Du jedoch oft auf der Webseite einer Direktbank oder eines Brokers ohne persönliche Beratung ab.

Der sich daraus ergebende Nachteil kann im schlimmsten Fall zu diesem Szenario führen:

  • Du entscheidest Dich für einen ETF-Sparplan mit 3 oder 5 Jahren Laufzeit.
  • Du wählst einen Aktien-ETF mit möglichst breiter Diversifikation und fügst einen Anleihen-ETF als sicheren Teil hinzu.

Bei beiden ETFs handelt es sich jedoch um Instrumente, die meist erst nach 10 oder mehr Jahren optimale Entwicklung aufzeigen. Anleihen-ETFs sind im Dauerniedrigzinsenumfeld sowieso mit Vorsicht zu genießen. Wenn Du am Ende der Laufzeit Deinen ETF-Sparplan auflösen und die Bestandteile verkaufen möchtest, kann das Ergebnis enttäuschend sein.

Warum?

Du hast die falschen Assets für die vergleichsweise kurze Anlagezeit gewählt und zudem in derzeit unattraktive Anleihen investiert. Auch dieser Nachteil eines ETF-Sparplans hat wenig mit dem Produkt an sich zu tun, sondern mit fehlender Beratung beim kostenoptimierten Vertrieb. Klassische Banken kassieren bei ETFs keine lukrativen Provisionen und beraten aus Kostengründen keine durchschnittlichen Privatanleger mehr.

Sofern Du nur für kurze Zeit Geld anlegen willst, ist der ETF-Sparplan mit soliden Assets als Grundlage nicht geeignet. In dem Fall wäre das Festgeldkonto die bessere Alternative. Es ist jedoch schwer, die Situation generell zu beurteilen. Natürlich kann es nach einem Börsenbeben sinnvoll sein, für wenige Jahre in einen ETF-Sparplan zu investieren, weil die Kurse zunächst nur in nördliche Richtung gehen. Momentan spricht jedoch nichts dafür.

Nachteil 3: Kontrahentenrisiko

Die bislang aufgezeigten Nachteile eines ETF-Sparplans hatten wenig mit dem Anlagevehikel an sich zu tun. Dieser Nachteil aber schon, denn er ist der Art der Replikation geschuldet. In einem ETF-Sparplan können synthetisch replizierte Bausteine enthalten sein und diese bergen ein sogenanntes Adressenausfallrisiko, welches auch Kontrahentenrisiko genannt wird.

Was bedeutet das?

Der ETF-Sparplan soll weniger liquiden Menschen ermöglichen, mit kleinen Beträgen Monat für Monat Vermögen aufzubauen. Um Kosten zu sparen, wählen die Anbieter oft besonders preiswerte ETFs, und die sind nicht selten synthetisch repliziert. In einem physisch nachgebildeten ETF ist drin, was auf der Verpackung steht. Beim künstlich nachgebildeten ETF wird der zugrunde liegende Index mit völlig anderen Finanzwerten gestaltet. Experten sprechen hierbei vom “Swap”, dem Tauschgeschäft mit einem Drittanbieter. Wenn dieser Adressat oder Kontrahent aus irgendeinem Grund ausfällt, entsteht für den ETF ein Nachteil, mit welchem Anbieter und Anleger leben müssen.

Bei physisch replizierten Bausteinen in einem ETF-Sparplan kann eine vielfach zu beobachtende Anbieter-Praxis nachteilig sein. Diese verleihen gegen Gebühren die Wertpapiere an institutionelle Investoren. In einigen Fällen erfolgt keine termingerechte Rückgabe. Obgleich die hier genannten Nachteile eines ETF-Sparplans äußerst selten auftreten und keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Erträge haben müssen, solltest Du davon wissen.

Nachteil 4: Du bist kein Aktionär

Der ETF-Sparplan hat für unaufgeklärte Anleger einen Nachteil: Er vermittelt Illusionen.

Wie das?

Anleger X ist beispielsweise in einen Sparplan auf einen Aktienindex investiert und glaubt, damit Aktionär bei allen im Index vertretenen Unternehmen zu sein. Die Werbung für jeden ETF-Sparplan will neue Kunden zum Einstieg bewegen und erklärt viele Sachverhalte nicht oder nur unzureichend.

Nachfolgend eine Klarstellung:

Du schließt einen ETF-Sparplan auf den deutschen Aktienindex DAX ab und glaubst in die zugrunde liegenden Werte investiert zu sein.

Falsch!

Dein Anbieter erwirbt diese Werte entweder in der echten Form oder als Tauschgeschäft und ist der eigentliche Aktionär. Du bist lediglich indirekt darin investiert, Dein Geld steckt in einem ETF, welcher die Entwicklung des Index so gut wie möglich nachbildet. Natürlich geht es den meisten Anlegern lediglich um die Rendite eines Sparplans, indes halten sich viele irrtümlich für Aktien-Anteilseigner und das ist so nicht richtig.

Zum Aktionär wirst Du aber beim Erwerb einzelner Wertpapiere, mit dem nötigen Kapital kannst Du in sämtliche DAX-Konzerne investieren. Du musst in dem Fall jährlich neu gewichten und ständig die Entwicklung Deiner Aktien verfolgen. Auch dieser Nachteil eines ETF-Sparplans ist zwar vorhanden, aber in der Praxis von geringer Bedeutung.

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Nachteil 5: Hohe Sparplankosten

Die bisher aufgezeigten Nachteile eines ETF-Sparplans werden nicht von jedem Interessenten als negativ empfunden und von vielen vernachlässigt. Auch der nachfolgend beschriebene Nachteil betrifft den durchschnittlichen Anleger weniger. Es geht zunächst um die Frage der kleinen Tranchen und den damit verbundenen Kosten.

Wer beispielsweise monatlich nur 25 Euro in einen ETF-Sparplan stecken kann und sich für eine Laufzeit von 5 Jahren entscheidet, wird vor folgende Rechnung gestellt:

  • 5 Jahre gleich 60 Monate x 1,50 Euro Kosten pro Monat ergibt Sparplankosten von 90 Euro.
  • 60 Monate a 25 Euro bedeuten einen Nettokapitalaufbau von 1.500 Euro.
  • Abzüglich 90 Euro für die Sparplanverwaltung aber nur 1.410 Euro.
  • Abzüglich Kosten für den ETF-Erwerb.

Das Beispiel beinhaltet absichtlich hohe Werte, um den Nachteil zu verdeutlichen. Bei vielen Sparplänen liegen die Gebühren um 30 oder 50 Prozent niedriger. Gleichwohl sind gerade die Anleger mit weniger Liquidität benachteiligt und müssen aufgrund der relativ hohen Kosten mit geringerer Rendite leben.

Nachteil 6: Cost Average Effekt

Der so bezeichnete “Cost Average Effekt” wird eigentlich als Vorteil dargestellt. Für den chancenwahrnehmenden Anleger ist er jedoch klar als Nachteil eines ETF-Sparplans definierbar. Beim ETF-Sparplan wird die monatlich angesparte Summe an einem festgelegten Tag in den zugrunde liegenden Index investiert. Ein gestiegener Kurs ermöglicht den Erwerb von weniger Anteilen als eine gefallene Notierung. Ein Anleger muss sich bei seinem Sparplan nicht mit Kursveränderungen auseinandersetzen, sondern profitiert auf lange Sicht vom Durchschnittskurs. Soweit die Werbung, die in wechselhaften Zeiten zutreffen kann, aber nicht zwingend richtig sein muss.

Der starre Zeitplan kann ebenso gut dazu führen, dass häufig zu hohen Kursen eingekauft wird. In jedem Fall befreit der Sparplan seinen Besitzer von sinnvollen Entscheidungen und hindert an der Wahrnehmung immer wieder gebotener Marktchancen. Wenn Du beim Erwerb flexibel bist und etwas Zeit zur Beobachtung der Kursentwicklung aufbringen kannst, würdest Du vermutlich jeden Monat einen besseren Einstiegspunk wahrnehmen. Im Ergebnis könnte Dein Portfolio eine wesentlich attraktivere Performance aufweisen.

Diesen Nachteil eines ETF-Sparplans vermeidest Du im Idealfall mit der Geldanlage in Eigenregie, welche allerdings viel Disziplin und Engagement erfordert. Spare über mehrere Monate Geld an und kaufe im günstigen Moment den oder die ETFs Deiner Wahl. Du sparst zudem die monatlichen Gebühren des Sparplans und kannst auf ein wesentlich größeres Angebot zugreifen. Denn nicht jeder ETF ist sparplanfähig.

Nachteil 7: Zinseszinseffekt

Der größte Nachteil aller Nachteile eines ETF-Sparplans ist jedoch, dass Du den sogenannten Zinseszinseffekt nicht in vollem Umfang wahrnehmen kannst. Der Begriff wird eher den Spareinlagen zugeordnet, er trifft aber auch bei Investments zu.

Am nachfolgenden Beispiel erkläre ich Dir, was damit gemeint ist:

  • Angenommen, Du legst auf einmal 10.000 Euro in einen thesaurierenden ETF an und der rentiert im ersten Jahr mit 7 Prozent.
  • Im zweiten Jahr erwirtschaftest Du mit 10.000 + 700 Euro einen identischen Prozentsatz und demnach 749 Euro.
  • Im dritten Jahr arbeitest Du mit 11.449 Euro und erzielst wiederum 7 Prozent Rendite, welche dank des Effekts bereits 801,50 Euro beträgt.
  • Das vierte Jahr wird wieder mit 7 Prozent Rendite abgeschlossen und der Wert Deiner Geldanlage wächst um 857,5 Euro.

Die Charakteristik des Zinseszinseffekts tritt mit jedem Jahr deutlicher zutage, weil die Exponentialkurve immer steiler wird. Natürlich ist das Beispiel stark vereinfacht, denn es gibt selten vier Jahre hintereinander mit identischen Renditen. Rechne Dir bitte aus, wie umfangreich der Portfoliowert nach 10 oder 15 Jahren wäre und Du wirst den ETF-Sparplan insgesamt als Nachteil definieren. Einerseits wird das Investment durch hohe Kosten geschmälert und der starre Zeitplan führt zu verpassten Chancen. Andererseits kommt der Zinseszinseffekt nicht oder nur ansatzweise zur Entfaltung.

Diese Überlegung ist aber natürlich nur relevant, wenn Du zum heutigen Zeitpunkt einen gewissen Betrag zur Verfügung hast, den Du lieber als Sparplan investieren möchtest anstatt eine Einmalanlage durchzuführen.

Nachteil 8: Der indirekte Nachteil eines ETF-Sparplans

In jederzeit zu kündigenden ETF-Sparplänen sind vor allem unerfahrene Anleger investiert und die neigen bei fallenden Kursen zu emotionalen Panikverkäufen. Wenn bei einer Krise wie im Jahr 2008 Hunderttausende von Sparplänen liquidiert werden, beschleunigt dies die Talfahrt der Aktien- und ETF-Kurse. Das gilt nicht nur für den ETF-Sparplan, sondern für alle Investments in Exchange Traded Funds. So argumentieren zumindest einige Finanzexperten und ich wollte Dir diese Meinung nicht vorenthalten.

Dein Depotstudent Dominik

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