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Die Finanzplanung verständlich erklärt

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In meinen bisherigen Artikeln ging es um die passive Geldanlage mit ETFs, die Kaufen-und-Halten-Strategie und das ideale Verhalten in schwierigen Marktphasen. Der heutige Beitrag ist dem Rahmen dieser Geldanlage gewidmet und dieser besteht aus einer ganzheitlichen Finanzplanung. Mein Ziel ist es, Dir mit leicht verständlichen Informationen den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit zu ermöglichen.

Diese finanzielle Freiheit wird nur erreicht und dauerhaft erhalten, wenn Du im Rahmen Deiner Möglichkeiten agierst. Das bedeutet, nur so viel Geld auszugeben, wie das aktuelle Budget erlaubt. Um zu wissen, welche Ausgaben Du Dir leisten kannst, muss eine möglichst akkurate Finanzplanung erstellt werden. Wie Du dabei vorgehst, erfährst Du beim Weiterlesen.

Finde Deinen Istzustand heraus

Bei der Finanzplanung musst Du zunächst wissen, wo genau Du Dich aktuell befindest. Eine Auflistung von allen vorhandenen Vermögenswerten zeigt Dir, was Du momentan hast. Bei einigen Leuten ist dieser erste Schritt sehr schnell erledigt, weil außer einer kleinen Mietwohnung, einem überzogenen Konto und einem noch nicht abbezahlten Auto nichts vorhanden ist. Es ist genau genommen überhaupt nichts vorhanden, denn die Wohnung gehört ebenso jemand anderem wie das Auto und das Minus auf der Bank.

Der durchschnittliche Arbeitnehmer hat hingegen neben dem Girokonto ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto, eine Lebensversicherung und nicht selten einen Bausparvertrag. Bei zunehmend vielen Menschen stehen den positiven Werten umfangreiche Verbindlichkeiten gegenüber. Du weißt vermutlich, was mit einer Bestandsaufnahme gemeint ist: Lege alle Dir gehörenden Werte in eine Waagschale und fülle die andere mit laufenden Krediten und sonstigen Verbindlichkeiten.

Im Idealfall ist die Schale mit den Werten schwergewichtiger als die mit den Verbindlichkeiten. Sollte Deine Analyse ein gegenteiliges Ergebnis an den Tag bringen, musst Du aktiv werden. Dein Ziel sollte sein, aus einem negativen Istzustand eine positive Vermögensbilanz zu machen. Dazu mehr im nächsten Abschnitt. Die Analyse zeigt Dir, wo Du Dich momentan befindest und damit ist ein wichtiger Schritt für die Finanzplanung getan.

Gründlich aufräumen

Mit dem Aufräumen ist die Überprüfung aller bestehenden Verträge gemeint. In modernen Haushalten gibt es Dutzende von Policen, viele davon sind sinnlos, vollkommen überteuert oder decken bestimmte Bereiche gleich mehrfach ab. Der Klassiker ist hierbei die viel zu teure Strom- und Gasrechnung. Jeder zweite Verbraucher befindet sich aus Bequemlichkeit noch in der teuren Grundversorgung des örtlichen Anbieters und kann durch einen einfachen Wechsel 100 Euro und mehr pro Jahr sparen.

Weiteres Potenzial zum Geldsparen bietet der Vertrag für das Mobiltelefon, die Haftpflichtversicherung des Pkws und das in jedem Zuhause vorhandene Versicherungspaket. Versicherungen werden oft unüberlegt abgeschlossen, gleich danach landen die Verträge in einer Schublade und werden vergessen. Niemand überprüft, ob eine Police sinnvoll war und immer noch ist. Statistiken beweisen, dass jede zweite Versicherung in heimischen Haushalten unnötig ist und gekündigt werden kann.

Dazu gehören unter anderem Kapitallebensversicherungen, Kinderversicherungen und Riester Verträge. Ob eine Police für Dich sinnvoll ist, musst Du selbst beurteilen. Generell besteht bei Versicherungen erhebliches Einsparpotenzial, die alten Verträge sichten lohnt sich also.

Aufräumen umfasst zudem das Überprüfen der Hausbank hinsichtlich der Kontoführungsgebühren und das in Augenschein nehmen von eventuell vorhandenen Geldanlagen. Am Ende der Aufräumphase sollte sich kein unrentables oder unnötiges Papier mehr in Deinen Ordnern befinden.

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Was willst Du erreichen?

Nachdem Du den aktuellen Stand kennst und gründlich aufgeräumt hast, kannst Du Dir sinnvolle Ziele überlegen. Ein erstrebenswertes Ziel ist beispielsweise, dem typischen Kreislauf zu entrinnen, in welchem die meisten Menschen stecken.

Dieser Kreislauf besteht aus permanentem Arbeiten und das damit erzielte Gehalt fließt ausnahmslos in die Lebenshaltung. Menschen im sogenannten Hamsterrad sind nicht nur überaus anfällig für immer wieder auftretende Krisen, sondern auch hinsichtlich ihrer Gehaltsvorstellungen erpressbar. Dein Ziel sollte sein, diesem Kreislauf zu entkommen.

Mehr zu Arbeiten ist hierbei ein nur vorübergehend taugliches Rezept. Auf lange Sicht muss passives Einkommen durch eine attraktive Geldanlage angestrebt werden. Orientiere Dich bei der Zielfindung an Menschen aus der Oberklasse, die bestreiten ihren Lebensunterhalt fast ausnahmslos mit einem Teil ihrer Erträge aus Aktien, Immobilien und sonstigen Assets. Nur wenige von ihnen konnten mit geerbtem Kapital starten, sie sind vielmehr durch sinnvolle Planung ihrer Finanzen und kontinuierliche Vermehrung vermögend geworden.

Lege in Deiner Finanzplanung daher fest, was Du kurzfristig, mittelfristig und langfristig erreichen willst. Entwickle im Anschluss ein Konzept, wie die Ziele erreicht werden können.

Kurzfristige Ziele

Darunter fallen beispielsweise die Gelder für eine Reise in ferne Länder, den Kauf von neuen Möbeln oder den Erwerb eines moderneren Computers.

Alle kurzfristigen Ziele werden im Niedrigzinsumfeld nur durch Mehrarbeit und/oder Sparen erreicht. Es gibt keine attraktiven Geldanlagen, die innerhalb von 1 bis 3 Jahren nennenswerte Renditen abwerfen.

Mittelfristige Ziele

Unter dem Begriff „mittelfristig“ ist ein Zeitraum zwischen 3 und 10 Jahren zu verstehen. Diese Zeit benötigst Du zum Erreichen eines gewissen Depotstands bei der Geldanlage. Innerhalb dieser Zeit kannst Du beispielsweise einen Zuschuss zur Ausbildung des Nachwuchses erwirtschaften oder das erforderliche Eigenkapital für die Finanzierung der eigenen vier Wände.

Langfristige Ziele

In 15, 20 oder 30 Jahren kannst Du finanzielle Freiheit durch ein gut strukturiertes Wertpapier-Portfolio erreichen oder genug Geld zur Schließung der Rentenlücke erwirtschaften.

Um Deine finanziellen Ziele zu erreichen, benötigst Du einen Finanzplan.

Kurzfristige Ziele können durch Sparen erreicht werden, Du musst also wissen, wie viel Du monatlich auf die Seite legen kannst. Ziehe von Deinem Monatsgehalt alle Kosten ab und entscheide Dich für eine vertretbare Sparrate. Sollte die Sparrate nicht ausreichend hoch sein, um die gesteckten Ziele zu erreichen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Schraube Deine Ziele herunter.
  • Drehe an der Einkommensschraube.

Entweder musst Du mehr verdienen oder weniger ausgeben, wenn Du auf das Erreichen kurzfristiger Ziele bestehst. Eine andere Lösung kann ich Dir für kurzfristige Ziele nicht anbieten.

Mittelfristige und langfristige Ziele erreichen

Diese Ziele können wesentlich einfacher erreicht werden, wenn Du Dein Sparen automatisierst, attraktive Aktienindizes besparst und sehr früh damit anfängst. Im Idealfall schließt Du bereits während der Ausbildung einen ETF-Sparplan ab, der auf einem rentablen Aktienindex basiert. Die Sparrate wird zum Monatsanfang automatisch abgebucht, also zu einem Zeitpunkt, an welchem immer Geld vorhanden ist.

Die Sparrate sollte dynamisch gestaltet und entsprechend dem Gehaltszuwachs gesteigert werden. Bereits nach 10 Jahren hat Dein Depot einen beachtlichen Wert und ermöglicht Dir die Erfüllung mittelfristiger Ansprüche. Du bist auf dem besten Weg in die finanzielle Unabhängigkeit.

Ohne vorhandenes Kapital werden alle Ziele nur durch Sparen erreicht. Bei den kurzfristigen Zielen bietet sich nur das klassische Tagesgeld- oder Festgeldkonto an, beides ist im derzeitigen Niedrigzinsumfeld wenig attraktiv.

Für die mittelfristigen und langfristigen Ziele eigenen sich besagte ETF-Sparpläne, welche mit Sparraten und attraktiven Erträgen dank des Zinseszinseffekts ansehnliche Vermögen aufbauen können. Um an das jeweilige Ziel zu gelangen, ist jedoch sehr viel Disziplin erforderlich. Die am Monatsende vom Gehalt abgezogene Sparrate hat einen riesigen Vorteil: Jeder darüber hinausgehende Euro kann ohne Bedenken ausgegeben werden.

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Eine „eiserne Reserve“ aufbauen

Bevor Du beginnst, Deine finanziellen Ziele umzusetzen, musst Du an die Absicherung des täglichen Lebens denken. Die sinnvollste Methode dazu ist, eine „eiserne Reserve“ anzulegen. Experten empfehlen, 3 bis 5 Monatsgehälter auf die Seite zu packen, um in unangenehmen Situationen liquide zu sein. Unschön ist beispielsweise, wenn die Waschmaschine ihren Dienst verweigert oder das täglich gebrauchte Auto streikt.

Der finanzielle Schutzschild leistet in derartigen Fällen hervorragende Dienste, denn er verhindert die Aufnahme von Krediten. Ein finanzieller Puffer sollte in jedem Fall aufgebaut sein, bevor andere Ziele in Angriff genommen werden. Er erlaubt Dir, entspannt an alles Weitere heranzugehen.

Die ersten Hürden sind genommen, Du bist auf dem richtigen Weg

Du hast bis jetzt Ordnung in Deine Finanzen gebracht, unnötige Belastungen abgebaut und einen Notgroschen angelegt. Nachfolgend kannst Du Dich ausschließlich Deinen Zielen und dem Sparen widmen.

Teile Dein Geld in zum Leben benötigte Mittel und zum Sparen freie Beträge ein. Für den Urlaub oder sonstige kurzfristige Ziele sparst Du regelmäßig kleine Beträge auf dem Tagesgeld- oder Festgeldkonto an. Um Deine langfristigen Ziele zu erreichen, investierst Du idealerweise in einen ETF-Sparplan, dem ein globaler Aktienindex zugrunde liegt.

So könnte Dein Finanzplan aussehen

Angenommen, Dein Gehalt beträgt netto 2.000 Euro und zum Leben benötigst Du 1.500 Euro. Eine Reserve von 8.000 Euro ist bereits vorhanden:

  • 200 Euro könnten monatlich auf dem Festgeldkonto für kurzfristige Ziele geparkt werden.
  • 300 Euro könntest Du jeden Monat in einen ETF-Sparplan für die mittelfristigen und langfristigen Ziele investieren.

Beim Sparplan empfehle ich Dir einen ETF auf den MSCI World in thesaurierender Ausführung und dynamische Sparraten. Mit der Dynamik (Inflationsausgleich) wird die Kaufkraft der Geldanlage erhalten. Zudem rate ich Dir, eine zeitlos sinnvolle und vorteilhafte Strategie zu entwickeln.

Das klingt zunächst komplizierter, als es wirklich ist, aber sieh selbst. Du musst den MSCI World Aktienindex von Grund auf verstehen, mit diesem Verständnis kommst Du automatisch zur einzig sinnvollen Strategie: Kaufen oder Besparen und mindestens 15 Jahre diszipliniert dabeibleiben.

Lasse Dich nicht von den zahlreichen „Experten“ im Internet beirren und vom einmal eingeschlagenen Weg abbringen. Bei dieser vergleichsweise einfachen Finanzplanung baust Du genügend Mittel für kurzfristig zu erreichende Ziele auf: 200 mal 12 gleich 2.400 Euro sind ein schönes Urlaubsgeld.

Die mittelfristigen und langfristigen Ziele werden mit dem ETF-Sparplan erreicht. Nachfolgend die Wertentwicklung bei 8 % per anno über verschiedene Zeiträume:

  • Nach 10 Jahren steht bei monatlich 300 Euro eine Summe von 55.300 Euro zur Verfügung.
  • 300 Euro im Monat resultieren in 20 Jahren in 178.000 Euro.
  • Nach 30 Jahren ist das Depot 450.000 Euro wert.
  • Zum Renteneintritt in etwa 40 Jahren schließen 1,054 Millionen Euro jede Lücke.

Die oben erwähnte Dynamik sorgt dafür, dass der Depotwert über die gesamte Laufzeit seine Kaufkraft behält. Ein besonderer Aufwand ist mit der Dynamisierung nicht verbunden, da Dein Gehalt ja kontinuierlich wächst.

Ebenso ist die Investition in den MSCI World mit wenig Risiken behaftet, weil der Index mehr als 1.650 Aktien aus 23 Ländern auf mehreren Kontinenten beinhaltet. Natürlich musst Du am Ende der Laufzeit etwas flexibel sein und eine eventuelle Börsenkrise aussitzen. Bislang folgte jeder Talfahrt ein länger anhaltender Aufschwung, der zu neuen Höhen führte.

Erfolgreiches Investieren braucht Zeit

Nachdem der Finanzplan aufgestellt ist und die ersten Schritte bereits gegangen sind, kann das Investieren beginnen. Hierzu einige Tipps von mir:

  • Nimm Dir Zeit und überprüfe alle Vorschläge im Netz und auf meiner Webseite gründlich.
  • Entscheide Dich in Ruhe für einen Aktienindex und eine Strategie, die zu Dir passt.
  • Lasse Dich keinesfalls später zu einem Strategiewechsel verleiten, denn damit sind in jedem Fall unnötige Kosten verbunden.
  • Denke immer an die alte Börsenweisheit: Hin und her macht Taschen leer.
  • Entwickle einen möglichst langen Anlagehorizont und lege Dich nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt bezüglich der Auflösung Deines Depots fest.
  • Zum passiven Investieren bist Du nie zu alt, ziehe daher eine sehr langsame Depotauflösung in Betracht.
  • Wie diese Phase idealerweise angegangen werden sollte, kannst Du in meinem Beitrag”ETFs im Alter” nachlesen.

Fazit

Die Finanzplanung ist oft einfacher als angenommen. Geordnete Finanzen sind die ideale Grundlage für das Erreichen kurzfristiger, mittelfristiger und langfristiger Ziele. Bevor Du an das Investieren denkst, schaffe Ordnung in Deiner Finanzwelt und lege eine eiserne Reserve an. Entscheide Dich für das passive Investieren mittels ETF-Portfolio oder ETF-Sparplan, bleibe bei Deiner Strategie und denke in langen Zeiträumen.

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