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Die gewaltigen Vorteile von Aktien gegenüber Anleihen

Las Vegas Tag

Laut Allianz Global Wealth Report 2019 hat jeder Deutsche ein durchschnittliches Vermögen von rund 53T Euro auf der hohen Kante. Damit belegt Deutschland auf der Liste der reichsten Länder lediglich Platz 18. Länder mit einer historisch gewachsenen und gelebten Aktienkultur können da viel besser punkten: Niederlande 97T, Singapur 100T, die Schweiz 174T und auf dem Spitzenplatz die USA mit fast 185T Euro.

Deutschland ist ein Land der Aktienmuffel und Liebhaber von Sparbüchern und festverzinslichen Papieren – am liebsten Anleihen des Staates und vielleicht noch Unternehmensanleihen. Offensichtlich sind dem deutschen Sparer selbst im aktuellen Marktumfeld mit einem historisch tiefen Zinsniveau die Vorteile von Aktien nicht beizubringen.

  • Sind Aktien besser als Anleihen?
  • Welchen Vorteil hast Du als Anleger, wenn Du Dich für Aktien entscheidest?

Ich will das Thema hier einmal umfassend und von allen Seiten beleuchten und die wichtigsten Vorteile von Aktien gegenüber Anleihen herausarbeiten.

I. Basics: Anleihen

Wie der Name es schon sagt, haben Anleihen etwas mit LEIHEN zu tun: Mit dem Kauf einer Anleihe leihst Du jemandem Geld. Das kann ein Unternehmen oder auch ein Land sein. Du bist Gläubiger und Geldempfänger Deiner Schuldner. Die Anleihe hat eine festgelegte Laufzeit und einen vereinbarten Zins, der in regelmäßigen Abständen an Dich ausgezahlt wird. Am Ende der Laufzeit bekommst Du den geliehenen Geldbetrag zurück. Anleihen sind für das Unternehmen ein Kredit und werden damit dem Fremdkapital zugeordnet.

II. Basics Aktien

Eine Aktie ist ein Unternehmensanteil. Beim Kauf wirst Du Anteilseigner von diesem Unternehmen. Du erwirbst dabei das Recht auf anteiligen Gewinn (Dividende) und partizipierst über einen gestiegenen Aktienkurs an der Wertsteigerung des Unternehmens. Gleichzeitig trägst Du das unternehmerische Risiko mit, dass sich der Geschäftsverlauf nicht wie erwartet entwickelt. Aktien gehören zum Eigenkapital.

III. Merkmale: Aktien im Vergleich zu Anleihen

Um Aktien im Vergleich zu Anleihen sinnvoll betrachten zu können, stelle ich nachfolgend die wichtigsten Merkmale tabellarisch gegenüber.

Vergleich von Aktien und Anleihen als Tabelle

AktienAnleihen
EigenkapitalFremdkapital
Optionale DividendeFester Zins
Rückkauf: unbestimmter KursRückzahlung Nominalbetrag
Individuelle HaltedauerVereinbarte Laufzeit, zwischenzeitlicher Verkauf möglich
An der Börse handelbarAn der Börse handelbar
MitspracherechtKein Mitspracherecht
Beteiligung am UnternehmenserfolgKeine Beteiligung am Unternehmenserfolg
SachwertGeldwert
Kurse können schwankenKurse können schwanken
Werden oft als riksant bezeichnetWerden oft als sicher bezeichnet

Wie fast immer gibt es bei der Frage, welches Investment Dir mehr Vorteile bringt, keine allgemeingültige Antwort.

Du musst für Dich entscheiden:

  • Welches Risiko bist Du bereit einzugehen?
  • Willst Du investieren oder spekulieren?

Um Dich einer Antwort näherzubringen, betrachte ich die einzelnen Merkmale von Aktien und Anleihen unter diesen Aspekten.

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IV. Risikoeinschätzung von Aktien und Anleihen

Die Wahrnehmung eines Risikos ist oft subjektiv und bei jedem Anleger unterschiedlich stark ausgeprägt. Für die meisten Anleger bedeutet Risiko, dass die Kurse fallen, anstatt zu steigen – das Investment entwickelt sich nicht wie geplant und erhofft. Für alle Wertpapiere – und dazu gehören sowohl Aktien als auch Anleihen – gibt es ein paar Basisrisiken.

Dazu gehören die wirtschaftliche Entwicklung, die politische Stabilität, Veränderung in der steuerlichen Gesetzgebung oder auch das Währungsrisiko bei Anlagen in fremder Währung. Da gibt es keine Vorteile – weder für Aktien noch für Anleihen.

  • Sind Aktien besser als Anleihen?
  • Trotz ähnlicher Basisrisiken?

Ich werde Dir jetzt die wichtigsten Vorteile von Aktien für Deinen Vermögensaufbau erklären:

V. Aktien sind Sachwerte

Eine Aktie ist ein realer Unternehmensanteil. Da stehen kleine oder große Unternehmen dahinter mit Fabrikgebäuden, Mitarbeitern, Maschinen und Know-how. Das sind greifbare Werte, die tatsächlich da sind.

Wichtig: Sachwerte sind inflationsgeschützt!

Inflation ist die nachhaltige Steigerung der Preise für Güter und Dienstleistungen.

Heißt für Dich: Du kannst mit Deinem Geld immer weniger kaufen. Dein Geld wird weniger wert. Mit der Inflation steigen aber auch die Preise von den Dingen, die ein Unternehmen ausmachen: Ausstattung, Produkte – kurzum die Vermögenswerte. Und damit wird das Unternehmen mehr wert, die Aktienkurse steigen. Das ist vereinfacht dargestellt, trifft aber den Kern.

Wichtig: Geldwerte sind der Inflation weitgehend schutzlos ausgeliefert.

Und Anleihen gehören dazu!

Anleihen sind reine Geldwerte. Die anhaltend niedrigen Zinsen sind für Staaten und Unternehmen ausgesprochen verlockend: Sie können sich extremst billig refinanzieren. Und so ist es kein Wunder, dass Anleihe-Emissionen Hochkonjunktur haben. In der ersten Septemberwoche 2019 wurden Anleihen im Wert von über 150 Milliarden Dollar ausgegeben. Das ist Rekord! Mit einem Zins von – 0,7 Prozent liegt die als Benchmark benutzte zehnjährige Bundesanleihe bei einem einsamen Rekordtief.

Nur: Das ist ja noch nicht die ganze Wahrheit. Das ist ein nominaler Wert. Die Geldentwertung durch die Inflation wird da komplett ausgeblendet.

Für die reale Rendite muss von der nominalen Rendite – in diesem Fall – 0,7 Prozent – die Inflationsrate abgezogen werden. Aktuell liegt die Inflationsrate bei 1,7 Prozent. Ergibt summa summarum einen realen Verlust von – 2,4 Prozent. Und das jedes Jahr! Anstatt einen Ertrag zu erwirtschaften, vernichtest Du mit so einer Anleihe stetig Kapital.

Hier haben Aktien im Vergleich zu Anleihen deutliche Vorteile: Aktienwerte profitieren von der Inflation, Anleihen verlieren an Wert!

VI. Dividende versus Festzins

Bis vor rund 20 Jahren konntest Du Dich bei Staatsanleihen noch über durchschnittlich gut sechs Prozent p.a. freuen. Seitdem ging es steil bergab.

Warum ist das so?

Der Zinskupon bei staatlichen Anleihen orientiert sich am Marktzins und an der Bonität des Emittenten. Dass das allgemeine Zinsniveau seit Jahren gegen null geht, ist kein Geheimnis.

Grundsätzlich gilt: je höher die Bonität des Emittenten, desto niedriger der Zinskupon. Je kreditwürdiger der Anleihegeber ist – egal, ob Unternehmen oder Staat – desto geringer ist das Risiko und desto weniger Zinsen erhält der Anleihekäufer. Als Referenzzins wird meist der Zinskupon von Staatsanleihen mit der höchsten Bonität herangezogen (Benchmark).

Was folgt daraus?

Solange das allgemeine Zinsniveau auf dem aktuellen niedrigen Niveau verharrt – und alle Anzeichen deuten darauf hin – wird die Ertragssituation bei Anleihen eher mickrig bleiben. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen liegt aktuell bei -0,5 Prozent (ohne Berücksichtigung der Inflation).

Ich halte also mal fest: bei der Anleihe hast Du eine feste Zinszahlung. Der Zins kann negativ sein. Anleihen haben ein klassisches Bonitätsrisiko.

Der Kauf einer Aktie wiederum ist nicht automatisch mit einer regelmäßigen Dividendenzahlung verbunden. Es gibt dafür keine Garantie. Dividenden sind erwirtschaftete Gewinne, die dann – ganz oder anteilig – an die Aktionäre ausgeschüttet werden können. Dein Risiko als Anleger heißt hier also: bekomme ich Dividende oder nicht!

Um das Risiko greifbarer zu machen, betrachte ich mal beispielhaft die Dividendenhistorie im Dax:

Laut dem Statistik-Dienst Statista haben die Dax-Konzerne im Jahr 2003 10,3 Mrd. Euro an Dividenden an ihre Aktionäre gezahlt. Im Jahr 2019 werden es insgesamt 38,6 Mrd. Euro sein. Damit liegt die aktuelle Dividendenrendite im Dax bei durchschnittlich attraktiven 3,3 Prozent.

Und die Aussichten für weiterhin steigende Dividenden sind in der aktuellen Marktsituation als durchaus gut zu betrachten:

Die Weltbevölkerung wächst, alle wollen essen und trinken, brauchen Wohnungen und Fahrzeuge (das können auch Fahrräder sein). Und alle wollen Fernseher, Computer und Smartphones. Die Liste ist lang – die Wirtschaft wird auf lange Sicht weiter wachsen. Schwankungen und Krisen eingeschlossen.

Ja, Dividenden unterliegen Schwankungen und ja, Anleihen haben einen festen Zins. Aber was nützt Dir ein Zins, der negativ ist und Dein Vermögen reduziert?

Dann doch lieber eine Dividende, die von Jahr zu Jahr anders sein kann, vielleicht auch einmal ganz ausfällt, aber der dahinterstehende Vermögenswert wächst. Die Renditechance bei Aktien durch Dividenden ist aktuell deutlich höher als bei festverzinslichen Anleihen. Vorteil Aktie!

VII. Kursentwicklung

Aktionäre setzen nicht nur auf Dividenden, sondern natürlich auch auf steigende Kurse. Und auch wenn es merkwürdig klingt, die festverzinslichen Anleihen werden unter bestimmten Bedingungen zum Zielobjekt für spekulative Investments.

Wie funktioniert das?

Solange Du Deine Anleihe bis zum vereinbarten Fälligkeitstermin hältst, berühren Dich Kursschwankungen nicht. Bei entsprechender Bonität des Emittenten bekommst Du den Nennwert Deiner Anleihe am Ende der Laufzeit ausbezahlt. Solltest Du zwischenzeitlich Liquidität benötigen und die Anleihe verkaufen wollen, kann es sein, dass der Anleihekurs unter oder über 100 Prozent liegt.

Warum?

Zum einen kann es sein, dass sich die Bonität des Emittenten nennenswert geändert hat. Eine bessere Bonität zieht einen höheren Kurs nach sich und entsprechend sinkt der Kurs bei schlechterer Bonität. Ein gutes Beispiel dafür sind die Griechenland-Anleihen, die nach der schwierigen Finanzsituation in Griechenland dramatische Kursverluste erlitten haben.

Deutlich einschneidender für Kursschwankungen von Anleihen ist das Zinsniveau am Kapitalmarkt. Der Kurs von neu ausgegebenen Anleihen orientiert sich immer am aktuellen Marktzins. Steigt der Marktzins, dann sind die neuen Anleihen attraktiver verzinst als die bereits bestehenden: Die Nachfrage nach den niedriger verzinsten Anleihen sinkt. Logisch, oder?

Wer kauft schon Wertpapiere mit einer Verzinsung, die schlechter ist! Umgekehrt steigen die Kurse der Anleihen, wenn das allgemeine Zinsniveau sinkt. Auch das ist klar, weil die aktuell emittierten Anleihen dann ja schlechter verzinst sind als die bereits vorhandenen.

Die Volatilität am Anleihemarkt hat in den letzten Jahren massiv zugenommen!

Konntest Du vor Jahren noch davon ausgehen, dass die Anleihekurse sich immer in der Nähe der 100 Prozent bewegen, so ist das heute ganz anders. Bei den seit langem niedrigen Kapitalmarktzinsen ist die Nachfrage nach älteren, besser verzinsten Anleihen spürbar angezogen.

Und bei diesen Kursschwankungen geht durchaus die Post ab! Der Anleihemarkt ist heute geprägt von Profianlegern: In der Erwartung steigender Kurse kaufen sie jetzt teuer ein, um dann – bei weiter fallenden Zinsen – noch teurer verkaufen zu können. Das ist reine Spekulation!

Noch ein wichtiger Aspekt: Am Ende der Laufzeit der Anleihe nähert sich der Kurswert immer mehr dem Nennwert an.

Klar spielt auch bei der Aktie die Kurserwartung eine maßgebliche Rolle. Nur: Dahinter stehen reale Werte, die mit fundamentalen Daten immer wieder aufs Neue untermauert werden. Innovative Geschäftsideen und bewährte Unternehmenskonzepte sorgen für organisches Wachstum mit steigenden Aktienkursen und regelmäßigen Dividenden.

Entscheidender Vorteil ist ein langer Anlagehorizont: Kurzfristige Schwankungen sind unerheblich – die musst Du aushalten. Langfristig sind Aktien nachweislich ein zuverlässiges Instrument für soliden Vermögensaufbau! Und das ist ein wichtiger Vorteil von Aktien gegenüber Anleihen.

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VIII. Transparenz

Eine Anleihe ist ein voll reguliertes festverzinsliches Wertpapier. Was bedeutet das? Voll reguliert heißt, dass ein von der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) genehmigter Prospekt vorliegen muss, bevor die Anleihe auf den Markt gebracht werden darf.

Ich nehme ein aktuelles Beispiel: Die PCC SE emittiert aktuell eine neue Unternehmensanleihe 2019/25 mit einem Volumen von 30 Mio. Euro und einer Verzinsung (Kupon) von 4,0 Prozent p. a. Der Prospekt hat satte 79 Seiten – eng bedruckt! Wer liest das? Wer versteht das alles?

Neben den gängigen Anleihetypen hat der Finanzmarkt eine Vielzahl von Variationen entwickelt – wie zum Beispiel CoCo-Bonds oder CatBonds – mit breiten Gestaltungsmöglichkeiten des Emittenten.

Kannst Du da den Durchblick behalten?

Transparenz geht anders!

CatBonds (Cat für catastrophe) sind übrigens Anleihen, die auf den Nichteintritt einer Katastrophe setzen.

CoCo-Bonds (Contingent Convertibles) sind spezielle Wandelanleihen, die bei Unterschreitung einer festgelegten Eigenkapitalquote in Aktien dieses Unternehmens (das sich ja wegen des geringen Eigenkapitals vermutlich in einer Krise befindet) umgewandelt werden.

Warum schreibe ich das? Ich will Dir zeigen, dass Anleihen kompliziert sein können und eben nicht in jedem Fall so einfach zu verstehen sind.

Bei einer Aktie hingegen gibt es diesbezüglich nicht viel zu sagen: Eine Aktie ist ein Unternehmensanteil. Punkt! Nicht mehr und nicht weniger. Ja, es gibt Stamm- und Vorzugsaktien. Und es gibt schon mal einen Aktiensplit. Das war es dann aber auch. Da gibt es keine dicken Prospekte, keine Anlagebedingungen und kein Kleingedrucktes.

Das ist ein klarer Vorteil von Aktien gegenüber Anleihen!

Fazit

So ähnlich die Marktmechanismen bei Anleihen und Aktien auch scheinen mögen, die fundamentale Basis dahinter ist jeweils eine ganz andere: Eigenkapital versus Fremdkapital, Sachwert versus Darlehen, realer Wert versus Finanzinstrument – für mich ist da die Aktie immer erste Wahl. Als zentraler Baustein für meine langfristige Vermögensbildung führt an ihr kein Weg vorbei.

Wäre die Zinssituation eine andere und ich könnte noch – wie vor zwanzig Jahren – Bundesschatzbriefe mit einem Nominalzins von bis zu acht Prozent erwerben, dann würde ich mir auch das eine oder andere Schätzchen in mein Depot legen.

Aber: Heute musst Du der Realität in die Augen sehen und erkennen, dass die Verzinsung von Anleihen oftmals Kapital vernichtet. Du kannst natürlich mit den Zinserwartungen spekulieren. Aber da sage ich mir: Schuster bleib bei Deinen Leisten (Aktien) – da weiß ich, was ich habe: dynamische Sachwertinvestments mit sehr guten Erfolgschancen.

Vorteil Aktie: Renditechance durch Kursgewinn, Ertrag durch Dividenden und Transparenz!

Dein Depotstudent Dominik

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