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Magisches Sechseck: Der VOLLSTÄNDIGSTE Artikel

Frau nackt Meer blau

Die Wirtschaftspolitik in Deutschland kann auf vielfältige Art und Weise die Entwicklung an den jeweiligen Märkten lenken. Der Leitgedanke jeder wirtschaftspolitischen Maßnahme basiert dabei auf dem so bezeichneten Magischen Sechseck. Dieses Magische Sechseck der Wirtschaftspolitik wird anhand einer Modellierung mit insgesamt sechs wirtschaftspolitischen Zielen dargestellt. An sich ein sinnvolles Bestreben, aber bei einer detaillierten Betrachtung wirst Du schnell auch die Schattenseiten erkennen können.

Ist das Magische Sechseck einfach nur Schwachsinn in ein hübsches Modell gepackt? Oder lässt sich damit doch tatsächlich etwas Sinnvolles anfangen?

Wenn Du den Beitrag durcharbeiten möchtest, empfehle ich Dir 4 Schritte, damit auch etwas hängen bleibt:

  1. Beitrag ausdrucken
  2. Textmarker schnappen
  3. Mini-Zusammenfassung schreiben
  4. Meister des Magischen Sechsecks werden 🙂
  5. Zusatzschritt für Abenteuerlustige: Dieses Buch* bestellen, solange es noch gratis vergeben wird. Das Wissen aus dem Buch mit den daraus folgenden Schritten hat mich weiter gebracht als alles, was ich an Schulen und Hochschulen gelernt habe. Das mal nur so am Rande…

Magisches Sechseck: Definition

Das Magische Sechseck der Wirtschaftspolitik basiert auf dem Magischen Viereck. Dort werden die vier Ziele dargestellt, deren Erreichung mit dem 1967 in Kraft getretenen Stabilitätsgesetz sichergestellt werden sollte. Im Fokus stehen dabei Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit und Wohlstand. Dieses Magische Viereck wurde dann zu dem heute aktuellen Magischen Sechseck erweitert. Dabei geht es zum einen um den Umweltschutz respektive um die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt, wobei explizit den Gefahren durch Umweltverschmutzung und Klimawandel begegnet werden soll. Dieser Punkt hat seit 1994 eine besondere Bedeutung erhalten.

Wieso 1994? Nicht umsonst wurde der Umweltschutz in jenem Jahr als allgemeines Ziel Deutschlands in das Grundgesetz aufgenommen. Zum anderen weist das Magische Sechseck jetzt auch noch auf eine gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung als Ziel hin. Dadurch spielen im Magischen Sechseck nicht nur rein wirtschaftspolitische Ziele, sondern auch gesellschaftspolitische Werte eine tragende Rolle.

Auf einen Blick

Diese Ziele verfolgt das Magische Sechseck!

Das Magische Sechseck und die Ziele der Wirtschaftspolitik
Das Magische Sechseck und die Ziele der Wirtschaftspolitik

An alle Lehrkräfte: Verzeihen Sie mir bitte vielmals, dass ich hier nicht die klassische Darstellung als Sechseck wähle. Aber die partiellen Überlappungen fand ich irgendwie überzeugender als die langweiligen Kästchen. Da könnte es jedenfalls Diskussionsbedarf geben. 😉

Wie bereits zuvor skizziert, stellt das Magische Sechseck eine Erweiterung des auf dem deutschen Stabilitätsgesetz beruhenden Magischen Vierecks dar. Das Magische Sechseck verfolgt dabei vom Grundsatz her sowohl quantitative als auch qualitative Ziele.

Die vier quantitativen Ziele

  • Ein möglichst hoher Beschäftigungsgrad oder bestenfalls Vollbeschäftigung.
  • Ein stetiges und dabei angemessenes Wirtschaftswachstum.
  • Ein stabiles Preisniveau.
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht.

Die zwei qualitativen Ziele

  • Erhaltung einer lebenswerten Umwelt (gemäß Art. 20a GG).
  • Sozialer Ausgleich durch eine gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung.

Zielerfüllung: Alle Ziele können nicht gleichzeitig erreicht werden.

Werden dabei die wirtschaftlichen Ziele vollständig und gleichzeitig erreicht, entspricht dies einem makroökonomischen Gleichgewicht. Aber alleine der Begriff “magisch” drückt hier deutlich aus, dass es im Grunde genommen nicht möglich ist, alle vier bzw. sechs Ziele gleichzeitig zu erreichen. Denn untereinander herrscht in Bezug auf die Zielbeziehungen bzw. auf die einzelnen Zielsetzungen vorzugsweise Inkongruenz. Der Versuch, alle sechs Ziele gleichzeitig zu erreichen, kann daher eher kontraproduktiv wirken. Zwangsläufige Folgen eines solchen Versuchs gipfeln schnell in einer steigenden Inflation, sinkenden Investitionen und einer steigenden Arbeitslosigkeit. Kritiker bezeichnen das Magische Sechseck daher auch hinter vorgehaltener Hand oftmals als eine Karikatur.

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Zielbeziehungen

Einzelne Ziele des Magischen Sechsecks können durchaus kongruent sein!

Ebenso wie beim Magischen Viereck bestehen dabei auch beim Magischen Sechseck verschiedene Zielbeziehungen. Dabei kommt es sowohl zu einer expliziten Zielharmonie als aber auch zu Zielkonflikten. Die Erreichung aller sechs Zielvorgaben zu gleicher Zeit ist dabei aufgrund der Zielkonflikte in der Praxis noch nicht einmal für einen kurzen Zeitraum möglich bzw. realisierbar. Ein vollkommenes Gleichgewicht, was im Rahmen des Magischen Sechsecks den Idealfall darstellt, kann also grundsätzlich nicht erreicht werden.

Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die einzelnen Ziele in bestimmten Situationen durchaus kongruent zueinander sein können; sich also gegenseitig unterstützen und eine Art Zielharmonie entsteht. So bilden zum Beispiel Wirtschaftswachstum und ein hohes Beschäftigungsniveau oftmals eine Zielharmonie. Die entsprechende Korrelation zwischen Arbeitslosigkeit bzw. Beschäftigungsniveau und Produktionswachstum wird dabei durch das okunsche Gesetz bestätigt. Allerdings handelt es sich hierbei um eine empirisch beobachtbare Korrelation und nicht etwa um ein ökonomisches Gesetz.

Zielkonflikte sind beim Magischen Sechseck vorprogrammiert

Weitaus öfter verhalten sich die Ziele des Magischen Sechsecks aber konkurrierend zueinander und generieren Konflikte. Im Fachjargon wird hier von einer Werte-Inkongruenz gesprochen. Zudem besteht auch noch eine situationsbezogene Zielkonkurrenz, die gerade in einer Rezession blockierend wirkt. Zwar stören diese Zielkonflikte auch in einer Hochkonjunktur-Phase, sie stellen hier aber keine wirtschaftliche Gefährdung dar. Das größte Problem hinsichtlich der Ziele des Magischen Sechsecks stellt ohne Frage die gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung dar. Alleine vom Grundsatz her ist eine solche Verteilung von Einkommen und Vermögen im Rahmen der von Deutschland praktizierten Marktwirtschaft eigentlich generell nicht möglich.

Warum ist das so??? 🙂

Die gültigen Gesetze der Marktwirtschaft sehen vor, dass sich Einkommen und Vermögen prinzipiell aus Nachfrage und Angebot sowie aus Einflussnahme auf dem Markt und Gewinnmaximierung organisch entwickeln. Dabei musst Du des Weiteren berücksichtigen, dass Vermögen und Einkommen nicht beliebig geschaffen und auch nicht beliebig verteilt werden können. Daher orientieren sich Einkommen und Vermögen stets an den Gegebenheiten des Marktes. Der jeweilige Grad der Beschäftigung, der Nachfrage nach Arbeitskraft und der Spezialisierung bleiben hier quasi außen vor. Ebenso wenig Einflussnahme auf das Einkommen und das Vermögen haben auch die jeweilige Entwicklung auf den entsprechenden Finanzmärkten sowie die Möglichkeiten, vergleichsweise gesicherte Rücklagen im Rahmen eines Vermögensaufbaus zu bilden.

Hoher Beschäftigungsgrad

Das Magische Sechseck basiert dabei – wie mitterweile bekannt sein dürfte – auf dem Magischen Viereck, das alle vier wichtigen wirtschaftspolitischen Ziele der Bundesrepublik Deutschland benennt. Sowohl das Magische Sechseck als auch das Magische Viereck legen die Priorität dabei auf einen hohen Beschäftigungsgrad und haben diese Vorgabe als erstes Ziel deklariert. Damit wird klar verdeutlicht, dass das gesamte Streben der Wirtschaft darauf ausgerichtet sein soll, Vollbeschäftigung zu erzielen. Im wirtschaftspolitischen Kontext ausgedrückt bedeutet dies, dass im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Produktion das vorhandene humane Potenzial voll ausgeschöpft wird. Die Erfüllung dieser Zielvorgabe generiert dann dabei weitere positive Effekte. So geht der Gesetzgeber davon aus, dass soziale Probleme aufgrund unfreiwilliger Arbeits- und Erwerbslosigkeit von vornherein verhindert werden.

Die Arbeitslosenquote als Indikator für den Beschäftigungsgrad

Messen kannst Du den Beschäftigungsgrad eines Landes durch das Nutzen eines bestimmten Indikators. Bei diesem Indikator handelt es sich um die Arbeitslosenquote. Diesbezüglich solltest Du wissen, dass bis in die 1960er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland Vollbeschäftigung herrschte. Zum Vergleich: In den 1920er Jahren lag die Arbeitslosenquote in Deutschland zwischenzeitlich noch bei rund 14 Prozent. Dies waren die Folgen der damaligen schweren Wirtschaftskrise in den USA. 2018 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote demgegenüber gerade einmal bei 5,2 Prozent. Das stellt den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung dar.

Zur Errechnung der jeweiligen Arbeitslosenquote kannst Du diese Formel verwenden:

100 % mal die Zahl der registrierten Arbeitslosen geteilt durch die Zahl der nicht registrierten Arbeitslosen plus die Zahl der zivilen Erwerbstätigen.

Von saisonaler über friktionelle bis hin zur freiwilligen Arbeitslosigkeit

Eine Vollbeschäftigung wird im wirtschaftspolitischen Kontext erreicht, sofern die Arbeitslosenquote unter drei Prozent liegt. Dieser Wert wurde gewählt, da es selbst unter optimalen wirtschaftlichen Voraussetzungen, Gegebenheiten und Bedingungen nicht zu vermeiden ist, dass ein gewisser Prozentsatz der erwerbsfähigen Menschen in einem Land arbeitslos ist. Beispiele bzw. Gründe hierfür sind etwa in der so bezeichneten saisonalen Arbeitslosigkeit zu finden. Gerade Handwerker wie Dachdecker oder Maurer müssen sich nämlich häufig im Winter arbeitslos melden, während Sie in den anderen Monaten in einem festen Beschäftigungsverhältnis stehen. Dieser Umstand wird dann als saisonale Arbeitslosigkeit bezeichnet.

Zudem kommt es immer auch zu einer friktionellen Arbeitslosigkeit. Hierbei handelt es sich um eine Art Sucharbeitslosigkeit, die durch Arbeitsplatzwechsel entsteht und bei der nicht auf Anhieb sofort eine neue Stelle von dem Wechselwilligen besetzt wird. Diese friktionelle Arbeitslosigkeit ist immer kurzfristiger Natur und in der Regel lediglich zu einem geringen Anteil in der Arbeitslosenstatistik enthalten. Hinzu kommt das Problem der freiwilligen Arbeitslosigkeit. Denn in jedem Land gibt es trotz einer etwaig optimalen wirtschaftlichen Basis eine Anzahl von Menschen, die keine Motivation aufbringen, um arbeiten zu gehen.

Darum gilt die 3-Prozent-Grenze für die Regierung als Vollbeschäftigung:

  • Saisonale Arbeitslosigkeit lässt sich nicht verhindern.
  • Ein gewisser Prozentsatz an erwerbsfähigen Menschen bleibt aufgrund fehlender Eigenmotivation freiwillig arbeitslos.
  • Die friktionelle Arbeitslosigkeit ist grundsätzlich zu einem vergleichsweise kleinen Prozentsatz in der Arbeitslosenstatistik vorhanden.

Der Staat verfolgt dabei natürlich im Rahmen der Ziele des Magischen Sechsecks immer das Vorhaben, die Vollbeschäftigung oder (besser gesagt) eine möglichst geringe Arbeitslosenquote zu erreichen. Zum einen fallen dann weniger Unterstützungszahlungen wie beispielsweise Arbeitslosengeld an und zum anderen kann der Staat durch Sozialversicherungsbeiträge und Steuern mehr Geld einnehmen.

Diese wirtschaftspolitischen Maßnahmen nutzt der Staat, um einen hohen Beschäftigungsgrad zu erreichen:

  • Gestaltung einer langfristigen Strukturpolitik.
  • Erschließen von neuen Märkten.
  • Gewähren von Lohnkostenzuschüssen.
  • Optimierung durch staatliche Zuschüsse.

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Wirtschaftswachstum

Kaum weniger wichtig sind die Ziele des Magischen Sechsecks im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Hierbei geht es aber nicht nur um ein stetiges Wachstum, vielmehr wird dabei auch ein angemessenes Wachstum als Ziel deklariert. Hierzu musst Du Folgendes wissen: Es wird immer dann von einem stetigen und angemessenen Wachstum gesprochen, wenn konjunkturelle Schwankungen in Grenzen gehalten oder sogar vollständig vermieden werden können. Konjunkturelle Schwankungen betreffen nämlich immer entweder die Beschäftigung oder das Wirtschaftswachstum.

Um konjunkturelle Schwankungen aber tatsächlich auszuschließen oder zumindest in Grenzen zu halten, muss der komplette Konjunktur-Zyklus umfassend kontrolliert werden. Dabei sollte es hinsichtlich des Wirtschaftswachstums keine ruckartigen Veränderungen geben. Vielmehr ist es das wirtschaftspolitische Ziel, dass die Wirtschaft eher langsam, dafür aber kontinuierlich wächst. Dadurch können zum Beispiel bei schlechten Wirtschaftsphasen Massenentlassungen oder ähnliche einschneidende Reaktionen seitens der Unternehmer und Arbeitgeber verhindert werden.

Das Bruttoinlandsprodukt als Indikator für das Wirtschaftswachstum

Als Indikator für dieses wirtschaftspolitische Ziel fungiert das Bruttoinlandsprodukt (kurz: BIP). An diesem BIP kannst Du ablesen, wie stark die Wirtschaft eines Staates pro Jahr tatsächlich wächst. Das Bruttoinlandsprodukt summiert dabei die Werte aller Güter und auch Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres erzielt wurden. Dabei solltest Du berücksichtigen, dass dieser Wert über den effektiven Wohlstand keine zuverlässige Aussage tätigt. Dies liegt vornehmlich an Faktoren wie zum Beispiel an der Schwarzarbeit, da diese den jeweiligen BIP-Wert verfälschen.

In Deutschland wird ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von vier Prozent als Idealzustand definiert. So hat es die Bundesregierung festgelegt. Dieser Idealzustand von vier Prozent ist aber nur dann erreichbar, wenn die Konjunktur auch tatsächlich konstant bleibt. Das erweist sich in der Regel allerdings als äußerst schwierig. Beispiele hierfür gibt es genug: Denke nur einmal an die gravierenden wirtschaftlichen Folgen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. So wurden zum Beispiel in den Jahren 2011 bis 2013 die angestrebte 4-Prozent-Marke mehr als deutlich verfehlt.

Wirtschaftspolitische Ziele – mit diesen Maßnahmen kurbelt der Staat das Wirtschaftswachstum an

  • Anreize bieten für unternehmerische und private Investitionen.
  • Herabsetzung des Zinsniveaus.
  • Senken von Einkommenssteuern, Steuern auf Unternehmensgewinne sowie private Umsätze.
  • Eventuelle Direktinvestitionen und direkte Bezuschussungen von Konzernen.

Preisniveaustabilität

Fast ebenso wichtig wie ein hoher Beschäftigungsgrad und ein stetiges Wirtschaftswachstum ist beim Magischen Sechseck auch das Ziel der Preisniveaustabilität. Wirtschaftspolitiker und Finanz-Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch gerne von der Geldwertstabilität. Eine große Rolle spielen dabei das Gewährleisten eines freien Preisbildungsmechanismus und die daraus resultierende gesunde (marktorientierte) Preisentwicklung.

Wichtig ist hier der Begriff Warenkorb. Im volkswirtschaftlichen Sinne kannst Du einen Warenkorb als eine repräsentative Anzahl an Gütern unterschiedlicher Art verstehen, die zur Berechnung der Inflationsrate bzw. des Preisindexes herangezogen werden. Dabei wird ein solcher Warenkorb stets für einen bestimmten, festen Zeitraum erstellt. In regelmäßigen Abständen kann dann immer wieder aktuell ermittelt werden, welche Güter in welchem Ausmaß günstiger oder teurer geworden sind.

Wirtschaftspolitische Ziele – diese relevanten Vorteile bietet ein stabiles Preisniveau

  • Preisniveaustabilität ist eine Grundvoraussetzung für nachhaltiges Wirtschaftswachstum.
  • Sie sorgt für eine Mehrung des wirtschaftlichen Wohlstands.
  • Ein stabiles Preisniveau sichert den sozialen Frieden.
  • Die Preisniveaustabilität stellt einen wesentlichen Faktor für eine funktionierende Marktwirtschaft dar.

Die Inflationsrate als Indikator des Preisniveaus.

Die Inflationsrate stellt den Indikator dieser Zielvorgabe dar. Die Stabilität des Preisniveaus beträgt laut der Europäischen Zentralbank (kurz: EZB) nahezu zwei Prozent. Zum Vergleich: Bei der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise lag die jeweilige Inflationsrate teilweise deutlich höher. Zur Erklärung: Eine Inflation ist quasi mit einer Verminderung des Geldwertes gleichzusetzen. Kommt es zu diesem Szenario, kannst Du auf lange Sicht gesehen von einer Verteuerung von sämtlichen Gütern und auch Dienstleistungen ausgehen.

Wirtschaftspolitische Ziele – die Maßnahmen zur Stabilisierung des Preisniveaus:

  • Gemäßigte Lohnabschlüsse bei Tarifverhandlungen.
  • Gestalten einer restriktiven Geldpolitik (Beispiel: Leitzinsanhebung), um die Geldmenge zu verringern.
  • Angebot für die inländische Nachfrage sichern.

Außenwirtschaftliches Gleichgewicht

Mit dem Ziel, ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht zu erzielen werden die quantitativen wirtschaftspolitischen Ziele des Magischen Sechsecks komplettiert. Im Hinblick auf die Außenwirtschaftstheorie setzt dieses Staatsziel den Ausgleich der Leistungsbilanz voraus. Dieser Punkt ist detailliert im Stabilitätsgesetz (§ 1 StabG) formuliert. Die vorrangige wirtschaftspolitische Aufgabe ist es dabei, die wirtschaftliche Entwicklung nicht durch schädliche Außenhandelsbeziehungen zu beeinträchtigen bzw. zu belasten. Ablesen kannst Du die jeweilige Entwicklung zum Beispiel an der Handelsbilanz. Wirtschaftspolitische Maßnahmen werden diesbezüglich beispielsweise immer dann erforderlich, wenn beim importierenden Staat ein Handelsbilanzdefizit vorliegt. Wichtiger Begriff: Abwertung – also die Verminderung des nominalen Wechselkurses gegenüber Fremdwährungen bei entsprechender Mengennotierung.

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Kampf der Giganten: Wirtschaftspolitische Ziele vs. gesellschaftspolitische Ziele

Diese wirtschaftspolitischen Ziele werden im Magischen Sechseck flankiert von zwei eher gesellschaftspolitischen Zielvorgaben. Zum einen geht es dabei um die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt. Ein wichtiger Teil dieser Ziele ist der Umweltschutz; hinzu kommen Aspekte wie die Bereitstellung der medizinischen Versorgung oder etwa der Bildung. Das Magische Sechseck richtet hier den Fokus aber klar auf den Umweltschutz, der verschiedene Zielbeziehungen mit anderen wirtschaftspolitischen Zielen eingeht. Allerdings weist das Magische Sechseck der Wirtschaftspolitik hier einige Zielkonflikte auf. Denn industrielle Produktion geht in vielen Fällen mit der gleichzeitigen Entstehung von umweltbelastenden und -gefährdenden Stoffen einher. Ein Forcieren des Wirtschaftswachstums bedeutet also oftmals eine Steigerung der Umweltbelastung.

Schutz der Umwelt

So gesehen stellt die Umwelt daher durchaus eine Grenze des Wachstums einer Wirtschaft dar, sofern nicht verantwortlich mit Umwelt und Ressourcen umgegangen wird. Letzterer Punkt stellt dabei sogar wieder eine gewisse Zielharmonie dar. Eine Kernfrage bleibt aber bestehen: Was soll Dir eine immer weiter steigende Produktion nutzen, wenn Du aufgrund der Umweltbelastungen nicht mehr gut und sicher in einer Region leben kannst? Konflikte ergeben sich zudem aus dem Umstand, dass Umweltschutzmaßnahmen und Umweltschutzauflagen für Unternehmen Geld kosten, was anderweitige Investitionen hemmt oder sogar verhindert.

Gerechte Einkommensverteilung

Als sechster Punkt ist das Ziel, eine gerechte Einkommensverteilung zu praktizieren, in das Magische Sechseck aufgenommen worden. Dabei geht es im Kern darum, dass alle wirtschaftlichen Werte gerechter auf Unternehmer bzw. Vermögensbesitzer, Arbeitnehmer und Selbstständige aufgeteilt werden. Als Indikator respektive als Maßstab dient hier die Pro-Kopf-Lohnquote. Der deutsche Staat hat dabei die Möglichkeit, über Sozialtransfers und Steuerhöhen in die Verteilung einzugreifen. Hierbei ergeben sich automatisch Konflikte (oder genauer: Zielkonflikte) hinsichtlich anderer Staatsziele.

Denn eine gerechte Einkommensverteilung ist in einem Marktumfeld, das auf Angebot und Nachfrage sowie auf Gewinnmaximierung und Konkurrenz- bzw. Wettbewerbsverhalten ausgerichtet ist, nicht umsetzbar. Zielkonflikte sind also vorprogrammiert. Wenn der Staat direkt in Lohnverhandlungen eingreifen könnte, wäre eine gerechte Einkommensverteilung bis zu einem gewissen Grad zwar möglich. Aber ein solcher Eingriff ist dem deutschen Staat durch die Tarifautonomie komplett verwehrt. Was bleibt, sind Maßnahmen wie zum Beispiel die Einführung des Mindestlohns.

Zum Abschluss noch ein Video zur Abrundung des Themas. 🙂

Ich hoffe, dass die wirtschaftspolitischen Ziele klar geworden sind und meine Erklärungen und Beispiele verständlich waren. Falls Dir eine coole Karikatur zum Magischen Sechseck der Wirtschaftspolitik bekannt sein sollte oder Du interessante Beispiele kennst, lass es mich bitte wissen. 🙂

Behandelt Ihr das Thema gerade im Unterricht oder in der Vorlesung? Hast Du noch Fragen zum Magischen Sechseck der Wirtschaftspolitik?

Dein Depotstudent Dominik

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