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Dividendenaktien für Anfänger – so gelingt der erfolgreiche Einstieg

Wenn Banken aktuell mit Zinsen im Bereich von 0,2 Prozent werben, wirkt das schon reichlich fehl am Platz. Immerhin liegt die Rendite entsprechender Geldwerte damit deutlich unterhalb der Inflationsrate und reicht häufig nicht mal für einen mittelgroßen Eisbecher.

Fakt ist: Attraktive Zinsen gibt es in Europa ebenso selten wie rationale Politiker. Kein Wunder, dass Dividenden als neuer Zins proklamiert werden.

Allerdings bestehen hier einige bedeutende Unterschiede, die gerade Aktienanfänger kennen sollten.

Denn, wer vorschnell agiert, erlebt nicht selten eine üble Bauchlandung. Wer dagegen mit Köpfchen an das Investment in Dividendenaktien herangeht, kann relativ entspannt ein Vermögen samt einem attraktiven passiven Einkommen aufbauen. Worauf also ist zu achten? Wo liegen die Vorteile von Dividenden? Und wo lauern die fiesesten Stolperfallen?

Das Missverständnis mit dem “leistungslosen” Einkommen

Rund um das Thema Dividenden herrscht oft Unklarheit. Vor allem Politiker einschlägiger Parteien scheinen das Konzept der Dividende nicht verstanden zu haben und bezeichnen sie als “leistungsloses” Einkommen, das noch stärker besteuert oder am besten direkt verboten gehört.

“Leistungslos” ist eine Dividende allerdings keinesfalls. Ironischerweise hat schon die ideologische Gallionsfigur Karl Marx die Arbeit, Boden und Kapital(!) als Grundlade einer funktionierenden Wirtschaft definiert. Da wir an dieser Stelle aber nicht allzu politisch werden wollen, beschränken wir uns auf einen kurzen Abriss der volkswirtschaftlichen Basics.

Was sind Dividenden überhaupt?

Als Aktionär erwirbst Du Anteile an einem Aktienunternehmen, sodass Dir beispielsweise 0,00002 Prozent des Chemie-Riesen BASF gehören. Damit wirst vereinfacht gesagt zum “Unternehmer”. Das bedeutet, im Tausch gegen Dein investiertes Kapital profitierst Du vom Erfolg des Unternehmens, trägst im Gegenzug aber auch das Risiko, wenn das Unternehmen schlecht wirtschaftet.

Der Faktor Risiko der Bereitstellung des Kapitals ist zusammen mit der Recherche nach guten Dividendenaktien die Leistung, die Du erbringst. (Wer ein wenig Erfahrung an der Börse hat, weiß daher, dass ein langfristig stabiles Dividendeneinkommen alles andere als “leistungslos” ist.) Da Dir nun ein Anteil eines Unternehmens gehört, hast Du auch einen Anspruch auf einen Teil des Gewinns. Dieser wird von vielen Unternehmen direkt an die Aktionäre ausgeschüttet – das ist Deine Dividende als Kompensation für Dein Risiko und die investierte Recherchearbeit.

Darum zahlen nicht alle Unternehmen Dividenden

Allerdings zahlen nicht alle Unternehmen eine Dividende. Das trifft vor allem auf sogenannte Wachstumsunternehmen (Growth-Aktien) zu. Diese sind meist jung und haben ein enormes Wachstumspotenzial. Dementsprechend werden alle verfügbaren Mittel zunächst in das Wachstum gesteckt, um einen breiten Markt zu erschließen oder neue Produkte zu entwickeln. In der Regel erzielen junge Groth-Unternehmen auch noch gar keine Gewinne, die ausgeschüttet werden könnten.

Hat sich ein Unternehmen am Markt etabliert, passiert meist Folgendes:

Das Wachstumspotenzial sinkt und damit auch die Notwendigkeit enormer Kapitalinvestitionen. Gleichzeitig steigen bei guten Unternehmen die Gewinne. Damit kann es sich das Unternehmen leisten, einen Teil dieser Gewinne an seine Anteilseigner auszuschütten. Diesen Status erreichen allerdings bei weitem nicht alle Unternehmen. Ein gutes Beispiel für die Entwicklung vom Growth-Wert zu einem angehenden Dividenden-Titel ist Apple. In Zukunft könnte dieses Modell auch auf Giganten wie Amazon oder Google zutreffen, zumal die Marktmacht in vielen Sektoren erheblich ist.

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Klare Vorteile: Warum Du in Dividendenaktien investieren solltest

Wenn Du Dich mit der Börse beschäftigst, kannst Du Dich der marktschreierischen “Finanzpornographie” kaum entziehen. Gerade in einschlägigen Medien wird immer wieder von “Kursraketen” und “Tenbaggern” gesprochen, die binnen kürzester Zeit hohe zweistellige Kursrenditen versprechen. Im Gegenzug dazu sind Dividendenaktien ja fast schon langweilig. Immerhin liegt der jährliche Kurswachstum meist nur im einstelligen Bereich. Das ist aber kein Nachteil, sondern für entspannte und langfristige Geldanlage ein großer Vorteil.

Vorteil 1: In einem Bärenmarkt ist das Absturzrisiko geringer

Was hoch steigt, kann tief fallen. Das Prinzip, das schon Ikaros in der griechischen Mythologie zum Verhängnis wurde, greift auch am Aktienmarkt. Bei guten Dividendentiteln handelt es sich um gefestigte Unternehmen mit stabilen Bilanzen und einem breit aufgestellten Geschäftsmodell. In Wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist genau das ein Stabilitätsanker, da die Unternehmen über genügend Substanz verfügen. Ein reiner Wachstumswert, der im schlimmsten Fall noch nicht einmal Gewinne erzielt, hat in einer Krise nur geringe Reserven.

Dementsprechend ist das Kurssturzrisiko geringer. Mitverantwortlich ist hier auch die Psychologie. Gerade bei Wachstumswerten neigen Anleger aus Furcht vor plötzlichen Verlusten dazu, zu verkaufen. Daher ergibt sich in Bärenmärkten eine zusätzliche Negativspirale, die Wachstumswerte deutlich weiter abstürzen lässt. Aber auch im regulären Marktumfeld fallen die Kursschwankungen (Volatilität) deutlich geringer aus. Für Einsteiger und nervöse Anleger sind gute Dividendentitel daher eine attraktive Wahl.

Vorteil 2: Dividenden helfen Dir über Durststrecken hinweg

Eine Ursache für die Stabilität der Dividendenaktien ist eben die Dividende. Als Anleger bekommst Du die Dividende nämlich auch bei Kursverlusten. Damit helfen sie Dir dabei, in einem Bärenmarkt auch über mehrere Jahre hinweg nicht die Nerven zu verlieren. Schließlich erwirtschaftet Dein Investment weiterhin Erträge, die regelmäßig auf Deinem Verrechnungskonto landen. Gute Dividendenunternehmen halten ihre Ausschüttung über Krisen hinweg sogar stabil oder können diese aufgrund ihrer soliden Basis weiterhin erhöhen.

Ob der Kurs gleichzeitig für ein paar Jahre unter Deinem Einkaufswert liegt, ist dabei dann irrelevant. Immerhin verliert ein Unternehmen wie BASF keine Produktionsanlage, nur weil der Kurs um 20 Prozent fällt. Außerdem kannst Du die ausgeschütteten Dividenden wiederum in weitere Aktien des ausschüttenden Unternehmens investieren. Damit erwirbst Du mehr Anteile mit den Ausschüttungen aus Deinem Investment und kannst damit den Zinseszinseffekt optimal ausnutzen.

Vorteil 3: Dividendenaktien performen langfristig besser

Im Durchschnitt performen Dividendenaktien langfristig besser als reine Wachstumsaktien. Ein Grund ist das höhere Konkursrisiko von Wachstumsunternehmen. Eine Hype-Aktie verspricht in einem außergewöhnlichen Jahr vielleicht 140 Prozent Gewinn. Im nächsten Jahr kann das Unternehmen allerdings schon pleite sein oder zumindest um 90 Prozent im Wert verfallen.

Gute Dividendenunternehmen legen ein geringes, aber stabiles Wachstum hin, das gelegentlich von einer Krise unterbrochen, danach aber wieder aufgenommen wird. Hinzu kommt die Dividendenausschüttung, die auf die Gesamtperformance addiert wird. Bei so manchem Qualitätsunternehmen können das branchenabhängig auch einmal 5 Prozent sein. Zudem steigern die meisten Dividendenunternehmen ihre Ausschüttungen jährlich. Damit steigt Dein persönlicher Ertrag in Bezug auf Dein Anfangsinvestment. Je länger Du Deine Dividendenaktien hältst, desto größer ist Dein Ertrag.

Beispiel: So entwickelt sich Dein Dividendeninvestment

Stell Dir vor, Du hättest vor 20 Jahren für 10.000 Euro Aktien von BASF gekauft. Damals lag der Kurs bei rund 17 Euro. Die Dividendenrendite befand sich bei knapp 3 Prozent. Deine Ausschüttung lag damals also bei 300 Euro. Heute (Stand: August 2019) steht der Kurs nach einem rapiden Absturz ausgehend von ca. 96 Euro Anfang 2018 bei ca. 58 Euro. In der Zwischenzeit hast Du keine weiteren Aktien gekauft. BASF dagegen hat seine Dividende jedoch immer weiter entsprechend der Unternehmensentwicklung gesteigert.

Heute liegt die Dividende in Bezug auf den aktuellen Kurs (Stand August 2019) bei 5,58 Prozent. Seither hat sich der Kurs aber vervierfacht, sodass die Aktien in Deinem Depot 40.000 Euro wert sind. Du erhältst damit aktuell eine Ausschüttung von 2.232 Euro. Auf Deine ursprüngliche Investition gerechnet streichst Du also eine Dividendenrendite von 22,32 Prozent ein. Das kann sich sehen lassen, oder?

Merke: Langfristiges Denken zahlt sich bei Investitionen in Qualitätsunternehmen aus!

Vorteil 4: Regelmäßige Dividenden motivieren

Gerade am Anfang Deiner Börsenkarriere ist Dein Handeln von Unsicherheit geprägt. Vor allem wenn Du noch mit wenig Kapital an der Börse aktiv bist, kommst Du bei Marktschwankungen schnell ins Zweifeln. Du stellst Dir beinahe zwangsweise die Frage, ob sich das Risiko “Börse” überhaupt lohnt, um ein paar Euro Kursgewinn zu verdienen. Regelmäßige Dividendeneingänge sind hier unheimlich motivierend.

Mit der Zeit wirst Du sehen, wie Deine Dividendeneinkünfte langsam, aber stetig steigen und Du nahezu jede Woche eine kleine Überweisung auf Deinem Kontoauszug findest. Dieser stetige Anstieg motiviert enorm dazu, mehr Kapital in Dividendenaktien zu investieren und damit wiederum höhere Dividenden zu generieren. Spätestens nach 10 Jahren reibst Du Dir die Augen (und natürlich die Hände) und kannst voller Stolz auf das Dividendenwachstums zurückblicken.

Denke daran: Langsam aber stetig ernährt sich das Eichhörnchen!

Vorteil 5: Mehr Freiheit durch passives Einkommen

Der langfristige Vorteil von Dividendenaktien ist das passive Einkommen, das Du damit erzielst. Passives Einkommen ist gleichbedeutend mit Freiheit. Immerhin fließt dieses, ohne dass Du dafür aktiv Zeit gegen Geld tauschen oder als Selbstständiger ein aktives unternehmerisches Risiko eingehen musst. Mit einem gut strukturierten Dividendendepot kannst Du langfristig beispielsweise früher in Rente gehen, ohne auf die staatliche Rente oder besser gesagt Deinen Anspruch auf ein fiktives zukünftiges Taschengeld angewiesen zu sein.

Alternativ kannst Du auch auf Weltreise gehen oder Dich voll auf ein anderes Projekt Deiner Wahl konzentrieren.

Der große Vorteil von Dividendenaktien gegenüber Wachstumsaktien ist klar: Um Dir diese Freiheiten mit einem Depot voller Wachstumswerte zu gönnen, müsstest Du anteilig Aktien verkaufen und greifst so die Substanz Deines Vermögens an. Bei Dividendenaktien handelt es sich lediglich um einen Teil der Gewinne. Du lebst also aus dem Cashflow.

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Wann und wie erhalte ich meine Dividenden?

Verstanden, Dividenden sind “cool”, aber wann und wie bekomme ich meine Dividenden?

Um eine Dividende zu erhalten, musst Du eine Aktie zu einem speziellen Stichtag besitzen. Dieser Tag wird als “Record date” bezeichnet. Du musst eine Aktie also nicht ein ganzes Jahr lang halten, um die Dividende zu bekommen. Theoretisch könntest Du einen Titel am Tag vor dem Record date kaufen und hast damit den Anspruch auf die volle Dividende. Einige Tage bis Wochen später steht schließlich das “Ex-dividend-date” an. Das ist der Handelstag, an dem eine Aktie “ex-Dividende”, also ohne die ausgezahlte Dividende gehandelt wird.

Info: Warum wird eine Aktie am “Ex-Tag” ohne Dividende gehandelt?

Bis zum Zeitpunkt der Ausschüttung ist der komplette in einem Wirtschaftsjahr erzielte Gewinn teil des Unternehmenswertes. Am “Ex-Tag” wird der als Dividendenausschüttung deklarierte Gewinn sozusagen herausgerechnet. Dieser wird schließlich ausgeschüttet, wodurch das Unternehmen an Wert verliert.

Dieser Wertverlust entspricht der Höhe der Dividendenausschüttung. Damit ist die Kursentwicklung für Dich neutral. Zudem wird die entstehende Kurslücke meist binnen weniger Tage nach oben hin geschlossen.

Das dritte wichtige Datum, das Du Dir merken musst, ist das “Payment date”. An diesem Tag wird die Dividende an Dich ausgezahlt. Informationen zum genauen “Record-date”, “Ex-dividend-date” und “Payment-date” findest Du in der Investor-Relations-Rubrik auf der Website des jeweiligen Unternehmens.

Dividendenauszahlung: Jährlich, quartalsweise oder monatlich?

In Deutschland zahlen die meisten Unternehmen ihre Dividenden auf Jahresbasis einmal pro Jahr. Mit Ausnahme weniger Unternehmen zahlen Aktiengesellschaften ihre Dividenden zwischen April und Juli in der sogenannten Dividendensaison. Unternehmen wie Siemens, deren Geschäftsjahr vom Kalenderjahr abweicht, zahlen ihre Jahresdividende beispielsweise im Januar. Vor allem im anglo-amerikanischen Raum sind quartalsweise Dividendenzahlungen üblich.

Du erhältst also viermal pro Jahr jeweils einen Anteil der Jahresdividende.

Vorteil: Es gibt in jedem Quartal einen “Record-day”, sodass Du bereits von der nächsten Quartalsdividende profitierst. Das ist besonders attraktiv, da Du den Cashflow in Deinem Depot deutlich erhöhst. Das steigert die Motivation durch noch häufigere Auszahlungen und ermöglicht Dir die schnellere Reinvestition der Ausschüttungen.

Manche Unternehmen schütten ihre Dividenden auch halbjährlich und einige wenige sogar monatlich aus. Letzteres trifft insbesondere auf sogenannte REITs (Real Estate Investment Trusts) zu. REITs sind vereinfacht gesagt Immobilienverwalter, die Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien oder Gesundheitsimmobilien besitzen und vermieten.

Was macht eine gute Dividendenaktie aus?

“Viel hilft viel!”

Dieses Prinzip geht beim Investment in Dividendenaktien in der Regel nach hinten los. Das Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite ist unter Garantie nicht das beste Unternehmen.

Auch hier gilt der Grundsatz: Je höher die Rendite, desto höher das Risiko. Dass die Dividendenrendite bei einem Unternehmen beispielsweise bei 8 Prozent liegt, kann auch daran liegen, dass der Kurs aufgrund erheblicher Probleme im operativen Geschäft zuletzt massiv gefallen ist. Um die Qualität einer Dividendenaktie beurteilen zu können, solltest Du Unternehmen genau betrachten. Im Zentrum stehen einige wichtige Kennzahlen:

Die wichtigsten Kennzahlen für Dividendenaktien

  • Payout ratio: Die Payout ratio ist die wohl wichtigste Kennzahl beim Investieren in Dividendenaktien. Der Wert gibt an, welchen prozentualen Anteil der Gewinne ein Unternehmen als Dividenden ausschüttet. Beim fokussierten Dividendeninvestment sollte die Kennzahl weder zu gering noch zu niedrig sein. Optimal sind etwa 30-70 Prozent. Auf diese Weise profitierst Du einerseits von einer attraktiven Ausschüttung. Andererseits hat das Unternehmen noch genug Luft für weitere Dividendensteigerungen. Zudem besteht nach oben hin ein Sicherheitspuffer, sodass das betreffenden Unternehmen seine Dividende nicht gleich kürzen muss, wenn der Gewinn niedriger ausfällt.
  • Gesamtrendite (Total return): Die Gesamtrendite entspricht der Kombination aus der Dividendenrendite und der jährlichen Kursentwicklung. Was bringt Dir eine Dividendenrendite von 6 Prozent, wenn ein Unternehmen trotz positiver Marktstimmung seit Jahren kontinuierlich im Kurs fällt?
  • EPS Wachstum: EPS steht für Earnings per Share, also den Gewinn pro Aktie. Bei einem guten Dividendentitel steigt der Gewinn pro Aktie im langfristigen Trend oder ist zumindest stabil.
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (P/E-Ratio): Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist eine klassische Bewertungskennzahl für etablierte Unternehmen. Der Kennwert setzt den Kurs und den erzielten Gewinn in ein Verhältnis. Die Kennzahl gibt also an, mit dem Wieviel-Fachen des Jahresgewinns eine Aktie an der Börse bewertet ist. Historisch liegen die KGVs etwa bei 15. Als alleinige Kennzahl reicht das KGV jedoch nicht aus, sondern muss im Kontext mit anderen Kennzahlen wie den zuvor genannten betrachtet werden.

Dividendenadel und Dividendenaristokraten

Beim Dividendeninvestment sind langfristige Orientierung und Unternehmensqualität die ausschlaggebenden Faktoren. Auf der Suche nach guten Dividendentiteln solltest Du daher auf die Kontinuität von Dividendenzahlungen und Dividendenanhebungen achten. Bei Aktien, die über lange Zeit ohne Unterbrechung eine Dividende zahlen oder diese sogar erhöhen, handelt es sich um sogenannten Dividendenadel.

Je nachdem, ob Du auf dem US-Markt oder in Deutschland unterwegs bist, herrschen hier unterschiedliche Definition vor, wann eine Aktie zu diesem erlauchten Kreis gehört. In den USA gilt ein Unternehmen beispielsweise als Dividendenaristokrat, wenn es für mindestens 25 Jahre in Folge seine Dividende erhöht hat.

Dazu zählen etwa breit aufgestellte Weltkonzerne wie:

  • 3M Company
  • Johnson & Johnson
  • Procter & Gamble
  • McDonalds
  • Coca-Cola

In Europa herrscht eine andere Definition: Demnach gilt hierzulande als Dividendenaristokrat, wer in den vergangenen 10 Jahren eine Dividende ausgeschüttet hat, die in mindestens 7 Jahren stabil war oder gesteigert wurde. Weitere Kriterien sind eine Eigenkapitalquote von mindestens 30 Prozent, eine Dividendenhöhe von mindestens 3,5 Prozent und ein Verschuldungsgrad kleiner 3 (Net debt / EBITDA). In Europa ist die Anzahl der Dividendenaristokraten deutlich überschaubarer als in den USA. Dennoch gehören dazu unter anderem Novartis, Shell, Siemens und Münchner Rück.

Interessant: Dividendenaristokraten wollen ihren Status unbedingt beibehalten.

Als solche erfreuen Sie sich sowohl bei institutionalen Anlegern als auch bei Privatanlegern großer Beliebtheit, die sie nicht aufs Spiel setzen möchten. Zudem sind sie in zahlreichen Fonds und ETFs enthalten, die auf Dividendenadel spezialisiert sind. Dementsprechend sind die Anstrengungen groß, die Kriterien weiterhin zu erfüllen. Das reduziert für Dich als Anleger das Risiko, dass die Dividende plötzlich einbricht. Ausnahmen wie General Electric bestätigen allerdings auch hier die Regel.

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So vermeidest Du die größten Fehler beim Investment in Dividendenaktien

Fehlervermeidung ist der beste Weg zum Erfolg am Aktienmarkt. Dieses Prinzip greift auch beim Investment in Dividendenaktien. Wenn Du also ein Vermögen mit Dividendenaktien aufbauen und später von einem Teil des passiven Einkommens leben möchtest, solltest Du die folgenden Fehler vermeiden.

  1. Zu hohe Payout-ratio: Die Payout-ratio haben wir bereits angesprochen. Dennoch liegt hier der häufigste Fehler beim Dividendeninvestment. Gerade Anfänger fallen auf hohe Dividenden herein, die über neue Schulden finanziert werden. Ein Unternehmen sollte niemals eine Payout-ratio von mehr als 100 Prozent haben. Damit zahlt das Unternehmen seine Dividende nämlich aus der Substanz und nicht aus den Gewinnen oder nimmt sogar neue Schulden auf. Diese nicht nachhaltige wirtschaftsweise hat schon so manchem Unternehmen das Genick gebrochen und etliche Depots gesprengt.
  2. Die falsche Dividende wählen: Manche Unternehmen bieten Dir die Möglichkeit, statt der Ausschüttung eine Sachdividende zu beziehen. Meist handelt es sich um zusätzliche Aktien, die einfach in Dein Depot gebucht werden. Baust Du Dein Depot gerade noch auf, ist diese Option durch den direkten Zinseszinseffekt attraktiv. Später hingegen sind Barausschüttungen die bessere Wahl, sofern Du von diesem passiven Einkommen leben möchtest.
  3. Unternehmen mit zu geringer Rentabilität: Nur Unternehmen, die langfristig ausreichend rentabel arbeiten, können auch eine stabile Dividende zahlen. Halte daher immer ein Auge auf die Gesamtrentabilität eines Unternehmens. Diese sollte langfristig mindestens bei 10 Prozent liegen.
  4. Die Geduld verlieren: An der Börse geht es nicht nur nach oben. Dividendentitel gehören in guten Börsenzeiten im Vergleich zu Kursraketen wie etwa Amazon oder Wirecard eher zu den “lahmen Enten”. Viele Anfänger sind vom Seitwärtslaufen von Dividendenaktien enttäuscht und verkaufen diese viel zu schnell wieder. Und wie es das Schicksal will, springt der Kurs ein halbes Jahr später wieder an. Das Resultat: Viele Anleger steigen zu einem höheren Preis wieder ein und haben sich zwischenzeitlich zwei Quartalsdividenden entgehen lassen. Daher: Hast Du Dich einmal nach einer eingehenden Recherche für ein Unternehmen entschieden, brauchst Du Geduld. Ein sehr gutes Buch zu genau diesem Thema ist “Die Kunst, über Geld nachzudenken” von Investmentlegende André Kostolany.

Achtung Steuer: So werden Dividenden aktuell besteuert!

Zum Schluss wollen wir uns noch einem unerfreulichen Punkt widmen: der Versteuerung von Dividenden.

Aktuell ist die steuerliche Situation hierzulande noch sehr einfach: Grundsätzlich steht Dir als Einzelperson ein Steuerfreibetrag von 801 Euro pro Jahr zu (1.602 Euro bei zusammenveranlagten Ehepaaren). Bis zu dieser Höhe sind Kapitalerträge, also auch Dividenden, steuerfrei. Für eine möglichst einfache Abwicklung solltest Du bei Deiner Depotbank einen Freistellungsauftrag stellen.

Andernfalls führt Deine Bank die fälligen Steuern in Höhe von 25 Prozent bei jeder Auszahlung automatisch an den Staat ab. Solltest Du keinen Freibetrag eingerichtet haben, ist das aber auch kein Drama. Die zu viel gezahlten Steuern kannst Du Dir mit Deiner Steuererklärung zurückholen. Liegt Dein persönlicher Steuersatz unter den pauschal fälligen 25 Prozent der Kapitalertragsteuer, kannst Du eine sogenannte Günstigerprüfung beantragen.

In diesem Fall zahlst Du auf Deine Dividendenerträge lediglich Deinen persönlichen Steuersatz von z.B. 21,3 Prozent. Wichtig: 801 Euro sind frei. Erst ab dem 802. Euro zahlst Du Steuern. Bis es mit einem Dividendendepot soweit ist, dauert es am Anfang aber ein wenig. Denn bei einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3 Prozent müsste Dein Depot schon rund 27.000 Euro schwer sein, damit überhaupt Steuern auf die Dividenden anfallen.

Achtung Steuerreform voraus!

Aktuell diskutiert man in der Politik darüber, die Kapitalertragsteuer abzuschaffen. Damit würden Dividendenerträge (und generell Kapitalerträge) künftig immer mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Wir können also nur hoffen, dass es noch eine Weile dauert, bis die Änderung beschlossen wird. Der einzige Profiteuer bist nämlich nicht Du, als jemand, der eigenverantwortlich für seine Rente vorsorgen möchte.

Der einzige wirkliche Profiteur ist der Staat, der ohnehin bereits in rekordverdächtigen Steuereinnahmen schwimmt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte und soll Dich nicht vom Investieren abhalten. Zähneknirschend Steuern zu zahlen ist in jedem Fall besser, als gar nichts zu tun und sich auf den Staat zu verlassen. Und das vor allem, wenn Du ein freies, selbstbestimmtes und unabhängiges Leben führen möchtest, ohne irgendwann als Bittsteller zu enden.

Dein Depotstudent Dominik

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