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Ergibt ein Multi-Asset-Portfolio Sinn?

Depotstudent Dominik
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Vor allem Anfängern erscheint ein Portfolio, welches ausschließlich Aktien oder ETFs auf Aktienindizes beinhaltet, sehr riskant. Experten raten risikoscheuen Menschen zur Diversifikation und regen zum Einsatz verschiedener Assetklassen an. Es ist jedoch sehr aufwendig, in Eigenregie ein Portfolio zusammenzustellen, in welchem Aktien, Anleihen und sonstige Anlagevehikel enthalten sind. Es gilt, die passende Gewichtung herauszufinden, und einmal im Jahr muss ein Rebalancing durchgeführt werden.

Der Multi-Asset-Ansatz will Einsteigern und Fortgeschrittenen diesen Aufwand abnehmen. In einem derartigen Portfolio werden mehrere Anlageklassen von Spezialisten vereinigt, gewichtet und seitens der Entwicklung überwacht. In diesem Beitrag stelle ich Dir den Ansatz Multi-Asset-Portfolio vor, schaue mir die Entwicklung verfügbarer ETFs an und weise auf Besonderheiten hin. Am Ende des Artikels kannst Du selbst entscheiden, ob ein Multi-Asset-Portfolio für Dich einen Sinn ergibt.

Was ist ein Multi-Asset-Portfolio?

Hinter dem kompliziert klingenden Namen verbirgt sich eine bereits seit Langem verwendete Strategie zur Risikominderung. Einem Anteil an risikoreichen Aktien wird ein risikoarmer Anteil in Form von Staatsanleihen oder unternehmerischer Schuldverschreibungen hinzugefügt. Zur noch besseren Streuung werden Anlageklassen wie Geldmarkt, Rohstoffe und Immobilien hinzugefügt.

Als erstrangiges Ziel der Ausgestaltung wird optimierte Robustheit in Krisenszenarien angegeben. Die geringere Schwankungsbreite soll den Anleger vor Verlusten in schwierigen Marktphasen bewahren und auf lange Sicht in mehr Rendite resultieren.

Multi-Asset-Portfolios werden zunehmend oft als ETFs angeboten und wollen passiv ausgerichteten Anlegern viel Arbeit abnehmen sowie Risiken mindern. Früher erforderte die Gestaltung eines Portfolios mit mehreren Anlageklassen den Beistand eines unabhängigen Experten, welcher für seine Tätigkeit ein Honorar in Rechnung stellte. Heute übernehmen ETF Anbieter die Entwicklung von Multi-Asset-Portfolios und lassen sich den Aufwand durch höhere Gesamtkosten vergüten.

Welche Vorteile sollen damit verbunden sein?

Die Anbieter verweisen in erster Linie auf geringen Aufwand und eingesparte Zeit, weil ein selbst zusammengestelltes Multi-Asset-Portfolio regelmäßig gepflegt und neu gewichtet werden muss. Das zweite Argument für ein Portfolio mit mehreren Anlageklassen soll die bessere Diversifikation sein, welche in Krisenszenarien vor Verlusten schützt.

Als dritter Pluspunkt wird auf eine langfristig attraktive und konstante Wertentwicklung hingewiesen. Zudem sollen Multi-Asset-Portfolios in Form von ETFs sehr kostengünstige Anlagevehikel sein.

Nachfolgend schaue ich mir einige Multi-Asset-Ansätze an und suche nach vermeintlichen Vorteilen. Auf dem heimischen Markt ist das Angebot noch sehr gering, es gibt aktuell nur 6 in der BRD zugelassene ETFs mit Multi-Asset-Strategien.

Portfolio Total Return UCITS ETF von Xtrackers

Dieser börsengehandelte Indexfonds bildet ein global diversifiziertes Portfolio ab, welches aus Anleihen und Aktien besteht. Die verfolgte Strategie will bei geringer Volatilität auf lange Sicht attraktiven Kapitalzuwachs sicherstellen.

Auf konkrete Beschreibung wird jedoch in der Broschüre verzichtet. Es wird lediglich erwähnt, dass der Aktienanteil aus industrialisierten Ländern ebenso kommen kann wie aus aufstrebenden Märkten. Zudem kann der Anteil an Aktien im Index zwischen 30 und 70 % betragen. Wie diese nicht unerheblichen Unterschiede zusammenkommen oder wer darüber entscheidet, geht aus der ETF Beschreibung nicht hervor.

Der Xtrackers Portfolio UCITS ETF ist vollständig physisch repliziert und thesaurierend aufgebaut. Er wurde im November 2008 aufgelegt und verfügt aktuell über eine Fondsgröße von 404 Millionen Euro. Sein Fondsdomizil ist Luxemburg und die Gesamtkostenquote wird mit 0,70 % pro Jahr angegeben. Mit einer Schwankungsbreite von 9,33 % per anno ist der ETF durchschnittlich volatil.

Wertentwicklung seit 2014:

  • 2014 plus 14,12 %.
  • 2015 plus 3,02 %.
  • 2016 plus 6,74 %.
  • 2017 plus 7,14 %.
  • 2018 minus 6,98 %.
  • 2019 plus 17,78 %.

Seit Auflage hat der ETF um insgesamt 146,72 % an Wert zugelegt, dies entspricht einer jährlichen Durchschnittsrendite von 8,52 %. Sparplanfähig ist der ETF aktuell bei 12 Onlinebrokern verfügbar.

Aufgepasst!

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Portfolio Income UCITS ETF von Xtrackers

Der Portfolio Income bildet die Wertentwicklung des Basisindex der DB Stiftung mit vollständiger physischer Replikation nach. Er wurde im Februar 2011 aufgelegt und ausschüttend gestaltet. Sein Fondsdomizil ist Irland, sein aktuelles Volumen wird mit 53 Millionen Euro angegeben.

In ihm enthalten sind variable Anteile an Aktien (bis zu 30 %), Unternehmens- und Staatsanleihen (60 bis 95 %) sowie maximal 10 % Rohstoffe oder Währungen. Mit einer jährlichen Schwankungsbreite von 5 % zählt der ETF zu den weniger volatilen Anlagevehikeln. Seine TER liegt bei 0,65 % per anno.

Die Wertentwicklung seit 2014:

  • 2014 plus 8,28 %.
  • 2015 plus 1,88 %.
  • 2016 plus 4,86 %.
  • 2017 plus 2,64 %.
  • 2018 minus 4,16 %.
  • 2019 plus 13,53 %.

Seit der Auflage hat der ETF um 42,89 % an Wert zugelegt, die jährliche Durchschnittsrendite liegt bei 4,11 %. Bei 10 Brokern ist der ETF sparplanfähig, 3 davon führen ihn als Aktionsangebot derzeit kostenfrei.

Vermögensstrategie UCITS ETF von ComStage

Im Indexfonds des Anbieters ComStage sind 60 % Aktien mit 30 % Anleihen und 10 % Rohstoffen vereinigt. Die Allokation ist fest und wird nicht aufgrund aktueller Markteinschätzungen verändert. Der Aktienanteil setzt sich aus mehreren Hundert Wertpapieren von Gesellschaften aus verschiedenen Ländern zusammen. Die Anleihen stammen aus den Vereinigten Staaten, europäischen Ländern und der BRD.

Der ComStage ETF wurde im April 2016 aufgelegt und hat eine aktuelle Fondsgröße von 97 Millionen Euro. Er ist vollständig physisch repliziert und schüttet seine Erträge jährlich aus. Das Fondsdomizil ist die BRD, die Schwankungsbreite wird mit 9,20 % pro Jahr angegeben und liegt im mittleren Bereich der Skala. Die Gesamtkostenquote TER liegt bei jährlich 0,65 %.

Wertentwicklung seit Auflage:

  • 2016 plus 10,28 %.
  • 2017 plus 5,59 %.
  • 2018 minus 5,75 %.
  • 2019 plus 17,99 %.

Der ComStage ETF ist bei 10 Brokerage Anbietern sparplanfähig und bei 3 Brokern aktuell kostenfrei.

Vermögensstrategie Defensiv UCITS ETF von ComStage

Die Vermögensstrategie dieses ETF unterscheidet sich von der oben ersichtlichen Variante lediglich durch eine geänderte Allokation. Anstatt 60 % Aktien sind im defensiv ausgerichteten ETF nur 40 % enthalten. Der Anleiheanteil ist mit 50 % wesentlich umfangreicher, die restlichen 10 % werden von Rohstoffen eingenommen. Auch hier ist der Aktienanteil global diversifiziert und die Anleihen stammen aus den USA und Europa.

Die wichtigsten Daten im Überblick

  • Fondsauflage: März 2018.
  • Fondsdomizil: BRD.
  • Volumen: 13 Millionen Euro.
  • Indexabbildung: vollständige physische Replikation.
  • Gesamtkostenquote: 0,41 % pro Jahr.
  • Jährliche Schwankungsbreite: 5,45 %.

Rendite seit Auflage:

  • 2018 minus 2,26 %.
  • 2019 plus 12,27 %.

Bei 7 Brokern kann mit dem ETF ein Sparplan eingerichtet werden, 2 Anbieter berechnen derzeit keine Kosten.

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Vermögensstrategie Offensiv UCITS ETF von ComStage

Auch bei diesem Multi-Asset-Portfolio ETF geht aus dem Namen bereits die Zusammensetzung hervor. Der Aktienanteil nimmt 80 % ein, den Rest bilden zu jeweils 10 % Anleihen und Rohstoffe. Die Aktien im Portfolio kommen von internationalen Gesellschaften, die Anleihen aus Europa und den Vereinigten Staaten.

Der im März 2018 aufgelegte Fonds mit Domizil BRD konnte bislang nur 6 Millionen Euro einsammeln. Die Indexabbildung erfolgt vollständig physisch, Erträge werden jährlich ausgeschüttet und die jährliche TER liegt bei 0,55 %. Mit 13,86 % Schwankungsbreite ist der ETF überdurchschnittlich volatil.

Die Wertentwicklung:

  • 2018 schloss der ETF mit minus 5,62 % ab.
  • 2019 liegt er bis jetzt mit 22,89 % im Plus.

Einen ETF-Sparplan kannst Du derzeit bei 7 Brokern einrichten, zwei Anbieter stellen aktuell keine Gebühren in Rechnung.

Morningstar Multi-Asset Global Infrastructure UCITS ETF von SPDR

Der Fonds bildet mit Aktien und Anleihen die globale Infrastruktur ab. Das Portfolio besteht zu jeweils 50 % aus öffentlich gehandelten Unternehmensbeteiligungen und Schuldverschreibungen.

Die Auflage des ETF erfolgte im April 2015, seither konnte der Fonds ein Volumen von 724 Millionen Euro generieren. Der ETF ist mit optimiertem Sampling physisch repliziert, er schüttet seine Erträge einmal im Jahr aus. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,40 % pro Jahr, die Schwankungsbreite wird mit jährlich 7,16 % angegeben.

Wertentwicklung seit Auflage:

  • 2015 minus 5,10 %.
  • 2016 plus 10,92 %.
  • 2017 plus 0,44 %.
  • 2018 minus 0,01 %.
  • 2019 plus 19,43 %.

Die Durchschnittsrendite seit Auflage liegt bei 4,19 % pro Jahr. Sparplanfähig ist der ETF aktuell bei keinem Broker verfügbar.

Werden Multi-Asset-Strategien den Erwartungen gerecht?

Die derzeit angebotenen ETFs sind überwiegend sehr jung und lassen keine Beurteilung der langfristigen Wertentwicklung zu. Bislang erzielte Renditen liegen jedoch im mittleren bis unteren Bereich des Möglichen. Es zeigt sich zudem, dass verschiedene Anlageklassen im Portfolio die Entwicklung eher bremsen, und das zu einem vergleichsweise hohen Preis von durchschnittlich 0,55 % pro Jahr.

In schlechten Jahren, wie beispielsweise 2018, neigen sie zu ähnlichen Verlusten wie gut diversifizierte Aktienindizes. In Aufschwungphasen fehlt es ihnen aber entscheidend an Potenzial.

Meine Empfehlung: Baue Dein Multi-Asset-Portfolio selbst und wähle dazu bewährte Komponenten.

Wie würde ich ein Multi-Asset-Portfolio gestalten?

Zunächst einmal bin ich der Ansicht, dass die Geldanlage mit ETFs einfach und übersichtlich gehalten werden sollte. Das bedeutet im Klartext: Keine Rohstoffe, Währungen und Immobilien, lediglich 2 optimal diversifizierte Indizes mit Aktien und Anleihen.

Für den Aktienanteil würde ich einen ETF auf den MSCI World wählen. Der Index vereinigt mehr als 1.650 Aktien von großen und mittelgroßen Gesellschaften aus den 23 wichtigsten Ländern in 5 globalen Regionen.

Die Vorteile des MSCI World:

Der Index besteht seit mehreren Jahrzehnten und hat alle großen Krisen gut überstanden. Er vereinigt die erfolgreichsten Konzerne der Welt gemäß dem aktuellen Börsenwert und seine Wertentwicklung kann transparent über 20 Jahre zurückverfolgt werden.

In der BRD sind aktuell 13 ETFs auf den MSCI World zugelassen. Die meisten davon sind älter als 5 Jahre und verfügen über Fondsvolumen von mehreren Hundert Millionen Dollar. Einen ETF auf den MSCI World kannst Du bereits mit einer Gesamtkostenquote von 0,12 % pro Jahr erwerben. Die Order über einen online agierenden Broker wird von geringen Gebühren begleitet. ETF-Sparpläne können bei jedem Broker abgeschlossen werden. Die Durchschnittsrendite lag in den letzten 15 Jahren bei jedem ETF knapp unter 8 % per anno.

Welchen Anleihen ETF?

Den Anleiheanteil würde ich mit einem globalen Index auf Unternehmensanleihen bilden, weil AAA Staatsanleihen derzeit nicht oder negativ rentieren und Government Bonds aus den Schwellenländern zu riskant sind.

Die Auswahl ist nicht sonderlich groß, sofern auf ein rentables Investment Wert gelegt wird. Infrage käme für mich der:

USD Corporate Bonds UCITS ETF 1D von Xtrackers

Der Fonds mit Domizil Irland besteht seit September 2015 und verfügt über ein aktuelles Volumen von 513 Millionen Euro. Mit optimiertem Sampling ist der ETF physisch repliziert, die Erträge werden alle 6 Monate ausgeschüttet und können reinvestiert werden. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,12 % per anno und die jährliche Volatilität ist mit 7,33 % angegeben.

Wertentwicklung seit Auflage:

  • 2016 plus 10,02 %.
  • 2017 minus 5,87 %.
  • 2018 plus 0,40 %.
  • 2019 plus 21,58 %.

Der Anleihen-ETF ist bei 4 Brokern sparplanfähig vorhanden und bei 2 Anbietern aktuell kostenfrei.

Fazit: Eigenbau lohnt sich

Wenn Du Dein Portfolio selbst mit mehreren Anlageklassen gestaltest, kann die Gewichtung der individuellen Risikobereitschaft entsprechend vorgenommen werden. Du kannst beispielsweise 50/50, 70/30 oder 80/20 gewichten. Zudem kann das Portfolio bereits mit einer Gesamtkostenquote von zweimal 0,12 % eingerichtet werden. Letztlich ist das Rebalancing mit nur 2 Komponenten einfach durchführbar.

Was mich an den Komplettlösungen neben den hohen Kosten und der nicht vorhandenen Flexibilität sonst noch stört, ist einfach erklärt. Die meisten ETFs sind zu jung und haben kein ausreichendes Fondsvolumen. Die Gefahr der vorzeitigen Schließung ist daher besonders groß. Wenn es unbedingt ein Portfolio mit mehreren Anlageklassen sein soll, empfehle ich Dir den Eigenbau.

Dein Depotstudent Dominik

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