depotstudent

ETF im Minus – was tun?

Immer mehr Sparer erkennen die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik und viele entschließen sich zur Geldanlage in ETFs. Der frisch gebackene Privatanleger vertraut seiner Hausbank, die Exchange Traded Funds als risikolose Investments mit hervorragender Performance bewirbt.

Doch jetzt kommt es hart auf hart:

Nicht selten ist der ETF im Minus – ein Schock für den unerfahrenen Anleger. Anstatt des erwarteten Plus ist die Geldanlage im Minus, was soll ich tun?

Der nachfolgende Beitrag setzt sich mit dem Problem “ETF im Minus” auseinander und greift diese Themen auf:

  • Ist es normal, dass mein ETF-Investment ins Minus rutscht?
  • Warum können ETFs in den Minus-Bereich fallen?
  • Wie soll ich mich im Ernstfall verhalten?
  • Gibt es Möglichkeiten, Verlusten aus dem Weg zu gehen?
  • Was tun, wenn mir die Volatilität Kopfschmerzen bereitet?

Ist ein ETF im Minus normal?

Wenn Du Dir von einem beliebten ETF auf einen Aktienindex den Chart in langfristiger Einstellung anschaust, fällt Dir mit Sicherheit etwas auf.

Der Kurs verläuft nie gerade, sondern im unregelmäßig gezackten Muster und bildet nur auf lange Sicht einen Trend nach oben oder unten aus.

Die kleinen Ausschläge sind der täglichen Aktivität aller Marktteilnehmer geschuldet, die den ETF kaufen oder veräußern. Mal überwiegen die Käufer, der Kurs steigt, ein anderes Mal wird die Notierung von einer überwiegenden Verkäufermehrheit in den Keller gedrückt.

Ein praktisches Beispiel:

  • Klaus hat vor einem Monat voller Vorfreude 2.500 Euro in einen Aktien-ETF investiert.
  • Am Monatsende sieht er sich mit einem Verlust von 75 Euro konfrontiert, findet dies extrem und ärgert sich. 75 Euro sind ja nicht gerade wenig Geld!

Wo liegt der Fehler? Richtig, in der Bewertung!

Klaus hätte das Minus von der rechnerischen Seite angehen müssen und wäre zu folgendem Ergebnis gekommen:

  • 75 / 2,500 = 3 %. Das Minus beträgt also drei Prozent.

Die Prozentpunkte sind zur langfristigen Bewertung des Minus wichtig, und dazu wird die historische Entwicklung des ETFs seit dem Ausgabestart herangezogen.

Zum einfacheren Verständnis gehe ich von einem ETF auf den MSCI World im Zeitraum zwischen Dezember 1969 und Januar 2017 aus.

  • 565 Mal schwankte die Rendite bei monatlicher Betrachtung.
  • 219 negative Monatsrenditen entsprechen 39 Prozent.
  • 346 positive Monatsrenditen resultieren in 61 Prozent.
  • Die schlechteste Monatsrendite lag bei Minus 19 Prozent.
  • Der beste Monat resultierte in einem Plus von knapp 15 Prozent.

Das Bild nimmt Konturen an, ist jedoch noch nicht aussagefähig. Es gilt noch, zu errechnen, wie häufig die Monatsrenditen vorkamen.

Das wichtigste Ergebnis:

  • Die mit 33 Prozent am häufigsten vorkommenden positiven Renditen lagen zwischen 1 und 3 Prozent.
  • Häufig vorkommende negative Renditen gab es zu 24 Prozent im Bereich von minus 1 bis 3 Prozent.

Was würde Klaus aus dieser Berechnung erkennen?

Sein Minus von 3 Prozent liegt absolut im normalen Bereich einer ETF-Geldanlage.

Und was noch?

Langfristig überwiegen die positiven Renditen. In der Fachwelt heißt der Begriff dafür “Schwankungsbreite”, ein absolut typisches Verhalten für ETFs.

Aus dem Chart kann ein erfahrener Anleger zudem ersehen, dass der Weg nach oben wesentlich langsamer gegangen wird als die Talfahrt in Krisenzeiten erfolgt. Wenn die Bären zuschlagen, hat dies einen größeren Effekt (19 Prozent bei unserem Beispiel) als wenn die Bullen lospreschen (gut 15 Prozent).

Aufgepasst!

Pflichtlektüre für jeden Privatanleger: Link zum Buch*

Buchempfehlung

Das beste Depot (mit fetter Prämie) gibt’s hier: Link zum Depot*

Zwei weitere Top Depots: Extratipp 1* und Alternativempfehlung 2*

Warum ist der ETF im Minus?

ETFs können aus den unterschiedlichsten Gründen ins Minus fallen. Der ETF im Minus ist jedoch nur in den seltensten Fällen besorgniserregend. Das ganz normale Tagesgeschäft resultiert, wie bereits erwähnt, in mehr oder weniger heftigen Schwankungen.

Manchmal sind neue Verordnungen der Anlass, dass sich ein ETF im Minus befindet. So geschehen am 1. Januar 2018 durch die Neubewertung aller Fondsvermögen im Rahmen der Novellierung des Investmentbesteuerungsgesetzes. Eine damit beschlossene pauschale Vorabbesteuerung drückte die ETFs in vielen Depots ins rechnerische Minus. In diesem Szenario ist der ETF im Minus kein Grund zur Beunruhigung. Auch die alltäglichen Schwankungen sollten gelassen hingenommen werden.

Die wirklich großen Bewegungen haben immer außerordentliche Gründe, wie beispielsweise der rasante Kursverfall in der Finanzkrise 2008/2009. Seinerzeit war das oben genannte Beispiel, der MSCI ETF im Minus, je nach Einstiegsdatum mit bis zu 50 Prozent.

Wie passiert so etwas?

Vereinfacht ausgedrückt bekommen einige marktgewichtigen Insider aufgrund von Informationen kalte Füße und stoßen ihre ETFs bzw. die dahinterstehenden Aktien oder Anleihen ab. Der Kurs fällt und dies setzt durch den Herdentrieb einen Schneeballeffekt in Gang. Immer mehr springen auf den zu Tal brausenden Zug auf und beschleunigen die Fahrt. Die Reise verlangsamt sich erst, wenn die Panik vorbei ist und es durch routinierte Aufkäufer zur Bodenbildung kommt.

Zu sehen war dies besonders schön beim letzten Blitz-Crash an der Wall Street, bei dem die fallenden Aktienkurse durch beherzte Käufer aufgefangen wurden. Jede Krise hat Verlierer und Gewinner, nur was kann ein durchschnittlicher Privatanleger mit dieser Weisheit anfangen? Diese Frage beantworte ich Dir im nächsten Abschnitt.

Wie verhalten?

Ein ETF im Minus bedeutet zunächst nichts, es kann sich um völlig normale Marktschwankungen handeln. Indes regt der Umstand zu erhöhter Aufmerksamkeit an. Keinesfalls darfst Du die Erscheinung ignorieren, es könnte sonst ein Rendite-Problem daraus werden. Wenn das Minus ein zweistelliges Format annimmt, solltest Du Dich zu den Hintergründen informieren.

Gleichzeitig gilt: Ruhe bewahren und so wenig wie möglich Informationen aus den Mainstreammedien in die Beurteilung einbeziehen. Warum?

Die Presse macht entweder aus einer Mücke einen Elefanten oder blendet Börsenturbulenzen völlig aus. Im ersten Szenario kommst Du unnötig in Panik, im Zweiten bleibst Du uninformiert.

Ab hier richtet sich das weitere Vorgehen nach Deinem Risikoverständnis. Im Idealfall hast Du nur Gelder in ETFs investiert, auf die langfristig verzichtet werden kann. Und bestenfalls ist Dein Nervenkostüm solide genug, um einen Verlust von 10, 20 oder mehr Prozent zu verkraften. In dem Fall rate ich, wie übrigens viele Experten, zum Beibehalten der Buy-and-Hold-Strategie.

Mit anderen Worten: Machs wie die Politiker und sitz die Krise aus. Wie bereits dargestellt, war der MSCI World ETF in den letzten 50 Jahren mit maximal 50 Prozent im Minus. Und dies auch nur bei Anlegern, die im ungünstigsten Moment in den Weltindex investiert hatten. Die Verluste aus der Finanzkrise wurden jedoch zügig ausgeglichen, heute rangiert der Index weit oberhalb der Notierung vor der Krise.

Also: Chillen ist angesagt!

Das Beispiel MSCI ist stellvertretend für alle ETFs und mit nachfolgenden Erkenntnissen verbunden:

  • Wähle bei ETFs einen möglichst langen Anlagehorizont.
  • Halte einen ETF im Minus, informiere Dich zu den Ursachen der Talfahrt und versuche dann, Deinen Kopf auszuschalten.
  • Vermeide in jedem Fall panikartige Handlungen.

Ein Blick auf die langfristigen Charts von DAX, MSCI oder anderen Indizes wirkt beruhigend, denn es wird deutlich, dass jedem Minus ein neues Plus folgt. Denke in diesem Zusammenhang daran, dass die Tour bergauf länger dauert als eine Talfahrt. In den letzten sieben Jahrzehnten hat es jedoch immer wieder neue Höhen gegeben, weil dies im Interesse aller Marktteilnehmer liegt.

Aufgepasst!

Kostenlose Pflichtlektüre: Link zum Buch*

Das beste Depot (mit fetter Prämie) gibt’s hier: Link zum Depot*

Zwei weitere Top Depots: Extratipp 1* und Alternativempfehlung 2*

Verluste verhindern

Ein robustes Nervenkostüm fällt nicht vom Himmel, sondern muss aufwendig gestrickt werden. Nicht jeder Anleger verfügt über die notwendige Zeit, indes will sich jeder vor Verlusten schützen. Mit einem ETF im Minus oder ausgeprägter Volatilität kann nicht jeder Marktteilnehmer leben. Daher gilt es, das Portfolio auf die eigenen Bedürfnisse auszurichten.

Ins Depot eines risikoscheuen Anlegers gehören ETFs aus verschiedenen Anlageklassen. Es gibt bekanntlich für fast jedes Asset mindestens einen ETF. Wer das vergleichsweise höhere Risiko des Aktien-ETFs minimieren möchte, nimmt einen Exchange Traded Funds auf Unternehmens- und Staatsanleihen ins Depot. Je nach Risikobereitschaft werden die beiden Anlageklassen gewichtet. Einen Blick wert sind zudem ETFs, die auf geringe Volatilität ausgerichtet sind. Die gibt es vor allem für Aktien und ermöglichen, den Experten zufolge, attraktive Renditen bei geringeren Kursschwankungen.

Lebe mit zwischenzeitlichen Verlusten

Aus meiner Sicht ist es jedoch wesentlich sinnvoller, mit Verlusten leben zu lernen als ihnen aus dem Weg zu gehen. Verlustarme Anlageinstrumente haben einen entscheidenden Nachteil, sie bieten bei Weitem nicht alle ansonsten gegebenen Chancen: Namentlich eine hohe Rendite.

Letztlich kann keiner in die Zukunft schauen, aber Schlüsse aus der meist gut dokumentierten Vergangenheit ziehen. Schau Dir deshalb die Charts der ETFs in Deinem Portfolio an und entdecke, wie das Minus der letzten Krise kompensiert wurde.

In jeder Krise steckt eine Chance, Du musst sie nur erkennen und dementsprechend handeln.

Was meine ich damit?

Wenn ein ETF im Minus ist, ergibt sich eine günstige Möglichkeit, einzusteigen – schließlich ist der ETF dann gerade günstiger zu haben. Behalte die bestehenden ETFs im Portfolio und kaufe, wenn möglich im richtigen Moment dazu. Der Neuerwerb bringt von Anfang an Rendite und kompensiert zudem die erlittenen Verluste. Krisen sind so gesehen das Salz des Börsenhandels, sofern sie als Chancen verstanden und genutzt werden.

HILFE! Mir machen die Schwankungen Angst!

Es hilft jedoch nichts, über sich selbst hinauswachsen zu wollen. Angst vor Verlusten kann die Freude am ETF-Portfolio verderben und ist kein guter Ratgeber. Erkenne Deine Grenzen in Bezug auf Risikobereitschaft und richte das Depot darauf aus. Dazu gibt es beispielsweise ETFs auf Staatsanleihen mit AAA Bewertung, die sind wenig volatil und bringen dementsprechend geringe Renditen.

Eine wichtige Erkenntnis in diesem Zusammenhang ist, das Rendite und Risiko immer zusammen in Erscheinung treten. Hohe Gewinne werden nur mit hoher Risikobereitschaft erzielt. Sollte Dir ein ETF im Minus den Schlaf rauben und dieser Umstand durch Informationen nicht zu beseitigen sein, habe ich nur eine Empfehlung für Dich. Lege Dein Kapital auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto an. Doch selbst dabei bist Du vor Minus-Risiken nicht ganz sicher. Stichwort Negativzinsen für alle Spareinlagen, jüngst von der EZB in den Raum gestellt.

Dein Depotstudent Dominik

Starte endlich in 3 Schritten durch!

Fehler Geldanlage 1. Schritt: Vermeide die wichtigsten Fehler!

Hole Dir kostenlos mein Mini-eBook (7 Seiten)

Die 11 größten Fehler von Studenten und Azubis bei der Geldanlage

2. Schritt: Informiere Dich!

zum Beispiel auf meiner Website depotstudent.de.

Ein absolutes Muss: Kostenlose Pflichtlektüre zum Thema Geldanlage*

Ein zweites absolutes Muss: Der Bestseller auf Amazon*

3. Schritt: Eröffne ein eigenes Depot und beginne zu investieren!

Du magst es einfach, günstig und willst ne dicke Prämie?


Schau mal hier.*

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.