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ETF Nachteile und Risiken auf dem Prüfstand

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Exchange Traded Funds sind als einfach verständliche Instrumente für den Vermögensaufbau in immer mehr Portfolios von Privatanlegern enthalten. ETFs zeichnen sich als kostengünstige Anlagevehikel mit meist vorbildlicher Diversifikation aus. Im Idealfall werden sie gekauft und lange gehalten, dann belohnen sie die Ausdauer der Besitzer mit attraktiven Renditen.

In diesem Beitrag stelle ich die im Netz auftauchenden Kritikpunkte auf den Prüfstand, welche sich aus vermeintlichen Nachteilen und Risiken zusammensetzen. Am Ende des Artikels bist Du vollständig informiert und kannst Dich entweder für oder gegen die börsengehandelten Indexfonds entscheiden. Solltest Du noch nicht genau wissen, was ETFs überhaupt sind, lese zuvor meinen Beitrag zu passiven Anlagevehikeln hier auf dieser Webseite.

ETFs werden als vergleichsweise teure Instrumente dargestellt

Kritiker behaupten, dass Exchange Traded Funds aufgrund der laufenden Kosten teurer sind als einzeln erworbene Aktien. Die Begründung: Eine Aktie wird einmal gebührenpflichtig erworben und verursacht danach im Portfolio keinerlei Kosten mehr. Bei einem börsengehandelten Indexfonds schmälert hingegen die jährlich fällige TER den Ertrag.

Ist die Kritik berechtigt? Aus meiner Sicht nicht und den Beweis liefere ich Dir anhand einer Beispielrechnung:

  •  Ein Anleger stellt ein Portfolio im Wert von 20.000 Euro mit 50 verschiedenen Aktien zusammen. Dafür werden 50 mal Ordergebühren, Ausgabeaufschläge und Börsenentgelte fällig. Die Kosten sind von den einzelnen Aktienanteilen und Börsenplätzen abhängig und belaufen sich auf einige Hundert Euro.
  • Ebenfalls 20.000 Euro investiert ein anderer Anleger in einen ETF auf den MSCI World Aktienindex. Er bezahlt einmal etwa 5 Euro Ordergebühren und ist jedes Jahr mit einer Gesamtkostenquote von 0,15 % gleich 30 Euro dabei. Das Rebalancing des ETFs übernimmt der Anbieter ohne Kosten für den Anleger.

Unterm Strich bezahlt der ETF Anleger weitaus weniger und ist in 1.650 Aktien weltweit investiert. Der Anleger mit dem Aktien-Portfolio muss zudem einmal im Jahr auf eigene Rechnung neu gewichten. Dabei werden für jeden Erwerb erneut die oben genannten Gebühren fällig.

ETFs liefern nur durchschnittliche Erträge

Mir ist rätselhaft, warum Kritiker die Durchschnittsrendite als nachteilig bewerten.

Wer ein passiv ausgerichtetes Anlageprodukt erwirbt, wählt bewusst das Konzept der bestmöglichen Streuung mit einem Ansatz, der alle am Markt möglichen Renditen in Aussicht stellt. Anleger, die mehr als durchschnittliche Erträge wollen, spekulieren mit einzelnen Aktien und kommen selten an die gesteckten Ziele.

Dieser Nachteil kann nur von Kritikern kommen, die Äpfel mit Birnen oder Dieselfahrzeuge mit Rennwagen vergleichen. Zudem stimmt der Vorwurf nicht, wie ich Dir nachfolgend beweise:

  • Anleger A hat mit einem ETF im Wert von 10.000 Euro eine Rendite von 8 % gleich 800 Euro erzielt. Seine Kosten beliefen sich auf % Euro für die Order. Die Nettorendite beträgt demnach 795 Euro.
  • Anleger B hat die gleiche Rendite mit 50 Aktienanteilen im Gesamtwert von 10.000 Euro erwirtschaftet. Seine Nettorendite wird durch Ausgabeaufschläge, Ordergebühren und Börsenplatzentgelte in Höhe von mehreren Hundert Euro geschmälert. Anzusetzen sind pro Aktie 5 Euro, also insgesamt 250 Euro.

Selbst bei identischen Erträgen hat die passive Geldanlage aufgrund der niedrigeren Kosten die Nase vorn. Anleger A hat also einen überdurchschnittlichen Ertrag erzielt. In der Tat gibt es jedoch immer wieder Investoren, die kurzfristig besser abschneiden als der Gesamtmarkt.

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ETFs beinhalten gute und schlechte Aktien

John Bogle, der ETF Erfinder und Gründer des Unternehmens Vanguard beschrieb diesen Ansatz einmal sinngemäß so:

  • Statt in einem Heuhaufen nach einer Nadel zu suchen, ist es sinnvoller, den ganzen Haufen zu kaufen.

Das Konzept der ETFs ist es also, in ganze Märkte zu investieren. Dass dabei auch weniger rentable Aktien erworben werden, fällt in der Masse nicht weiter ins Gewicht. Der Anleger profitiert immer vom Ertrag eines Gesamtmarkts und nie von der Rendite einzelner Papiere.

Außerdem ist zu bemerken, dass kein Anleger oder Fondsmanager gute Aktien von weniger rentablen Papieren unterscheiden kann, weil niemand die zukünftige Entwicklung kennt. Die Manager aktiver Fonds bemühen sich zwar, besser als der Markt insgesamt abzuschneiden, doch gelingt es ihnen sehr selten und niemals dauerhaft.

Aktuellen Studien zufolge tauschen die Profis sehr oft vermeintlich schlecht laufende Aktien gegen vermutlich bessere Papiere aus und zehren mit den Gebühren die zusätzlich erwirtschaftete Rendite auf.

Aus meiner Sicht ist es sinnvoller, auf die Entwicklung eines breiten Marktes zu setzen als auf die Entwicklung einzelner Aktien zu spekulieren.

ETFs verleiten zu Spekulationen

Kritiker bemängeln an den Exchange Traded Funds, dass sie zu leicht erwerbbar und zu verkaufen sind. Dieser Fakt würde Zocker auf den Markt rufen und zu Spekulationen anregen.

Der Vorwurf kann so nicht stehenbleiben, weil kein gewinnorientierter Mensch einen ETF kauft, um ihn nach kurzer Zeit mit geringem Ertrag wieder zu veräußern. Höhere Gewinne sind nur über längere Zeiträume möglich und erfordern einen anderen Ansatz.

Wer wirklich schnelles Geld machen will, investiert eher 1.000 Euro (entsprechend 1 Lot) in den Devisenhandel. Als aktiver Trader fährt er damit oft innerhalb weniger Minuten 30 oder mehr Pips gleich 300 Euro plus ein.

Es gibt allerdings große Vermögensverwalter, die in der Lage sind, mit dem Verkauf von Aktien im dreistelligen Millionenwert die Kurse kurzfristig in den Keller treiben, um sie dann wieder zu kaufen und daraus Profit zu schlagen. Für durchschnittliche Anleger mit einem ETF im Wert von 10.000 Euro ergibt dieses Vorgehen jedoch keinen Sinn.

ETF sind riskante Instrumente

Kritiker werfen den ETF Emittenten oft vor, die zugrunde liegenden Wertpapiere nicht zu besitzen und damit Anleger hohen Risiken auszusetzen. Dem muss ich entschieden widersprechen und erkläre Dir nachfolgend warum.

Zur Nachbildung eines Aktienindex kann ein ETF Emittent unter 3 Replikationsarten wählen:

  1. Die vollständige physische Replikation, bei welcher jede Aktie erworben wird.
  2. Das optimierte Sampling, bei welchem nur sehr unbedeutende Aktien ausgelassen werden.
  3. Die synthetische Nachbildung, welche auf einem Tauschgeschäft mit einem Swap-Partner beruht.

Jede Replikationsart garantiert den Wert des emittierten ETF vollständig, beim Swap-Modell müssen zudem strenge gesetzliche Vorgaben beachtet werden. Ein ETF ist für den Anleger keinesfalls risikoreicher als einzelne Aktien. Aufgrund der meist optimalen Diversifikation sind börsengehandelte Indexfonds eher risikoarme Instrumente.

Ob physisch nachgebildet oder synthetisch repliziert, die Risiken der ETFs sind oft zu mehr als 100 % abgesichert. Letztlich zählen ETFs zum Sondervermögen und sind selbst bei Insolvenz des Emittenten vor Zugriffen sicher.

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Nachteil für Anleger: mächtige Anbieter

Den Kritikern gehen offenbar die Argumente aus, denn ihre Vorwürfe werden immer absurder. Neulich warnte ein besorgter Mensch vor der Macht besonders großer ETF Anbieter. In der Kritik stehen insbesondere die Emittenten:

  • Black Rock mit seiner Tochter iShares.
  • Vanguard
  • SPDR (State Street).

In der Tat verwalten diese Anbieter Billionen von Dollar oder Euro an Anlegervermögen, aber was ist daran so schlimm? Die Antwort des Kritikers: Marktbeherrschende Anbieter können den Verbrauchern nach Belieben Geld aus der Tasche ziehen, indem sie beispielsweise an der Kostenschraube drehen.

Womöglich richtig, aber was ist mit den überteuerten Smartphones von Apple oder der Macht über das Internet, welche unter anderem von Google und Microsoft ausgeübt wird. Den Kritikern scheint noch nicht aufgefallen zu sein: In jedem Segment der Wirtschaft gibt es marktbeherrschende Konzerne. Diese Entwicklung ist das Ergebnis eines seit Jahrzehnten ungezügelt ausgelebten Kapitalismus.

Alle dominanten Unternehmen werden aufgrund ihrer Größe akzeptiert, ja sogar bewundert. Warum gilt das Gleiche nicht für Emittenten von ETFs?

ETF Anleger sind zu passiv

Bei diesem Vorwurf geht es nicht um den passiven Ansatz, sondern um das nicht ausgeübte Stimmrecht der Besitzer von ETFs auf Aktienindizes. Ein herkömmlicher Aktionär kann, der Darstellung zufolge, einmal im Jahr bei der Hauptversammlung dem Konzernvorstand seine Verbesserungswünsche nahebringen.

Dieses Stimmrecht wird in der Tat oft ausgeübt, allerdings nur von Aktionären mit sehr großen Anteilen. Für den durchschnittlichen Aktienbesitzer ist die Hauptversammlung nur ein Kosten verursachendes Ereignis, welches er lieber meidet.

Ein ETF Anleger mit dem MSCI World im Portfolio müsste demnach 1.650 Hauptversammlungen in 23 Ländern auf mehreren Kontinenten besuchen. Einfach unmöglich und realitätsfern. Wie den durchschnittlichen Aktionär interessiert den privaten ETF Anleger nur das Ergebnis seiner Investition. Dieses kann er jederzeit auf dem Sofa sitzend beim Blick ins Online-Depot erfassen.

ETFs verstärken die Auswirkungen von Krisen

Einige Kritiker sehen in ETFs gefährliche Anlagevehikel, welche während immer wieder vorkommender Börsenbeben, den Verfall der Kurse beschleunigen. Begründet wird der Vorwurf aber nicht mit der Konstruktion, sondern mit der Mentalität vieler Privatanleger, die bei fallenden Kursen panikartig auf den Verkaufsbutton drücken.

Auch dieser Vorwurf ist an den Haaren herbeigezogen und leicht zu widerlegen. In der BRD sind immer noch weitaus mehr Anleger in Aktien oder aktiv gemanagte Fonds investiert als in ETFs. Wenn die Aktienkurse auf Talfahrt gehen, werden sie also von den Reaktionen der Aktionäre und Fondsmanager in den Keller getrieben. Der typische ETF Anleger ist weltweit investiert und bleibt bei nationalen oder regionalen Krisen eher gelassen.

Der Kurs eines ETF auf den MSCI World wird von einer Krise in der BRD oder EU kaum bis gar nicht tangiert, warum also verkaufen?

Die Kritik dürfte auch hier aus den Reihen der Fondsmanager kommen und dem immer stärker werdenden Geldabfluss aus aktiv betreuten Fonds geschuldet sein. Die Manager behaupten zudem, dass Anleger mit ETFs aufziehenden Krisen hilflos gegenüber stehen würden. Das Management eines Investmentfonds würde hingegen das Schlimmste durch Eingriffe in den Wertpapierkorb verhindern.

Wie hilfreich diese Eingriffe während den letzten Krisen waren, zeigt die folgende Aufstellung:

  • Beim Platzen der Dotcom-Blase 2001 schnitten 65 % aller Fondsmanager schlechter als der Markt ab.
  • Im Folgejahr stieg der Wert sogar auf 68 %.
  • In der Finanzkrise 2008 gelang es nur gut 40 % aller Manager, gleich gut wie der Markt abzuschneiden.

Aus meiner Sicht sind ETFs selbst in Krisen den aktiv gemanagten Fonds überlegen, wenn ihre Besitzer diszipliniert an der Kaufen-und-Halten-Strategie festhalten.

In der Tat sind bei ETFs die Anleger selbst das größte Risiko. Wer inmitten eines Börsengewitters aus Verlustangst seinen ETF verkauft, macht eine temporäre Gefahr zur unausweichlichen Realität.

Beim MSCI World wurden in den Krisen des 21. Jahrhunderts diese Wertminderungen verzeichnet:

  • 2001 minus 35 %.
  • 2008 minus 41 %.
  • 2011 minus 6 %.

Im Anschluss an jede Krise erholte sich der Kurs wieder und heute notiert der MSCI World Aktienindex um 180 % höher als vor 15 Jahren.

Was ist von der Kritik an ETFs zu halten?

Viele Anschuldigungen sind aus der Luft gegriffen und mit wenig Aufwand widerlegbar. Echte Nachteile für Anleger kann ich bei objektiver Betrachtung nicht feststellen. Es ist jedoch richtig, dass Exchange Traded Funds den Mitbewerbern aus dem aktiv gemanagten Fonds-Bereich ein Dorn im Auge sind. Aus diesem Sektor kommen jedenfalls die meisten Vorwürfe.

Das einzige mit ETFs verbundene Risiko ist der unerfahrene Anleger selbst. Entweder er wählt einen für seine Anlageziele unpassenden ETF, hält ihn nicht lange genug für die optimale Entwicklung oder steigt in Krisenszenarien frühzeitig aus.

Natürlich sind nicht alle ETFs für jeden Anleger empfehlenswert. Vor der Entscheidung müssen Anlageziel, Risikobereitschaft sowie Anlagezeit ermittelt und das Portfolio anhand der Ergebnisse zusammengestellt werden. Hilfreiche und weiterführende Informationen zu den verschiedensten ETFs findest Du in meinen Artikeln auf diesem Portal.

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