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Flüssiges Vermögen – Gefahr oder Freiheit?

Depotstudent Dominik
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Die Mehrheit der Arbeitnehmer hierzulande setzt beim Vermögensaufbau oder der Altersvorsorge auf lange laufende Verträge. Immer noch genießt die Kapital bildende Lebensversicherung großes Interesse, daneben werden die betriebliche Altersvorsorge und Riester-Produkte zum Ansparen genutzt. Bislang entscheiden sich nur wenige Arbeitnehmer für den Aufbau von Vermögen oder die Vorsorge für den Lebensabend mittels ETF-Sparplan.

Im nachfolgenden Artikel gehe ich der Frage nach, warum das liquide Anlagevehikel ETF-Sparplan vergleichsweise wenig Anklang findet. Wird das damit entstehende flüssige Vermögen etwa als Bedrohung fürs Leben gesehen? Aus meiner Sicht ist mit dem ETF-Sparplan mehr Freiheit verbunden als mit jeder anderen Geldanlage oder einer Versicherungspolice. Eigentlich kann sich diese Freiheit im Laufe eines langen Lebens nur als vorteilhaft erweisen. Oder etwa nicht?

Hier den Beitrag als Podcast oder Video genießen:

Wie sorgen die meisten Menschen für den Lebensabend vor?

Zunächst muss gesagt sein, dass sich immer noch erschreckend viele Menschen allein auf die gesetzliche Rente verlassen. Sämtliche Warnungen hinsichtlich des sinkenden Rentenniveaus und vermutlich bald leerer Rentenkassen bleiben bislang ungehört. Einige schauen jedoch genauer auf die jährliche Renteninformation und merken, dass es im Alter eng werden könnte.

Als Lösungen werden Riester-Produkte und betriebliche Altersvorsorge wahrgenommen. Nicht wenige entscheiden sich zum Vermögensaufbau für fondsgebundene Lebensversicherungen. Prinzipiell bleibt es jedem selbst überlassen, welche Produkte er für die Altersvorsorge wählt. Es muss jedoch klar sein, dass nicht jeder gleichermaßen von den genannten Möglichkeiten profitiert. Doch dieser Fakt ist heute nicht das Thema, es geht vielmehr um Freiheit bei der Lebensplanung.

Bei der Riester-Rente verschwindet das eingezahlte Geld mitsamt Förderung bis zum Renteneintritt, auch die betriebliche Altersvorsorge spielt ihre Vorteile erst spät aus. Der Vertrag zur Kapitallebensversicherung läuft in der Regel über eine vereinbarte Zeit, eine Auflösung ist nur mit beträchtlichen Verlusten möglich. Bei der vorzeitig beendeten bAV muss auf das Renteneintrittsalter gewartet werden, bei der Riester-Rente geht die Förderung verloren.

Bei jedem fortbestehenden Vertrag bleibt die Verpflichtung zur Einzahlung und dies über mehrere Jahrzehnte hinweg. Natürlich kannst Du eine Lebensversicherung temporär ruhen lassen, sie ruht dann aber wirklich und damit verlängert sich die Laufzeit. Denn das Konzept baut auf eine feste Einzahlungssumme mit garantiertem Zins auf.

Versicherungen können massive Nachteile haben

Natürlich kann ein Riester-Vertrag in Kombination mit einer bAV praktisch und sinnvoll sein. Im Einzelfall ist selbst gegen eine Lebensversicherung auf Fonds-Basis nichts einzuwenden. Nachteile können aber aus allen Versicherungen entstehen, wenn die Lebensplanung geändert wird.

Angenommen, Du schließt oben genannte Versicherungen als lediger Berufseinsteiger ab. Ein ordentlicher Teil des Gehalts ist damit fest gebunden, ohne zunächst wirklich zu nützen. Nach 10 Jahren willst Du heiraten und eine Familie gründen, vielleicht ist sogar an ein Leben in eigenen vier Wänden gedacht. Und nun? Sparen konntest Du bis jetzt nicht wirklich etwas, weil das Leben Geld kostet und die Versicherungen monatliche Beiträge fordern.

Für das Eigenheim wird zur Finanzierung ein Eigenkapital in Höhe von 20 % benötigt. In die seit 10 Jahren laufenden Versicherungen sind zwar bereits ordentliche Summen geflossen. Aber das Geld liegt fest und hilft Dir nicht.

Was ich mit dem Beispiel zeigen möchte, ist, dass bindende Verträge mit geänderter Lebenssituation schwer in Einklang zu bringen sind. Natürlich hast Du folgende Möglichkeiten:

  • Die Lebensversicherung zum Rückkaufswert veräußern. Eine ganz schlechte Idee!
  • Den Riester-Vertrag auflösen. Ebenso sinnlos, da Abschlusskosten nicht zurückgezahlt und Fördermittel zurückgefordert werden.
  • Die Zahlungen zur bAV einstellen. Bringt nichts, weil das bisher gezahlte Geld erst zum Renteneintritt zurückkommt.

Bindungen können sinnvoll sein, dazu mehr im nächsten Abschnitt. Wer vertragliche Bindungen auflösen will, wird allerdings immer mit Verlusten konfrontiert.

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Für wen sind bindende Verträge sinnvoll?

Grundsätzlich sind Vertragsbindungen für alle Menschen sinnvoll, die nicht mit Geld umgehen können oder meinen, jetzt leben zu müssen. Gegen ein ausgefülltes Leben ist überhaupt nichts einzuwenden, sofern es nicht mit ständigem Konsum verbunden gelebt wird.

Wer beispielsweise schicken Klamotten, leistungsstarken Autos oder den neuesten mobilen Endgeräten nicht widerstehen kann, ist bei der Altersvorsorge mit vertraglichen Bindungen besser bedient. Die liquide Form des Vermögensaufbaus kann für labile Sparer zur echten Gefahr werden, obgleich diese Option in mehrerlei Hinsicht empfehlenswert ist.

Vielen Menschen fehlt es jedoch an Disziplin ebenso wie an Ausdauer. Sie müssen sich durch Verträge, deren Auflösung teure Konsequenzen mitbringt, beim Vermögensaufbau binden. Versicherungen haben also erzieherischen Wert und verhindern mit ihren Bedingungen unüberlegte Handlungen. Nachteilig ist, dass von einer Police nicht nur der Versicherungsnehmer profitiert. Damit fällt der Vermögensaufbau für die Altersvorsorge deutlich schwerer. Doch was bedeutet eigentlich flüssiges Vermögen?

ETFs – die idealen Instrumente zum Vermögensaufbau

Angenommen, Du bist 25 Jahre alt, hast einen soliden Beruf erlernt und verdienst bereits ordentlich. Im Kopf schwirren, der Jugend sei Dank, die unterschiedlichsten Ideen herum. Auf den Nenner gebracht, wünschst Du Dir ein abwechslungsreiches Leben, Erfüllung bei der Arbeit und einen sorglosen Lebensabend. Wie Du alle gesteckten Ziele ohne große Einschränkungen erreichen kannst, erfährst Du beim Weiterlesen.

Entwickle Interesse für die Geldanlage

Das Lesen meiner Beiträge zeigt, dass bereits ein gewisses Interesse vorhanden ist. Vermutlich weißt Du bereits, dass die gesetzliche Rente im Jahr 2061 bei Weitem zu gering für ein angenehmes Leben sein wird. Was Du jetzt machen musst, kann mit wenigen Worten beschrieben werden: Suche nach einer rentablen Geldanlage. Auf meinem Blog erfährst Du alles Wissenswerte zur passiven Geldanlage mittels ETF in breit diversifizierte Aktienindizes.

Warum solltest Du Dich dafür interessieren? Weil es für langfristige Investments keine kostengünstigeren Instrumente gibt. Weil ETFs auf Aktienindizes mit langem Anlagehorizont hohe Renditen bei geringem Risiko generieren.

Richte einen ETF-Sparplan ein

Solltest Du bereits über die Funktionsweise des ETF-Sparplans informiert sein, aber zunächst einmal mit kleinen Monatsraten testen wollen, richte einen Sparplan mit 25 oder 50 Euro pro Monat ein. Gönne Dir 1 bis 2 Jahre Praxis, lese weiterhin meine Artikel und sammle Erfahrungen an der Börse.

Das Schöne an einem ETF-Sparplan ist sein flexibles Konzept. Du kannst ihn nach Anmeldung bei einem Broker nicht nur leicht einrichten, sondern jederzeit Deinen Wünschen anpassen. Auf meiner Webseite findest Du Informationen zu günstigen Brokerage Anbietern und ETFs auf attraktive Aktienindizes. Empfehlenswert ist beispielsweise ein ETF auf den MSCI World oder den MSCI ACWI.

Lasse die Zeit für Dich arbeiten

Eine Lebensversicherung wird in der Regel mit einer Laufzeit von mindestens 12 Jahren abgeschlossen. Beim ETF-Sparplan rate ich Dir zu einer Laufzeit von deutlich mehr als 15 Jahren, damit sich die Wirkung des Zinseszinseffekts voll entfalten kann.

Angenommen, Du hast ein Jahr die Märkte mit geringer Sparrate beobachtet und Vertrauen gefasst. Auf dieser Basis kannst Du jederzeit kostenfrei die Sparrate ändern und idealerweise 40 Jahre als Laufzeit veranschlagen. Ich zeige Dir nachfolgend, welche Endsummen bei verschieden hohen Sparraten und 8 % jährlicher Durchschnittsrendite herauskommen können:

  • 100 Euro monatlich 40 Jahre lang in den ETF-Sparplan investiert, führt zu einem Endergebnis von gut 351.000 Euro. Einzahlen wirst Du über die gesamte Laufzeit 48.000 Euro.
  • 200 Euro im Monat resultieren bei identischer Laufzeit in einer Endsumme von 702.000 Euro. Deine Eigenleistung: 96.000 Euro.
  • 300 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan auf den MSCI World gesteckt, ergeben nach 40 Jahren mehr als 1 Million Euro.

Im Idealfall wählst Du einen Broker, der dynamische Sparraten ermöglicht. Die Dynamik erfordert zwar jedes Jahr um 2 % steigende Sparraten, sie erhält damit aber die Kaufkraft der Summen in oben gezeigten Beispielen.

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Warum werden ETFs als flüssiges Vermögen bezeichnet?

Börsengehandelte Indexfonds können mit geringen Spreads jederzeit gekauft und wieder verkauft werden. Ein Klick auf den richtigen Button im Onlineportal genügt, um Deinen ETF-Sparplan ein für allemal verschwinden zu lassen. Außer dem Extremfall bieten sich Lösungen für jede Lebenssituation an.

Benötigst Du beispielsweise zusätzliche Mittel zur Gründung einer Familie, kannst Du ohne Weiteres ETF-Anteile aus dem Sparplan verkaufen. Im Nachhinein kann der Verkauf durch eine höhere Sparrate ausgeglichen werden.

Anschaffungen machen die Kreditaufnahme überflüssig, weil ständig flüssiges Vermögen vorhanden ist.

Der wesentliche Unterschied: Mit einer Versicherung schließt Du einen Vertrag ab, der an die unterschiedlichsten Konditionen bindet und Nachteile bei Nichteinhaltung bringt. Der ETF-Sparplan ist hingegen eine freie Vereinbarung zwischen Dir und Deinem Broker. Sie lässt Dir in vollem Umfang jede Freiheit, Änderungen sind schnell und kostenlos durchführbar.

Freiheit oder Gefahr?

Für Menschen, die verantwortungsvoll mit Geld umgehen, bedeuten ETF-Sparpläne dank ihrer Liquidität finanzielle Freiheit. Verantwortungsvoll mit dem Depot umgehen bedeutet, das langfristige Ziel nie aus den Augen zu verlieren. Erstrangiges Ziel sollte bei jedem langfristigen ETF-Sparplan der Vermögensaufbau für den Lebensabend sein, weil es eine zunehmend breiter werdende Rentenlücke zu schließen gilt.

Der Vorteil beim ETF-Sparplan ist aber, dass die Liquidität jederzeit in anderen Lebenssituationen genutzt werden kann. Geld ist immer innerhalb eines gewissen Rahmens verfügbar. Es muss jedoch mit Bedacht herausgezogen und durch geeignete Maßnahmen wieder eingebracht werden. Wer damit verantwortungsvoll umgehen kann, findet mit dem ETF-Sparplan dank finanzieller Freiheit ein erfülltes Leben.

Menschen, die jedoch anfällig für Werbungen sind, die zum Konsum animieren, werden mit festen Verträgen vermutlich besser gegen ihre Schwächen geschützt. Der Weg zur Vermögensbildung ist lang und von vielen Versuchungen gesäumt. Die Gefahr, einer oder gleich mehreren Versuchungen zu erliegen, ist nach 20 Jahren besonders groß.

Nach etwa der Hälfte der anvisierten Laufzeit befindet sich ein ordentlicher Wert im Sparplan-Depot:

  • Bei 100 Euro Sparrate knapp 60.000 Euro.
  • Mit 200 Euro Sparrate kommen nach 20 Jahren knapp 120.000 Euro zusammen.
  • Wer 300 Euro monatlich in den ETF-Sparplan investiert, verfügt auf halber Strecke über 178.000 Euro.

Mit einem Alter von 45 bis 50 Jahren ist die Gefahr des leichtsinnigen Zugriffs extrem hoch. Der kostspieligen Weltreise oder dem sündhaft teuren Sportwagen können Menschen in der sogenannten Midlife-Crisis nur schwer widerstehen.

Eine Geldentnahme auf halber Strecke hat jedoch verheerende Nachteile, wie Du unschwer beim Vergleich der Rechenbeispiele in diesem Beitrag erkennen kannst. Nach 20 Jahren entfaltet sich der Zinseszinseffekt zur vollen Blüte und Du verpasst die Entwicklung. Zudem ist das Wiederauffüllen des Depots mit diesem Alter viel schwerer als in der Jugend.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass flüssiges Vermögen für disziplinierte Menschen viel Freiheit bedeutet und für labilere Leute gefährlich ist. Die Gefahr geht jedoch nicht von den ETFs aus, sondern von investierten Anlegern.

Warum Du finanzielle Freiheit durch liquide ETFs wählen solltest

Mit einem Alter von 20 bis 25 Jahren kann der richtige Umgang mit Exchange Traded Funds noch mühelos erlernt werden. Meine Artikel dazu bieten Dir alle Informationen, die bei der Entwicklung zum verantwortungsvollen Sparplan-Inhaber notwendig sind.

Du investierst in einen aussichtsreichen ETF-Sparplan nicht mehr Geld als in die oben genannten Versicherungen. Allerdings profitierst Du bei langer Laufzeit von attraktiver Rendite, bestmöglicher Flexibilität und von der Macht des Zinseszinseffekts.

Gründe auf der Basis eines dynamischen ETF-Sparplans eine Familie und halte Deinen Nachwuchs früh zu Besparen von einem großen Aktienindex an. Wie das ab der Stunde null funktioniert und welche Vorteile es Dir und dem Nachwuchs bringt, kannst Du in meinem Artikel „Kinder mit ETFs zum Sparen anhalten“ nachlesen.

Bei richtigem Umgang bietet Dir ein ETF-Sparplan bestmögliche Freiheit beim Verwirklichen Deiner Lebensziele und finanzielle Sicherheit im Alter. Deine Familie ist immer bei Dir, da eventuelle Zweifel mit einem Blick auf den aktuellen Depot-Stand ausgeräumt werden können.

Abschließend ein Vorteil von ETFs, der nicht unerwähnt bleiben darf. Exchange Traded Funds zählen zum Sondervermögen, welches in vielerlei Hinsicht absolute Sicherheit gewährleistet.

Dein Depotstudent Dominik

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Ein Kommentar

  1. Für mich ganz persönlich zusammengefasst, der größte Vorteil vom ETF: er ist flexibel. Und der größte Nachteil: er ist flexibel.

    Ziele sind oft im Konflikt und gerade bei Finanzen muss man dann schon aufpassen, dass man auch den langfristigen Zielen genug Rechnung trägt.

    Haus kaufen, ist zum Beispiel so eine Sache. Wenn das der Plan ist, lohnt sich dann überhaupt, vorher mit ETF sparen anzufangen? Wir fahren jetzt erstmal zweigleisig. Um komplett in ETF zu sparen, ist mir der Zeithorizont zu gering (7-8 Jahre), aber alles “rumliegen lassen” fühlt sich auch doof an.
    Vielleicht stellen wir auch doch noch fest, Häusle bauen ist nichts für uns. Aber es kann schon sein, dass wir dann trotzdem, wenn es so weit ist, die ETF Anteile liquidieren und mit als Eigenkapital nutzen. Einerseits ein Vorteil, weil wir es können, andererseits startet man dann auch gefühlt wieder bei 0, was Rente angeht. Insbesondere mit Zinseszins ist da dann auch nix mehr. Bei ner Rentenversicherung stellt sich die Frage in der Regel gar nicht.

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