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Geldanlage in Aktien ein Casino-Spiel?

MSCI World Index
Depotstudent Dominik
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Wertpapier-Börsen werden von vielen Sparern als Spielhallen oder Casinos definiert. Aktien halten sie für gefährliche Instrumente Gleichzeitig nehmen sie um sich greifende Negativzinsen ohne jeglichen Protest hin. Beides führt mich zu der Annahme, dass es den meisten Menschen in diesem Land an Verständnis für ihre Situation und insbesondere an Kenntnissen bezüglich Börse und Aktien mangelt.

In diesem Artikel erkläre ich Dir in einfach verständlichen Sätzen Aktien seitens der Entstehung, ihrer Funktionsweise und sich aus dem Besitz ergebende Rechte. Im Anschluss an den erklärenden Teil widme ich mich dem Vorwurf, dass Investitionen in Aktien wie Spiele im Casino sind. Es ist für die meisten Kritiker zudem unerheblich, ob in einzelne Aktien investiert oder per ETF in einen Aktienindex angelegt wird.

Hier den Beitrag als Video ansehen:

Die Aktie – das immer noch unbekannte Wertpapier

Aktien werden in der Regel von Gesellschaften emittiert und stellen Anteile an den ausgebenden Firmen dar. Damit Gesellschaften frei handelbare Aktien ausgeben können, müssen sie an der Börse notiert sein. Die Gesamtzahl der emittierten Aktien stellt das Eigenkapital einer Gesellschaft dar, eine Aktie verkörpert einen gewissen Anteil am Unternehmen. Warum Unternehmen überhaupt Aktien ausgeben, erklärt das nachfolgende Beispiel:

  • Eine Gesellschaft möchte expandieren, um ihre Position am Markt zu festigen.
  • Zur Finanzierung dieser Absicht ist eine Summe erforderlich, über welche die Gesellschaft nicht verfügt.
  • Eine Fremdfinanzierung kommt aus irgend einem Grund nicht infrage, die Entscheidung fällt zugunsten der Eigenkapitalfinanzierung mittels neu emittierten Aktien.

Dazu muss erwähnt sein, dass sich die meisten Gesellschaften sowohl durch Fremdkapital als auch durch Eigenkapital finanzieren. Ein möglichst niedriger Anteil an Finanzierungen durch fremdes Kapital wird von den Aktionären allerdings als solide Geschäftspolitik angesehen.

Die beispielhafte Gesellschaft hatte bereits einmal Aktien emittiert und durch die Neuemission steigt das Eigenkapital um den Wert der neu ausgegebenen Aktien. Wird die Aktie an der Börse stark nachgefragt, steigt der Kurs und damit der Wert.

Als Aktionär profitierst Du vom steigenden Aktienkurs und bei vielen Unternehmen von regelmäßig ausgeschütteten Dividenden. Dir gehört ein Teil des Unternehmens, welches Dich am erwirtschafteten Gewinn beteiligt.

Ein steigender Kurs kommt zustande, wenn Marktteilnehmer vermuten, dass die Aktien emittierende Firma mehr wert ist als ihr aktueller Börsenwert. Fällt eine Aktiengesellschaft aus irgendeinem Grund in Ungnade, sinkt der Kurs, mitunter auch unter den Wert des Einstiegs und für den investierten Anleger entsteht ein temporärer Verlust.

Den Wert Deiner Aktien kannst Du einfach errechnen, indem Du den aktuellen Kurs mit der Anzahl Deiner Anteilscheine multiplizierst.

Welche Rechte hast Du als Aktionär?

Alle Rechte der Aktionäre sind klar definiert im Aktiengesetz festgehalten. Unterschieden wird vom Gesetzgeber zwischen Verwaltungsrechten und Vermögensrechten.

Die Interessen der Aktionäre werden von den Verwaltungsrechten vertreten und durchgesetzt. Eine Gesellschaft ist verpflichtet, einmal im Jahr alle Aktionäre zur Hauptversammlung einzuladen. Im Rahmen dieser Hauptversammlung hast Du ein Stimmrecht bei wichtigen Entscheidungen. Ob die von Dir erworbenen Aktien mit einem einfachen, doppelten oder keinem Stimmrecht verbunden sind, geht aus den AGB respektive den Verkaufsunterlagen hervor.

Die Vermögensrechte definieren Rechte auf Beteiligung am Gewinn ebenso wie Beteiligung am Liquidations-Erlös im Fall, dass die Aktiengesellschaft liquidiert wird. Darüber hinaus ist verankert, ob Du bei Neuemissionen ein Recht zum Erwerb hast.

Aktien sind also Papiere, die Dir Anteile am Unternehmenswert garantieren und Dich am Gewinn beteiligen. Im weiteren Verlauf gehe ich der Ansicht nach, dass der Aktienerwerb einem Casino-Spiel gleichkommt.

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Aktien werden hierzulande skeptisch betrachtet

Im Vergleich mit anderen Ländern weist die BRD eine sehr niedrige Aktionärsquote auf. Gerade 7 % der Arbeitnehmer und Selbstständigen sind in Aktien investiert. Die seit Jahren fallenden Sparzinsen trugen nicht nennenswert zu einer Erhöhung der Aktionärsquote bei. Selbst die mittlerweile verbreitete negative Verzinsung von Bankguthaben führt keinen Sinneswandel herbei.

Zu tief sitzen seit Langem vorherrschende Ansichten. Jeder zweite Sparer sieht in Aktien gefährliche Zocker-Papiere und hält die Börsen für Spielcasinos. Du kannst mit Gegnern von Aktien stundenlang diskutieren und erreichst nichts. Warum das so ist, wurde mir erst vor Kurzem klar. Meiner Meinung nach resultiert die skeptische Betrachtung daher, dass Aktien von den meisten Kritikern nicht vollumfänglich verstanden werden.

Ähnelt die Anlageklasse Aktien dem Spiel im Casino?

In vielen Beiträgen auf meiner Webseite rege ich zum passiven Investieren in breit diversifizierte Aktienindizes an. Von der Auswahl einzelner Aktien – dem sogenannten Stock-Picking – rate ich stets ab. Damit will ich mich in diesem Artikel jedoch nicht aufhalten, hier geht es um die Anlageklasse der Aktien im Ganzen.

Indes baue ich meine Argumente auf einen prominenten Aktienindex auf und habe dafür einen nachvollziehbaren Grund.

  • Für den MSCI World Aktienindex sind Daten seitens der Wertentwicklung für fast 5 Jahrzehnte verfügbar. Genau gesagt ab Januar 1970 bis Dezember 2019.

Falls Du nicht genau weißt, wie der Index zusammengesetzt ist, informiert Dich die nachfolgende Zusammenfassung über die wesentlichen Fakten:

  • Der MSCI World vereinigt die Aktien von großen und mittelgroßen Gesellschaften aus 23 industrialisierten Ländern. Aktuell sind mehr als 1.650 Aktien im Index enthalten.
  • Morgan Stanley Capital International (MSCI) gewichtet die Bestandteile entsprechend dem Börsenwert.

Bei Interesse findest Du detailliertere Informationen in mehreren aktuellen Artikeln zum MSCI World. Ich habe mir für diesen Beitrag einmal die Jahre mit den größten Verlusten und die mit den attraktivsten Gewinnen angeschaut. Die Ergebnisse siehst Du hier:

Verlustjahre:

  • Wer 1974 in den MSCI World investierte, verlor innerhalb des Jahres 28 %.
  • 1990 in den Aktienindex investiert, führte zu einem Jahresverlust von 19 %.
  • Anleger, die Anfang 2001 einstiegen, verloren bis zum Jahresende 18 %.
  • Im Januar 2002 in den Index einzusteigen, resultierte bis zum Jahresende in minus 21 %.
  • 2008 in den MSCI World einzusteigen, brachte 42 % Verlust bis zum Jahresende.

So betrachtet, scheint eine Investition in Aktien oder Aktienindizes immer eine verlustreiche Sache zu sein.

Gewinnjahre:

  • Anleger, die im Januar 1975 in den Weltindex einstiegen, konnten bis Dezember 29 % Gewinn verbuchen.
  • Ein Einstieg im Januar 1985 wurde bis zum Jahresende mit plus 37 % belohnt.
  • Wer im Januar 1986 in den MSCI World investierte, war im Dezember 1986 um 39 % reicher.
  • Der Einstieg im Januar 2003 resultierte bis zum Dezember 2003 in plus 31 %.
  • Innerhalb von 12 Monaten machte ein Anleger im Jahr 2009 satte 27 % Gewinn mit dem Aktienindex.

Aus dieser Perspektive betrachtet, erscheint die Investition in Aktien respektive Aktienindizes überaus lohnenswert.

Werden beide Auflistungen vergleichend in Augenschein genommen, wird klar, dass Aktienindizes innerhalb eines Jahres gut 40 % Verlust oder fast 40 % Gewinn erwirtschaften können. In der Tat gleicht die Investition in Aktien einem Casino-Spiel, aber aus welchem Grund?

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Diversifikation schützt nur eingeschränkt vor Kursverlusten

Die Anlage in einen großen Aktienindex verteilt Dein Geld auf viele Positionen. Das Verlustrisiko wird zwar spürbar gemindert, aber nicht aus der Welt geschafft. Bei einer Investition in einzelne Aktien wären Gewinne oder Verluste in den oben aufgezeigten Jahren wesentlich größer gewesen. Welche Strategie Dich wirklich vor Verlusten schützen kann, erkennst Du beim Weiterlesen.

Wie sieht die Entwicklung mit Anlagehorizont von 5 Jahren aus?

Wer sich zwischen 1970 und 2015 zu einem Investment in den MSCI World entschloss und seinen ETF 5 Jahre lang hielt, machte völlig andere Erfahrungen mit seiner Geldanlage. Nachfolgend die 5-Jahres-Perioden mit den größten Verlusten und die mit den umfangreichsten Gewinnen.

Verlustreiche Perioden:

  • Wer 1970 in den MSCI World einstieg und 1974 Kasse machte, musste Verluste in Höhe von 5 % pro Jahr hinnehmen.
  • Die Geldanlage im Weltindex zwischen 1973 und 1977 resultierte in 4 % Verlust per anno.
  • Ebenfalls 4 % Verlust pro Jahr brachte die Investition in den Weltindex zwischen den Jahren 2000 und 2004 ein.
  • 4 % per anno büßten Anleger ein, die zwischen 2007 und 2011 im MSCI World investiert waren.
  • Nur 3 % verloren Anleger pro Jahr, die den ETF auf den Weltindex 2008 kauften und 2012 verkauften.

Pro Jahr verloren in den MSCI World investierte Anleger mit 5 Jahren Haltedauer deutlich weniger als Akteure, die ihre ETFs nur ein Jahr hielten.

5-Jahres-Perioden mit Gewinn

  • Wer 1982 in den MSCI World einstieg und bis 1986 dabeiblieb, konnte pro Jahr 19 % Gewinn erzielen.
  • Die Investition zwischen 1983 und 1987 resultierte in einem Plus von 21 % per anno.
  • Zwischen 1984 und 1988 erzielten in den MSCI World investierte Anleger pro Jahr plus 22 %.
  • Die Periode zwischen 1985 und 1989 rentierte mit satten 25 % pro Jahr.
  • Anleger, die 1995 in den MSCI World einstiegen und bis 1999 investiert blieben, konnten sich über plus 18 % pro Jahr freuen.

In den ertragreichen 5-Jahres-Perioden wurden deutlich höhere Gewinne erzielt als Einbußen in den verlustreichen Perioden. Um dies zu verdeutlichen, hier eine weitere Übersicht:

  • Beim 1-Jahres-Anlagezeitraum betrug der maximale Gewinn gut 31 %. Der größte Verlust wurde mit 42 % definiert und der Mittelwert ist mit plus 7,6 % beziffert.
  • Ein 5-Jahres-Anlagezeitraum führte zu einer Durchschnittsrendite von plus 6,7 % pro Jahr. Der maximale Jahres-Verlust lag bei knapp 5 % und der höchste Gewinn bei fast 25 % per anno.

Es wird also deutlich, dass sich Gewinne und Verluste über einen Anlagezeitraum von 5 Jahren deutlich dem Mittelwert annähern. Das Verlustrisiko schwindet dramatisch und die Aussicht auf exzellente Gewinn sinkt hingegen nur moderat.

Was passiert in längeren Zeiträumen?

Wird die Entwicklung des MSCI World Aktienindex über einen Zeitraum von 10 Jahren betrachtet, kommen diese Ergebnisse zum Vorschein:

  • Jährliche Durchschnittsrendite bei 10 Jahren Anlagedauer 7,0 %.
  • Durchschnittlicher Verlust pro Jahr innerhalb einer negativen Anlageperiode 2,2 %.
  • In einer positiv verlaufenen Anlageperiode wurden pro Jahr knapp 16 % Rendite erzielt.

Wer innerhalb des Betrachtungszeitraums 15 Jahre lang im MSCI World investiert war, wurde vom Jahr des Einstiegs abhängig, mit diesen Resultaten konfrontiert:

  • 15 Jahre Anlagehorizont resultierten in einer durchschnittlichen Rendite von 7,4 % pro Jahr.
  • In der schlechtesten 15-Jahres-Periode betrug die Rendite plus 1,2 % per anno.
  • Wer in der besten Zeitspanne investiert war, konnte sich über fast 15 % Rendite pro Jahr freuen.

Zusammengefasst zeigt diese Auflistung, dass über 15 Jahre selbst in der schlechtesten Periode kein Verlust mehr hingenommen werden musste. Das Verlustrisiko sank deutlich und der Maximalgewinn kam dem Durchschnittswert langsam näher.

Über längere Zeiträume passiert etwas sehr Erfreuliches:

  • Die durchschnittlich erzielbare Jahresrendite steigt langsam weiter.
  • Zwischen schlechten Anlageperioden und attraktiven Zeiträumen besteht auf die Rendite bezogen, ein ständig abnehmender Unterschied.

Angenommen, Du investierst zum Vermögensaufbau in einen ETF auf den MSCI World und hast einen Anlagezeitraum von 40 Jahren im Fokus:

  • Die maximale Durchschnittsrendite liegt bei 8 % per anno.
  • Durchschnittlich sind 7 % pro Jahr erzielbar.
  • Im schlechtesten Fall bist Du mit plus 6 % per anno dabei.

Mein Fazit

Die Investition in Aktien kann als Casino-Spiel bezeichnet werden, wenn Anleger auf sehr kurze Zeiträume beschränkt sind. Mit einem Anlagezeitraum von nur 12 Monaten wird der Aktienerwerb zum Glücksspiel. Diese Beurteilung ist zwar richtig, aber sie lässt einen wesentlichen Aspekt aus: den unverzichtbar langen Anlagehorizont

In jedem Artikel auf meiner Webseite, der Aktien oder Aktienindizes thematisiert, weise ich deutlich auf einen Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren hin. Diversifikation kann in schwierigen Marktphasen hilfreich sein, entscheidend für die Wertentwicklung eines Aktienportfolios ist jedoch die Haltedauer.

Dein Depotstudent Dominik

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