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Häufige Irrtümer bei der Geldanlage

Altes Gebäude Bank
Depotstudent Dominik
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Früher war der typische Anleger ein leidenschaftlicher und oft umfassend gebildeter Akteur. Sein zweites Zuhause war die Börse und andere Marktteilnehmer konnten ihm so leicht nichts vormachen. Seit dem dramatischen Verfall der Zinsen auf Spareinlagen sehen sich viele Menschen zur Geldanlage gezwungen. Sie betrachten das Parkett mit Skepsis und schaffen sich ihre eigenen Anlage-Welten, ohne dass sie es merken.

Irrtümer sind für Neueinsteiger somit vorprogrammiert und unvermeidbar. In diesem Beitrag zeige ich Dir häufige Fehlannahmen mitsamt der möglichen Konsequenzen. Es geht dabei um alle gegebenen Alternativen zum klassischen Sparbuch, Festgeld und Tagesgeld. Am Ende erkläre ich Dir, wie Du diese Fehler mit der Wahl des richtigen Anlagevehikels, effektiv vermeiden kannst.

Irrtum 1: Anlageberatung ist kostenfrei

Wer die Erträge seiner Sparanlage optimieren und deshalb in Aktien, Fonds oder ETFs investieren möchte, sucht nicht selten Rat bei seiner Hausbank. Die meisten Menschen halten Anlageberatung für eine kostenlose Dienstleistung qualifizierter Bankmitarbeiter und glauben an deren Neutralität. Diesem Irrtum sitzen vor allem Anfänger auf, obgleich es unzählige Beispiele gibt, die das Gegenteil beweisen.

So ist jede Konsultation eines Arztes indirekt kostenpflichtig, weil die mit Beiträgen behaftete Krankenkasse dafür bezahlt. Kein Anwalt berät Dich in Rechtsfragen ohne die entsprechende Konsultations-Gebühr. Und ein Immobilienmakler verdient sein Geld immer mit einer Seite seiner Kundschaft. Warum sieht es im Finanzbereich anders als in den erwähnten Branchen aus?

Die Frage lässt sich einfach beantworten, doch gefällt die Erklärung den wenigsten Bankern. Bankmitarbeiter im Kundenbereich sind eher Verkäufer und weniger Berater. Wenn Du Dich von Deiner Bank zur Geldanlage beraten lässt, wird aus der Beratung meist unbemerkt ein Verkaufsgespräch. Berater sind angehalten oder gar verpflichtet, Rat suchenden Kunden hauseigene Finanzprodukte vorzuschlagen.

In der Regel bekommst Du von Deiner Bank nur Investmentprodukte angeboten, die mit üppiger Provision behaftet sind. Es spielt für die meisten Berater eine untergeordnete Rolle, ob diese Produkte mit den individuellen Kundenwünschen im Einklang stehen. Nicht selten sind die Vorschläge sogar vollkommen unpassend.

Natürlich wirst Du am Ende der Beratung niemals zur Kasse gebeten. Doch beim Erwerb von Anteilen an einem aktiv gemanagten Fonds zahlst Du eine Provision, gegen die das Honorar eines unabhängigen Finanzberaters überaus günstig erscheint. Äußerst Du hingegen den Wunsch auf Anteile an einem kostengünstigen Indexfonds, zeigt der Berater in der Regel kein Interesse mehr an Dir. Warum?

Weil ETFs, also börsengehandelte Indexfonds für die Bank lediglich eine geringe Ordergebühr, aber keinerlei Provisionen einbringen.

Welche Alternative gibt es bei der Anlageberatung?

Einen objektiven Vorschlag hinsichtlich eines Deinen Bedürfnissen gerecht werdenden Investmentprodukts kannst Du nur von einem unabhängigen Honorarberater erwarten. Der Grund liegt auf der Hand: Dieser Berater erhält ein im Voraus vereinbartes Honorar für seine Dienstleistung. Zudem ist ihm die Annahme von Provisionen untersagt. Ein Honorarberater arbeitet ausschließlich für seine Mandanten und er ist dabei sehr gründlich.

Eine Beratung beginnt mit der Ermittlung der individuellen Bedürfnisse sowie der Risikobereitschaft. In der Regel führt sie bei wahrheitsgemäßen Angaben immer zum passenden Produkt. Geht es beispielsweise um eine Versicherung, besorgt der Honorarberater für Dich eine sogenannte Nettopolice. Möchtest Du ein ETF-Portfolio aufbauen, wählt der Berater die zu Deinem Risikoprofil passenden Indexfonds aus.

Wenn Du für Deinen Einstieg in die Anlegerwelt kompetente Hilfe brauchst, bist Du mit den Nettotarifen und Ratschlägen eines unabhängigen Honorarberaters besser bedient. Die günstigste Lösung ist allerdings: selbst eine passive Anlagestrategie zu wählen und in breit streuende Indexfonds zu investieren.

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Irrtum 2: hohe Rendite ohne Risiko

Den meisten Anfängern ist vollkommen unbewusst, dass die Begriffe Risiko und Rendite in direktem Zusammenhang stehen. Wer attraktive Erträge anstrebt, muss zwangsläufig mehr riskieren:

  • Deutsche Staatsanleihen gelten als vergleichsweise risikoarm, sie bringen aber auch keine Erträge und seit neuestem sogar negative Renditen.
  • Tagesgeld- oder Festgeldkonten sind hierzulande mit wenig Risiken behaftet und rentieren kaum.
  • In Ländern mit geringerer Bonität bringen Festgeldanlagen das Drei- bis Vierfache, allerdings mit höherem Risiko.
  • Das klassische Beispiel für den Zusammenhang von Risiko und Rendite ist die Aktie. Diese Wertpapiere rentieren wesentlich besser als andere Finanzprodukte, allerdings können Aktieninvestments zu massiven Verlusten führen.
  • Aktien-ETFs sind mit geringerem Risiko als Einzelaktien behaftet, weil sie Dein Geld auf zahlreiche Gesellschaften streuen und die Marktkapitalisierung unterschiedlicher Länder repräsentieren.

Das eigentliche Problem beim Risiko ist, dass es von vielen „Experten“ ausgeblendet beziehungsweise verharmlost wird. Selbst die risikoärmsten Assets sind nicht ohne gewisse Risiken. Beispiel Festgeld:

  • Du hast eine große Summe auf einer Bank in einem EU-Land mit niedriger Bonität angelegt und der Staat schlittert in eine umfassende Krise.
  • Auf die Banken des betreffenden Landes findet ein großer Run statt, die nationale Einlagensicherung ist überfordert.
  • Dein Festgeld liegt aufgrund staatlicher Maßnahmen auf Eis, ob und wann Du es wieder bekommst, ist absolut ungewiss.

Für einen besseren Ertrag bist Du ein vermeintlich geringes Risiko eingegangen, welches sich im Nachhinein zur finanziellen Katastrophe entwickelt hat.

Risiken stecken in jeder Geldanlage, ansonsten gäbe es keine Belohnung (Rendite) für Investoren. Bei den oft als risikoreich beschriebenen Assets kannst Du jedoch viel zur Risikominderung beitragen:

  • Lege Dein ganzes Kapital nicht in einen Topf.
  • Investiere in Unternehmensbeteiligungen nur in Form von ETFs auf große Aktienindizes.
  • Streue Dein Kapital auf möglichst viele Länder, denn Krisen haben oft nur nationale Auswirkungen.

Irrtum 3: der Glaube an die perfekte Geldanlage

Die für jeden Menschen perfekte Geldanlage gibt es nicht und wird es nie geben. Es passiert jedoch sehr oft, dass Neueinsteiger glauben, die perfekte Geldanlage gefunden zu haben. Sie engagieren sich voller Begeisterung in diesem Investment, bis eines Tages eine Geldanlage auftaucht, die noch besser als die derzeitige Lösung erscheint. Dies ist oft bei Anfängern zu beobachten, die mit Emotionen anstatt kühler Sachlichkeit ans Investieren herangehen.

Wie soll die perfekte Geldanlage eigentlich aussehen? Natürlich wird bestmögliche Liquidität gewünscht, das Investmentprodukt muss jederzeit erwerbbar und verkaufbar sein. Selbstverständlich wird hohe Rendite von null Risiko begleitet. Mit anderen Worten ist die ideale Geldanlage ein absoluter Selbstläufer zu niedrigstem Preis, der lukrative Gewinne ohne Verlustrisiko liefert. Kurz und bündig: eine Illusion.

Warum dieses Traumgeschöpf in den Köpfen vieler Neulinge herumgeistert, hat einen nachvollziehbaren Grund. Es gibt auf den Finanzmärkten immer wieder unseriöse Akteure, die genau diese Perfektion ihren eigenen Produkten unterstellen und stets neue Opfer finden.

Wie würden erfahrene Anleger auf ein derartiges „Wunder“ reagieren?

  • Angenommen, es gäbe dieses Wunschprodukt heute zum Stückpreis von 100 Euro.
  • Das absolut sichere Produkt rentiert pro Jahr mit 10 %.

Was glaubst Du, würde passieren, wenn Rendite suchende Anleger darauf stoßen? Der Preis würde in Minuten, vielleicht sogar Sekunden, durch die Börsendecke gehen, denn das Angebot ist natürlich limitiert.

  • Die Anleger würden sich hektisch überbieten und bei Preisen von 110, 120 oder 130 Euro auf die Rendite der ersten Jahre freiwillig verzichten.
  • Ganz schlaue Investoren würden sogar 1.000 Euro auf den Counter legen, weil ihnen bei der absoluten Sicherheit 1 % Gewinn pro Jahr ausreicht.

Du siehst also, dass die Erwartungen der Marktteilnehmer in sekundenschnelle jedes Traumprodukt zunichtemachen. Die Investoren mit der größten Liquidität gestalten den Preis und damit die erzielbare Rendite. Zurück zur Realität, in welcher attraktive Renditen immer mit den entsprechenden Risiken verbunden sind. Eine perfekte Geldanlage mit 100 % Sicherheit gibt es nicht.

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Irrtum 4: Riesige Auswahl ist für Anleger vorteilhaft

Das beste Beispiel dafür, dass umfangreiche Auswahl eher eine quälende Herausforderung als eine Erleichterung ist, wird am ETF Markt deutlich. Aktuell gibt es mehr als 1.300 in der BRD zugelassene Indexfonds. Ich rate immer zu vorbildlich diversifizierten Aktienindizes, doch selbst hier ist die Auswahl verwirrend groß.

Neben den global ausgerichteten Produkten von Morgan Stanley Capital International (MSCI) gibt es Weltindizes von FTSE. Damit nicht genug wird jeder Index von mehreren ETF Anbietern physisch oder synthetisch nachgebildet. Es gibt alte und junge ETFs mit großen oder kleinen Fondsvolumen sowie mit unterschiedlichen Gesamtkostenquoten (TER).

Eine weitere Herausforderung sind die mittlerweile immer häufiger auftauchenden Smart Beta ETFs, welche mit Faktorprämien locken. Letztlich gibt es auf jeden prominenten Index ausschüttende und thesaurierende ETFs. Die ungeheure Auswahl an ETFs allein ist für die meisten Anfänger eher eine Qual als ein Vorteil. Du kannst die damit verbundenen Herausforderungen allerdings mit etwas Engagement meistern:

  • Werde Dir im Vorfeld jeder Investition über Dein Ziel klar.
  • Lese meine zahlreichen Artikel auf diesem Portal, insbesondere zum Sektor ETF.
  • Investiere nur in einen ETF, dessen Anlageziel Du vollständig verstanden hast.

Irrtum 5: Experten wissen alles besser

Auf der Suche nach der optimalen Geldanlage im Internet triffst Du regelmäßig auf umfangreiches Informationsmaterial zum Thema Finanzen. Gefühlt unendlich viele „Fachleute“ bieten Dir unverzichtbare Börsenbriefe an oder verweisen auf ultimative E-Bücher mit dem neuesten Insiderwissen.

Zudem verkünden selbst ernannte Börsengurus ihre Sicht auf die Finanzwelt wie Pastoren das Evangelium. Experten und Gurus haben eine Gemeinsamkeit: Sie glauben, alles besser zu wissen, und wollen Dich davon überzeugen.

Hinter dieser so bezeichneten Investmentpornografie steckt nicht selten einfaches Gewinnstreben. Der Börsenbrief ist kostenpflichtig und weckt mit Hinweisen auf bevorstehende Crashs Emotionen, das E-Book ist teuer und animiert zur völlig unpassenden Geldanlage.

Natürlich sind nicht alle Angebote dieser Börsenexperten unseriös, aber die Chancen, an ein schwarzes Schaf zu gelangen, sind für Anfänger sehr groß. Mit Sicherheit gibt es kompetente Autoren und viele weiterführende Finanzmarkt-Lektüren.

Aus meiner Sicht regt eine gute Publikation mit sachlicher Argumentation zum passiven Investieren an und weckt weder Angst noch Emotionen. Auf meiner Webseite findest Du sorgfältig zusammengetragene Informationen zu vergleichsweise sicheren Investments für den langfristigen Vermögensaufbau. Natürlich solltest Du auch meine Ausführungen kritisch hinterfragen und nachprüfen.

Irrtum 6: Investieren ist eine Vollzeitbeschäftigung

In der Tat geben viele unentschlossene Menschen für ihr Zögern an, dass investiert sein sehr zeitaufwendig ist. Für sie ist die Geldanlage mit umfangreichem Fachwissen verbunden und erfordert die gleiche Zeit wie eine vollwertige Beschäftigung.

Diese Ansicht kommt unter anderem von Fernsehsendungen, in denen bekannte Fondsmanager oder prominente Börsenteilnehmer interviewt werden. Dies sind aber Menschen, die das Investieren oder Beobachten der Finanzmärkte zum Hauptberuf gemacht haben.

Der durchschnittliche Privatanleger ist mit seinem ETF Portfolio nur wenige Stunden pro Jahr beschäftigt. Beim Besitzer eines ETF-Sparplans reduziert sich der ganze Aufwand auf wenige Minuten zum Überprüfen der Ausführungen. Auf lange Sicht hat ein Privatanleger viel weniger Stress und ist mit etwas Disziplin auch in turbulenten Zeiten sehr erfolgreich.

Vermögensaufbau ohne großes Engagement ist mit einem einzigen ETF möglich, parallel dazu findet das Leben statt und der Beruf füllt aus. Natürlich kannst Du auch jede freie Minute vor dem Computerbildschirm verbringen und Deinem ETF beim Wachsen zuschauen. Exchange Traded Funds entwickeln sich aber unabhängig von Deiner Aufmerksamkeit, sie wollen sogar 15 bis 20 Jahre in Ruhe gelassen werden.

Fazit

Ich hoffe, dass meine Ausführungen einige Irrtümer aus der Welt geschafft oder rechtzeitig verhindert haben. Halte Deine Geldanlage so einfach wie möglich, wähle den oder die passenden ETFs und gebe ihnen ausreichend Zeit zur Entwicklung. Setze Dir ein konkretes Ziel und lasse Dich nicht durch falschen Glauben oder Angstmacherei vom richtigen Weg abbringen.

Dein Depotstudent Dominik

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