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Intransparente ETFs – Neues vom ETF Markt

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Exchange Traded Funds eignen sich hervorragend für Menschen, die hinsichtlich der Geldanlage zum Vermögensaufbau nur wenig oder überhaupt keine Erfahrung haben. Die passiven Anlagevehikel ermöglichen transparent, leicht verständlich und vergleichsweise kostengünstig Investitionen in komplette Märkte. Dank ihnen ist die aufwendige und risikobehaftete Auswahl von einzelnen Wertpapieren überflüssig.

Klassische ETFs auf prominente Aktienindizes sind in der Anlegergemeinde weithin bekannt. Ein großer Teil der investierten Anleger hat ETFs auf den MSCI World, MSCI Emerging Markets oder den AWCI (All World Country Index) im Portfolio. Die ETF Industrie kreiert jedoch ständig neue Varianten, einige davon stelle ich Dir im nachfolgenden Artikel vor. Wie immer, sollen die unverbindlich dargestellten Varianten nicht als Anlageberatung verstanden werden, sondern als Informationen zu einem Markt mit rasanter Entwicklung.

Intransparente ETFs – was ist das?

Die Finanzbranche muss oder will den Interessen von aktiven Fondsmanagern ebenso gerecht werden wie denen der ETF Anbieter. Erstere beklagen oft, keinen Zugang zu den klassischen börsengehandelten Indexfonds zu haben. Wohl aus diesem Grund wurde vor Kurzem eine neue Anlageform am Markt etabliert. Es handelt sich dabei, der Darstellung von Insidern entsprechend, um intransparente und aktiv gemanagte ETFs.

Was ich bislang darüber in Erfahrung bringen konnte, ob es dabei etwas zu beachten gilt und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind, kannst Du den nachfolgenden Abschnitten entnehmen.

Vorteile für die einen und Nachteile für die anderen?

Eine mit Fakten und Zahlen angereicherte Beschreibung der intransparenten ETFs ist derzeit noch nicht möglich, da es sich um eine neue Form der Geldanlage handelt. Fest steht hingegen, dass die ETFs eher die bestehenden Probleme der aktiven Fondsmanager lösen sollen und für private Anleger keinerlei Vorteile mit sich bringen. Gleichwohl halte ich es für wichtig, über die neuen Vehikel informiert zu sein.

Fondsmanager versprechen seit Jahren, dass sie für Anleger Renditen generieren können, die weit über dem Marktdurchschnitt liegen. Hin und wieder gelingt es ihnen tatsächlich, den Markt für kurze Zeit zu schlagen. Investierte Anleger haben allerdings wenig davon, weil Kosten und Prämien die Mehrrendite auffressen.

Im Ergebnis ziehen in aktive Fonds investierte Anleger zunehmend Gelder ab und legen in passiven ETFs an. Sie erwirtschaften damit ebenso lukrative Renditen, genießen aber zeitgemäße Transparenz und niedrige Kosten.

Die meisten Fondsmanager scheuen den Markt der börsengehandelten Indexfonds, weil dieser zur Offenlegung der Bestände zwingt. Die Finanzbranche will beiden Gruppen gerecht werden und etabliert neben den transparenten ETFs jetzt Indexfonds mit eingeschränkter Transparenz.

Wie können Fondsmanager von intransparenten ETFs profitieren?

Wahrscheinlich ist für Dich die folgende Frage wichtiger: Warum wollen Fondsmanager überhaupt am ETF Markt teilnehmen? Es ist den Managern offenbar gelungen, sich als Opfer einer für sie nachteiligen Entwicklung darzustellen. Sie empfinden es diskriminierend, den Zugang zu einem profitablen Markt verwehrt zu bekommen.

Weil Diskriminierung ein nahezu täglich diskutiertes Tabu in der modernen Gesellschaft ist, konnten sie die Etablierung der intransparenten ETFs erreichen. Diese Varianten ermöglichen Fondsmanagern, ohne Offenlegung ihrer Strategien, am Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds teilzuhaben. Wie genau die Manager aktiver Fonds ihre Strategien verschleiern, ist natürlich das weiterhin ungelüftete Geheimnis der Branche. Auch ich kann, ebenso wie andere Marktbeobachter, aktuell nur mit Annahmen dienen.

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Wie kann ein Fondsmanager seine Anlagestrategie verschleiern?

Bestände nicht täglich offenlegen

Du kannst bei Deinem ETF zu jeder Zeit die Zusammensetzung überprüfen, weil die Anbieter zur täglichen Offenlegung ihrer Bestände verpflichtet sind. Erkennbar sind für Dich zwei wesentliche Aspekte:

  • Worin genau Du investiert bist.
  • Wie sich Deine Geldanlage entwickelt.

Die Manager von aktiven Fonds halten ihre Anlagestrategien geheim und streben seit Langem eine aufgelockerte Offenlegungspflicht an. Dieses Ziel könnte mit der intransparenten ETF Variante erreicht worden sein.

Offenlegung, aber ohne Angaben zur Gewichtung

Bei jedem herkömmlichen ETF ist für den Anleger im Datenblatt ersichtlich, in welche Assets, mit welcher Gewichtung, investiert wird. Es könnte beim intransparenten ETF daher sein, dass die Bestände zwar offengelegt werden, aber die Gewichtung geheim bleibt. Für Anleger sind aber beide Möglichkeiten mit Nachteilen verbunden, schließlich möchten sie informiert sein, worin und wie stark sie investiert sind.

Erfolg erzeugt Begierden

Nicht jedermann hat dafür Verständnis, dass Fondsmanager nun von einer Anlagevariante profitieren wollen, der sie viele Jahre mit Verachtung und Spott begegnet sind. Der seit Jahrzehnten ständig größer werdende Erfolg einer vergleichsweise jungen Branche hat die Begierden der Platzhirsche geweckt.

Der Finanzsektor gibt sich liberal und macht es beiden Gruppen so recht wie möglich. Alle sollen am großen Kuchen knabbern dürfen, obgleich ihn nur eine Gruppe mit viel Engagement hat groß werden lassen. In der Finanzbranche werden bei Bedarf sinnvolle Grenzen überwunden und neue Produkte erfunden. Für Einsteiger kann diese brancheninterne Fürsorge echte Gefahren mit sich bringen.

Insider vermuten, dass Anlegern aktiv gemanagte Fonds mit passivem Gewand verkauft werden könnten. Ein Anleger könnte sich im schlimmsten Fall für einen ETF mit passiver Anlagestrategie entscheiden und in völliger Unkenntnis, aufgrund nicht gegebener Transparenz, in einen aktiv gemanagten Fond investieren.

Bislang sind derartige ETFs erst in Planung und noch nicht am Markt platziert. Es bleibt also bei Vermutungen, doch über die solltest Du rechtzeitig informiert sein.

Vor- und Nachteile für Anleger

Aus der momentanen Sicht kann ich bei intransparenten ETFs keinerlei Vorteile für Anleger erkennen. Für eine endgültige Beurteilung muss jedoch die Etablierung am Markt abgewartet werden. Dann werden die obligatorischen Datenblätter zeigen, ob mit den Instrumenten Vorteile verbunden sind.

Die Fondsindustrie hüllt sich in Schweigen, daher sind bislang weder Vertriebsart noch Kostenstrukturen bekannt. Und damit komme ich zu den möglichen Nachteilen. Denkbar ist nämlich, dass ein intransparenter ETF mehr Kosten produziert und keinesfalls mit einer Total Expense Ratio (TER) im gewohnten Bereich auskommt.

Womöglich werden die neuen Anlagevehikel günstiger als klassische Investmentfonds sein, aber eben spürbar teurer als beispielsweise ein ETF auf den MSCI World Aktienindex. Als gut informierter Anleger ist Dir klar, dass hohe Kosten die Rendite schmälern. Du solltest den intransparenten ETFs daher mit Skepsis begegnen.

Über die höheren Kosten hinaus müssen weitere Nachteile und Risiken in Augenschein genommen werden:

Mangelnde Transparenz

Ich empfehle Dir stets, nur in Anlagevehikel zu investieren, die Du vollständig verstanden hast. Genau diese Vorgehensweise führen intransparente ETFs ad Absurdem. Du weißt nicht, in welche Unternehmen Dein Geld fließt und dieser Fakt kann bei einem auf Nachhaltigkeit ausgerichtetem Investment verheerende Konsequenzen haben.

Aktives Management birgt Gefahren

Mit der Entscheidung für die passive Geldanlage hast Du dargestellt, dass Dir nichts daran liegt, den Markt zu schlagen. Du erhältst vom Markt alle möglichen Renditen und musst Dir über die falschen Entscheidungen von Fondsmanagern keine Sorgen machen.

Bei intransparenten ETFs agieren im Hintergrund Manager, die sehr wohl schlechter als der Markt abschneiden können. Haben die Manager zeitweilig Erfolg, muss die vermeintliche „Leistung“ mit Prämien honoriert werden. Fahren Manager hingegen durch falsche Entscheidungen erhebliche Verluste ein, müssen diese die investierten Anleger tragen.

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Wie intransparente ETFs erfolgreich an den Anleger gebracht werden

Ich erwarte, dass die Vertriebe suggerieren, mit den neuen ETFs, das Beste aus beiden Welten zu vereinen:

  • Niedrige Kosten.
  • Erfahrenes Management.

Die darauf ausgerichtete Vertriebsstrategie wird wahrscheinlich viele Einsteiger begeistern und von Erfolg gekrönt sein. Welcher Neuling weiß schon, dass Manager in der Vergangenheit sehr selten, über kurze Zeit, und nur rein zufällig bessere Renditen generierten? Wem sind die mit dem zeitweiligen Erfolg verbundenen Prämien bekannt?

Bei den intransparenten ETFs werden wahrscheinlich alle halbwegs legalen Verkaufsstrategien genutzt und der in Finanzangelegenheiten vergleichsweise ungebildete Anleger aus der BRD steht dem hilflos gegenüber. Ich werde die Entwicklung genau verfolgen und zeitnah über neue Erkenntnisse respektive am Markt platzierte Produkte informieren.

Bis dahin solltest Du bei der Suche nach neuen ETFs diesen Kriterien besondere Aufmerksamkeit schenken:

  • Schaue bei jeder Neuemission nach Angaben im Datenblatt, aus welchen hervorgeht, in welchen Ländern der ETF in welche Unternehmen investiert.
  • Sind diese Informationen nicht in der Beschreibung des ETF enthalten, halte Abstand vom Erwerb.
  • Außergewöhnlich hohe Kosten könnten ein weiterer Hinweis auf einen intransparenten ETF sein.
  • Hohe Kosten sind an der TER sowie an der Tracking-Differenz erkennbar und sollten im Interesse an attraktiver Rendite vermieden werden.

Weitere Neuigkeiten

Nachfolgend berichte ich über einige neue ETFs, die bereits am Markt etabliert wurden. Die Themen der Neuemissionen könnten kontrovers diskutiert werden. Wer den Theorien oder Ideologien folgt und sie befürwortet, kann an den Optionen Gefallen finden. Gleichwohl handelt es sich um sehr junge ETFs, über deren Entwicklung aktuell nur wenige Daten vorliegen.

 US ESG Low Carbon Equity Factors UCITS ETF von Ossiam – ISIN: IE00BJBLDJ48.

Der ETF wurde bereits im Mai 2019 in Irland aufgelegt. Er ist jedoch erst seit dem 11. Februar 2020 über Xetra an der Frankfurter Börse handelbar. Das Besondere: Der ETF wird aktiv verwaltet und seine Bestandteile werden auf der Basis von ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit selektiert. Im Index enthalten sind die Aktien von US-amerikanischen Unternehmen, die zur Reduzierung der sogenannten Treibhausgase beitragen.

Weil die Vereinigten Staaten im Jahr 2018 mit 15 % an den weltweiten Treibhausgasemissionen beteiligt waren, wurden im neuen ETF ausschließlich vorbildliche US-amerikanische Unternehmen aufgenommen.

Des Weiteren wird die Wertentwicklung von den Faktoren Momentum und Value beeinflusst. Zudem ist eine Sicherungskomponente integriert, welche das Währungsrisiko minimieren soll.

Hier die bekannten Daten:

  • Fondsdomizil: Irland.
  • Fondsvolumen: 83 Millionen Euro.
  • TER 0,45 % per anno.
  • Erträge werden reinvestiert.

Global Gender Equality UCITS ETF von UBS – ISIN: IE00BDR5H073

Der bereits im Dezember 2017 aufgelegte ETF ist seit dem 7. Februar 2020 über Xetra an der Börse Frankfurt handelbar. Ihm liegt der Solactive Equileap Global Gender Equality 100 Leaders Index zugrunde, in welchem 100 Unternehmen aus aller Welt enthalten sind. Aufgenommen werden Firmen, die sich für Nachhaltigkeit und Gleichstellung engagieren. Draußen bleiben müssen Gesellschaften, die Waffen und Tabak verkaufen sowie im Glücksspiel aktiv sind.

Unter den Top10 befinden sich bekannte und weniger prominente Gesellschaften:

  1. PG&E CORP COM – Energieversorger USA.
  2. MICROSOFT CORP – IT-Konzern USA.
  3. NVIDIA CORP – Teilehersteller für die Computerbranche USA.
  4. AUTODESK INC – Softwarehersteller USA.
  5. ADOBE INC – Softwareunternehmen USA.
  6. STATE STREET – Finanzdienstleister und Depotbank USA.
  7. MOODYS CORP – Dienstleistungen für Investoren USA.
  8. ELI LILLY AND CO – Pharmakonzern USA.
  9. BRISTOL-MYRS SQUIB – Pharmakonzern USA.
  10. KERING – Modekonzern Frankreich.

Obgleich es sich um einen global ausgerichteten ETF handelt, ist die Dominanz der Vereinigten Staaten unübersehbar.

Vorliegende Fakten und Daten:

  • Fondsdomizil Irland.
  • Fondsgröße 91 Millionen Euro.
  • Vollständige physische Indexnachbildung.
  • Erträge werden wieder investiert.
  • TER 0,30 % per anno.
  • Volatilität 8,10 % im letzten Jahr.
  • Wertentwicklung 2018 minus 5,06 % – 2019 plus 23,62 %.

Cybersecurity And Data Privacy UCITS ETF von RIZE ISIN: IE00BJXRZJ40.

Am 17. Februar 2020 etablierte RIZE den ETF an der Frankfurter Börse. Der ETF bildet den Foxberry Tematica Research Cybersecurity & Data Privacy Index mit thematischer Gewichtung ab. Maßgeblich für die Gewichtung ist, welchen Umsatz- oder Gewinnanteil ein Unternehmen in den Datenschutz und die Cybersicherheit investiert. Ausgeschlossen werden Unternehmen aus den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt und Rüstung.

Da der ETF nur wenige Tage am Markt platziert ist, liegen kaum Daten vor. Fest steht bisher:

  • Die Gesamtkostenquote TER liegt bei 0,45 % pro Jahr.
  • Erträge werden jährlich reinvestiert.

Der Anbieter RIZE hat übrigens am selben Tag einen Medical Cannabis ETF am Markt etabliert.

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