depotstudent

Ist der MSCI World hoffnungslos überbewertet?

Der MSCI World ist ein optimal diversifizierter Index, welcher die Aktien von mehr als 1.650 Unternehmen aus 23 industrialisierten Ländern enthält.

Wer in den Weltindex investieren möchte, interessiert sich natürlich für die aktuelle Situation:

  • Sind Aktien derzeit überbewertet oder eher unterbewertet?
  • Wie erkenne ich eine Überbewertung, woran eine Unterbewertung?

Im nachfolgenden Beitrag beantworte ich Deine Fragen zu diesen Themen und verrate zudem, was Du auf jeden Fall unterlassen solltest. Renommierte Fachleute weisen allerdings darauf hin, dass es gefühlt (!) immer die falsche Zeit ist, in Aktien oder den MSCI World einzusteigen.

Lasse Dich nicht von den Medien verwirren

Printmedien und online basierte Nachrichtenportale schreiben fast täglich über eine Überbewertung der globalen Aktienmärkte. Börsenexperten warnen vor brandgefährlichen Situationen und reden den Crash im wahrsten Sinne des Wortes herbei. Natürlich steckt in jeder Meldung eine Brise Wahrheit, schließlich sind innerhalb der letzten 50 Jahre die Aktienmärkte gleich vier Mal rasant abgestürzt. Während der Dotcom Krise verlor der MSCI World erheblich, in der Finanzkrise 2009 sackte der Kurs um 35 % ein.

Doch jedem Tief folgte bislang ein neues Hoch und die Kurse erklommen Rekordwerte. Langfristig wird der MSCI World oder andere Aktienindizes schon aufgrund der Inflation kontinuierlich neue Höchststände erzielen. Daran würde auch eine dauerhafte Über- oder Unterbewertung des Aktienmarktes nichts ändern.

Zu günstig können Aktien eigentlich nie werden – zumindest aus Sicht eines Käufers.

Ab wann sind die Wertpapiere zu teuer oder beim MSCI World der Kurs zu hoch, um einzusteigen? Die Fachwelt hat zur Bewertung einige Kennzahlen etabliert, die ich Dir nachfolgend vorstellen möchte.

Eines vorweg: Der aktuelle Kurs eines Index ist keine Bewertungskennzahl, obgleich es viele Medienexperten in ihren Texten anders sehen.

Überbewertung schnell erkennen mit dem KGV?

Wer einzelne Aktien kaufen oder in einen Index wie den MSCI World investieren möchte, sollte nach allgemeiner Expertenansicht einen Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) werfen.

Die häufig verwendete Bewertungskennzahl errechnet sich wie folgt:

Der Kurs einer Aktie geteilt durch den Gewinn pro Aktie ergibt das KGV.

Den Gewinn einer Aktie ermitteln Fachleute, indem sie den Gesamtgewinn der entsprechenden Aktiengesellschaft durch die Anzahl der emittierten Wertpapiere teilen.

Zwei Beispiele zum besseren Verständnis:

  • Eine Aktie notiert aktuell mit 50 Euro, 4 Euro Gewinn pro Aktie wurden im letzten Geschäftsjahr erzielt.
  • Kurs dividiert durch Gewinn pro Aktie ergibt ein KGV von 12,5.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis zeigt Dir, wie lange es dauert, bis das emittierende Unternehmen den Aktienkurswert als Gewinn erwirtschaftet hat: nämlich 12,5 Jahre. Hinsichtlich der Bewertung sagt das KGV aus, mit welchem Vielfachen des herangezogenen Geschäftsjahres-Ergebnisses die Börse eine Aktie dieses Unternehmens bewertet. Experten meinen, dass ein niedriger KGV-Wert für Aktien-Käufer vorteilhafter wäre. Ob bei einem hohen KGV gleich von einer Überbewertung gesprochen werden kann, ist allerdings zu bezweifeln. Überbewertet erscheint Anlegern auf den ersten Blick eine Aktie, deren Kurs zu hoch ist.

Beispiel zwei: Der aktuelle Kurs einer Aktie beträgt 50 Euro, prognostiziert wird für das nächste Geschäftsjahr ein Gewinn pro Aktie von 5 Euro.

50 Euro dividiert durch 5 ergibt ein KGV von 10.

In dem Fall stellt die Kennziffer dar, mit welchem Vielfachen des zu erwartenden Ergebnisses die Börse eine Aktie bewertet.

Aufgepasst!

Pflichtlektüre für jeden Privatanleger: Link zum Buch*

Buchempfehlung

Das beste Depot (mit fetter Prämie) gibt’s hier: Link zum Depot*

Zwei weitere Top Depots: Extratipp 1* und Alternativempfehlung 2*

Überbewertung schnell erkennen mit dem KBV?

Jede Unterbewertung verspricht beim Aktien-Erwerb die Möglichkeit, später beim Verkauf satte Gewinne zu erzielen. Eine Unter- und Überbewertung beim Aktienhandel sicher zu identifizieren, stellt das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) in Aussicht.

Worum handelt es sich beim KBV?

Das Eigenkapital eines Unternehmens abzüglich der gesammelten Verbindlichkeiten wird als der Buchwert bezeichnet. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis kann mittels einer Teilung der Marktkapitalisierung durch den Buchwert berechnet werden.

Ein praktisches Beispiel:

  • Der Buchwert eines Unternehmens beträgt 100 Millionen, die Marktkapitalisierung 90 Millionen Euro.
  • 90 dividiert durch 100 ergibt ein KBV von 0,9.

Jeder vom Anleger investierte Euro resultiert demnach in einer Beteiligung am Unternehmenswert mit 90 Cent. Experten empfehlen Anlegern, bei einem niedrigen KBV einzusteigen, weil dieser attraktive Gewinne verspricht. Investoren wie Warren Buffet waren im letzten Jahrhundert auf das Thema Unterbewertung spezialisiert und werden in der Gegenwart gerne als Vorbilder dargestellt.

Wird ein Unternehmen unterbewertet, ist die Aktie günstig, um nicht zu sagen zu günstig. Wird die Aktie eines Unternehmens überbewertet, ist der Kurs zu hoch und das Papier zu teuer. Soweit die Theorie.

Und die Praxis?

In der Praxis kann eine Unterbewertung zum Kauf einer Aktie verführen und negativ enden. Ist ein Unternehmen unterbewertet und der Aktienkurs eigentlich zu günstig, kann dies auch auf baldige Insolvenz hindeuten.

Ein vergleichsweise hoher Kurs deutet beim MSCI World nicht zwingend auf eine Überbewertung hin. Ist der Kurs zu hoch, wird der Einstieg zu teuer! Auch diese Behauptung lässt sich auf lange Sicht nicht beweisen.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis hat zudem eine Schwachstelle, die zu ungenauem Wert führen kann:

Es berücksichtigt keine stillen Reserven und immaterielle Posten. Zu den Letzteren gehören beispielsweise Patente, Fachkräfte mit hervorragender Ausbildung, eine bekannte und beliebte Marke sowie ein positives Image. Stille Reserven sind unter anderem Maschinen, Computer und Fahrzeuge des Unternehmens zum aktuellen Gegenwert.

Unzuverlässige Prognosen

Das KGV rückwirkend zu berechnen, ist aufgrund vorliegender Daten einfach. Als Anleger willst Du aber nicht wissen, ob eine Aktie in der Vergangenheit zu teuer war, sondern ob für einen Einstieg jetzt oder in Zukunft der Kurs zu hoch ist. Um das KGV für die Zukunft zu berechnen, müssen Daten angenommen oder geschätzt werden.

Dies kommt einer Prognose gleich, welche zu Recht als unzuverlässig angesehen wird. Dem nicht genug. Eine weitere Unzulänglichkeit entsteht durch die vergleichsweise kurze Betrachtungszeit von einem Jahr. Diese kann aufgrund zyklischer Schwankungen zu Verzerrungen führen. Die Aktie eines Unternehmens erscheint bei rasant steigenden Gewinnen zu günstig und bei negativer Geschäftsentwicklung mit sinkenden Profiten zu teuer.

Der Wirtschaftsnobelpreisträger und Ökonom Robert Shiller hat, um diese Verzerrungen zu glätten, ein alternatives KGV entwickelt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Shiller hat die inflationsbereinigten Durchschnittsgewinne eines Unternehmens für den rückwärtigen Zeitraum von 10 Jahren als Grundlage.

Wie sinnvoll eine Betrachtung mit längerem Zeitraum sein kann, wird aus nachfolgendem Beispiel ersichtlich.

  • Im Frühjahr 2009 waren die Gewinne der US-Unternehmen bereits stark eingebrochen und das auf den Vorjahres-Gewinnen basierende KGV zeigte für den Aktienmarkt eine starke Überbewertung an.
  • Auf eine Unterbewertung deutete hingegen das langfristige KGV von Robert Shiller hin.

Im Nachhinein betrachtet war der Erwerb von amerikanischen Aktien im Jahr 2009 für Anleger sehr lukrativ.

Das Shiller KGV kann zum Messen von einzelnen Aktien, Länderindizes und dem Weltindex MSCI World verwendet werden. Der 1970 an den Start gegangene MSCI World zeigt, einer Berechnung vom Januar 2019 entsprechend, ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23,1 auf. Für den Weltaktienmarkt MSCI ACWI IMI wurde 2018 ein klassisches KGV von 15,2 bei einem KBV von 2,2 angegeben.

Aber was nützen Dir diese Angaben für eine Investment-Entscheidung wirklich?

Aufgepasst!

Kostenlose Pflichtlektüre: Link zum Buch*

Das beste Depot (mit fetter Prämie) gibt’s hier: Link zum Depot*

Zwei weitere Top Depots: Extratipp 1* und Alternativempfehlung 2*

Den richtigen Zeitpunkt für einen Einstieg finden

Im MSCI World sind Aktien aus 23 Ländern vertreten, die Angaben zum KGV von Shiller resultieren aus einer Vielzahl von Aktien und sagen für Privatanleger nichts aus. Erfahrene Profis nutzen KGV und KBV, um unterbewertete Unternehmen zu finden. Stockpicking ist teilweise allerdings eine sehr riskante Strategie, die zu großen Verlusten führen kann.

Jeder private Anleger möchte bei seiner Geldanlage in den MSCI World gerne den idealen Einstiegspunkt erwischen und von steigendem Kurs profitieren.

Erwiesenermaßen funktioniert das sogenannte Markttiming weder bei Neueinsteigern noch bei alten Hasen.

Du musst daher weder nach dem KGV suchen noch das Kurs-Buchwert-Verhältnis in Augenschein nehmen. Beide Werte beruhen entweder auf Daten aus der Vergangenheit oder auf Annahmen für die Zukunft. Aus vergangenen Entwicklungen auf die Zukunft schließen ist überaus gefährlich. Darauf weist jeder Broker oder jede Verkaufsbroschüre hin. Und eine Geldanlage auf Vermutungen aufzubauen ist einfach leichtsinnig.

Den optimalen Zeitpunkt für einen Einstieg findest Du nicht.

Warum?

Weil Du ihn auf dem Chart erst im Nachhinein siehst und die einmalige Chance dann nicht mehr besteht. Ob eine Aktie oder ein Index unterbewertet oder überbewertet ist, spielt beim seit Langem bewährten Kaufen-und-Halten Ansatz absolut keine Rolle. Zu günstig oder zu teuer kannst du ebenfalls nicht einsteigen, sofern Du über einen langen Anlagehorizont verfügst. Vergesse beim MSCI World die Begriffe Unterbewertung und Überbewertung, beides hat auf Deine langfristige Geldanlage keinen Einfluss.

Das Experiment: Aktiv handeln vs. Buy and Hold

Renommierte Forschergruppen verfolgen den Aktienmarkt seit etwa 20 Jahren, um die ideale Anlagestrategie zu finden. Das Ziel einer Gruppe: Mithilfe von KGV und KBV überbewertete Aktien identifizieren und meiden sowie in unterbewertete Papiere investieren. Die andere Forschergruppe verfolgt den einfachen Buy-and Hold Ansatz und führt ein vergleichsweise bequemes Anlegerleben.

Die erste Gruppe steht seit Beginn vor großen Herausforderungen. Sie müssen immer wieder aufs Neue entscheiden, ob Aktien gehalten, oder verkauft und im Portfolio untergewichtet oder untergewichtet werden sollen. Diese Gruppe ist in die Aktienmärkte von 20 Staaten investiert und verfolgt einen Ansatz, den jedes Gruppenmitglied als vielversprechend einschätzt. Prognosen werden für jeweils 5 Jahre erstellt, Umschichtungen und Gewichtungen finden anhand der Zwischenergebnisse statt.

Das Ergebnis nach 20 Jahren: Die Gruppe der aktiv handelnden Forscher konnte in keinem Markt die Kollegen mit der Kaufen-und-Halten Strategie schlagen. Wohlgemerkt handelte es sich bei diesem Experiment um Fachleute, die jeden Ansatz mit Eifer im Wettbewerb verfolgten. Die aktiv agierenden Forscher gingen verhältnismäßig hohe Risiken ein und mussten sich dennoch geschlagen geben.

Überbewertung/Unterbewertung MSCI World: Irrelevant?

Wenn Du Dein Geld 15 Jahre oder länger anlegen willst und zeitweilige Rücksetzer verkraften kannst, ist der Zeitpunkt nicht von Bedeutung. KGV, KBV und andere Bewertungsmechanismen sind unnötig, sofern Du mit dem Kaufen-und-Halten Ansatz an die Geldanlage herangehst. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Kurs des MSCI World zeitweilig überbewertet oder unterbewertet ist.

Wichtig ist allein das Ergebnis nach 15 Jahren oder mehr. Steigen wird der Weltindex in jedem Fall und es gibt derzeit keinen Grund, warum die langfristig ermittelte Durchschnittsrendite von etwa 8 % fallen sollte.

Wenn Dir die Einmalanlage doch zu riskant erscheint, entwerfe einen Plan für das Investment in den MSCI World. Teile Dein Geld in gleichgroße Tranchen auf und lege in beschlossenen Intervallen an. Wichtig ist lediglich, dass Du Deinem Plan treu bleibst und wie alle Anleger dieser Welt auf die Kraft der Märkte vertraust.

Dein Depotstudent Dominik

Starte endlich in 3 Schritten durch!

Fehler Geldanlage 1. Schritt: Vermeide die wichtigsten Fehler!

Hole Dir kostenlos mein Mini-eBook (7 Seiten)

Die 11 größten Fehler von Studenten und Azubis bei der Geldanlage

2. Schritt: Informiere Dich!

zum Beispiel auf meiner Website depotstudent.de.

Ein absolutes Muss: Kostenlose Pflichtlektüre zum Thema Geldanlage*

Ein zweites absolutes Muss: Der Bestseller auf Amazon*

3. Schritt: Eröffne ein eigenes Depot und beginne zu investieren!

Du magst es einfach, günstig und willst ne dicke Prämie?


Schau mal hier.*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.