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Jetzt in Gold investieren, ja oder nein?

100 g Fine gold

Vor allem in unruhigen Zeiten sehen viele Anleger in Gold einen sicheren Hafen. Wie aber in das gelbe Edelmetall investiert werden sollte, wird oft kontrovers diskutiert. Möglich wäre zunächst der physische Erwerb von Barren in verschiedener Größe und Münzen. Des Weiteren stehen Investitionen per Gold-ETF oder Gold-ETC in Option.

In diesem Beitrag schaue ich mir die einzelnen Möglichkeiten genau an und erkläre Dir, ob Investments in Gold attraktiv sowie vorteilhaft sein können. Eines darf jedoch nicht unberücksichtigt bleiben: Gold wirft im Depot oder im Tresor weder Zinsen noch anderweitige Erträge ab. Die einzige Chance auf Rendite ist bei steigendem Kurs gegeben.

Warum zu Investitionen in Gold ständig geraten wird

Die Diskussionen zum Sinn von Investments in Gold verläuft ebenso hitzig wie die aktuelle Debatte zur Geldanlage in Immobilien. Angeheizt wird die Auseinandersetzung durch so bezeichnete Gold Gurus, die auf verschiedenen Kanälen dazu aufrufen, einen großen Teil des Vermögens sofort in Gold zu stecken.

Deren Argumentation schließt unter anderem die nicht mehr gegebene Funktionsfähigkeit des aktuellen Geldsystems sowie die Handlungsunfähigkeit der globalen Zentralbanken in Krisenzeiten ein. Bilde Dir bei Bedarf dazu selbst eine Meinung und finde eine Balance zwischen Pro und Contra. Ich gehe an dieses Thema ebenso rational heran wie an Aktien, ETFs und andere Assets.

Lohnt sich die Geldanlage in Gold?

Fakt ist allerdings, dass die Goldpreise in der Vergangenheit, während großer Krisen extrem gestiegen sind. Bestes Beispiel dafür war die letzte Finanz- und Immobilienkrise zwischen Oktober 2007 und Frühjahr 2009:

  • Bekannte Aktienindizes wie beispielsweise der MSCI World verloren mehr als 40 %.
  • Der Goldpreis legte deutlich mehr als 30 % zu.
  • Im Anschluss an die große Krise kam es zu einem regelrechten Goldboom, der Unzenpreis näherte sich der 2000-Dollar-Marke.

Lohnt es sich daher für Privatanleger, in Gold zu investieren? Wer sich die Rendite auf das gelbe Edelmetall in den letzten 30 oder 40 Jahren emotionslos anschaut, kommt unweigerlich zu der Antwort: Nein

Ungeachtet der starken Preisentwicklung zwischen 2009 und 2013 lag der MSCI World in den letzten 30 Jahren seitens der Rendite immer deutlich vor dem Goldinvestment.

Was spricht gegen die Investition in Gold?

Wie bereits erwähnt gewährleisten andere Assets laufende Erträge. Bei Gold wird die Rendite nur über steigenden Kurs erwirtschaftet.

  • Investierst Du in Aktien, sind Dividenden-Ausschüttungen möglich.
  • Die Investition in Anleihen oder Kredite resultiert in Zinsen.
  • Eine erworbene Immobilie gewährleistet Mieteinkünfte.

Zudem profitierst Du beim Verkauf dieser Assets in der Regel von gestiegenem Wert. Bei Rohstoffen und insbesondere Gold hingegen bist Du ausschließlich vom Kursgewinn abhängig und die Erwartungen werden nicht immer erfüllt.

Gold hat im Gegensatz zu Kupfer und Zink eine sehr geringe gewerbliche Bedeutung. Die Industrie kommt vollkommen ohne das Edelmetall aus und in der Schmuckbranche werden vergleichsweise geringe Goldmengen verarbeitet.

Mehr als 50 % der weltweiten Goldreserven liegen aktuell in den Tresoren der Zentralbanken, obgleich keine Währung mehr an den Goldstandard gebunden ist. Dieser Umstand sollte eigentlich jedem Anleger zu denken geben. Warum?

Weil Zentralbanken ihre Goldreserven theoretisch komplett auf den Markt werfen und damit einen extremen Preisverfall auslösen könnten. Darauf war beispielsweise die Talfahrt des Goldkurses nach 2013 zurückzuführen.

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Argumente für die Anlage in Gold

Als eines der ältesten Zahlungsmittel der Welt genießt Gold natürlich einen schwer zu erschütternden Ruf. Du kannst überall auf dem Globus mit einem kleinen Goldbarren oder einer Münze zum Tageskurs bezahlen.

Vorteilhaft ist zudem die sehr niedrige Korrelation mit Aktien. Das bedeutet: Der Goldkurs entwickelt sich meist in die entgegengesetzte Richtung zur Notierung der Wertpapiere. Du kannst also davon ausgehen, dass der Goldanteil im Portfolio an Wert zulegt, wenn Deine Aktien auf Talfahrt gehen.

In der Tat kannst Du mit einer Investition in Gold die Schwankungsbreite Deines Portfolios und damit das Risiko reduzieren. Doch ob dies wirklich sinnvoll ist, musst ausschließlich Du selbst entscheiden. Ich will Deinen Entschluss für oder gegen Gold im Portfolio mit überprüfbaren Fakten erleichtern. Hierzu einen Vergleich:

  • Gold rentierte zwischen 1975 und 2016 mit durchschnittlich 4 % pro Jahr bei einer jährlichen Volatilität von 16,1 %.
  • Der MSCI World Aktienindex erzielte im gleichen Zeitraum pro Jahr 8,8 % bei einer Schwankungsbreite von 15,4 % per anno.

Betrachtest Du die Entwicklung beider Assets ohne emotionale Voreingenommenheit, wird eines klar: Goldinvestments sind auf lange Sicht riskanter und weniger attraktiv als ETFs auf Aktienindizes.

Eine 10-prozentige Beimischung von Gold im Portfolio hätte allerdings dieses Ergebnis gebracht:

  • Die Kombination aus 90 % MSCI World und 10 % Gold rentierte mit 8,6 % pro Jahr bei einer jährlichen Schwankungsbreite von 14,9 %.

Selbstverständlich handelt es sich bei diesem Beispiel um eine Rückschau, welche nicht 1 zu 1 auf die Zukunft übertragbar ist.

Positiv ist des Weiteren die positive Korrelation von Gold mit der Inflation. Der Wert des gelben Edelmetalls steigt kontinuierlich mit der Geldentwertung. Allerdings ist dies kein Alleinstellungsmerkmal, vielmehr sind auch Aktien, Immobilien und andere Sachwerte vor der Inflation geschützt.

Zusammengefasst zeigt Gold seinen Wert vor allem in großen und unvorhersehbaren Krisen. Zuletzt war Gold 2011 während der Eurokrise eine sehr lohnenswerte Investition:

  • Der MSCI World verlor 17,8 %.
  • Gold legte um 28,7 % zu.

Auch in anderen Szenarien verlor Gold wesentlich weniger an Wert als der Weltindex oder federte den Verlust bei Aktien mit lukrativen Gewinnen ab. Gold ist daher vor allem für Menschen geeignet, die ihre Portfolios und sich selbst gegen Krisenauswirkungen schützen möchten.

Wie kannst Du in Gold investieren?

Der Besitz von physischem Gold erscheint vielen Menschen als ideale Grundlage für eine erneute Finanzkrise oder den Zusammenbruch des aktuellen Geldsystems. In Zeiten extremer Inflation kosteten Güter des täglichen Bedarfs enorme Summen und waren oft nur gegen Gold erhältlich. Dem ist mit Fokus auf die Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren nichts entgegenzusetzen.

Du solltest allerdings bedenken, dass Regierungen in wirtschaftlicher Bedrängnis zu drastischen Goldverboten neigten und den Besitz von Barren oder Münzen unter schwere Strafen stellten. Diese Verbote gab es im 20. Jahrhundert beispielsweise:

  • In der Sowjetunion.
  • In Großbritannien.
  • In den Vereinigten Staaten.
  • In China.
  • In der Weimarer Republik.

Falls der Euro in seiner Existenz bedroht wäre, müsstest Du in der BRD vermutlich wieder mit einem Goldverbot rechnen. Im schlimmsten Fall könntest Du Deine kleinen Barren oder Münzen nicht oder nur schwer gegen wichtige Güter eintauschen.

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Gold für das Portfolio

Zum Schutz gegen Wertverluste des Aktienanteils eignet sich eine Beimischung von Gold-Papieren. In der BRD sind allerdings Gold-ETFs nicht verfügbar, Grund hierfür sind die rechtlichen Vorgaben der UCITS-Richtlinien. In diesem Rahmen ist die Auflage von Indexfonds mit nur einem Bestandteil untersagt. Anleger in der Schweiz können Gold-ETFs allerdings problemlos erwerben.

Für den heimischen Markt gibt es statt Gold-ETFs die Gold-ETCs. Es handelt sich hierbei um Inhaberschuldverschreibungen, welche mit physischem Gold gedeckt sind. Aufgrund der Ähnlichkeiten mit ETFs haben Gold-ETCs mittlerweile bei Anlegern in der BRD eine gewisse Attraktivität erreicht. Einige ETCs bieten zudem steuerliche Vorteile.

Wie von ETFs bekannt, werden die Kosten der Gold-ETCs als Gesamtkostenquoten (TER) dargestellt und können von 0,00 % bis zu 0,59 % pro Jahr betragen. In der jeweiligen TER eines Gold-ETCs sind enthalten:

  • Managementkosten.
  • Kosten für die Lagerhaltung.
  • Versicherungsprämien.

Gold-ETCs werden ebenso wie ETFs an den Börsen gehandelt, sind leicht erwerbbar und jederzeit zu verkaufen.

Nachfolgend einige ETC Beschreibungen:

EUWAX Gold II: ISIN DE000EWG2LD7, WKN EWG2LD

Der ETC wurde im Oktober 2017 in der BRD aufgelegt. Er ist mit physischem Gold besichert und thesaurierend konzipiert. Das Fondsvolumen wird mit 196 Millionen Euro angegeben, die TER mit 0,00 % pro Jahr. Mit einer jährlichen Schwankungsbreite von 11,67 % liegt der Gold-ETC im Mittelfeld der Skala.

  • 2018 rentierte der ETC mit plus 3,22 %.
  • Im laufenden Jahr liegt er mit 20,52 % im Plus.

Als ETC-Sparplan ist er bei der Comdirect mit 1,50 % Gebühren pro Ausführung einzurichten. Der Sparkassen-Broker nimmt für jede Ausführung 2,50 %.

EUWAX Gold: ISIN DE000EWG0LD1, WKN EWG0LD

Dieser Gold-ETC wurde bereits im August 2012 aufgelegt, seine Fondsgröße beträgt 393 Millionen Euro, das Fondsdomizil ist die BRD. Er ist ebenfalls physisch besichert, hat eine TER von 0,00 % pro Jahr und ein thesaurierendes Konzept. Mit jährlich 11,40 % Schwankungsbreite ist der ETC durchschnittlich volatil.

Die Wertentwicklung seit 2015:

  • 2015 plus 0,35 %.
  • 2016 plus 12,44 %.
  • 2017 minus 1,25 %.
  • 2018 plus 2,84 %.
  • 2019 bisher plus 20,28 %.

Beim Broker Comdirect kannst Du einen ETC-Sparplan mit 1,50 % Kosten pro Ausführung abschließen.

XETRA Gold: ISIN DE000A0S9GB0, WKN A0S9GB

Der im November 2007 in der BRD aufgelegte Gold-ETC hat ein Fondsvolumen von mehr als 8,5 Milliarden Euro. Er ist mit physischem Gold besichert und thesaurierend aufgebaut. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,36 % pro Jahr, die jährliche Schwankungsbreite ist mit 9,68 % durchschnittlich.

Die Rendite seit 2015:

  • 2015 plus 0,32 %.
  • 2016 plus 12,54 %.
  • 2017 minus 1,70 %.
  • 2018 plus 3,25 %.
  • 2019 bislang plus 18,84 %.

Bei der Onlinebank Comdirect kannst Du auf diesen ETC einen Sparplan mit 1,50 % Gebühr pro Ausführung einrichten.

Das Besondere beim XETRA Gold-ETC: Gewinne sind nach einer Haltezeit von mindestens 12 Monaten steuerfrei. Allerdings klagen die Mitbewerber derzeit ebenfalls die Steuerfreiheit ein.

Mein Fazit

Die eingangs gestellte Frage zum Sinn einer Gold-Investition muss jeder für sich selbst beantworten. Wer an das baldige Zusammenbrechen des derzeitigen Finanzsystems glaubt, ist mit Gold als Barren oder Münzen vermutlich gut bedient. Es muss allerdings vor einem eventuellen Goldverbot gewarnt werden.

Gleichwohl hat Gold als Zahlungsmittel bereits eine lange Vergangenheit. In irgendeiner Form wird das beständige Edelmetall auch die Zukunft meistern.

Wenn Du in einen ETF auf den MSCI World investiert bist und demnächst einen großen Crash befürchtest, kann eine Beimischung von Gold in Form eines ETC sinnvoll sein. Wie viel Du in einen Gold-ETC investieren solltest, hängt ausschließlich von Deiner Risikobewertung ab. Natürlich müssen Deine finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt werden.

Sinnvoll könnte sein, neben der Einmalanlage in einen ETF auf den MSCI World einen ETC-Sparplan einzurichten. Beide Instrumente erfordern langen Anlagehorizont und Du könntest während einer möglichen Talfahrt des ETF von den wahrscheinlichen Erträgen des ETC profitieren.

Abschließend möchte ich bemerken, dass es sich wenig lohnt, über eventuell eintretende Krisenszenarien nachzudenken. Du kannst mögliche Risiken mit einem gut diversifizierten Aktienindex wie dem MSCI World optimal absichern. Natürlich erfordert das alleinige Aktien-Investment Ausdauer und Disziplin sowie einige Jahre Geduld nach der Talfahrt. Doch diese Voraussetzungen musst Du bei Gold-ETCs oder anderen Assets ebenso mitbringen.

Wenn es Dich beruhigt, füge einen Gold-ETC in Dein Portfolio ein und/oder kaufe einige kleine Goldbarren beziehungsweise Münzen. Bedenke die damit verbundenen Vorteile ebenso wie mögliche Restriktionen seitens der Regierung und lasse niemanden wissen, wie viel physisches Gold Du besitzt.

Dein Depotstudent Dominik

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