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Jetzt noch in Aktien einsteigen? Jetzt?

Gebäude beleuchtet Nacht

Kursrekorde an vielen Börsen. Heißgelaufen. Der Crash kommt! So mancher – Du auch? – liest die Börsennachrichten, sitzt vor den nach oben gerichteten Charts und denkt sich: Habe es wieder versemmelt.

Jetzt noch in Aktien einsteigen? Es ist definitiv zu spät! Chance verpasst! Woher kommt diese tatsächlich eigenartige Vorstellung? Woher willst Du wissen, dass die Aktien ab morgen auf breiter Front fallen?

Dass DER Crash unmittelbar bevorsteht und dass es zu spät ist, um in Aktien einzusteigen.
Ich nehme mal ein Ergebnis meiner Überlegungen vorweg: Es ist ein Halb- oder Nichtwissen um das Thema Vermögensaufbau mit Aktien, das in den Köpfen vieler (potenzieller) Aktionäre herumspukt.

Und die sogenannten Experten, die ihre vermeintlich todsicheren Tipps auf allen Kanälen herausposaunen, haben oft ein eigenes Interesse – und das ist nicht unbedingt das von Dir, dem Anleger. Aber der Reihe nach: Jetzt noch Aktien kaufen? Ja! und ich erkläre Dir warum.

Keiner kennt den Aktienkurs von morgen …

oder übermorgen oder nächsten Monat. Aktienmärkte bewegen sich – mal nach oben und mal nach unten. Das ist normal. Ein Aktienkurs ist ein Preis, der sich durch Angebot und Nachfrage regelt. Das ist ein einfaches volkswirtschaftliches Gesetz: Ist die Nachfrage größer als das Angebot, die Aktie also sehr begehrt und damit knapp, dann steigt der Kurs.

Umgekehrt sinkt der Kurs, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt, weil keiner oder nur wenige die Aktie gerade haben wollen. Auch das ist normal. Seit Jahren laufen die Kurse – mit gelegentlichen kleinen bis mittleren Einbrüchen nach oben.

In der Börsengeschichte gab es bisher noch nie einen so lang andauernden Bullenmarkt (seit 2009) – vermutlich warten die Crash-Hellseher bis heute auf den passenden Einstiegszeitpunkt. Du kannst das Mantra vom bevorstehenden Crash oft genug wiederholen. Irgendwann hast Du dann recht. Nur: Was ist ein Crash?

Um wie viel müssen die Kurse nachgeben, um von einem Crash zu sprechen? 100 Punkte oder 1000 Punkte? Oder gar 5000 Punkte? Meist ist “nur” eine Korrektur nach einer intensiven Aufwärtsbewegung gemeint.

Und: alle reden vom Crash – warum fragt niemand, wie lange die aktuelle Rallye noch andauert.
Was ich sagen will: Es macht wenig Sinn all den schlauen Propheten unreflektiert zu folgen. Wenn Du Liquidität hast und überlegst, jetzt noch Aktien zu kaufen, dann triff Deine Entscheidung. So der so. Aber bitte nicht auf der Basis von vagen Zukunftsspekulationen, sondern von Fakten und langjährigen Erfahrungswerten.

Chancennutzung durch Market Timing?

Wer will jetzt noch in Aktien investieren? Anhänger des Market Timings sind da mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht dabei. Mit dem Instrument des Market Timings soll der optimale Einstiegs- und Ausstiegspunkt für Aktieninvestments herausgefiltert werden. Mit dem Ziel einen maximalen Gewinn zu realisieren.

Das ist nach dieser Strategie dann gelungen, wenn der Einstieg ganz unten und der Ausstieg ganz oben erfolgt ist. Erreicht werden soll dies unter anderem durch charttechnische Analysen und auch durch Betrachtung der Fundamentaldaten eines Unternehmens. Der Anlagehorizont ist eher kurz – bis mittelfristig – was zwangsläufig häufigere Depotumschichtungen mit sich bringt.

Der Traum vom schnellen Reichtum durch perfektes Timing bleibt meistens ein Traum. Die Börse funktioniert nach eigenen Regeln. Wenn jede Abwärtsbewegung so ablaufen würde wie immer und jeder Anstieg berechenbar wäre, dann wären wir alle unfassbar reich.

Alle Verfechter der Timing-Strategie bräuchten keine Zeitungsartikel mehr zu dem Thema verfassen, weil ihr Konto gut gefüllt sein müsste. Tatsächlich ist Market Timing extrem schwierig – für den Privatanleger auf jeden Fall. Es gibt viele Untersuchungen, die sehr deutlich belegen, dass diese Strategie zum Scheitern verurteilt ist.

Eine Analyse des Research-Unternehmens DALBAR brachte zutage, dass Aktionäre in den USA, die eine Market Timing Strategie verfolgten, in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 4,9 Prozent p.a. an Gewinn erreicht haben. Das ist okay. Hätten sie über die gleiche Laufzeit ihr Geld in den S&P 500 gesteckt, wären sie mit satten 8,5 Prozent p.a. nach Hause gegangen.

Natürlich gibt es Glücksgriffe und Du bist mal ganz nah am Wendepunkt dran. Aber willst Du mit Deinem Geld auf Glück setzen? Das Konzept des Market Timings bringt es mit sich, dass Du mal richtig und auch mal daneben liegst: Fehlentscheidungen sind teuer! Die Treffer müssen dann zum Ausgleich sehr gute Renditen bringen, damit alles im Lot bleibt.

Die Idee vom exakten Timing ist einfach zu verlockend und gerade Börsenneulinge erliegen – befeuert von Börsengurus, die ihre Artikel unter die Leute bringen wollen – dieser Versuchung. Probiere es aus – auf einem Demokonto! Ansonsten wirst Du teures Lehrgeld bezahlen.Und entweder Du kehrst dann reumütig zu bewährten Langzeitstrategien zurück oder wendest Dich enttäuscht von Aktien ab. Und das wäre definitiv eine schlechte Entscheidung.

Vermögensaufbau mit Aktien funktioniert langfristig

In Aktien zu investieren heißt für Dich: langfristig denken! Das hat nichts mit “Trading” zu tun. Es geht nicht um den ultimativen Jackpot-Deal, nicht um den schnellen Gewinn. Sondern es geht darum gute Unternehmen mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell – am Liebsten mit solider Dividende – auszuwählen und dann dabeizubleiben. Und zwar über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren.

Aufgepasst!

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Warum? Die Börsengeschichte lehrt es uns. Beispiele:

Die Münchener Rück (Munich RE), der weltweit größte Rückversicherer, stand Mitte Oktober 2009 bei einem Kurs von runden 109 Punkten. Heute – zehn Jahre später – hat sie etwa 113 Prozent zugelegt:

ZeitpunktPunkte
Oktober 2009109
August 201177
März 2015201
Oktober 2019236

Und natürlich ging es nicht nur geradlinig nach oben. Da waren schon nennenswerte Schwankungen (Korrekturen, Crashs?) dabei. Aber wer dabei geblieben ist, kann sich heute über schöne Kursgewinne freuen.

Von den Dividenden (8,60 Euro je Aktie im Jahr 2019) und dem damit gekoppelten Zinseszins-Effekt bei regelmäßiger Reinvestition einmal ganz abgesehen. Oder nimm Rational, einen deutschen Hersteller von Groß- und Industrieküchengeräten und typischer deutscher Mittelstand, der im MDAX notiert ist:

Zeitpunkt Punkte
März 200335,00
März 200583,90
Oktober 2019238,00

Die Dividende lag 2018 bei 9,50 Euro je Aktie, für 2019 werden 11 Euro pro Aktie erwartet. Natürlich liefern Dir Aktien keine garantierten Erträge, aber ein langer Anlagehorizont minimiert Deine Risiken und stabilisiert die Erträge auf komfortablem Niveau. Unruhige Börsenzeiten kannst Du da locker aushalten und aussitzen!

Was ist die Lösung?

Es ist eigentlich ganz einfach: Investiere in Aktien, und zwar immer, wenn Du freies Geld zum Anlegen hast. Denn: bist Du NICHT investiert, dann kannst Du KEINE Rendite erwirtschaften. Bei einem langen Anlagehorizont spielt das Timing eine untergeordnete Rolle. Also: Ist es jetzt schon zu spät, um in Aktien einzusteigen? Nein!

Wie kann es gehen?

Aktiensparpläne

Bei den allermeisten Onlinebanken hast Du die Möglichkeit, Sparpläne für Aktien einzurichten. Das geht einfach und kostet Dich eine geringe oder – bei Aktionsangeboten – keine Gebühr. Das Sparintervall ist meistens wählbar von monatlich über vierteljährlich oder halbjährlich.

Auch zusätzliche Einmalzahlungen sind machbar. Du kannst mit niedrigen Beträgen starten: ab 25 Euro kannst Du loslegen. Ein Highlight ist, dass Du auch Aktien besparen kannst, die mehr als 25 Euro kosten – die Amazons, Googles und Apples dieser Welt stehen Dir mit einem Aktiensparplan offen.

Der riesengroße Vorteil für Dich: Du musst für diese Sparpläne nicht dauernd den Markt beobachten – das ist zeitintensiv – und Du legst regelmäßig und diszipliniert Geld in ausgewählten Aktien an.

Natürlich musst Du Dir mit der Auswahl der Aktien etwas Mühe machen – dazu gibt es ausreichend Literatur, die Dich dabei unterstützt. Du machst Dich dadurch unabhängig von dem ganzen Börsenlärm, von jeder verunsichernden Prognose und von jedem Kommentar eines Börsenexperten.

Weder Kurshochstände noch fallende Börsen hindern Dich am Investieren. Die Psychologie – entweder himmelhoch jauchzend oder zutiefst depressiv – wird damit weitgehend ausgeschaltet. Und das ist wichtig und gut!

Solche Aktiensparpläne haben einen weiteren sehr angenehmen Nebeneffekt: Die regelmäßigen Einzahlungen – unabhängig davon, ob die Kurse hoch oder tief sind – sorgen dafür, dass Du deine Aktien auf lange Sicht zu einem Durchschnittspreis kaufst.

Das wird Durchschnittskosteneffekt (Cost Average Effect) genannt und macht sich bei der Endabrechnung bemerkbar. Aktiensparpläne helfen Dir -– auch mit schmalem Geldbeutel – beim Einstieg in den Aktienhandel und sind ein wichtiger Baustein eines langfristigen Vermögensaufbaus.

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Die Zeit arbeitet für Dich

Je jünger Du bist, umso weniger musst Du fragen, ob Du jetzt noch Aktien kaufen sollst! Entscheide Dich für langfristige Aktieninvestments und verabschiede Dich vom (Day)Trading. Dann hast Du – egal über welche Geldbeträge Du verfügst – den ersten und wichtigsten Baustein für einen langfristigen Vermögensaufbau gelegt.

Ein Beispiel, um das ein bisschen greifbarer zu machen: Ich nehme mal an, Du bist 20 Jahre jung, hast gerade Schule oder Ausbildung abgeschlossen und verdienst erstmals eigenes Geld. Dein Anlagehorizont bis zum erwarteten Rentenbeginn liegt bei 45 Jahren.

Du investierst 25 Euro pro Monat in eine Aktie, die jährlich vier Prozent Dividende abwirft. Kurs und Dividende bleiben – des einfacheren Rechnens wegen – über die Laufzeit unverändert. Und Du gibst die Dividende nicht für das Feierabendbier aus, sondern reinvestierst den Auszahlungsbetrag. So entwickelt sich Dein Investment:

JahrEuro
Jahr 1306,50 EUR
Jahr 51.690,52 EUR
Jahr 103.679,87 EUR
Jahr 209.181,76 EUR
Jahr 3017.271,12 EUR
Jahr 4029.245,35 EUR
Jahr 4537.241,54 EUR

Eingezahlt hast Du 11.250 Euro (250 Euro x 45 Jahre). Auf Deinem Konto stehen 37.241,54 Euro. Das ist ein Ertrag von fast 26.000 Euro! Kursgewinne oder Dividendenerhöhungen sind da noch nicht mal mit eingerechnet.

Über einen solch langen Zeitraum können Dir Schwankungen des Aktienmarktes egal sein. Denn: Auch nach einem Crash geht es weiter, die Märkte erholen sich wieder. Du kannst solche Marktphasen beruhigt aushalten. Entscheidend ist, was am Ende unterm Strich herauskommt! Die Frage “jetzt noch in Aktien einsteigen” kannst und musst Du eindeutig mit Ja beantworten.

Warum überhaupt Aktien?

Christine Lagarde, die nächste Präsidentin der Europäischen Zentralbank, hat bei ihrem Auftritt vor dem Europäischen Parlament gesagt, dass sie mit dem Rat der Europäischen Zentralbank darüber übereinstimme, dass die Geldpolitik noch länger locker bleiben müsse.

Warum ist das wichtig für die Frage “jetzt noch in Aktien einsteigen?” Weil diese Politik verantwortlich ist für die seit Jahren andauernde Zinssituation: Minuszinsen bei Staatsanleihen, null Zinsen auf Tages- und Festgeldkonten, vom geliebten Sparbuch in Deutschland ganz zu schweigen. Wie willst Du da Erträge generieren, Vorsorge für Dein Alter betreiben und überhaupt ein paar Rücklagen aufbauen? Genau: mit Aktien.

Mindestens drei Gründe, um jetzt noch in Aktien zu investieren:

  • So wie es aussieht wird es – mit Christine Lagarde – in absehbarer Zeit keine Änderung der Geldpolitik geben. Geld bleibt weiterhin billig und die Zinsen auf festverzinsliche Papiere und Konten extrem niedrig. Wohin also mit dem Geld?

  • Die andere Seite dieser Geldpolitik ist, dass Unternehmen ausgesprochen billig an Geld kommen und damit Arbeitsplätze schaffen, forschen und innovativ arbeiten können. Die Löhne steigen tendenziell. Das alles ist gut für die Aktienmärkte. Denn wenn es den Unternehmen gut geht, dann zeigt sich das in den Kursen und Dividenden. Und das wiederum ist super gut für Dich als Aktionär!

  • Philipp Vornedran, Kapitalmarktstratege beim renommierten Unternehmen Flossbach von Storch, hat in einem Interview mit Focus vom 19. Juli dieses Jahres auf die Frage, wo er den Dax im Jahr in zehn Jahren sieht, die folgende Rechnung aufgemacht: Der Dax 30 ist ein Performance-Index: neben den Kursgewinnen fließen auch die Dividenden ein.

    Ausgehend von der Annahme, dass die Dax-Unternehmen pro Jahr im Schnitt drei Prozent Dividende ausschütten (die aktuelle Gewinnrendite liegt bei knapp acht Prozent), dann kannst Du im Jahr 2029 einen Dax-Stand von über 20.000 Punkten erwarten. Ja, das ist auch Prognose. Aber die beruht nicht auf irgendwelchen komplizierten Indikatoren, sondern auf Fundamentaldaten und langjährigen und bewährten Erfahrungswerten.

Fazit

Im derzeitigen und vermutlich auch künftigen Niedrigzinsumfeld gibt es zur Aktie keine ernst zu nehmende Alternative. Die Aktienkurse sind hoch, ja! Aber die Wirtschaft brummt – auch weil die Unternehmen weiterhin mit ausreichend billiger Liquidität arbeiten können. Die Arbeitslosenzahlen sind niedrig, der Konsumklimaindex befindet sich seit Jahren mit leichten Schwankungen auf hohem Niveau.

Handelsstreitigkeiten und Brexit bringen zwar Unruhe. Aber in zehn Jahren ist das alles Schnee von gestern. Das ist normales Grundrauschen im Börsenalltag. Das Motto heißt: Jederzeit, und zwar so früh wie möglich einsteigen und dauerhaft investiert bleiben.

Dein Depotstudent Dominik

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3 Kommentare

  1. Sehr guter Artikel. Du bringst mit einfachen Worten die Ergebnisse der Finanzwissenschaft auf einen Nenner. Ich selbst investiere auch immer dann, wenn ich dafür Geld zur Verfügung habe. Außerdem laufen bei mir einige Aktiensparpläne dauerhaft für Aktien, die ich für überbewertet halte.

    Mein Motto, was sich mit diesem Artikel deckt:
    1. Hirn einschalten.
    2. Eigene Strategie definieren.
    3. Hirn wieder ausschalten (und auch das Bauchgefühl)
    4. Strategie knallhart durchziehen. Langfristig! Und nicht andauern ändern!

    Danke!

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