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Kennzahlen für ETFs und Aktien

Depotstudent Dominik
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Wer in Exchange Traded Funds oder in einzelne Aktien investieren will, muss eine gewisse Vorarbeit leisten. Es gilt, das Ziel des Investments zu definieren und mit der Risikobereitschaft in Einklang zu bringen. Damit wird letztlich die Suche nach passenden börsengehandelten Indexfonds vereinfacht und dies ist bei ständig größer werdendem Angebot überaus sinnvoll.

Unter den favorisierten ETFs wird nun ein Vergleich durchgeführt, bei welchem verschiedene Kennzahlen bedeutende Rollen spielen. Ähnlich, aber um Einiges komplizierter ist die Auswahl von Aktien nach Kennzahlen. In diesem Beitrag erkläre ich Dir, auf welche Kennzahlen Du bei Indexfonds oder Aktien achten musst und warum es wesentlich leichter ist, in ETFs auf Aktienindizes zu investieren.

Den richtigen ETF finden.

Zu Beginn ist die Suche nach geeigneten Aktien oder dem idealen ETF weitgehend identisch. Du musst herausfinden, warum dieses Investment getätigt werden soll und wie Du an das gesteckte Ziel kommst. Ich gehe einmal davon aus, dass Dein Anlageziel der langfristige Vermögensaufbau ist, bei welchem aktuell und auf Weiteres an Aktien kein Weg vorbeiführt.

Für den Moment lasse ich den Entscheidungsprozess zwischen einzelnen Aktien und einem ETF auf einen Aktienindex außen vor. Zunächst erkläre ich Dir, wie Du den passenden ETF findest. Aus meiner Sicht ist es vorteilhaft, wenn Neueinsteiger ihre Geldanlage so einfach wie möglich gestalten. Also kein Portfolio mit komplexer Asset-Allokation, sondern einen möglichst gut diversifizierten ETF.

Da der börsengehandelte Indexfonds zur bestmöglichen Wertentwicklung einen Aktienindex nachbilden soll, schlage ich Dir einen ETF auf den MSCI World vor. Auf den Index gibt es derzeit mindestens 13 in der BRD zugelassene ETFs. Wie Du den idealen ETF in dem Angebot finden kannst, ist einfacher als vermutet.

Zunächst musst Du eine für Dich sinnvolle Replikationsart wählen. Ein thesaurierender ETF legt sämtliche Erträge eines Jahres automatisch wieder an und eignet sich besser für den Vermögensaufbau als ein Ausschüttender. ETFs, die Erträge und Dividenden jährlich einmal oder mehrmals ausschütten, sind für Anleger geeignet, die teilweise oder ganz davon leben möchten.

Von den 13 verfügbaren ETFs sind etwa die Hälfte thesaurierend konzipiert und unter diesen solltest Du mit Beachtung nachfolgender Kennzahlen den Richtigen finden.

Fondsauflage

Ein ETF sollte seit mindestens 5 Jahren bestehen, damit ist seine Weiterführung ziemlich gesichert und eine Liquidierung oder Zusammenlegung mit einem anderen Indexfonds kann weitestgehend ausgeschlossen werden.

Fondsvolumen

Eine Fondsgröße von mindestens 100 Millionen Euro sichert ebenso den langfristigen Bestand wie das oben genannte Mindestalter. Bei ETFs auf den MSCI World sind die Fondsvolumen sogar deutlich höher, der größte ETF wird von iShares aufgelegt und ist mehr als 9 Milliarden Euro schwer. Bei Fonds mit weniger als 100 Millionen Euro Volumen besteht die Gefahr einer vorzeitigen Schließung oder Zusammenlegung.

Gesamtkostenquote TER

Eine wichtige Kennzahl ist die Total Expense Ratio (TER), welche alle Kosten auf der Fonds-Seite beinhaltet und einmal jährlich in Rechnung gestellt wird. Bei den ETFs auf den MSCI World liegen die Gesamtkosten pro Jahr zwischen 0,12 % und 0,50 %. Eine niedrige TER gibt keinen Aufschluss auf bessere Rendite und sollte nur im Kontext mit anderen Kennzahlen bewertet werden.

Wertentwicklung in Prozent

Bei einem ETF muss die Rendite immer im Zusammenhang mit den Kosten gesehen werden. Zudem ist es sinnvoll, die Wertentwicklung über mehrere Jahre hinweg zu betrachten. Gleichwohl gibt gute Entwicklung in der Vergangenheit keinen Hinweis auf zukünftig mögliche Erträge.

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ETFs auf Aktienindizes sind leicht zu finden.

Im Grunde genommen genügen eine Entscheidung hinsichtlich der Replikationsart und der Vergleich auf Basis weniger Kennzahlen, um den passenden ETF zu finden. Wenn Du lieber einen ETF-Sparplan einrichten willst, muss ein Broker gewählt werden, der diesen ETF sparplanfähig anbietet.

Mit einem ETF auf den MSCI World bist Du in mehr als 1.650 Aktien großer und mittelgroßer Gesellschaften in 23 Ländern investiert. Um die einzelnen Emittenten musst Du Dich nicht weiter kümmern, die Auswahl treffen Experten bei Morgan Stanley Capital International.

Kennzahlen bei Investitionen in einzelne Aktien

Ich habe in meinen Artikeln oft genug betont, dass die passive Geldanlage mit ETFs insbesondere für Einsteiger sinnvoll, sicher und rentabel ist. Heute zeige ich Dir, welcher Aufwand mit der Suche nach lukrativen Aktien verbunden ist und stelle dazu 12 Kennzahlen vor.

Vor der Investition in einzelne Aktien solltest Du versuchen, herauszufinden, ob die Papiere zukünftig fallen oder steigen werden. Du musst also jedes emittierende Unternehmen einzeln bewerten. Dazu nutzen die Profis nachfolgend beschriebene Kennzahlen.

Denke in diesem Kontext daran, dass eine Kennzahl für sich alleine keinerlei Aussagekraft hat. Was kannst Du ohne weitere Informationen beispielsweise mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 anfangen? Zudem können nicht ohne Weiteres Gesellschaften aus unterschiedlichen Branchen miteinander verglichen werden.

Gleichwohl ist die vergleichende Betrachtung verschiedener Kennzahlen unverzichtbar, denn sie trägt zum Verständnis der Aktien ausgebenden Unternehmen bei. Und Wertpapiere sollten nur von vollständig verstandenen Emittenten gekauft werden.

Bevor Du die Aktien einer Gesellschaft erwirbst, muss der aktuelle Geschäftsbericht gelesen, Analysten-Meinungen zur Kenntnis genommen und Kennzahlen geprüft werden. Die 12 von mir dargestellten Kennzahlen dienen lediglich als grobe Orientierung und reichen in der Regel nicht aus, um einen Emittenten vollständig zu verstehen.

Kennzahlen zur Bewertung der Profitabilität

Beim Umsatz eines Unternehmens muss auf die Entwicklung in den letzten Jahren geachtet werden. Der Umsatz alleine ist keine aussagefähige Kennzahl, da er ebenso im Fallen wie im Steigen begriffen sein kann. Die perfekte Kennzahl zur Unternehmensbewertung ist hier die Wachstumsrate.

Mit dem Umsatz muss auch die Marge in Augenschein genommen werden, aussagefähig ist hier die EBITDA Marge, welche den Umsatz von Kosten für die Erzielung bereinigt darstellt.

Eine weitere Profitabilitäts-Kennzahl ist die Eigenkapitalrendite. Um diese Rendite zu berechnen, muss der kosten- und steuerbereinigte Jahresgewinn durch das Eigenkapital eines Unternehmens geteilt werden. Diese Kennzahl ist für Dich beim Aktienerwerb sehr wichtig, weil Du mit dem Kauf zum Eigenkapitalgeber wirst. Gleichwohl ist diese Kennziffer mit Vorsicht zu genießen, weil geschickte Buchhaltung zu Verzerrungen führen kann.

Kennzahlen zur Bewertung der Unternehmens-Bilanz

Eine wichtige Kennziffer ist bei der Bilanzbewertung die Eigenkapitalquote, welche durch das Dividieren von Eigenkapital durch die Bilanzsumme errechnet wird. Eine Eigenkapitalquote von 25 % und mehr weist auf ein stabiles Unternehmen hin.

Die Kennziffer Gearing gibt über den Verschuldungsgrad eines Aktienemittenten Auskunft. Die Berechnung erfolgt, indem die Schulden von liquiden Mitteln abgezogen und durch das Eigenkapital geteilt werden. Eine niedrige Gearing Kennzahl deutet auf ein vergleichsweise wenig verschuldetes Unternehmen hin. Das Gearing fällt negativ aus, wenn die Barmittel umfangreicher als die Verbindlichkeiten sind.

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Kennzahlen zur Unternehmensbewertung

Die bei vielen Anlegern wohl bekannteste Unternehmenskennzahl ist die Marktkapitalisierung, welche den Wert eines Unternehmens an der Börse darstellt. Sie wird folgendermaßen errechnet:

  • Anzahl der emittierten Aktien multipliziert mit dem aktuellen Kurs.

Das Ergebnis ist variabel, da Aktienkurse an der Börse ständig schwanken. Dementsprechend kann ein Unternehmen, welches heute als sehr wertvoll beschrieben wird, in einigen Wochen noch mehr oder erheblich weniger Wert haben.

Eine ebenso wichtige Kennzahl ist der Unternehmenswert, welcher nicht mit der Marktkapitalisierung verwechselt werden darf. Der Unternehmenswert wird wie folgt berechnet:

  • Marktkapitalisierung plus Schulden (Fremdkapital) minus liquide Mittel.

Nachfolgend einige Kennzahlen, die auf Marktkapitalisierung und Unternehmenswert aufbauen:

 Eine zum Vergleich mehrerer Unternehmen unverzichtbare Kennziffer ist das Ergebnis aus Unternehmenswert geteilt durch Umsatz. Eine vergleichsweise niedrige Kennziffer deutet auf ein unterbewertetes Unternehmen hin.

Sinnvoller ist jedoch der Vergleich mehrerer Unternehmen anhand des jeweiligen Unternehmenswerts geteilt durch das EBITDA, weil hierbei der Umsatz bereits von den Kosten bereinigt dargestellt wird. Diese Kennziffer gibt Aufschluss darüber, wie kosteneffizient ein Unternehmen arbeitet.

Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV

Das KGV zählt zu den wichtigsten Kennzahlen bei der Bewertung von Aktiengesellschaften und wird wie folgt errechnet:

  • Marktkapitalisierung geteilt durch Jahresgewinn.

Am KGV erkennst Du, wie häufig Investoren bereit sind, den Gewinn eines Unternehmens zu bezahlen. Oder anders ausgedrückt: Wie lange wollen Investoren auf die Amortisation ihrer Geldanlage warten.

Ein KGV von 10 sagt dementsprechend aus, dass die Marktkapitalisierung 10 Mal dem Gewinn entspricht. Das KGV muss allerdings über viele Jahre hinweg in seiner Entwicklung betrachtet werden, um Schlüsse daraus zu ziehen.

Kurs-Buch-Verhältnis KBV

Um das KGV zu berechnen, muss die Marktkapitalisierung durch das bilanzielle Eigenkapital geteilt werden. Als Ergebnis wird eine Kennziffer ersichtlich, die ausdrückt, welchen Aufschlag die Marktteilnehmer für das Eigenkapital bezahlen müssen. Was auf den ersten Blick unlogisch erscheinen mag, lässt sich durch einen Satz einfach erklären:

An der Börse handeln Akteure stets die Zukunft.

Markteilnehmer sind zum Zahlen diverser Aufschläge bereit, weil sie beim Erwerb einer Aktie bereits an Dividenden und Kursgewinne denken. Beispiel:

  • Bei einem KBV von unter 1 ist ein Euro Eigenkapital für weniger als einen Euro zu haben. Indes sind derartige Kurs-Buch-Verhältnisse sehr selten.

Kurs-Cashflow-Verhältnis KCV

Bei der Ermittlung dieser Kennzahl wird die Marktkapitalisierung durch den operativen Cashflow geteilt. Unter dem operativen Cashflow ist die Differenz zwischen eingehenden und ausgehenden Zahlungsströmen eines Unternehmens zu verstehen. Diese Kennziffer ist im Vergleich zum Gewinn schwer manipulierbar und daher sehr aussagekräftig.

Aufgrund des schwankenden Werts muss das KCV über möglichst lange Zeiträume betrachtet werden. Ein KCV von 5 drückt beispielsweise aus, dass die Aktie aktuell zum 5-fachen Cashflow bewertet wird. Je niedriger das KCV, desto geringer die derzeitige Bewertung eines Unternehmens.

Willst Du wirklich Aktien kaufen?

Zur Erinnerung: Die hier von mir angeführten Kennzahlen geben Dir lediglich eine grobe Richtung vor. Es sind noch branchenspezifische Kennziffern und weitere Details beim Aktienkauf zu beachten. Zu allem kommt, dass bei allen Kennzahlen aus der Vergangenheit auf die Zukunft geschlossen werden muss.

Ein weiteres Argument gegen den Aktienerwerb sind die damit verbundenen Kosten. Für jedes Wertpapier müssen Ausgabeaufschlag, Börsenentgelt und Ordergebühr entrichtet werden. Zu alledem muss das Portfolio einmal pro Jahr auf die ursprüngliche Gewichtung zurückgefahren werden. Damit sind weitere Kosten verbunden.

Mein Tipp: Kaufe lieber den ganzen Markt mit einem ETF auf einen gut diversifizierten Aktienindex.

Überzeugende Vorteile

Mit einem ETF auf den MSCI World investierst Du in 1.650 plus Aktien von großen und mittelgroßen Emittenten in 23 Ländern. Das globale Investment ist ausgewogen gewichtet, kostengünstig und komfortabel. Das jährliche Rebalancing übernimmt das Team von MSCI, bei Deinem Broker wird nur einmal eine geringe Ordergebühr fällig. Die jährlich anfallende TER wird mit dem Kurs verrechnet.

Durch die fachmännische Zusammenstellung entwickelt sich Dein ETF auf lange Sicht überaus attraktiv. Die Renditen der letzten 15 Jahre lagen durchschnittlich bei 8 % per anno. Einen ETF kannst Du bei Bedarf jederzeit zum aktuellen Kurs veräußern. Sinnvoller ist jedoch das Aufstocken des Portfolios durch weitere ETF-Anteile.

Für Aktien benötigst Du ein sehr hohes Anfangskapital, in einen ETF kannst Du ohne Mittel einfach per Sparplan mit flexiblen Sparraten investieren. Das mit diesem Artikel vermittelte Wissen ist keinesfalls umsonst angelesen worden, denn Du kannst es beim ETF auf einen Aktienindex ebenso einsetzen. Wenn Du wissen willst, wie sich der MSCI World in Zukunft entwickeln wird, schaue Dir einfach die Top 10 Unternehmen anhand dieser 12 Kennzahlen an.

Mein Fazit

Wissen was an der Börse passiert und wie Unternehmen von den Akteuren eingeschätzt werden, ist nie verkehrt. Es hilft Dir beim Erwerb eines ETF auf einen Aktienindex weiter und ist beim riskanten Stock-Picking vorteilhaft. Bei der Auswahl einzelner Aktien ist die Überprüfung anhand der Kennzahlen allerdings Pflicht. Investierst Du hingegen per ETF in den MSCI World, kann freiwilliges Nachschauen beruhigen und Freude bereiten.

Dein Depotstudent Dominik

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