depotstudent

Krisenmanagement? Handlungsfähig bleiben!

Depotstudent Dominik
Letzte Artikel von Depotstudent Dominik (Alle anzeigen)
4
(1)

Die Welt ist im Krisenmodus. Unser Alltag, unser Berufsleben, unsere Freizeit – nichts ist wie es war. Wie es vor Corona war. Unsicherheit dominiert unser tägliches Tun: Wie gefährlich ist Covid-19 wirklich? Sind die strengen Maßnahmen wirklich erforderlich? Und vor allem: Wie geht es mit Deinem Job weiter?

Weltweit wird mit einer bisher kaum vorstellbaren Rezession gerechnet. Die politischen Auswirkungen sind ungewiss. Es wurde bisher noch nicht einmal begonnen öffentlich darüber zu diskutieren, wie sich diese Krise auf die globale Ordnung auswirkt.

Sorgenvoll blickst Du – wie fast alle anderen auch – auf Dein tiefrotes Depot.

Ob die Abwärtsspirale bereits ein Ende und der Crash seinen Boden gefunden hat – das hoffen alle, aber tatsächlich wissen kann das niemand.

Wie mit dieser Krisensituation umgehen? Schadensbegrenzung betreiben und den Mut nicht verlieren? Schöne Worte, aber was heißt das genau? Ich versuche das mal etwas konkreter zu fassen – immer aus der Sicht eines Anlegers, der in Aktien oder ETFs investiert ist (oder war).

Konkret: Was heißt Handlungsfähigkeit?

Rein juristisch bedeutet dies, rechtlich bedeutsame Handlungen vorzunehmen und dafür auch die Verantwortung zu tragen. 

Etwas allgemeiner: Du bist dann handlungsfähig, wenn Du selbständig entscheiden und handeln kannst. Wenn Du in der Lage bist, tätig zu werden – das zu tun, was Du gerne möchtest.

Jetzt betrachte Dein Depot und Dein Konto!

Kannst Du aktiv werden im Sinne Deiner Strategie zum Vermögensaufbau?

In der Sozialforschung werden unterschiedliche Niveaus der Handlungsfähigkeit definiert. Ein auf Roland Kunkel und Carla van Kaldenkerken zurückgehendes Modell beschreibt sieben Stufen der Handlungsfähigkeit, die jeweils durch die Relation vom Ist zum Soll definiert werden:

  • Je weiter das Ist positiv vom Soll abweicht, umso größer sind Euphorie und Selbstbewusstsein.
  • Je weiter das Ist negativ vom Soll abweicht, umso größer sind Enttäuschung und Verunsicherung. 

Mit jeder weiteren Diskrepanz zwischen Soll (Depot im Plus) und dem Ist (Depot im MInus) sinkt das Vertrauen in das eigene Handeln, Desorientierung und Verunsicherung nehmen zu. Der Glaube an das eigene Können, an die lange verfolgte Anlagestrategie ist erschüttert.

Und jetzt ganz ehrlich: Wo stehst Du gerade? Vermutlich eher im unteren Bereich: Frust und Angst plagen Dich beim Blick auf die Börsen und Dein gerupftes Depot.

Deine Handlungsfähigkeit ist eingeschränkt. Und das aus zwei Gründen!

Aufgepasst!

Pflichtlektüre für jeden Privatanleger: Link zum Buch*

Buchempfehlung

Die besten Depots (mit fetter Prämie) gibt’s hier:

Warum viele Anleger aktuell nicht handlungsfähig sind

Voraussetzung für Investitionen zum Vermögensaufbau ist freie Liquidität. Aktuell sieht es bei vielen Anlegern so aus: Massive Verluste im Aktien- und ETF-Bereich lassen die Liquiditätsreserven schon mal dahinschmelzen. Das begrenzt die Möglichkeiten für aktives Handeln an der Börse.

Hinzu kommt die Sorge darüber, wie es wirtschaftlich weitergeht. Ist Dein Job gefährdet, bist Du von Kurzarbeit mit Einkommensverlusten betroffen oder musst Du als Selbständiger um Dein eigenes Unternehmen fürchten? Das alles führt dazu, dass die sonst zum Investieren verfügbaren Gelder nicht oder nicht in voller Höhe zur Verfügung stehen und liquide Reserven aufgebaut werden.

Im Klartext: keine oder nur geringe Mittel, um zu investieren – mangels Masse nicht wirklich handlungsfähig!

Wie sich die Märkte im Bann der Corona Krise weiter entwickeln, vermag keiner zu sagen.

Sicher ist aber, dass sich für Anleger wieder attraktive Chancen bieten werden.

Die Kurse sind auf Tauchstation. Viele Unternehmen wurden in der Panik gnadenlos und über die Maßen abgestraft und sind günstig zu haben – sie sind ihren “Preis wert”. Und vielen Investoren fehlen gerade jetzt die Gelder zum Investieren.

Deine Handlungsfähigkeit wird in dieser Situation außerdem durch die außerordentliche Situation an den Märkten eingeschränkt. Jeder weiß – oder sollte es wissen, dass Aktienmärkte nicht nur nach oben, sondern auch nach unten gehen können: Aktienmärkte sind volatil in beide Richtungen – das ist normal.

Aber das bloße Wissen darum fühlt sich anders an, als wenn Du selbst mit Deinem eigenen Geld betroffen bist.

Einen weltweiten Absturz, so wie in den letzten Wochen, haben viele nicht für möglich gehalten und schon gar nicht selbst erlebt. In nur 28 Tagen – und das ist Rekord – brach der deutsche Leitindex DAX um etwa 40 Prozent ein. Das ist Stress pur: zu sehen, wie die so sorgfältig ausgewählten Werte in Deinem Depot im tiefer ins Minus rutschen. Die aufkommende Panik stellt für viele ein ernsthaftes Problem dar – die Aktivität pendelt zwischen planloser Hektik und gelähmten Verharren an der Seitenlinie.

Denn: Mit so einem Durcheinander im Kopf werden selten kluge Entscheidungen getroffen. Angst und Gier geben sich die Hand – verkaufen oder halten, zukaufen oder die Finger davon lassen … Sorgsam ausgearbeitete Anlagestrategien werden in so einer Situation über Bord geworfen ohne mit der Wimper zu zucken.

Deine Handlungsfähigkeit ist durch die psychische Belastung in der Folge des Crashs beeinträchtigt!

Wie kannst Du Handlungsfähigkeit wieder herstellen?

Der erste und wichtigste Schritt ist, dass Du Dir bewusst machst, warum Du aktuell nicht wirklich handlungsfähig bist. Erst dann kannst Du aktiv werden und Gegenmaßnahmen einleiten.

Sehr hilfreich ist es, wenn Du Dich selbst hinterfragst und versuchst Deine eigene Handlungsfähigkeit selbstkritisch einzuschätzen.

Liegt es an mangelnder Liquidität, dann kann ein kompletter Kassensturz Klarheit bringen. Und Klarheit führt zum Handeln. Geld, das Du an der Börse investierst, darf nicht für Deinen Lebensunterhalt benötigt werden. Sortiere Einnahmen und (notwendige) Ausgaben und schau, was unter dem Strich übrig bleibt.

Selbst mit kleinen Beträgen von zum Beispiel 25 Euro kannst Du einen Sparplan auf ETFs oder Wertpapiere besparen. Die Kurse sind nach diesem historischen Crash auf einem Niveau, bei dem es Spaß macht einzusteigen – völlig unabhängig davon, ob Du vorher Verluste erlitten hast. Jetzt liegen die Kaufgelegenheiten auf dem Tisch – einsammeln erwünscht. Die Historie ist da sehr klar: Die Kurse werden sich erholen. 

Der zweite und fast noch bedeutsamere Punkt, um wieder handlungsfähig zu sein: Du musst Deinen Kopf frei machen von Ängsten und Zweifeln und Frust.

Krisenmanagement heißt vor allem Selbstmanagement!

Die Börse wird nicht tun, was Du ihr sagst. Sie folgt ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten. Schon Warren Buffett sagte, der Aktienmarkt sei ein Instrument, um das Geld von den Ungeduldigen zu den Geduldigen zu tragen. Das Gebot heißt Ruhe bewahren und nicht in hektische Aktivität verfallen.

Hans A. Bernecker, bekannter Börsenexperte, sagte kürzlich in einem Interview mit dem Magazin Fokus Money, dass ein Profi jetzt auf jeden Fall long gehe. Nur unerfahrene Anleger würden warten und auf den niedrigsten Einstiegskurs hoffen, den sie dann doch nicht erwischten. Die aktuellen Kurse sind klare Kaufsignale – es ist letztlich nicht entscheidend, ob der Markt bereits dreht oder ob es nochmal ein Stück abwärts geht – wichtig ist, bei der erwarteten Erholung der Märkte dabei und investiert zu sein.

Die Krise zu bewältigen heißt: Emotionen komplett ausschalten, Fakten sprechen lassen und die sich bietenden Chancen erkennen und nutzen!

Wie Du es vermeidest, Deine Handlungsfähigkeit zu verlieren

Es ist wichtig zu verstehen, dass Du die Märkte weder vorhersehen noch beeinflussen kannst. Was Du aber tun kannst, ist Dich und Dein Depot auf solche schwierigen Marktsituationen vorzubereiten, um Deine Handlungsfähigkeit zu erhalten.

Moneymanagement

Moneymanagement ist ein eher trockenes und oft vernachlässigtes Thema – vor allem bei unerfahrenen Anlegern. Was steckt dahinter?

Es geht darum, das Verlustrisiko so zu beschränken, dass Deine Anlagestrategie auch in Krisen (wie aktuell) weiter beibehalten werden kann. Der maximal mögliche Verlust Deines Depots (Draw Down) darf nicht dazu führen, dass kein ausreichendes Kapital für weitere Börsenaktivitäten zur Verfügung steht. Und schon gar nicht zu einer existenziellen Bedrohung für Dich wird.

Wie machst Du das? 

Es gibt zu diesem wichtigen Thema (lohnenswerte) Literatur ohne Ende. Es gilt die Positionsgröße eines einzelnen Aktieninvestments in Relation zu deinem Gesamtdepot zu setzen. Beim klassischen Traden wird hier sehr oft die Ein-Prozent-Regel angewendet: Riskiere bei einem Investment niemals mehr als ein Prozent Deines Depotkapitals.

Wird Moneymanagement nach dem Lehrbuch umgesetzt, gehört da immer auch ein von Beginn an fest definierter Stop Loss dazu: Wann verkaufst Du (automatisch), wenn der Kurs fällt.

Ja, ich weiß, das widerspricht dem Gedanken des langfristigen Vermögensaufbaus mit Aktieninvestments. Aber ganz ehrlich: Jeder, der über Jahre ein schönes Depot aufgebaut hat, vielleicht demnächst in Pension geht und die erarbeitete Liquidität braucht, der hat jetzt ein massives Problem. Bei den aktuellen Kursen ist das Geld (zumindest buchmäßig) erstmal nicht verfügbar.

Ausstiegsszenarien bei Aktieninvestments werden sehr oft vernachlässigt – im Vordergrund steht die Langfristigkeit beim Vermögensaufbau. Aus meiner Sicht zeigt der aktuelle Absturz der Märkte, dass Anleger sich mit zunehmendem Alter diesem Thema mehr widmen müssen.

Aufgepasst!

Kostenlose Pflichtlektüre: Link zum Buch*

Die besten Depots (mit fetter Prämie) gibt’s hier:

Bedarfsgerechte Ausstiegsszenarien

Das Ziel Deiner Aktieninvestments ist in aller Regel ein langfristig orientierter Vermögensaufbau. Allerdings ändert sich die Bedeutung von “langfristig” mit jedem Jahr, das Du älter wirst. Bist Du heute fünfundzwanzig Jahre alt, dann liegt Dein Anlagehorizont bei rund vierzig Jahren oder länger. Bist Du fünfzig Jahre alt, dann liegen noch etwa fünfzehn Jahre aktives Investment vor Dir, bevor Du Dein Vermögen eventuell für eine Aufbesserung Deiner Altersbezüge antasten willst. 

Mit fünfundzwanzig musst Du Dir darüber noch nicht wirklich Gedanken machen und kannst solche Krisen am Aktienmarkt locker aussitzen. Aber mit fünfzig oder sechzig Jahren solltest Du einen klaren Fahrplan bei volatilen Märkten haben.

Es gibt ja eine oft beschriebene Faustregel für die Aktienquote im Depot: einhundert minus Lebensalter – mit sechzig Jahren soll die Aktienquote bei vierzig Prozent liegen. Ich persönlich denke, dass da viel Spielraum ist. Vor allem, wenn Du hauptsächlich starke Dividendentitel im Depot hast, die Dir laufende Erträge bringen. Warum solltest Du Dich davon trennen, nur weil eine Jahreszahl erreicht ist?

Was Du aber unbedingt festgezurrt haben solltest, ist der für Dich maximal akzeptierte Verlust einer Position. Und genau dort muss ein Stopp hin. Du riskierst dann zwar aus der Position zu fliegen, bevor der Kurs eventuell wieder dreht. Aber: Du stellst gleichzeitig sicher, dass Du nicht noch tiefer ins Minus rutscht und Du handlungsfähig bleibst

Wie gesagt: Diese Überlegungen solltest Du dann anstellen, wenn Du auf die investierten Gelder in absehbarer Zeit angewiesen bist.

Der vielzitierte “Notgroschen”

Vorausschauendes Krisenmanagement beinhaltet auch immer das Vorhalten einer angemessenen Liquiditätsreserve. Was für Dich angemessen ist, hängt von Deiner persönlichen Situation ab, zum Beispiel:

  • Höhe der festen monatlichen Ausgaben 
  • stehen (absehbar) größere Zahlungen an (Auto, Reparaturen etc.)
  • Versorgung einer Familie 
  • Krankheit

Es gibt Richtwerte, die sich an der Höhe des aktuellen Einkommens orientieren. Letztlich ist dies eine individuelle Entscheidung, die auch von Deinem persönlichen Sicherheitsbedürfnis abhängt.

Ein Notgroschen muss bei Bedarf SOFORT und SICHER verfügbar sein, darf also weder an der Börse noch in irgendwelchen Fonds oder anderen Finanzinstrumenten angelegt sein.

Auch wenn es auf Tages- und Festgeldkonten dafür aktuell faktisch keine Zinsen gibt, ist das aus meiner Sicht die erste Wahl für das Vorhalten dieser Reserve.

Fazit: Handlungsfähig sein und bleiben!

Der Begriff Krisenmanagement impliziert einen systematischen Umgang mit der Krise. Und Systematik im besten Sinne heißt, dass ein Plan dafür existiert.

Für Dich als Anleger heißt das: Beschäftige Dich in guten Zeiten mit den Krisenszenarien für Dein Depot. Was machst Du, wenn Dein Depot zehn oder zwanzig oder gar dreißig und mehr Prozent ins Minus rutscht? Mache Dir Gedanken, ob Du Deine Positionen auf jeden Fall halten kannst und willst. Oder ob Du Dir eine Grenze setzt, wo Du (automatisch) aussteigst.

Aber auch: Ab wann macht es Sinn für Dich, Gewinne auch einmal mitzunehmen und einfach einmal Kasse zu machen!

Diese Gedanken, dieser Plan – das muss festgelegt sein, wenn Du anfängst zu investieren. Und nicht erst dann, wenn die Krisensituation da ist.

Mit einer solchen Strategie vermeidest Du Panik und Angst – Du bist und bleibst handlungsfähig im Sinne Deiner persönlichen Strategie!

Noch hat Covid-19 uns alle im Griff. Aber es wird eine Zeit danach geben. Die durch das Virus entstandene Krise wird vieles in unserem Leben verändern. Aber nach allen historischen Erkenntnissen werden die Kurse wieder anziehen. Und dann gilt es dabei zu sein und nicht staunend und zögernd an der Seitenlinie zu verharren.

Also, nur Mut! Und gib acht auf Dich und Deine Liebsten!

Dein Depotstudent Dominik

Starte endlich in 3 Schritten durch!

Fehler Geldanlage 1. Schritt: Vermeide die wichtigsten Fehler!

Hole Dir kostenlos mein Mini-eBook (7 Seiten)

Die 11 größten Fehler von Studenten und Azubis bei der Geldanlage

2. Schritt: Informiere Dich!

zum Beispiel auf meiner Website depotstudent.de.

Ein absolutes Muss: Kostenlose Pflichtlektüre zum Thema Geldanlage*

Ein zweites absolutes Muss: Der Bestseller auf Amazon*

3. Schritt: Eröffne ein eigenes Depot und beginne zu investieren!

Du magst es einfach, günstig und willst ne dicke Prämie?


Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 4 / 5. Anzahl Bewertungen: 1

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.