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Lohnt sich ein ETF-Sparplan überhaupt?

Betonbau weiß

Wer einen ETF-Sparplan einrichtet, tut dies, weil er denkt, dass er lohnenswert ist und beim Aufbau von Vermögen gute Dienste leistet. In der Praxis wird allerdings viel negatives über den ETF-Sparplan geschrieben und diesen Vorwürfen gehe ich im heutigen Beitrag nach.

Ich finde für Dich eventuelle Nachteile und zeige Dir, wie Du damit umgehen solltest. Selbstverständlich lohnt sich ein ETF-Sparplan nicht für jeden, auch diese Tatsache wird im nachfolgenden Beitrag eingehend erklärt.

Am Ende des Artikels kannst Du Dir die Frage selbst beantworten: Lohnt es sich für mich, einen ETF-Sparplan einzurichten? Und Du weißt, welche Kriterien ihn lohnenswert machen. Sehen wir uns zunächst die dem ETF-Sparplan vorgeworfenen Aspekte an.

Warum ein ETF-Sparplan nicht lohnenswert sein soll

Eine angesehene Finanzzeitschrift moniert am ETF-Sparplan die hohen Kosten bei niedrigen Raten. Der Fehler liegt offensichtlich nicht am Sparplan selbst, sondern an der Gebührenstruktur vieler Anbieter. In der Tat bieten Direktbanken ETF-Sparpläne bereits ab Monatsraten von 25 oder 50 Euro an.

Ziel ist es, möglichst viele Kleinsparer und Normalverdiener zur Einrichtung zu bewegen. Schauen wir uns einmal an, wie hoch die Gebühren bei einer Laufzeit von 15 oder 20 Jahren und einer monatlichen Rate von 50 Euro ausfallen würden. Als durchschnittliche Sparplangebühr nehme ich 2 Euro an, es gibt günstigere und teurere Anbieter.

In der Tat bieten Direktbanken ETF-Sparpläne bereits ab Monatsraten von 25 oder 50 Euro an. Ziel ist es, möglichst viele Kleinsparer und Normalverdiener zur Einrichtung zu bewegen. Schauen wir uns einmal an, wie hoch die Gebühren bei einer Laufzeit von 15 oder 20 Jahren und einer monatlichen Rate von 50 Euro ausfallen würden. Als durchschnittliche Sparplangebühr nehme ich 2 Euro an, es gibt günstigere und teurere Anbieter.

  • 15 Jahre entsprechen 180 Monaten gleich 360 Euro Gebühren für die Ausführung des Sparplans.
  • Bei 20 Jahren erhöht sich die Summe auf 240 x 2 gleich 480 Euro.

Jetzt müssen die Kosten in Relation mit den möglichen Endsummen gesetzt werden, um zu einer Meinung hinsichtlich lohnenswert oder nicht zu gelangen. Nehmen wir für die Beispielrechnung einmal an, Du willst in einen ETF-Sparplan auf den Aktienindex MSCI World monatlich 50 Euro investieren. Der durchschnittliche Wertzuwachs beträgt 8 % und die Laufzeit 15 beziehungsweise 20 Jahre:

  • Bei 15 Jahren beträgt die Endsumme 17.400 Euro abzüglich 360 Euro für die Ausführung.
  • 29.650 Euro hoch ist die Endsumme bei einer Laufzeit von 20 Jahren, minus 480 Euro für die Sparplanausführung.

Du erwirtschaftest also mit nur 50 Euro im Monat innerhalb von 20 Jahren annähernd 30.000 Euro. An diesem Beispiel wird deutlich, dass ein ETF-Sparplan selbst mit niedrigen Monatsraten lohnenswert ist. Jetzt zum Extrembeispiel mit einer Monatsrate von 25 Euro:

  • Nach 15 Jahren würde bei identischen Bedingungen die Endsumme 8.700 minus 360 gleich 8340 Euro betragen. Du hättest 180 x 25 Euro = 4500 Euro eingezahlt.
  • 20 Jahre Laufzeit würden in einer Endsumme von 14.820 minus 480 gleich 14.340 Euro resultieren. Deine Einzahlungen belaufen sich auf 6.000 Euro.

Ich würde die Frage, lohnt es sich, einen ETF-Sparplan mit kleinen und kleinsten Monatsraten einzirichten, mit einem klaren Ja beantworten. Warum? Obgleich die Kosten für die Ausführung prozentual hoch sind, bleibt bei jedem Beispiel eine ordentliche Endsumme.

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Für wen lohnt sich ein ETF-Sparplan?

Um die Frage, lohnt es sich, eingehend zu beantworten, kommen 3 Szenarien respektive Anlegergruppen in Betracht.

  1. Junge Geringverdiener.
  2. Menschen mit attraktivem und steigenden Einkommen.
  3. Vermögende Leute.

Zu Punkt 1

Als Auszubildender hast Du ein vergleichsweise geringes Einkommen. Indes ermöglicht Dir dieses Gehalt bereits in der Jugend die Vermögensbildung per ETF-Sparplan. Angenommen, Du startest mit 18 Jahren einen Sparplan mit einem ETF auf den MSCI World und investierst jeden Monat 50 Euro.

Mit 38 Jahren würdest Du über ein ausbaufähiges Vermögen von knapp 30.000 Euro verfügen. Natürlich kannst Du den ETF-Sparplan jederzeit Deinem Einkommen anpassen, also die Monatsraten erhöhen. Lohnt es sich: ja.

Zu Punkt 2

Als Auszubildender verfügst Du über geringeres Einkommen als ein fertigt ausgebildeter Berufseinsteiger. Nach einigen Jahren stehen Beförderungen und Gehaltserhöhungen ins Haus. Du kannst bei Deinem ETF-Sparplan die Monatsrate beliebig erhöhen und bei Bedarf senken. Mit einer Sparrate von 100 Euro im Monat sähe die Endsumme bei identischem Wertzuwachs wie folgt aus:

  • 20 Jahre Laufzeit ergibt eine Endsumme von 59.300 minus 480 gleich 58.820 Euro. Deine Einzahlungen betragen 24.000 Euro.
    Angenommen, Du hast bereits 5 Jahre 50 Euro monatlich investiert und weitere 15 Jahre 100 Euro eingezahlt, sieht das Endergebnis folgendermaßen aus:
  • 5 Jahre mit 50 Euro Monatsrate ergeben 3.700 minus 120 gleich 3.580 Euro.
  • 15 Jahre mit 100 Euro monatlich im Anschluss resultieren in 34.830 minus 360 gleich 34.470 Euro.
  • Zusammen stehen beim ETF-Sparplan mit während der Laufzeit erhöhten Sparraten knapp 40.000 Euro zur Verfügung.

Bedenke bitte, dass wir hier immer noch über kleine Monatsraten reden, 50 Euro im Monat sind für einen Azubi ebenso leicht verkraftbar wie 100 Euro für einen Berufseinsteiger. Mit einem Alter von 38 Jahren ohne viel Aufwand über 40.000 oder 60.000 Euro zu verfügen macht den ETF-Sparplan aus meiner Sicht lohnenswert.

Zu Punkt 3

Als gut verdienender Mensch mit 25 oder 30 Jahren kannst Du die Sparrate weiter erhöhen oder einen weiteren ETF-Sparplan einrichten. Angenommen, Du bist 30 Jahre alt, verdienst gut und denkst an den Vermögensaufbau mit dem Aktienindex MSCI World.

Beim ersten Sparplan konntest Du Dich von der ausgezeichneten Wertentwicklung bei langem Anlagehorizont überzeugen. Der zweite ETF-Sparplan soll daher mit 200 oder gar 500 Euro monatlicher Sparrate eingerichtet werden. So würden die Ergebnisse nach 20 beziehungsweise 30 Jahren aussehen:

  • Aus 200 Euro Sparrate werden innerhalb von 20 Jahren 118.600 minus 480 gleich 118.120 Euro.
  • Bei einer Laufzeit von 30 Jahren kommen 300.060 minus 720 gleich 299.340 Euro zusammen. Deine Einzahlung beträgt hierbei 72.000 Euro.

Kannst Du hingegen 500 Euro monatlich in Deinen ETF-Sparplan investieren, wird die Geldanlage richtig lohnenswert:

  • Mit 20 Jahren Laufzeit steht eine Endsumme von 296.480 minus 480 gleich 296.000 Euro bereit.
  • Bei 30 Jahren verfügst Du über 750.150 minus 720 gleich 749.430 Euro. Eingezahlt hast Du bei diesem Beispiel 180.000 Euro.

Die Frage, wann lohnt sich ein ETF-Sparplan kann dementsprechend wie folgt beantwortet werden: für jeden. Besonders für Leute, die den richtigen ETF auswählen und lange investiert sein wollen, lohnt es sich, einen ETF-Sparplan einzurichten.

Außerdem wird ersichtlich, dass die Gebühren selbst bei kleinen Monatsraten verkraft bar sind und bei größeren Raten zunehmend an Bedeutung verlieren. Letztlich hast Du es in der Hand, Deinen ETF-Sparplan in jeder Hinsicht lohnenswert zu gestalten. Wie, erkläre ich Dir im nächsten Abschnitt.

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Wann lohnt sich ein ETF-Sparplan?

Damit ein ETF-Sparplan richtig lohnenswert wird, muss auf verschiedene Aspekte geachtet werden. Wichtig sind:

  • Die richtige Anlageklasse.
  • Das ideale Konzept beim ETF.
  • Die optimale Laufzeit.
  • Der ETF-Sparplan Anbieter.
  • Die Wahl des vorteilhaften Sparrhythmus.

Entscheidend für ein möglichst gutes Endergebnis ist unter anderem die Wahl der Assetklasse. Es ergibt wenig Sinn, in Anleihe-Indizes mit geringer Rendite zu investieren. Rohstoffe-Indizes sind auf lange Sicht schwer kalkulierbar und Geldmarkt-Indizes bergen hohes Risiko.

Die einzige Chance auf lukrative Rendite hast Du mit einem ETF auf einen Aktienindex. Der sollte Dein Geld auf viele Unternehmen in zahlreichen Ländern auf mehreren Kontinenten verteilen. Mit einem ETF auf den MSCI World bist Du langfristig auf der sicheren Seite.

Das Konzept des gewählten ETF sollte thesaurierend sein. Das bedeutet: Die Erträge werden jedes Jahr reinvestiert und bewirken auf lange Sicht den sogenannten Zinseszinseffekt. Wie lukrativ sich dieser Effekt insbesondere bei langen Laufzeiten auswirkt, kannst Du an den obigen Beispielen erkennen.

Bei einem ausschüttenden ETF musst Du hingegen auf den Zinseszinseffekt verzichten, weil die Erträge jährlich auf Dein Handelskonto überwiesen werden. Achte daher unbedingt darauf, dass ein thesaurierend aufgebauter ETF in den Sparplan kommt. Nur dann lohnt es sich richtig.

Eine Laufzeit von mindestens 15 oder 20 Jahren ist in mehrerlei Hinsicht lohnenswert. Zum einen benötigt ein Aktienindex die Zeit zur Generierung von optimaler Rendite. Zum anderen verläuft die Kurve beim Zinseszinseffekt exponentiell. Je länger Du dabei bleibst, desto interessanter ist die Endsumme.

Warum lohnt sich ein ETF-Sparplan bei einem optimalen Anbieter mehr? Weil ein guter Broker Dir den EFT für Deinen Sparplan nicht nur sparplanfähig, sondern auch als Aktionsangebot offeriert. Das bedeutet: 1 bis 2 Jahre keine Gebühren für die Ausführung, also 24 bis 48 Euro weniger auf der Kostenseite.

Ein optimaler Anbieter kann noch mehr für Dich tun, nämlich Dir beim Sparrhythmus die freie Wahl lassen. Du kannst alle Kosten für die Ausführung auf ein Drittel senken, wenn quartalsweise eingezahlt und gekauft wird. Aus 240 Monaten werden so 80 Quartale mit Gesamtkosten von 160 statt 480 Euro. Damit lohnt sich ein ETF-Sparplan auch bei sehr kleinen Sparraten.

Wann lohnt es sich außerdem, einen ETF-Sparplan einzurichten?

Angenommen, Du verfügst über ein Kapital in Höhe von 10.000 Euro und denkst aufgrund anhaltender Niedrigzinsen an eine einmalige Investition per ETF in den MSCI World. Du bist unerfahren und die vollkommen normale Verlustangst lässt Dich zögern.

In diesem Szenario empfehle ich Dir, einen ETF-Sparplan mit sehr kleiner Monatsrate auf den Aktienindex einzurichten. Hierbei kommt es weniger auf die Erträge an, es geht vielmehr darum, ein Gefühl für die Materie zu bekommen.

Der ETF-Sparplan fungiert dabei ähnlich wie ein Demokonto beim Devisenhandel. Du lernst, wie die Börse auf Ereignisse reagiert, siehst den Kurs bei einer Turbulenz fallen und im Anschluss wieder steigen.

Ein oder zwei Jahre mit dem ETF-Sparplan resultieren in wertvollen Erfahrungen und geben Dir Entschlusskraft. Entweder, Du stockst Deinen ETF-Sparplan auf, entschließt Dich zur Einmalanlage oder wählst eine Kombination aus beidem.

Mein Fazit zur Frage: Lohnt es sich?

Ein ETF-Sparplan ist meiner Meinung nach für jeden Menschen mit regelmäßigem Einkommen lohnenswert. Die kritisierten Gebühren fallen selbst bei geringen Monatsraten wenig ins Gewicht. Zudem kannst Du jederzeit die Sparraten erhöhen oder bei Bedarf aussetzen.

Seitens der Flexibilität ist der ETF-Sparplan nicht zu überbieten, Du kannst ihn an jede Lebenssituation anpassen. Mit höheren Raten und langer Laufzeit kannst Du attraktives Vermögen aufbauen oder für das Alter vorsorgen.

Letztlich ermöglicht Dir ein ETF-Sparplan mit niedriger Monatsrate das Sammeln von wertvollen Erfahrungen. Aus meiner Sicht lohnt es sich in jedem Fall, so früh wie möglich einen ETF-Sparplan einzurichten.

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2 Kommentare

  1. Hallo,
    Danke für den Beitrag. Anbei eine Bemerkung zum Endkapital bei der monatlichen Rate von 500€: So wie ich das sehe, ist das unversteuert. Nach 20 Jahren komme ich auf knapp 230.000 und nach 30 Jahren auf 495.000. Das ändert natürlich nichts an der Sinnhaftigkeit des Sparplans, ist aber trotzdem ein erheblich anderer Wert.

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