depotstudent

Megatrend Silver Society – Gold fürs Depot?

Oma schwarz-weiß
Depotstudent Dominik
Letzte Artikel von Depotstudent Dominik (Alle anzeigen)
4
(6)

Ein Megatrend beschreibt eine in die Zukunft gerichtete – erwartete – Entwicklung, die alle Bereiche der Gesellschaft durchdringt. Nun sind solche Trends ja keineswegs in Stein gemeißelt: Letztlich sind sie eine Prognose, die anhand von ausgewählten statistischen Faktoren erstellt wird. Und eine Prognose kann eintreten oder auch nicht. 

Der Megatrend Silver Society beschreibt die demografische Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten und nimmt hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit eine Sonderstellung ein: Er ist verlässlich vorhersehbar. 

Warum?

Die Entwicklung der weltweiten Bevölkerungszahl wird maßgeblich von zwei Faktoren beeinflusst: der Geburtenrate und der Lebenserwartung.

Und beides kann weitgehend verlässlich prognostiziert werden.

Den Einfluss der Zuwanderung (Wanderungssaldo) beziehe ich bei den folgenden Überlegungen nur am Rande mit ein.

Die Entwicklung der Geburtenrate

Um die Bevölkerungszahl eines Landes konstant zu halten, muss die Geburtenrate (oder auch Geburtenziffer) einen Wert von 2,1 haben: jede Frau müsste danach 2,1 Kinder gebären. Deutschland ist davon weit entfernt. Zuletzt wurde dies in den Jahren bis etwa 1970 erreicht. Danach sank die Geburtenrate kontinuierlich, um zuletzt wieder auf 1,57 anzusteigen.

Die Konsequenz daraus und aus den geburtenstarken Jahrgängen bis Ende 1960 – den sogenannten Babyboomern – ist ein absoluter Rückgang der Bevölkerung. Und gleichzeitig führt dies zu einer anhaltenden Veränderung der Altersstruktur: 

  • Jede neue Generation ist kleiner als die vorherige.
  • Die ältere Generation ist zahlenmäßig immer stärker.
  • Bis etwa 2060 wird etwa ein Drittel der Gesellschaft älter als fünfundsechzig Jahre sein.
  • Ebenfalls bis 2060 werden doppelt so viele Siebzigjährige leben, wie Kinder geboren werden.

Weltweit ist die Situation nicht maßgeblich anders:

  • Aktuell liegt die Geburtenrate weltweit bei durchschnittlich 2,5 Kindern pro Frau.
  • Bis zum Ende dieses Jahrhunderts wird ein Rückgang auf 2,0 erwartet.
  • Das aktuelle Durchschnittsalter der weltweiten Bevölkerung liegt bei dreißig Jahren.
  • Bis 2100 wird dieses auf rund zweiundvierzig Jahre ansteigen.
  • Heute sind etwa zwölf Prozent der Bevölkerung weltweit über sechzig Jahre alt.
  • Dieser Anteil steigt pro Jahr um circa 3,26 Prozent.

Die Erhöhung der Lebenserwartung

Die Menschen werden immer älter. Nach Angaben des Statischen Bundesamtes beträgt die Lebenserwartung für neugeborene Mädchen in Deutschland zur Zeit gut dreiundachtzig und für neugeborene Jungen etwas über achtundsiebzig Jahre. Im Vergleich dazu: 1991 waren dies bei Mädchen neunundsiebzig und bei Jungen gut zweiundsiebzig Jahre und 1950 bei Mädchen achtundsechzig und bei Jungen fast dreiundsechzig Jahre.

Die Gründe für dies doch deutlich längere Leben sind vielfältig. Am häufigsten genannt werden:

  • Der medizinische Fortschritt.
  • Ausreichende und qualitativ gute Ernährung.
  • Verbesserte Hygienebedingungen.
  • Friedliche und sichere Lebensumstände.
  • Steigender Wohlstand.

Beides zusammen – die niedrige Geburtenrate und die höhere Lebenserwartung – hat zur Folge, dass der Anteil der älteren Generation an der Bevölkerung immer größer wird.

Das ist die Geburtsstunde der Silver Society.

Aufgepasst!

Pflichtlektüre für jeden Privatanleger: Link zum Buch*

Buchempfehlung

Die besten Depots (mit fetter Prämie) gibt’s hier:

Die Silver Society – wer und was ist das?

Silver Society – vielleicht hast Du da ein Bild von den älteren Herrschaften mit dem Silberstreif in den Haaren vor Augen. Grundsätzlich bist Du da auf der richtigen Fährte. Der Megatrend Silver Society meint aber viel mehr: Die Welt(bevölkerung) altert – sie wird alt! Und zwar überall. Das Ausmaß des Alterungsprozesses ist zwar von Land zu Land verschieden, aber er ist flächendeckend messbar. Und das hat einen massiven Einfluss auf alle Ebenen von Gesellschaft und Wirtschaft – die typische Eigenschaft eines Megatrends.

Was ist anders an diesen “neuen Alten”, dass sie solche massiven Umwälzungen auslösen können?

Die Silver Society formt ein neues – bunteres und freundlicheres – Bild des Alterns. Wurde noch vor Jahren der Renteneintritt gleichgesetzt mit “Jetzt bist Du alt”, so assoziierst Du heute damit eher den Beginn einer neuen Lebensphase. 

Der Prozess des Alterns wird neu bewertet: Das Älterwerden wird nicht mehr ausschließlich gleichgesetzt mit dem Nachlassen der Kräfte, mit Krankheit und mit Abhängigkeit. Der Begriff “Die neuen Alten” steht für Aktivität und Aufbruch, frei verfügbare Zeit und Reisen. 

Unsere Gesellschaft wird faktisch immer älter, aber “gefühlt” war sie noch nie so jung. Eine heute Sechzigjähriger fühlt sich eher wie ein Vierzigjähriger vor einhundert Jahren. Und: Das ist tatsächlich nicht nur ein Gefühl: Das biologische Alter hat sich durch die hohen Standards in der Medizin deutlich verschoben.

Neue Lebensstile jenseits der Sechzig entstehen. Viele werden (oder müssen) länger in Brot und Lohn stehen als die gesetzliche Regelung es vorsieht. Gleichzeitig ist die Silver Society geprägt von Lebenslust, Aktivität und dem unbändigen Drang das tatsächliche “Altwerden” so lange wie möglich hinauszuschieben.

Diese neue Kultur des Alters und des Alterns (“Aging”) lässt neue Bedürfnisse entstehen: hoher Lifestyle mit ausgeprägtem Hang zu Komfort und zu Gesundheit. 

Die höhere Lebenserwartung bringt bei allem medizinischen Fortschritt aber auch mehr altersbedingte Krankheiten mit sich. Die Gesundheitssysteme müssen sich darauf einstellen.

Für vorausschauende Anleger eröffnen sich mit dem Megatrend Silver Society attraktive Chancen. Die demografische Entwicklung ist unumkehrbar. Es gibt da kein Zurück. Junge Menschen können nicht so einfach aus dem Hut gezaubert werden. Die nächsten Jahrzehnte werden geprägt sein von den Best Agern – den Alten, die konsumfreudig sind und gleichzeitig Bedarf an medizinischer Versorgung haben.

Wachstumsmärkte durch Alterung

Der Megatrend Silver Society wird die zukünftigen Wachstumsmärkte prägen wie kein anderer Trend. Das Alter wird nicht mehr nur pathologisiert. Tatsächlich klaffen tatsächliches und gefühltes Alter zum Teil weit auseinander: Der Siebzigjährige, der täglich auf den Tennisplatz geht oder nochmal Vorlesungen an der Uni besucht. Oder die Achtzigährige, die als Au-pair-Granny die Welt erkundet. Das sind nur zwei kleine Beispiele für die Unternehmungslust dieser Generation.

Wichtig: Die Märkte sind aktuell in Aufruhr. Anlageentscheidungen sind mit großer Achtsamkeit zu treffen. Das gilt auch für die nachfolgend beschriebenen Möglichkeiten im Segment Silver Society.

Die Investmentideen sind breit gefächert. Ein paar Beispiele:

Reisebranche

Nach einer Untersuchung der Forschungsgemeinschaft Reisen unternehmen etwa zwei Drittel der über 65-Jährigen mindestens eine Urlaubsreise im Jahr mit einer Dauer von wenigstens fünf Tagen. Im Durchschnitt verreisen sie 1,4 mal in einem Jahr. Das ist mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung (1,3 mal). Und sie geben dabei auch mehr Geld aus als andere Bevölkerungsgruppen.

Interessant sind auch die Reisevorlieben der unternehmungslustigen Senioren: 

Besonders gefragt sind Kreuzfahrtreisen: Komfortables Reisen mit Rundum-Service und trotzdem die Welt sehen. Perfekt für den anspruchsvollen Silver Ager. Es gibt drei große Player in diesem Markt: Carnival, Royal Caribbean Cruises und die Norwegian Cruise Line. Noch vor wenigen Tage hätte ich geschrieben, schau Dir diese Aktien an. Als Folge der Corona-Pandemie sind diese Werte – wie ganz viele andere auch – quasi im freien Fall. In dieser Sondersituation bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. 

Eventuell profitiert davon eine andere bei Senioren beliebte Art zu reisen: die Wohnmobilbranche. Die Best Ager haben sich in den letzten Jahren zu ihrer Hauptzielgruppe entwickelt: Wohnmobilurlauber sind nach einer Analyse der Forschungsgemeinschaft Reisen durchschnittlich 50,9 Jahre alt. Tendenz steigend. Urlaubsreisen mit dem Wohnmobil boomen. 

In den USA haben in den letzten fünf Jahren mehr als sieben Millionen Haushalte erstmals eine Reise mit dem Wohnmobil unternommen. Focus Money vom 21.11.2019 berichtet, dass 2018 weltweit über zweihunderttausend Wohnmobile neu zugelassen wurden. Besonders viele davon im hochpreisigen Segment und von zahlungskräftigen und reiselustigen älteren Kunden.

Silver Ager wenden sich vor allem dem Luxus-Camping (Glamping) zu, das neben den luxuriös ausgestatten Fahrzeugen Wellnessangebote auf den Stellplätzen beinhaltet. Dabei müssen die Wohnmobile nicht unbedingt gekauft werden, auch das Vermietungsgeschäft erfreut sich hoher Nachfrage.

Weltmarktführer bei Reisemobilen sind Thor Industries (der das deutsche Unternehmen Hymer übernommen hat), Trigano (alles rund um den Outdoor Urlaub) und Camping World (Distributor von Freizeitfahrzeugen sowie dazugehörige Finanzierungen und Versicherungen).

Pharmaindustrie und Biotechnologie

Auch wenn sich die Silver Ager immer jung und jünger fühlen: Es gibt jüngere und ältere “Alte”. Sie sind differenziert zu betrachten. 

Die altersbedingten Krankheiten kommen – wenn auch erst in höherem Alter. Neben den typischen “Verschleißerscheinungen” wie Gelenkerkrankungen, vermindertes Sehen und Hören treten auch schwere Krankheiten wie Krebs zunehmend auf. Und natürlich sind Demenzerkrankungen ein Thema – da ist die Pflegebranche gefordert

Die Gesundheits- und Biotechkonzerne sind die Profiteure dieser Entwicklung. Orthopädische Hilfsmittel, Dentalimplantate oder Hörgeräte und Rollatoren werden zum Massenmarkt mit sehr guten Absatzchancen. Die Altersmedizin wird – schon allein durch die wachsende Zahl der älteren Menschen – zu einem zentralen Faktor im Gesundheitswesen. Parkinson, Alzheimer – die Anzahl der betroffenen Patienten steigt mit fortgeschrittenem Alter. Auf die Pharmaindustrie warten gigantische Aufgaben. 

Aufgepasst!

Kostenlose Pflichtlektüre: Link zum Buch*

Die besten Depots (mit fetter Prämie) gibt’s hier:

Medizintechnik und Pflege

Senioren leben heute oft allein – die Individualisierung unserer Gesellschaft kennt das Modell der Großfamilie mit mehreren Generationen unter einem häuslichen Dach kaum noch. Altersgerechte Assistenzsysteme wie Pflegeroboter und werden die Automatisierung im häuslichen Umfeld vorantreiben. Assisted Living ist das Stichwort dazu: Das gewohnte soziale Umfeld bleibt erhalten und der Alltag kann weitgehend ohne fremde Hilfe bewältigt werden.

Die zunehmende Digitalisierung wird auch die Behandlungsmethoden drastisch verändern. Künftig wird es immer häufiger so sein, dass Diagnose und Behandlungsempfehlung digital erfolgen. Bei der Telemedizin kommt die Medizin quasi zum Patienten und nicht umgekehrt.

Je älter die Menschen werden, umso mehr rücken Pflegekonzerne und Pflegeimmobilien in den Fokus. Betreutes Wohnen erfordert maßgeschneiderten Wohnraum mit entsprechender Infrastruktur. Der Nachfragezuwachs wird erheblich sein.

Konsumbranche

Mit dem Megatrend Silver Society wird eines sehr klar: Die “Alten” sind die einzige Konsumentengruppe, die in den nächsten Jahren wächst. Es kommt sozusagen eine graue Welle auf den Markt zu.

Der Trend zu vermehrtem Konsum bei der älteren Generation hat unter anderem einen sehr banalen Grund: Sie gibt ihr Geld lieber aus, als es zu einem negativen Zins anzulegen. Klingt logisch, oder?

Was brauchen diese Menschen? Was kaufen sie?

Zumindest in den westlichen Ländern sind viele dieser Silver Ager kaufkräftig und konsumaffin – dabei technologisch versiert und aktiv. Und dennoch werden sie ihren Blick auf andere Dinge richten als junge Menschen es tun.

Zu den Konsumvorlieben älterer Menschen zählen neben den eben schon beschriebenen Reisen

  • Gesundheits- und Wellnessprodukte: zu diesem sogenannten Zweiten Gesundheitsmarkt gehören Fitness- und Wellnessangebote, Sportangebote, technologische Gadgets wie zum Beispiel Fitness-Wearables, Nahrungsergänzungsmittel (Functional Food).
  • Andere individuelle Gesundheitsleistungen wie regenerative Medizin, die die Selbstheilungskräfte des (alternden) Körpers unterstützen.
  • Hochwertige Nahrungsmittel: gerne ökologisch angebaut oder auch aus dem Convenience-Bereich.
  • Haustiere als treue Begleiter, die dann genauso hochwertig versorgt werden wie der Silver Ager selbst
  • Altersgerechte Bildungsangebote – gerne verbunden mit Reisen

Älterwerden ist nicht mehr gleichzusetzen mit “nicht mehr mobil sein”. Klar, die persönliche Beweglichkeit ist meist etwas eingeschränkt und auch Sehen und Hören lassen nach. Autonomes Fahren wird auch deshalb zu einem zentralen Thema für die Autohersteller und Infrastrukturbetriebe werden. Die Nachfrage danach wird anziehen.

Etwa siebzig Prozent des Geldvermögens in Deutschland gehören Menschen (Konsumenten), die über fünfzig Jahre alt sind. Diese Käuferschicht muss marketingtechnisch erschlossen werden. Dazu gehört auch, dass die Hürden des Internethandels den Bedürfnissen derälteren Generation angepasst werden muss. Unternehmen können so die Kauflust der Silver Ager versilbern.

Fazit

Die Silver Agers werden einer der Wachstumsmotoren der nächsten Dekaden sein. Unternehmen, die sich frühzeitig auf die Bedürfnisse dieser Altersgruppe fokussieren und ihren Umsatz mit den Bedürfnissen älterer Menschen machen, werden eher und nachhaltiger wachsen als andere. Und aus Anlegersicht ist das der entscheidende Faktor.

Das Gebot der Stunde lautet, sich auf den Wandel einzustellen. Künftiges Wachstum wird vermehrt dort stattfinden, wo die Silver Ager sind.

Schau Dich bei Aktien, ETFs und Fonds oder anderen Investmentvehikeln um – alle großen Häuser haben die Silver Society auf dem Schirm. Beschäftige Dich mit dem Thema und entscheide Dich für das, was am besten in Dein persönliches Portfolio passt.

Das Corona Virus kann die demografische Entwicklung nicht ad hoc umkehren. An der Börse gilt: Nach der Krise ist vor dem nächsten Anstieg: Dann gilt es auf die richtigen (Mega)Trends zu setzen.

Sei achtsam in dieser sehr schwierigen Phase! Aber sei gleichzeitig wachsam für den nächsten Einstieg – dort, wo künftig Wachstum stattfinden wird.

Dein Depotstudent Dominik

Starte endlich in 3 Schritten durch!

Fehler Geldanlage 1. Schritt: Vermeide die wichtigsten Fehler!

Hole Dir kostenlos mein Mini-eBook (7 Seiten)

Die 11 größten Fehler von Studenten und Azubis bei der Geldanlage

2. Schritt: Informiere Dich!

zum Beispiel auf meiner Website depotstudent.de.

Ein absolutes Muss: Kostenlose Pflichtlektüre zum Thema Geldanlage*

Ein zweites absolutes Muss: Der Bestseller auf Amazon*

3. Schritt: Eröffne ein eigenes Depot und beginne zu investieren!

Du magst es einfach, günstig und willst ne dicke Prämie?


Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 4 / 5. Anzahl Bewertungen: 6

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.