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MEINE BEWERTUNG: iShares Automation & Robotics ETF

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Depotstudent Dominik
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Die medial erzeugte Covid-19 Krise hat in vielen Industrieländern zu weitgehendem Stillstand geführt. Die meisten Unternehmen sind geschlossen, Mitarbeiter verbringen ihre freie Zeit überwiegend mit Nichtstun. Nicht wenige jedoch, so ist es jedenfalls der Presse zu entnehmen, überdenken ihre finanzielle Situation und sind bereit, neue Wege zu gehen.

Neue Pfade bedeuten in diesem Kontext: weg von den klassischen Spareinlagen und hin zur passiven Geldanlage mit Exchange Traded Funds (ETF). Ich freue mich über die völlig unerwarteten Entscheidungen und möchte jedem Neueinsteiger so gut wie möglich bei seiner Investition helfen. Im nachfolgenden Artikel geht es um sinnvolle ETFs und weniger vorteilhafte Indexfonds. Anlass für diesen Beitrag ist das Wissen um die Vielfalt des Angebots, welches zu nachteiligen Entscheidungen animieren kann.

Erhebliche Unterschiede bei Exchange Traded Funds

Als Neuling stehst Du vor einer riesigen Auswahl an ETFs und ahnst vermutlich nicht, woran sinnvolle Instrumente zu erkennen sind. Ohne gewisse Leitlinien ist es ungeheuer schwer, aus etwa 1.500 Optionen die individuell Passende auszuwählen. Von Unternehmen in der Fondsindustrie kannst Du ebenso wenig Hilfe erwarten wie von der Fachpresse. Erstere wollen immer mehr verkaufen und Letztere modellieren die Meinungen ihrer Leser in vorgegebene Richtungen.

Meiner Meinung nach gibt es klassische ETFs auf globale Aktienindizes, die langfristig attraktive Renditen bei überschaubaren Risiken in Aussicht stellen. Einige davon stelle ich Dir im letzten Abschnitt dieses Beitrags vor.

Es gibt aber auch börsengehandelte Indexfonds, die insbesondere für Einsteiger problematisch sein können. Vor einigen ETFs möchte ich nachfolgend warnen, unter anderem, weil sie aktuell stark beworben werden.

Der iShares Automation & Robotics ETF

Dem ETF der Black Rock Tochter iShares liegt ein Index zugrunde, der 132 Unternehmen mit Geschäftsfeld Automatisierung & Robotik beinhaltet. Es handelt sich um große und mittelgroße Gesellschaften aus Industriestaaten und Schwellenländern.

Der ETF wird seit Inkrafttreten des staatlich verordneten Stillstands im Rahmen der Covid-19 Krise stark beworben. Hintergrund ist, dass automatisierte Firmen weniger anfällig sind, und dank fehlender Mitarbeiter unbeschadet durch die Krise kommen können.

Für die Unternehmen ist es zweifellos von Vorteil, wenn sie menschliche Arbeitskräfte durch Roboter ersetzen. Automaten arbeiten rund um die Uhr, wollen kein Gehalt, werden niemals krank und beanspruchen keinen Urlaub. In der aktuellen Viren-Krise sind sie von den Quarantäne-Maßnahmen ausgenommen und können uneingeschränkt produktiv sein.

Arbeitnehmer können für die Automaten allerdings wenig Sympathie empfinden. Schließlich werden immer mehr Beschäftige in allen Branchen durch Roboter oder digitale Programme ersetzt. Wer als Arbeiter oder Angestellter in Automatisierungs-Unternehmen investiert, trägt langfristig zur eigenen Arbeitslosigkeit bei.

Meine Meinung wird vermutlich nicht von jedem Leser geteilt, aber sie könnte zum Nachdenken anregen. Es gibt zudem weitere Gründe, die aus meiner Sicht gegen diesen ETF sprechen:

  • Er wurde erst im Oktober 2017 aufgelegt und konnte bislang nur 37 Millionen Euro einsammeln.
  • Die jährliche Schwankungsbreite liegt bei gefährlichen 25,8 %. Für Anfänger ist dieser ETF in turbulenten Zeiten problematisch.

Weitere Merkmale:

Der physisch replizierte ETF wurde mittels optimiertem Sampling in Irland aufgelegt und ausschüttend konzipiert. Seine Gesamtkostenquote beträgt 0,40 % per anno, die Tracking-Differenz ist nicht bekannt. Unter den im Index enthaltenen Werten befinden sich mehr oder weniger bekannte Namen:

  • Lasertec Corp. – Japan.
  • Ping An Healthcare and Technology. – China.
  • Advantest Corp. – Japan.
  • Line Corp. – Japan.
  • Nvidia Corp. – USA.
  • Inphi Corp. – USA.
  • Asmedia Technology Inc – Taiwan.
  • AMD Advanced Micro Devices Inc – USA.
  • Cloudera Inc – USA.
  • Apple Inc – USA.

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Wie hat sich der ETF bislang bewährt?

Entscheidend ist letztlich, wie sich ein ETF entwickelt, sowohl über Jahre hinweg als auch während der aktuellen Baisse. Die langfristige Entwicklung sieht aus meiner Sicht nicht sehr überzeugend aus:

Sehr deutlich zu sehen ist die volatile Seitwärts-Entwicklung mit erheblichem Einbruch im weitgehend ruhigen Börsenjahr 2018.

Interessant ist zudem das aktuelle Bild, welches verdeutlicht, dass der ETF ebenso anfällig ist wie seine Mitbewerber:

Mit diesem ETF spekulierst Du bei vergleichsweise hohen Kosten auf eine zunehmend kontrovers diskutierte Entwicklung. Immer mehr Entscheidungsträgern wird bewusst, dass die Digitalisierung mit großen Herausforderungen für Gesellschaft und Staat behaftet ist.

Unternehmen und Arbeitnehmer-Verbände sind meiner Meinung nach in der Pflicht, konstruktiv über eine gerechtere Nutzung der Produktionsmittel nachzudenken.

Wird am derzeitigen Modell nichts geändert, steht die Wirtschaft in absehbarer Zeit vor dem Aus, weil es an zahlungskräftiger Kundschaft fehlt.

Der iShares Core DAX UCITS ETF

Viele Neulinge möchten aus verschiedenen Gründen in den heimischen Aktienmarkt investieren und wählen dazu einen ETF auf den Deutschen Aktienindex DAX. Ein Motiv ist die täglich medial vermittelte Stärke der heimischen Konzerne. Nicht wenige Einsteiger möchten mit ihrer Geldanlage die Wirtschaft der BRD fördern und von der vermeintlich guten Entwicklung profitieren.

Aus meiner Sicht gibt es einige Gründe, die gegen ein Engagement in diesem Index sprechen. Die nachfolgenden Abschnitte sollen Dich zum Nachdenken anregen und sind als meine persönliche Meinung zu verstehen.

Zu wenige Bestandteile

Im DAX sind die 30 größten Konzerne der BRD enthalten. Das mag auf den ersten Blick übersichtlich erscheinen, birgt bei genauerem Hinsehen jedoch Gefahren. Es handelt sich bei diesen Unternehmen überwiegend um Gesellschaften, die stark vom Export abhängig sind.

Jede kleinere Krise irgendwo auf der Welt kann für DAX Konzerne in schwerwiegenden Umsatzeinbrüchen resultieren. Ein heimisches Wirtschaftsproblem schickt alle Gesellschaften gemeinsam in den Keller.

Der DAX ist ein sehr krisenanfälliger Index, nicht nur aufgrund seiner wenigen Bestandteile.

 Überwiegend in ausländischer Hand

Bereits im Jahr 2007 schrieb das Handelsblatt, dass die im DAX vereinigten Konzerne zu 53 % in ausländischer Hand sind. Wohlgemerkt ist diese Zahl 13 Jahre alt und nicht mehr gültig. Neuesten Erhebungen zufolge halten ausländische Investoren mittlerweile mehr als 65 % aller im DAX befindlichen Aktien.

Für einen jungen Menschen, der tagtäglich auf die möglichen Vorteile der Globalisierung aufmerksam gemacht wird, mag daran nichts Ungewöhnliches sein. Anteilseignern hat die derzeitige Krise jedoch verdeutlicht, dass der DAX zum Spielzeug für spekulativ aufgestellte Großinvestoren geworden ist.

Bestens informierte Groß-Aktionäre verkauften ihre Anteile im Februar auf historischem Höchststand. Spekulanten liehen sich DAX Aktien von Fondsgesellschaften, ETF Anbietern und Vermögensverwaltern. Sie verkauften ebenfalls und machten aus einer gewöhnlichen Talfahrt eine unkontrollierbare Lawine. Der DAX verlor innerhalb weniger Tage gut 5.000 Punkte.

Am tiefsten Punkt stiegen die Spekulanten wieder ein und gaben ihre ausgeliehenen Aktien im Anschluss zurück. Die Groß-Aktionäre folgten und es kam zur Bodenbildung mit Aussicht auf Trendwende.

Den meisten Privatanlegern sind diese Fakten nur ansatzweise oder überhaupt nicht bekannt. Mangelndes Interesse und tief verwurzelte Verlustangst führen daher in jeder Krise zu panikartigen Verkäufen mit erheblichen Einbußen.

Indes erfüllt der ETF von der Black Rock Tochter iShares in vielerlei Hinsicht die an ihn gestellten Anforderungen:

  • Er ist vollständig physisch replizierend. Bitte in diesem Kontext an die oben erwähnte Wertpapierleihe denken.
  • Sein Fondsvolumen beträgt 4,8 Milliarden Euro.
  • Die Gesamtkosten werden mit 0,16 % per anno beziffert. Seine Tracking-Differenz von 0,29 % weist jedoch auf etwas höhere Kosten hin.
  • Im Dezember 2000 in der BRD aufgelegt.

Seit seiner Auflage hat der ETF um 60,73 % zugelegt. Über die gesamte Zeit investierte Anleger erwirtschafteten eine Rendite von durchschnittlich 2,49 % pro Jahr.

Aus meiner Sicht wird sich an der vergleichsweise schlechten Entwicklung in den nächsten Jahren wenig ändern. Alle DAX Konzerne leiden unter dem staatlich verordneten Stillstand und benötigen vermutlich viele Jahre, um die damit verbundenen Einbußen zu kompensieren.

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Welche ETFs sind für Anfänger besser geeignet?

Damit Dein Einstieg in Geldanlage per ETF von Erfolg geprägt ist, müssen möglichst breit streuende Indizes gewählt werden.

Besonders geeignet sind in diesem Kontext nachfolgende Aktienindizes:

  • MSCI World.
  • MSCI Emerging Markets.
  • MSCI ACWI.

Jeder der genannten Indizes verfügt über mehr als 1.000 Bestandteile und verteilt Deine Investition auf mehrere Kontinente. Der All Country World Index kombiniert Gesellschaften aus Industrieländern mit Unternehmen aus den aufstrebenden Märkten und beinhaltet sogar 2.800 Komponenten. Ein ETF auf diesen Index ist aus meiner Sicht ein sinnvolles Anfänger-Investment. Der einzige Nachteil: Schwellenländergewichtung bei nur 11 %.

In der jüngsten Krise hat der ETF zwar ebenso wie alle Mitbewerber Verluste erlitten, doch nicht so umfangreich wie beispielsweise der DAX.

Eine globale Erholung ist zudem schneller wahrscheinlich als die in besonders betroffenen Ländern. In 23 + 26 Nationen gleichzeitig investiert zu sein hat zwei wesentliche Vorteile:

  • Das Risiko wird bestmöglich verteilt und minimiert.
  • Die Rendite bleibt vergleichsweise konstant und auf hohem Niveau.

Der derzeit beste ETF auf den MSCI ACWI kommt aus meiner Sicht vom Anbieter SPDR:

  • Auflage im Mai 2011 in Irland.
  • Physische Replikation mit optimiertem Sampling.
  • TER 0,40 % per anno, Tracking-Differenz nur 0,16 %.
  • Fondsvolumen 1,4 Milliarden Euro.

Ich bevorzuge die Kombination von 70 % MSCI World und 30 % MSCI Emerging Markets. Inhaltlich stimmen die beiden Indizes mit dem MSCI ACWI überein. Die Kombination ermöglicht mir jedoch beliebige Gewichtungen.

Dass die Entwicklung beider Indizes mit dem aktuellen Trend übereinstimmt, beweisen die nachfolgenden Charts:

Seitens der Gesamtkosten fahre ich mit meinem zweiteiligen Konzept sogar besser als mit einem MSCI ACWI ETF. (TER 0,12 + 0,20 % pro Jahr).

Was will ich Dir mit diesem Beitrag vermitteln?

Aus meiner Sicht fährst Du mit einer globalen Investition besser als mit der Geldanlage in einen nationalen Index respektive einen Spezialindex

Zudem sind die Bestandteile des oben beschriebenen ETF auf den Automation & Robotik Index in den globalen Varianten von Morgan Stanley Capital International enthalten. Im MSCI World und MSCI ACWI sind natürlich auch Konzerne aus der BRD vertreten.

Deine globale Geldanlage ermöglicht Dir die Teilnahme an allen wirklich wichtigen Trends mit sehr geringem Risiko. Ich möchte Dir von spekulativen Investitionen ebenso abraten wie von der Geldanlage in kleine und krisenanfällige Indizes.

Neben der bestmöglichen Diversifikation sind langer Anlagehorizont und diszipliniertes Aussitzen von immer wieder vorkommenden Kurseinbrüchen für den Erfolg unverzichtbar. Alle relevanten Informationen zur passiven Geldanlage per ETF findest Du in regelmäßig erscheinenden Beiträgen auf meinem Blog.

Dein Depotstudent Dominik

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