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MSCI World vs. Minimum Volatility Index – ein Vergleich

Muster weiß Zukunft
Depotstudent Dominik
3.4
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Im heutigen Beitrag geht es um die Volatilität, einem oft genutzten und ebenso häufig falsch verstandenen Begriff. Ich erkläre Dir einfach verständlich, was unter einer volatilen Geldanlage zu verstehen ist. Volatilität wird von Einsteigern oft gefürchtet, denn sie ist nur in der Vergangenheit berechenbar. Indes gehört sie zur Wertentwicklung eines jeden ETF.

Nachfolgend vergleiche ich den MSCI World Aktienindex in klassischer Variante mit dem World Minimum Volatility Index von Morgan Stanley. Der Vergleich gibt Dir Antworten auf die Frage: Kann mit geringer Volatilität attraktive Rendite erzielt werden? Natürlich stelle ich Dir verfügbare ETFs auf diesen Index vor und schließe den Artikel mit Tipps hinsichtlich der Portfoliogestaltung ab.

Volatilität per Definition

Wie stark ein Wertpapier oder ein Fonds zu Kursschwankungen neigt, wird mit dem sogenannten Volatilitäts-Wert in der jeweiligen Verkaufsbroschüre dargestellt. Ein hoher Wert deutet auf eine starke Schwankungsbreite hin. Gering ist die Volatilität meist bei Anleihen oder darauf beruhende Indizes. Aktien beziehungsweise ETFs auf Aktienindizes weisen hingegen in der Regel höhere Volatilitäts-Kennzahlen auf.

Anleger, die das Risiko eines Wertpapiers oder Index einschätzen möchten, schauen vor allem auf die Volatilität in der Vergangenheit. Meist tendieren sie zu wenig volatilen Anlagevehikeln, weil ihnen damit unerwünschte respektive unvorhersehbare Ergebnisse erspart bleiben. Mit unvorhersehbaren Resultaten sind enorme Kursverluste gemeint. Vergessen wird jedoch, dass Volatilität negative Schwankungen ebenso einschließt wie positive Veränderungen. Kurz gesagt: Ohne eine gewisse Volatilität ist keine lukrative Rendite erzielbar.

In der Praxis verläuft die Wertentwicklung einer Aktie eben nicht mehr oder weniger steil nach Norden. Das Bild auf dem Chart ist vielmehr von vielen Auf- und Abwärtsbewegungen gezeichnet sowie von einem übergeordneten Trend geprägt.

Wie wird die Volatilität im Zaum gehalten?

Experten empfehlen Anlegern häufig, verschiedene Assetklassen im Portfolio zu mischen. Zu einem Aktienanteil gehört, diesem Ansatz entsprechend, ein korrelierender Anleihenanteil. Sobald sich der Aktienanteil negativ entwickelt, fangen die Anleihen daraus resultierende Verluste auf.

Das Problem: Volatilitätsarme Anlageinstrumente generieren immer weniger Rendite als volatile Aktien. An der Börse ist eben kein Gewinn ohne Risiko erzielbar. Umkehren lässt sich diese Regel jedoch nicht: Wer gezielt Investments mit hoher Volatilität tätigt, bekommt nicht automatisch lukrative Erträge.

Das mit der Volatilität verbundene Risiko kann zudem durch breit diversifizierte Aktienindizes begrenzt werden. Denn in Krisenszenarien entwickeln sich gerade bei globalen Indizes niemals alle Bestandteile in die gleiche Richtung.

Wie bereits erwähnt, ist die Volatilität eines Wertpapiers die gemessene Schwankungsbreite der Vergangenheit. In der Zukunft könnte die Wertentwicklung mit weniger oder mehr Schwankungen verlaufen.

Wer sich vor der Volatilität fürchtet, muss nicht zwangsläufig auf Aktien im Portfolio verzichten. Es gibt einen globalen Aktienindex mit minimaler Volatilität, der auf einem bekannten Klassiker beruht.

MSCI World Minimum Volatility Index – Wissenswertes

Morgan Stanley Capital International hat den World Minimum Volatilitiy Index im April 2008 aufgelegt. In ihm vereinigt sind 354 große und mittelgroße Aktiengesellschaften aus 23 industrialisierten Staaten in 5 globalen Regionen. Die Gesellschaften wurden aus den etwa 1.650 Unternehmen des Elternindex MSCI World entnommen, ausgewählt wurde folgenden Kriterien entsprechend: optimale Performance bei möglichst geringer Schwankungsbreite in den vergangenen 12 Monaten.

Morgan Stanley berechnet den Minimum Volatility Index alle 6 Monate neu, nimmt neue Gesellschaften auf und tauscht bei Bedarf aus. Ziel ist, einen Index mit möglichst geringem Anlegerrisiko zu schaffen, welcher gleichzeitig der Attraktivität des Elternindex MSCI World entspricht. Ob Morgan Stanley diesen Anforderungen gerecht wird, erfährst Du in den nachfolgenden Abschnitten.

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MSCI World Minimum Volatility Index – Ländergewichtung

Die Mitgliedsländer sind im Minimum Volatility Index identisch mit denen des Weltindex, lediglich die Gewichtung zeigt erhebliche Unterschiede. Zum Vergleich findest Du die Werte des MSCI World in Klammern:

  • Vereinigte Staaten 57,65 % (62,82 %).
  • Japan 13,41 %  (8,40 %).
  • Schweiz 7,75 % (weniger als 2 %).
  • Kanada 5,59 % (3,39 %).
  • Hongkong 3,38 % (weniger als 2 %).
  • Andere Länder 12,22 % (16,07 %).

An der Ländergewichtung des MSCI World Minimum Volatility Index fallen 2 Unterschiede zum Elternindex auf: die geringere Gewichtung der USA und der hohe Anteil der Schweiz. Während Hongkong im Weltindex zu den weniger stark gewichteten Ländern gehört, ist die ehemalige Kronkolonie im Minimum Volatility Index unter den Top 5 zu finden.

MSCI World Minimum Volatility Index – Branchengewichtung

Auch bei der Sektorengewichtung stelle ich die Werte des MSCI World zum Vergleich hinter die des Minimum Volatility Index:

  • Finanzen 16,77 % (15,69 %).
  • Konsumgüter 13,50 % (8,57 %).
  • Informationstechnologie 10,86 % (16,69 %).
  • Kommunikation 9,81 % (8,42 %).
  • Gesundheit 9,43 % (12,73 %).
  • Versorgungssektor 8,78 % (3,50 %).
  • Nicht-Basiskonsumgüter 8,73 % (10,53 %).
  • Immobilien 8,63 % (3,36 %).
  • Industrie 8,41 % (11,16 %).
  • Materialien 4,40 % (4,38 %).
  • Energie 0,71 % (4,97 %).

Die Branchengewichtung des MSCI World Minimum Volatility Index weist in fast allen Sektoren erhebliche Unterschiede zum Elternindex auf.

MSCI World Minimum Volatility Index – Top 10 Unternehmen

Ein Blick auf die Top 10 Unternehmen bringt Antworten auf folgende Fragen: Sind die meisten Konzerne in den Vereinigten Staaten ansässig? Handelt es sich um die gleichen Unternehmen wie in der Top 10 des MSCI World?

  1. SWISS Rückversicherer, Schweiz, 1,39 % (0,08 % im MSCI World).
  2. NESTLE Konsumgüter, Schweiz, 1,26 % (0,77 %).
  3. WASTE MANAGEMENT, USA, 1,24 % (0,11 %).
  4. PEPSICO Konsumgüter, USA, 1,21 % (0,45 %).
  5. CONSOLIDATED EDISON, USA, 1,20 % (0,07 %).
  6. NTT DOCOMO, Japan, 1,15 % (0,09 %).
  7. JOHNSON & JOHNSON, USA, 1,13 % (0,83 %).
  8. NEXTERA Energie, USA, 1,12 % (0,27 %).
  9. MCDONALDS, USA, 1,03 % (0,36 %).
  10. PROCTER & GAMBLE, USA, 1,02 % (0,74 %).

Zusammen nehmen die Top 10 Konzerne 11,75 % im MSCI World Minimum Volatility Index ein, im Elternindex haben sie ein Gesamtgewicht von 3,77 %. Die Wertentwicklung des Minimum Volatility Index wird also von anderen Gesellschaften generiert als im Elternindex.

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MSCI World Minimum Volatility Index – jährliche Performance

Welcher Index seitens der Performance die Nase vorn hat, erkennst Du am folgenden Vergleich. Die jeweiligen Werte des MSCI World sind in Klammern gesetzt:

  • 2006 plus 21,20 % (plus 20,65 %).
  • 2007 plus 6,13 % (plus 9,57 %).
  • 2008 minus 29,23 % (minus 40,32 %).
  • 2009 plus 17,18 % (plus 30,79 %).
  • 2010 plus 12,76 % (plus 12,34 %).
  • 2011 plus 8,04 % (minus 5,02 %).
  • 2012 plus 8,87 % (plus 16,54 %).
  • 2013 plus 19,41 % (plus 27,37 %).
  • 2014 plus 12,06 % (plus 5,50 %).
  • 2015 plus 5,82 % (minus 0,32 %).
  • 2016 plus 8,16 % (plus 8,15 %).
  • 2017 plus 18,40 % (plus 23,07 %).
  • 2018 minus 1,42 % (minus 8,20 %).

Der Minimum Volatility Index wurde seinem Ansatz insbesondere in der Finanzkrise 2008 gerecht. Insgesamt entwickelte er sich ruhiger und in vielen Jahren etwas besser als sein Elternindex.

MSCI World Minimum Volatility Index – verfügbare ETFs

Für den Minimum Volatility Index von MSCI gibt es aktuell 2 ETFs, die den Anforderungen renommierter Experten seitens Alter und Fondsvolumen gerecht werden.

MSCI World Minimum Volatility ETF von Xtrackers: ISIN IE00BL25JN58, WKN A1103F

Der im September 2014 aufgelegte ETF gewährt Dir Zugang zu den internationalen Aktienmärkten mit einer jährlichen Gesamtkostenquote (TER) von 0,25 %. Er ist mittels optimiertem Sampling physisch repliziert und thesaurierend konzipiert. Seine Fondsgröße beträgt aktuell 670 Millionen Euro, das Fondsdomizil ist Irland. Mit 8,74 % Volatilität pro Jahr liegt der ETF im Mittelfeld der Schwankungsskala.

Inklusive der thesaurierten Dividenden liegt die Rendite des ETF in den letzten 3 Jahren bei 38,56 %. Im laufenden Jahr werden plus 25,68 % für die bisherige Wertentwicklung angegeben.

ETF-Sparpläne sind für den Minimum Volatility Index von MSCI bei den Brokern Consorsbank und Flatex aktuell ohne Gebühren für die Ausführung abschließbar. Die Postbank nimmt für jede Ausführung 0,90 % der Sparrate.

MSCI World Minimum Volatility ETF von iShares: ISIN IE00B8FHGS14, WKN A1J781

Anbieter iShares hat den ETF im November 2012 aufgelegt, mittels optimiertem Sampling physisch repliziert und thesaurierend aufgebaut. Hinter dem ETF mit Fondsdomizil Irland steht aktuell ein Fondsvolumen von mehr als 3,6 Milliarden Euro. Seine Gesamtkostenquote wird mit 0,30 % pro Jahr angegeben, die Volatilität liegt mit jährlich 9,25 % im Mittelfeld der Skala.

In den letzten 3 Jahren erzielte der ETF eine Gesamtrendite von 38,50 %. Im laufenden Jahr rentiert er bislang mit 24,70 %.

Verfügbare ETF-Sparpläne und Kosten:

  • Comdirect 1,50 % pro Ausführung.
  • DKB 1,50 % pro Ausführung.
  • Flatex 1,50 % pro Ausführung. Achtung! Negative Guthabenverzinsung auf Verrechnungskonten.

Ein ETF auf den MSCI World zum Vergleich:

Der beste thesaurierende ETF auf den MSCI World kommt aktuell vom Anbieter INVESCO: ISIN IE00B60SX394, WKN A0RGCS.

Er wurde im April 2009 aufgelegt und ist mit einer jährlichen Gesamtkostenquote von 0,19 % behaftet. Das Fondsdomizil ist Irland, das Volumen des Fonds beträgt derzeit über 1 Milliarde Euro. Der ETF ist synthetisch repliziert und weist eine Volatilität von 12,07 % pro Jahr auf.

Die Rendite der letzten 3 Jahre beträgt insgesamt 39,17 %. Der ETF liegt im laufenden Jahr mit plus 27,50 % vorn.

ETF-Sparpläne und Gebühren

DKB 1,50 % pro Sparrate, Comdirect 1,50 % pro Sparrate, Flatex 1,50 % pro Sparrate.

Mein Fazit

Bei der Geldanlage in ETFs auf Aktienindizes sind immer langer Anlagehorizont und die Strategie des Kaufens und Haltens erforderlich. Das gilt für den klassischen MSCI World ETF ebenso wie für einen ETF auf den Minimum Volatility Index. Ganz natürliche Schwankungen verlieren damit an Bedeutung, wichtig ist lediglich ein zufriedenstellendes Endergebnis nach 15 oder 20 Jahren.

Sicherheit bietet beim MSCI World Index die Streuung des Kapitals auf mehr als 1.650 Gesellschaften. Zudem sind die Gesamtkosten eines ETF auf den klassischen Index niedriger. Du bist mit dem ETF auf den MSCI World gut bedient, wenn oben genannte Voraussetzungen zutreffen und eine gewisse Risikobereitschaft vorhanden ist.

Indes hat der MSCI World Minimum Volatility Index durchaus seine Berechtigung. Beide ETFs auf ihn sind für Einsteiger mit Verlustangst empfehlenswert. Das Problem mit der Volatilitäts-Reduzierung ist, dass sie eben in beide Richtungen wirkt. Mit sinkendem Risiko schwinden die Chancen auf attraktive Erträge. Gleichwohl hat Morgan Stanley den Minimum Volatility Index optimal zusammengesetzt und das Bestmögliche herausgeholt.

Ich vertraue lieber auf das Original, obgleich der hier vorgestellte Index durchaus Vorzüge hat. Für Anleger mit Aversion gegen starke Kursschwankungen gibt es aber ein besseres Rezept. Einen ETF auf den MSCI World erwerben oder einen ETF-Sparplan einrichten und einfach nicht so oft auf den Chart schauen. Am Ende jeder Talfahrt stand bis jetzt immer ein neuer Aufschwung.

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