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Passives Einkommen mit Dividenden ETFs

Depotstudent Dominik
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Die negative Verzinsung von Guthaben auf dem Girokonto ist eine Herausforderung, welche Du mit allerdings mit einer passiven Einkommensquelle mühelos meistern kannst. ETFs, denen Aktienindizes mit Beteiligungen an Unternehmen zugrunde liegen, die regelmäßig starke Dividenden zahlen, könnten die perfekte Lösung sein. Natürlich müssen die favorisierten ETFs ausschüttend konzipiert sein und sorgfältig gewählt werden.

In diesem Beitrag zeige ich Dir, warum ETFs auf Aktienindizes allen anderen Optionen deutlich überlegen sind, wie Du Dir eine attraktive Passiv-Einkommensquelle schaffst und welche Aspekte es dabei zu beachten gilt. Zudem erkläre ich Dir, wie die Dividendenrendite berechnet wird und welche ETFs für den Aufbau eines passiven Einkommens besonders gut geeignet sind. Bei meinen Vorschlägen gehe ich davon aus, dass Du bereits per ETF-Sparplan Vermögen für das Alter aufbaust und dieses Portfolio ausschließlich für ein passives Einkommen nutzt.

Hier den Beitrag als Podcast oder Video genießen:

Warum ist passives Einkommen sinnvoll?

Bislang habe ich jungen Menschen dazu geraten, eiserne Reserven anzulegen, bevor sie mit dem Vermögensaufbau beginnen. Dieser Tipp erscheint mir aus mehreren Gründen nicht mehr zeitgemäß:

  • Bargeldbestände auf Sichtkonten werden immer öfter durch negative Verzinsung dezimiert.
  • Die wenigsten jungen Leute benötigen viel Cash, um defekte Haushaltsgeräte und Fahrzeuge bei Bedarf zu ersetzen.

Es ist aus meiner Sicht sinnvoller, auf dem Girokonto geparktes Geld so anzulegen, dass regelmäßige Einkünfte damit generiert werden. Dividenden eignen sich wesentlich besser für den Aufbau eines Passiv-Einkommens als jede andere Option. Sie werden unabhängig vom aktuellen Aktienkurs ausgezahlt und sind daher weitgehend sicher. Indes gibt es mehrere Möglichkeiten, um in Dividenden-starke Unternehmen zu investieren.

Einzelaktien, gemanagter Fonds oder Aktien-ETF?

Wer verlässliche Einkünfte erzielen möchte, muss sein Geld auf möglichst viele Quellen verteilen. Es ist zweifellos richtig, dass einige Unternehmen wesentlich mehr Dividenden ausschütten als andere. Du kannst Dir in mühevoller Arbeit ein Portfolio mit einzelnen Aktien zusammenstellen. Wahrscheinlich findest Du die Dividenden-starken Gesellschaften nicht und verteilst Dein Geld auf wenige vermeintliche Favoriten.

Die Auswahl einem erfahrenen Fondsmanager zu überlassen bedeutet, das Schicksal des Portfolios in fremde Hände zu legen und teuer dafür zu bezahlen. Unterm Strich erzielst Du wahrscheinlich ein attraktives Nebeneinkommen, welches jedoch durch hohe Gebühren, Erfolgsprämien und Ähnliches reduziert wird.

ETFs auf große Aktienindizes haben hingegen mehrere Vorteile. Sie sind sehr kostengünstig, streuen Dein Geld auf viele Gesellschaften und stellen Chancen außerhalb des Heimatmarktes in Option. Vielen Leuten ist nicht bekannt, dass ausländische Unternehmen oft wesentlich mehr Dividenden ausschütten als die heimischen Konzerne. Mit regionalen ETFs kannst Du kostengünstig in Länder mit Dividenden-starken Gesellschaften investieren.

An Deiner Stelle würde ich freies Geld auf mehrere ETFs verteilen und gezielt in Unternehmen investieren, die kontinuierlich hohe Dividenden ausschütten. Dividenden sind als Teil der Rendite mit jedem ETF auf einen Aktienindex erzielbar. Auch Dein ETF-Sparplan auf den MSCI World, welchen Du idealerweise zum Vermögensaufbau nutzt, gewährt Dividendenzahlungen, welche allerdings reinvestiert werden.

Für die Umsetzung einer Dividendenstrategie musst Du Dich auf ausschüttende ETFs konzentrieren, damit ein regelmäßig verfügbares Passiv-Einkommen erzielt wird. Sinnvoll kann zudem sein, auf eine möglichst hohe Dividendenrendite zu achten. Im nächsten Abschnitt zeige ich Dir, wie Du bei jedem infrage kommenden ETF die Dividendenrendite ermitteln kannst.

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Wie wird die Dividendenrendite beim ETF gemessen?

Aktuelle Ausschüttungsrendite oder ein Wert aus der Vergangenheit? Es geht hierbei um die Frage, welcher Ansatz zur Berechnung der Dividendenrendite verlässlicher ist. Der Unterschied:

  • Der Wert aus der Vergangenheit ist bekannt.
  • Zukünftige Größen müssen gemutmaßt werden.

Aus meiner Sicht ist die klassische Berechnungsart sinnvoller, da die meisten Unternehmen Dividenden unabhängig von der aktuellen Entwicklung ausschütten. Die letzte Ausschüttung eines ETF ist in jeder Beschreibung in Form eines Geldbetrags erkenntlich, zudem erkennbar ist der aktuelle Kaufpreis für einen Anteil. Die Dividendenrendite wird wie folgt berechnet:

  • Du teils den Ausschüttungsbetrag durch den ETF Preis und multiplizierst das Ergebnis mit 100.

Der aktuell beste ETF auf den MSCI World Index ist beispielsweise mit einer Dividendenrendite von 2,36 % behaftet. Die Dividendenrendite eines ETF auf den DAX liegt bei knapp 3 %.

Allein aus diesem Beispiel wird deutlich, dass es sich lohnt, gezielt, in Länder zu investieren, deren Gesellschaften hohe Dividendenrenditen in Aussicht stellen. Eine hohe Ausschüttungsrendite allein ist allerdings kein Garant für langfristige Zahlungsströme. Viele börsennotierte Unternehmen nutzen unter anderem Dividendenzahlungen, um die Aktienkurse anzutreiben.

Du musst also auf konstant hohe und regelmäßige Ausschüttungen achten, wenn Dein Portfolio über lange Zeit passives Einkommen gewährleisten soll. Unternehmen, die diesen Ansprüchen gerecht werden, zeichnen sich durch solide Geschäftsmodelle, hohe Kapitalflüsse und gutes Verhältnis zu ihren Investoren aus.

Dividenden-Aristokraten suchen und finden

Um zu den Aristokraten zu zählen, muss ein Unternehmen dauerhaft attraktive Dividenden auf attraktivem Niveau ausschütten. Je nach Land muss eine gewisse Konstanz seitens der Ausschüttungen gegeben sein:

  • Unternehmen in den Vereinigten Staaten müssen mindestens über 20 Jahre konstant hohe Dividenden gezahlt haben.
  • Von Unternehmen mit Sitz in der Eurozone werden konstant hohe Dividenden über mindestens 10 Jahre erwartet.
  • Gesellschaften mit Sitz im Vereinigten Königreich müssen mindestens 7 Jahre konstant attraktive Dividenden ausgeschüttet haben.
  • Asiatische Gesellschaften müssen ebenfalls 7 Jahre gleichmäßig hohe Ausschüttungen geleistet haben.

Wer diesen Anforderungen gerecht wird, zählt zu den globalen Dividenden-Aristokraten und kann Dir ein attraktives Passiv-Einkommen in Aussicht stellen. Nachfolgend schauen wir uns die verfügbaren Indizes an, welche diese Aristokraten vereinigen.

Welcher Index deckt den US-amerikanischen Markt ab?

Sinnvoll ist aus meiner Sicht ein Index, der auf dem S&P 500 beruht und Dividenden-Aristokraten vereinigt. Diese Anforderung erfüllt der S&P High Yield Dividend Aristocrats. Er beinhaltet die Aktien von 112 Gesellschaften, die seit 20 Jahren und länger attraktive Dividenden ausschütten.

Hier ein ETF Vorschlag:

UCITS ETF auf den S&P High Yield Dividend Aristocrats Index von SPDR ISIN: IE00B6YX5D40.

Der ETF wurde im Oktober 2011 in Irland aufgelegt und hat ein Fondsvolumen von gut 3 Milliarden Euro. Er ist vollständig physisch repliziert und ausschüttend konzipiert. Seine Gesamtkostenquote beträgt 0,35 % per anno, die jährliche Volatilität ist mit 10,56 % durchschnittlich.

Wertentwicklung inklusive Ausschüttung seit 2015:

  • 2015 plus 10,04 %.
  • 2016 plus 23,06 %.
  • 2017 plus 1,49 %.
  • 2018 plus 1,69 %.
  • 2019 plus 25,10 %.

Ausgeschüttet wurden pro Anteil:

  • 2016: 0,77 Euro gleich 2,11 %.
  • 2017: 0,85 Euro gleich 1,94 %.
  • 2018: 1,01 Euro gleich 2,33 %.
  • 2019 1,08 Euro gleich 2,51 %.

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Mit welchem Index den EU-Markt abdecken?

Zur Abdeckung des Eurozonenmarktes sollte meiner Meinung nach ebenfalls ein S&P Index gewählt werden, weil die Bestandteile nach identischen Bedingungen gewählt werden. Der Euro High Yield Dividend Aristocrats Index beinhaltet die Aktien von 42 Gesellschaften, die zumindest in den letzten 10 Jahren regelmäßig attraktive Dividenden ausgeschüttet haben.

Ein unverbindlicher ETF Vorschlag:

UCITS ETF von SPDR auf den Euro High Yield Dividend Aristocrats Index ISIN: IE00B5M1WJ87.

Der ETF wurde im Februar 2012 in Irland aufgelegt und hat aktuell eine Fondsgröße von 1,9 Milliarden Euro. Seine Replikationsart ist vollständig physisch und die Erträge werden ausgeschüttet. Die Gesamtkostenquote liegt bei jährlich 0,30 %, die Schwankungsbreite per anno wird mit knapp 9 % angegeben.

Wertentwicklung seit 2015:

  • 2015 plus 11,62 %.
  • 2016 plus 9,63 %.
  • 2017 plus 10,60 %.
  • 2018 minus 7,82 %.
  • 2019 plus 22,13 %.

Jährliche Ausschüttungen pro Anteil:

  • 2016: 0,64 Euro gleich 3,15 %.
  • 2017: 0,74 Euro gleich 3,39 %.
  • 2018: 0,77 Euro gleich 3,32 %.
  • 2019: 0,76 Euro gleich 3,68 %.

Welcher Index für Großbritannien?

Britische Gesellschaften müssen nur mindestens 7 Jahre attraktive Dividenden gezahlt haben, um zu den Aristokraten zu gehören. 41 Aktiengesellschaften vereinigt der UK High Yield Dividend Aristocrats Index von S&P.

Mein unverbindlicher Vorschlag:

UCITS ETF von SPDR auf den UK High Yield Dividend Aristocrats Index ISIN: IE00B6S2Z822.

SPDR hat den ETF im Februar 2012 in Irland aufgelegt, sein aktuelles Fondsvolumen beträgt 123 Millionen Euro. Er bildet seinen Referenzindex vollständig physisch replizierend nach und schüttet seine Erträge aus. Die Gesamtkostenquote beträgt pro Jahr 0,30 %, seine Volatilität ist mit 15 % per anno angegeben.

Die Wertentwicklung seit 2015:

  • 2015 plus 7,56 %.
  • 2016 minus 6,51 %.
  • 2017 minus 0,57 %.
  • 2018 minus 16,01 %.
  • 2019 plus 39,46 %.

Aus der Wertentwicklung des ETF kannst Du entnehmen, wie sehr die britische Wirtschaft unter dem von der Regierung verzögertem Abschied aus der EU gelitten hat.

Jährliche Ausschüttungen pro Anteil:

  • 2016: 0,61 Euro gleich 3,75 %.
  • 2017: 0,54 Euro gleich 3,70 %.
  • 2018: 0,54 Euro gleich 3,88 %.
  • 2019: 0,59 Euro gleich 5,30 %.

Welchen Index für Asien nutzen?

Dividenden-Aristokraten gibt es unter anderem in China, Hongkong, Japan und Australien. Der Pan Asia Dividend Aristocrats Index von S&P vereinigt 112 Gesellschaften, die seit mindestens 7 Jahren attraktive Renditen ausschütten.

Auch hierzu einen unverbindlichen Vorschlag:

UCITS ETF von SPDR auf den S&P Pan Asia Dividend Aristocrats Index ISIN: IE00B9KNR336.

Der ETF wurde im Mai 2013 in Irland aufgelegt, seine aktuelle Fondsgröße beträgt 208 Millionen Euro. Er bildet seinen Referenzindex physisch mit optimiertem Sampling nach und ist ausschüttend konzipiert. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,55 % per anno, mit 9,05 % pro Jahr ist die Schwankungsbreite vergleichsweise gering.

Die Wertentwicklung seit 2015:

  • 2015 plus 14,42 %.
  • 2016 plus 7,72 %.
  • 2017 plus 13,78 %.
  • 2018 minus 4,31 %.
  • 2019 plus 23,29 %.

Jährliche Ausschüttungen pro Anteil:

  • 2016: 0,81 Euro gleich 2,38 %.
  • 2017: 0,74 Euro gleich 2,06 %.
  • 2018: 0,98 Euro gleich 2,43 %.
  • 2019: 1,21 Euro gleich 3,22 %.

Wie sollten die ETFs im Portfolio gewichtet werden?

Den US-amerikanischen Dividenden-Aristokraten würde ich mindestens 30 % einräumen, weil es sich hierbei um Unternehmen handelt, die seit Langem attraktive Summen ausschütten. Die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten ist zudem sehr solide und es gibt keinen Grund, warum Dividenden langfristig kleiner werden oder ganz ausbleiben sollten.

Beim Dividendenadel in der Eurozone bin ich mir nicht so sicher, denn es bestehen zunehmend große wirtschaftliche Risiken. Gleichwohl halte ich eine Gewichtung mit 15 bis 20 % vertretbar.

Ganz anders sieht es meiner Meinung nach in Großbritannien aus. Nach dem Abschied von der EU kann die britische Wirtschaft lukrative Handelsabkommen abschließen und davon profitiert vor allem der Dividendenadel. Es wird vermutlich zu höheren Ausschüttungen als bisher kommen, daher sollte das Vereinigte Königreich mit 10 % oder mehr gewichtet werden.

Asiatischen Gesellschaften sind auf lange Sicht vermutlich die Unternehmen mit den größten Chancen und dies könnte sich positiv auf die Dividenden auswirken. Ich würde den ETF mit 35 % oder mehr im Portfolio gewichten.

Der große Vorteil an vier einzelnen ETFs ist, dass Du die Anteile jederzeit neu gewichten und damit bestmöglich ausschöpfen kannst. Potenzial ist vor allem in den asiatischen Ländern vorhanden, aber auch im Vereinigten Königreich.

Der heimische Dividenden-Adel hat hingegen eine unsichere Zukunft, weil er seit langer Zeit jedem wirtschaftlich bedeutsamen Trend hinterherhinkt. Insbesondere bei der zukünftigen Mobilität, die wahrscheinlich auf Elektrizität ebenso aufgebaut sein wird wie auf synthetische Treibstoffe.

Anleihen ins Portfolio, ja oder nein?

Schuldverschreibungen von Staaten mit AAA Bonität rentieren derzeit kaum oder sogar negativ. Mit Anleihen bindest Du unnötig Geld und senkst damit Deine Chancen auf passives Einkommen. Es geht bei diesem Ansatz um möglichst hohe Ausschüttungen, temporäre Kurseinbrüche haben darauf wenig Einfluss. Daher kannst Du das Portfolio ohne Anleihen-Anteil aufbauen.

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