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REIT-ETF – die alternative Art der Immobilieninvestition?

Depotstudent Dominik
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Immobilien werden als wertbeständige Investments wahrgenommen und stehen bei Anlegern weit oben auf der Wunschliste. Gegen das direkte Engagement sprechen derzeit hohe Preise, aufwendige Instandhaltung sowie Verwaltung und gedeckelte Mieten. Aus diesen Gründen fokussieren zunehmend viele Investoren die Geldanlage in REITs.

Was hinter der Abkürzung steht, welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind und warum REIT-ETFs bevorzugt werden, erkläre ich Dir in nachfolgendem Beitrag. Ich möchte Dich nicht zur Geldanlage in diese Anlageklasse animieren, sondern objektive Fakten zu einer Entscheidung, für oder dagegen liefern.

Was sind REITs?

Hinter der Abkürzung REIT steht die englische Wortkombination Real Estate Investment Trust, welche ins Deutsche übersetzt Immobilienfonds bedeutet. In gewisser Weise hat ein REIT Ähnlichkeiten mit einem klassischen Investmentfonds, obgleich er keine Aktien oder Anleihen, sondern Immobilien hält. Das REIT-Management ist für den Erwerb und die Verwaltung der im Fonds enthaltenen Immobilien zuständig.

Wenn Investoren REIT-Aktien erwerben, verfolgen sie diese Ziele:

  • Teilhabe an den Mieteinnahmen.
  • Profitieren von Kursgewinnen.

Der Vorteil eines REIT-Investments kann wie folgt beschrieben werden:

  • Anleger beteiligen sich an einem breit aufgestellten Immobilienportfolio ohne eigenen Verwaltungsaufwand.

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Welche Arten von REITs gibt es?

REITs können in zwei Kategorien eingeteilt werden, entweder handelt es sich um Aktien-REITs oder Hypotheken-REITs.

Zur ersten Gruppe gehören:

  • Equity-REITs, welche oft Einzelhandelsgeschäfte, große Geschäftsgebäude oder Mehrfamilienhäuser besitzen.
  • Spezialisierte REITs sind in Gastronomie-Immobilien wie beispielsweise Hotels investiert.
  • Spezielle REITs konzentrieren sich auf Immobilien in der Medizinbranche, unter anderem auf Langzeitpflegeeinrichtungen.

Die im Besitz von REITs befindlichen Gewerbeimmobilien dienen oft mittleren oder großen Unternehmen als Firmensitz. Bekannte Discounter und Handelsketten mieten bevorzugt Ladenlokale.

Ein Hypotheken-REIT besitzt keine Immobilien, sondern, die darauf lastenden Schulden. Die Aufgabe des Managements ist der Einzug von damit verbundenen Zahlungen.

Welchen Zweck verfolgen Anleger mit REIT-Investitionen?

Experten raten von der alleinigen Geldanlage in REITs ab. Sie weisen aber darauf hin, dass diese Anlagevehikel weder mit Aktien noch mit Anleihen korrelieren. Du kannst Dich dementsprechend nicht mit einem REIT gegen die Kursschwankungen von Aktien oder Anleihen im Depot absichern. REITs dienen den meisten Anlegern indes zur optimalen Streuung des Kapitals.

Öffentliche REITs vorziehen

Beim Erwerb von Anteilen sollten börsengehandelte und mit Tickersymbol versehene REITs vorgezogen werden. Bei diesen kannst Du Aktienkurs und Dividendenrendite transparent im Netz oder in Fachzeitschriften nachverfolgen. Zudem sind börsengehandelte REIT-Anteile einfach zu veräußern.

Bei einem privaten REIT müssen Anteile direkt bei der anbietenden Immobiliengesellschaft erworben werden. Der Verkauf wird aber meist von Handelsvertretern übernommen und die lassen sich ihre Tätigkeit mit Provisionen vergüten.

Zur Herausforderung wird ein privater REIT beim Verkauf, da es für die enthaltenen Aktien keinen öffentlichen Markt gibt. Hinsichtlich der Liquidität bist Du mit börsengehandelten REITs auf der sichereren Seite.

Gibt es für REITs spezielle Vorschriften?

Ja, eine Vorschrift besagt beispielsweise, dass ein REIT mindestens 90 % des steuerpflichtigen Ertrags an Anleger in Form von Dividenden ausschütten muss. Aus diesem Grund werden REITs oft als attraktive Investments für die Altersvorsorge beworben.

Bei REITs gibt es vergleichsweise hohe Dividendenausschüttungen zwischen 5 und 8 %. Es handelt sich hierbei aber nicht um garantierte Renditen, sondern um variable Erträge. Erwirtschaften die Immobilien im Portfolio keine oder unzureichende Mieteinnahmen, kann die Ausschüttung reduziert werden oder komplett entfallen.

Kostengünstig in REITs investieren

Real Estate Investment Trusts sind optimal für Investitionen in Immobilienportfolios geeignet. Anleger respektive Aktionäre besitzen Anteile und kommen in den Genuss von prozentualen Gewinnanteilen in Form von Dividenden.

Wenn Du also in Immobilien investieren möchtest und die vergleichsweise hohen Kosten eines Immobilienfonds scheust, kann ein REIT-ETF die preiswerte Alternative sein. Mit einer Investition in einen REIT-ETF sind folgende Vorteile verbunden:

  • Kostengünstige Geldanlage in viele Immobilien mit einem ETF.
  • Jederzeit an der Börse erwerbbar und verkaufbar.
  • – Anbieter sind bei REIT-ETFs zu transparenten Informationen hinsichtlich der Bestandteile verpflichtet.
  • REIT-ETFs werden oft von bekannten und renommierten Anbietern aufgelegt.

Wie bei den meisten Exchange Traded Funds musst Du bei der Auswahl von REIT-ETFs unter anderem auf die Gesamtkosten (TER) achten. ETFs gelten zwar allgemein als kostengünstig, aber es gibt erhebliche Unterschiede.

Zudem sind REIT-ETFs mit gewissen Risiken verbunden. Sie werden von den gleichen Kräften seitens der Entwicklung beeinflusst wie REITs:

  • Wirtschaftliche Faktoren.
  • Zinssätze.
  • Konjunkturdaten.

Aus meiner Sicht sollten große und global investierte REIT-ETFs vorgezogen und miteinander verglichen werden. Im Idealfall ist der gewünschte REIT-ETF bei einem heimischen Broker verfügbar. Nachfolgend einige unverbindliche Ideen, die nicht als Anlageempfehlung verstanden werden sollten.

iShares STOXX Europe 600 Real Estate UCITS ETF ISIN: DE000A0Q4R44:

Der im September 2006 in der BRD aufgelegte ETF beinhaltet die Aktien von 42 Immobiliengesellschaften in europäischen Ländern. Er ist vollständig physisch repliziert, ausschüttend konzipiert und mit einer jährlichen Gesamtkostenquote von 0,49 % behaftet. Sein Fondsvolumen beträgt aktuell 56 Millionen Euro.

Im Jahr 2019 lag die Wertentwicklung bei plus 27,90 %, die Ausschüttungsrendite bei 2,62 %.

Sparplanfähig ist der ETF bei aktuell 13 Onlinebrokern, Trade Republic führt die Sparraten dauerhaft kostenfrei aus.

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VanEck Vectors Global Real Estate UCITS ETF ISIN: NL0009690239

Der ETF wurde im März 2011 in den Niederlanden aufgelegt und hat eine Fondsgröße von 197 Millionen Euro. Er bildet seinen Referenzindex vollständig physisch replizierend nach und schüttet Erträge aus. Der ETF beinhaltet 100 Positionen, seine TER beträgt 0,25 % per anno, die Tracking-Differenz wird mit minus 0,20 % beziffert.

2019 rentierte der ETF mit plus 22,58 % und schüttete 3,91 % aus.

Bei 4 Onlinebrokern ist der ETF sparplanfähig, der Broker Comdirect verlangt derzeit keine Gebühren für die Sparraten-Ausführung.

Amundi ETF FTSE EPRA NAREIT Global UCITS ETF ISIN: LU1437018838

Im November 2016 in Luxemburg aufgelegt, konnte der ETF bislang 118 Millionen Euro einsammeln. Er bildet seinen Referenzindex vollständig physisch replizierend nach und ist thesaurierend konzipiert. Die jährliche TER wird mit 0,24 % beziffert.

Der ETF hatte 2019 eine Wertentwicklung von plus 24,40 %. Er ist beim Broker Consorsbank sparplanfähig, die Ausführung einer Sparrate kostet derzeit 0,00 Euro.

Xtrackers FTSE Developed Europe Real Estate UCITS ETF – 1C ISIN: LU0489337690

Der im Jahr 2010 in Luxemburg aufgelegte ETF hat eine Fondsgröße von 413 Millionen Euro. Er bildet seinen Referenzindex physisch mit optimiertem Sampling nach und ist thesaurierend konzipiert. Seine Gesamtkostenquote beträgt 0,33 % pro Jahr, die Tracking-Differenz wird mit 0,1 % angegeben.

Im Jahr 2019 hatte der ETF eine positive Wertentwicklung von 29,61 %. Bei 10 Onlinebrokern ist der ETF sparplanfähig, 7 Broker verlangen derzeit keine Gebühren für die Ausführung der Sparraten.

iShares Developed Markets Property Yield UCITS ETF USD ISIN: IE00B1FZS350

Der ETF wurde im Oktober 2006 in Irland aufgelegt und hat aktuell ein Fondsvolumen von 1,82 Milliarden Euro. Er bildet seinen Referenzindex vollständig physisch replizierend nach und schüttet Erträge jährlich aus. Seine Gesamtkostenquote wird mit 0,59 % per anno angegeben, die Tracking-Differenz mit 0,20 %. Die Ausschüttungsrendite betrug 2019 knapp 3,50 %, die Wertentwicklung lag bei plus 24,23 %.

13 Onlinebroker ermöglichen derzeit die Einrichtung eines Sparplans mit diesem ETF. Der Broker Trade Republic führt die Sparraten dauerhaft gebührenfrei aus.

Die dargestellten REIT-ETFs sind nur eine willkürliche Auswahl, welche Dir zeigen soll, dass erhebliche Unterschiede seitens Größe, Wertentwicklung und Kosten bestehen. Wenn Du einen REIT-ETF in Dein Portfolio einfügen möchtest, ist gründliches Vergleichen unverzichtbar. Beachtenswert ist zudem, dass viele REIT-ETFs hierzulande nicht bei Brokern verfügbar sind.

Mein Fazit

Aus meiner Sicht ist die Beimischung eines REIT-ETF nicht zwingend erforderlich, wenn Du per ETF in globale Aktienindizes investiert bist. Ein ETF auf den MSCI World Index beinhaltet mehr als 1.650 Bestandteile. Die Diversifikation ist also bereits optimal und lässt sich durch einen REIT-ETF nur eingeschränkt verbessern. Gleichwohl hat das Investieren in REIT-ETFs gewisse Reize, weil es sich um solide Anlageobjekte mit regelmäßigen Einkünften handelt. Die Entscheidung liegt bei Dir.

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