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Tipps zur Ermittlung der Rentenlücke

Depotstudent Dominik
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Die Rente ist sicher, erzählen uns seit Jahrzehnten sämtliche Politiker, ohne zu erwähnen, dass ausgezahlte Beträge sicher nicht reichen werden. Dass Du etwas für Deine Altersvorsorge tun musst, ist nahezu jedem Beitrag auf meinem Portal zu entnehmen. Doch was bedeutet dies genau, wie viel von Deinem Einkommen solltest Du für den Lebensabend zurücklegen?

Die überaus wichtigen Fragen sind Themen des nachfolgenden Beitrags. Bislang habe ich die Rentenlücke nur in anderen Zusammenhängen erwähnt, heute steht der Begriff im Mittelpunkt und wird von mir im Detail erklärt. Beginnen werde ich mit einer oft gebrauchten Faustregel und im Anschluss siehst Du, warum diese nur die Spitze des Eisbergs tangiert. Danach folgen Tipps zur zuverlässigen Ermittlung und Lösungsansätze.

Hier den Beitrag als Podcast oder Video genießen:

Wie viel Geld solltest Du der Regel entsprechend sparen?

Viele Experten empfehlen Arbeitnehmern, mindestens 10 % ihres jeweiligen Einkommens für die private Altersvorsorge auf die Seite zu legen.

  • Verdienst Du beispielsweise 1.500 Euro netto, müssten 150 Euro gespart werden.
  • Kommst Du auf monatlich 2.000 Euro, sollten 200 Euro auf die Seite gelegt werden, usw.

Mittlerweile revidieren immer mehr Fachleute ihre Empfehlungen und gehen von 15 % monatlich aus. Das bedeutet:

  • Bei 1.500 Euro netto 225 Euro.
  • Von 2.000 Euro netto gehen monatlich 300 Euro in den Topf für die Altersvorsorge.

Diese Werte gelten für Arbeitnehmer im Alter von ungefähr 30 Jahren, Selbstständige müssen wesentlich mehr sparen. Natürlich wirst Du jetzt entsetzt fragen, wie das funktionieren soll. Dass die 15 % keineswegs übertrieben sind, darauf komme ich später im Detail zurück. Doch was erreichst Du mit dieser Sparleistung?

  • Wenn Du monatlich 15 % von Deinem Einkommen sparst, sind zum Renteneintritt etwa 80 % des derzeitigen Nettoeinkommens verfügbar.

Was tun, wenn die 15 % einfach nicht machbar sind? Meine Empfehlung lautet in diesem Fall: Spare so viel, wie Du kannst. Allerdings wirst Du im Alter erhebliche Abstriche machen müssen. Gleichwohl ist die Situation kein Grund für Resignation, denn es gibt Möglichkeiten.

Die betriebliche Altersvorsorge oder die Riester-Rente ermöglichen Dir, Geld für den Lebensabend, mit staatlicher Förderung zurückzulegen. Allerdings lohnen sich Riester-Verträge nicht für jeden Arbeitnehmer.

Beide Vorsorgemodelle resultieren zudem im Alter in höheren Abgaben. Wenn Du beispielsweise 100 Euro selbst auf die Seite legen kannst, sollten in Riester oder bAV monatlich mindestens 150 Euro fließen, inklusive der Förderung oder des Arbeitgeberzuschusses.

Wie viel Vermögen benötigst Du im Alter?

Angenommen, Du bist 30 Jahre alt und verdienst 3.000 Euro brutto respektive 1.900 Euro netto. Du hast zudem ausgerechnet, dass 1.500 Euro im Monat für den Lebensabend ausreichend sind, wohlgemerkt nach derzeitiger Kaufkraft.

Zum Renteneintrittsalter mit aktuell 67 Jahren benötigst Du ein Vermögen von 270.000 Euro nach Steuern. Also eine ganze Menge Geld, die Summe entspricht aktuell dem Gegenwert einer Eigentumswohnung in guter Lage. Indes ist der Betrag nur das Minimum.

Verdienst Du derzeit 4.000 Euro brutto und hast eine Rente von 2.000 Euro im Fokus, müssen bis zum 67. Lebensjahr netto 390.000 Euro gespart werden. Jetzt wirst Du Dich wahrscheinlich fragen, wie derartige Summen angespart werden können. Du brauchst dazu:

  • Eine optimale Geldanlage in ein ETF Portfolio.
  • Du solltest sehr früh damit anfangen, damit der Zinseszinseffekt zum Tragen kommt.

Bislang ging es um Faustregeln, Annahmen und ungefähre Werte, im nächsten Abschnitt geht es in die Details.

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Wie hoch ist Dein individueller Bedarf?

Allgemeine Darstellungen sind nur eingeschränkt tauglich, weil die Voraussetzungen bei jedem Arbeitnehmer anders sind. Um den individuellen Bedarf auszurechnen, müssen nachfolgende Fragen möglichst wahrheitsgemäß beantwortet werden:

  • Wie viel brauchst Du im Alter?
  • Welche Vermögenswerte inklusive des Rentenanspruchs hast Du bereits?
  • Wie groß ist der Abstand zwischen Deinem Bedarf und dem Vorhandenen?
  • Wie viel musst Du sparen, um die Lücke zu schließen?

Zur ersten Frage: Hier solltest Du Dich nicht auf die oben gemachte Angabe von 80 % des letzten Nettoeinkommens verlassen. Ich empfehle Dir, die fixen und variablen Ausgaben großzügig zu ermitteln. Schließlich willst Du als Rentner Deine freie Zeit genießen, diversen Hobbys nachgehen und vielleicht größere Reisen unternehmen. Besonders einfach funktioniert die Ermittlung der Ausgaben mit einem digitalen Haushaltsbuch. In jedem Fall wirst Du im Alter mehr Geld zu Verfügung haben, weil keine Sparleistungen mehr notwendig sind.

Warum führen Annahmen nicht weiter?

Die beispielhafte Annahme von 1.500 Euro monatlichem Geldbedarf hat einen schweren Fehler: Sie lässt die Geldentwertung außen vor. Im Jahr 2056 sind die 1.500 Euro weit weniger wert als heute, selbst wenn die sogenannte Inflation bei weniger als 2 % pro Jahr verbleibt. Warum ich sogenannte Inflation schreibe, hat einen Grund, auf welchen ich im letzten Abschnitt des Artikels eingehe.

Um im Jahr 2056 die Kaufkraft von heute 1.500 Euro zu besitzen, müssten monatlich 3.120 Euro verfügbar sein. Bisher gleicht kontinuierlich wachsendes Einkommen den sinkenden Geldwert aus. Dieser Fakt muss aber beim Sparen berücksichtigt werden und in steigenden Raten resultieren. Ohne dynamisierte Sparrate haben 1.500 Euro in 37 Jahren nur einen Wert von 720 Euro.

Zur zweiten Frage: Die Antwort auf diese Frage wird aus 3 Teilen bestehen und sieht folgendermaßen aus:

  • Die Höhe der gesetzlichen Rente.
  • Heute bereits vorhandenes Vermögen.
  • In Aussicht stehende Erbschaft

Die ungefähre Höhe der gesetzlichen Rentenversicherung geht aus der jährlichen Renteninformation hervor. Genauer gesagt stehen dort 2 Zahlen, eine für die 1-prozentige Rentenanpassung und ein anderer Wert für die 2-prozentige Anpassung. Fachleute empfehlen, die Mitte aus beiden Werten zu nehmen, weil Rentenanpassungen von vielen politischen Entscheidungen abhängig sind. In meinem oben angeführten Beispiel wäre der Mittelwert eine Summe von 2.670 Euro. Achtung: Es handelt sich dabei um Bruttoangaben.

Auf Rentenbezüge sind seit geraumer Zeit Steuern und Sozialabgaben in Höhe von etwa 20 % zu entrichten. Ein kontrovers diskutiertes Thema, welches die Gemüter erhitzt. Von den 2.670 Euro brutto verbleiben nach Abzug knapp 2.170 Euro.

Die Berechnung der Rentenlücke kann anhand vorliegender Zahlen schnell durchgeführt werden.

  • Benötigte Rente: 3.120 Euro.
  • Gesetzliche Rente: 2.170 Euro.
  • Zu schließende Lücke: 950 Euro für jeden Monat.

Jetzt schließt sich der Kreis, denn für die monatlich 950 Euro muss ein Vermögen von 270.000 Euro vorhanden sein.

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Wie berechnest Du die Sparrate?

Du nimmst einen im Netz verfügbaren kostenlosen Vorsorgerechner und gehst wie folgt vor:

  • In der Regel gibt es eine Sparte „Anfangskapital“, in welche bereits vorhandenes Vermögen eingetragen werden kann. Der Eintrag ist aber nur bei investierbarem Kapital sinnvoll.
  • Anschließend klickst Du auf „Sparrate berechnen“ und trägst Deine Sparzeit ein. Die Differenz zwischen dem aktuellen Alter und dem Renteneintritt, beispielsweise 37 Jahre.
  • In das Feld „Entnahmerate“ wird die Rentenlücke aus dem obigen Beispiel, nämlich 950 Euro eingetragen.
  • Die Rentendauer ist ein Feld, welches den Eintrag der Zeit zwischen dem Renteneintritt und dem angenommenen Tod erfordert. Hier solltest Du nicht zu knapp rechnen und zur Sicherheit 30 Jahre eintragen.
  • Danach klickst Du auf „separate Zinssätze“ und trägst unter „Zinssatz für Ansparphase“ 5 % ein. Ich gehe bei der Empfehlung davon aus, dass Du überwiegend mit ETFs sparst, und rechne vorsichtig.
  • Unter „Zinssatz für Wartephase“ sollten 3 % und unter „Zinssatz für Entnahmephase“ 2 % eingetragen werden. Auch hier sind niedrige Annahmen empfehlenswert.
  • Beim Klick auf das Feld „Steuersatz“ werden Abgeltungssteuer und jährlicher Freibetrag ersichtlich.
  • Jetzt klickst Du auf „berechnen“ und siehst die benötigte Sparrate. Für unser Beispiel beträgt die monatliche Sparrate 276 Euro, welche 14 % des oben angenommenen Nettoeinkommens von 1.900 Euro ausmacht.

Mit dem Vorsorgerechner kannst Du beliebige Szenarien durchspielen, das Einkommen verändern, die Rendite variieren usw. Du bekommst mit der Zeit ein Gefühl für die Notwendigkeit von maximaler Rendite und möglichst langer Laufzeit der Geldanlage. Unterm Strich wird Dir durch den Vorsorgerechner klar, dass ETFs auf Aktienindizes für die Altersvorsorge unverzichtbar sind.

Eventuelle Erbschaft berücksichtigen

Der Nachlass ist ein schwieriges Thema, zum einen erbt bei Weitem nicht jeder etwas Nennenswertes und zum anderen kann das Erbe selten seitens des Werts erfasst werden.

Solltest Du eine Immobilie erben, kann deren Wert vom Vorsorge-Vermögen abgezogen werden. Aber Vorsicht: Bei Immobilien entsteht mit zunehmendem Alter erhöhter Renovierungsbedarf.

Von was Du sicher ausgehen kannst

  1. Derzeit liegt das Rentenniveau bei 43 % des letzten Einkommens, ab 2030 sinkt es auf 40 %. Dass dieser Wert das Ende der Fahnenstange ist, kann kein Mensch derzeit sicher prognostizieren.
  2. Die Rente wird aktuell mit circa 20 % Abgaben belegt, auch hier kann es jederzeit zu Erhöhungen kommen, denn der Staat ist in permanenter Geldnot.

Die Rentenlücke könnte schon allein aus diesen Gründen wesentlich größer als angenommen werden.

Der Fehler in sämtlichen Berechnungen

Die in diesem Artikel dargestellten Berechnungen bauen auf eine Geldentwertung von knapp 2 % pro Jahr auf. Wie Du wahrscheinlich weißt, definiert die EZB damit den angestrebten Inflationswert. Doch auf welcher Berechnung sind die 2 % eigentlich aufgebaut?

Der nachfolgende Abschnitt soll zum kritischen Denken anregen.

Die Europäische Zentralbank gibt die Inflationsrate jährlich offiziell bekannt. Die Werte schwanken aktuell um 1,5 % und sind weit vom angestrebten Ziel 2 % entfernt. Das Problem mit der Inflationsrate ist allerdings, sie wird als Preissteigerungsrate definiert und führt den Leser in die Irre.

Unter dem Begriff Inflation ist in Wahrheit eine prozentual dargestellte Ausweitung der Geldmenge zu verstehen. Inflatio ist das ursprüngliche Wort aus dem Lateinischen und es bedeutet Aufschwellen oder Ausweiten.

Du wirst mir zudem recht geben, dass die angegebene Inflationsrate keineswegs mit der gefühlten Geldentwertung in Einklang zu bringen ist. Dieser Fakt weist darauf hin, dass mit der offiziell dargestellten Inflation etwas Unbehagliches verbunden sein könnte. Eine Betrachtung der Berechnungsmethode trägt zum besseren Verständnis bei.

Wer immer die Inflation erklärt, benutzt dazu einen sogenannten Warenkorb. In diesem Korb befinden sich Güter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Energie und dergleichen mehr. Analysten schauen regelmäßig auf die Preisentwicklung der enthaltenen Produkte. Allerdings lässt dieses Verfahren reichlich Spielraum für manipulative Eingriffe.

Stark teurer gewordene Erzeugnisse können unter der Annahme ausgetauscht werden, dass Kunden auf vergleichbare und günstigere Produkte ausweichen. Zudem werden wesentliche Aspekte wie beispielsweise technischer Fortschritt oder Vermögenswerte nicht berücksichtigt.

Außerdem hat der Preisanstieg von Gütern des täglichen Bedarfs nichts mit der Inflation, also der Ausweitung der Geldmenge zu tun. Für die Geldmengenausweitung ist allein die EZB verantwortlich und das kannst Du selbst auf der Zentralbank-Webseite in der Bilanz nachlesen.

  • 1999 war die Aktiva der EZB bei etwa 800 Milliarden Euro.
  • Zum 1. Januar 2019 sind 4,7 Billionen Euro für die Aktiva angegeben.

Mit anderen Worten ist die Geldmenge im Euroraum in den letzten 20 Jahren auf das knapp sechsfache angewachsen. Nun kannst Du natürlich einwenden, dass bei Weitem nicht alles 6 Mal so teuer wie vor 20 Jahren geworden ist. Richtig, aber auch dafür habe ich eine Erklärung.

Die EZB gibt das neu gedruckte Geld nicht direkt an Verbraucher, denn dadurch würden sich in der Tat alle Preise sofort vervielfachen. Vielmehr kauft die Zentralbank dafür Anleihen von großen Kapitalsammelstellen. Diese überwiegend institutionellen Investoren geben das von der EZB erhaltene Geld in kleinen Tranchen in den Wirtschaftskreislauf weiter. Es kann viele Jahre dauern, bis das Restgeld bei den Verbrauchern ankommt, beispielsweise durch Gehaltserhöhungen.

Sobald Du etwas vom Geldsegen bemerkst, wird die Freude jedoch durch proportional gestiegene Preise getrübt. Profitieren können lediglich die Erst-Empfänger, für die Empfänger am Ende reicht das Geld nur knapp zum Verkraften der mittlerweile gestiegenen Preise.

Es wird unweigerlich zu einer weiteren Entwertung durch die Ausweitung der Geldmenge kommen. Und dieser Effekt ist in keiner Renteninformation enthalten. Berechne daher Deine Rentenlücke mit 3 % (reale Inflation) und entscheide Dich schnellstmöglich für einen Aktien-ETF-Sparplan mit optimaler Sparrate.

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