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Bei Trade Republic Optionen handeln: Call, Put & Co.

Trade Republic unspl
Depotstudent Dominik
4.5
(16)

Wer sich etwas mit Trading auskennt und bereits Erfahrungen mit Trade Republic gemacht hat, weiß vielleicht: Bei Trade Republic lassen sich sogenannte „Optionsscheine“ handeln.

Wer sich noch etwas besser auskennt, weiß aber gleichzeitig: Optionsscheine haben für Trader einige entscheidende Nachteile im Vergleich zu Optionen. Viele Trader und Daytrader handeln daher ausschließlich Optionen.

Aber wie sieht das bei Trade Republic (https://traderepublic.com) mit dem Optionshandel aus?

Der 2015 in Berlin gegründete Neobroker Trade Republic ist sehr beliebt: Vor allem was den Handel mit Aktien, ETFs und Krypto anbelangt, kommt Trade Republic gut an.

Kann man bei Trade Republic Optionen handeln? Also beispielsweise Call-Optionen und Put-Optionen? Sind Stillhaltergeschäfte bei Trade Republic möglich? Kann man Options-Prämien vereinnahmen?

Bei Trade Republic stehen lediglich Optionsscheine zur Verfügung, es gibt jedoch keine Optionen! Das ist ein gravierender Unterschied und deutlicher Nachteil: Bei Trade Republic kann man keine Optionen handeln.

Vor allem fortgeschrittene Trader ziehen Optionen anderen Produkten wie Optionsscheinen eindeutig vor: Wer also Kunde bei Trade Republic ist und Optionen handeln möchte, sollte ein zusätzliches Options-Depot eröffnen!

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Trade Republic: Optionen kaufen & verkaufen

Wer bei Trade Republic Optionen handeln möchte, kann dafür unterschiedliche Gründe haben.

Während Optionsscheine nur von der Bank bzw. dem Emittenten ausgegeben werden können, ist das bei Optionen anders: Auch private Anleger und Trader können Optionen ausgeben.

Damit sind Optionen die einzige Möglichkeit, Prämien über sogenannte Stillhaltergeschäfte zu vereinnahmen!

Optionen sind also beispielsweise für sogenannte „Stillhaltergeschäfte“ bzw. bei der „Stillhalterstrategie“ zur Vereinnahmung von Stillhalterprämien unerlässlich.

Es gibt jedoch noch weitere Unterschiede zwischen Optionen und Optionsscheinen – das gilt ganz unabhängig von Trade Republic.

Unterschiede Optionen vs. Optionsscheine

OptionenOptionsscheine
StandardisierungKeine Standardisierung
Jeder Marktteilnehmer (z.B. Trader) kann Emittent / Stillhalter seinNur die Bank kann Emittent / Stillhalter sein
Ohne EmittentenrisikoMit Emittentenrisiko
Preisfindung durch Angebot und NachfragePreisfindung erfolgt durch oft intransparente Preisfeststellung
Beliebige Kombinationsstrategien umsetzbarNur eingeschränkte Kombinationsstrategien umsetzbar

Wer sich mit diesen Unterschieden zwischen Optionen und Optionsscheinen auseinandersetzt, wird schnell verstehen: Es gibt einige Gründe, warum viele Kunden von Trade Republic lieber Optionen statt Optionsscheine handeln möchten.

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Optionshandel: Call-Optionen und Put-Optionen erklärt

Eine Option ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien: Dieser Vertrag gibt der einen Partei das Recht, aber nicht die Pflicht, ein bestimmtes Finanzinstrument (wie eine Aktie oder eine Anleihe) zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Das ist der sogenannte „Ausübungspreis“, welcher innerhalb eines bestimmten Zeitraums zum Kaufen oder zum Verkaufen verwendet werden kann.

Es gibt zwei Arten von Optionen: Call-Optionen und Put-Optionen.

  • Eine Call-Option gibt dir das Recht, aber nicht die Pflicht, eine bestimmte Aktie zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Du würdest eine Call-Option kaufen, wenn du glaubst, dass der Preis der Aktie steigen wird. Wenn der Preis der Aktie über den Ausübungspreis steigt, kannst du die Option ausüben und die Aktie zum niedrigeren Preis kaufen. Danach kannst du die Aktie sofort zum höheren Marktpreis verkaufen und Gewinn machen. Wenn der Preis der Aktie jedoch unter dem Ausübungspreis bleibt, würdest du wahrscheinlich die Option verfallen lassen und nur den Preis verlieren, den du für die Option bezahlt hast.
  • Eine Put-Option gibt dir das Recht, aber nicht die Pflicht, eine bestimmte Aktie zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Du würdest eine Put-Option kaufen, wenn du glaubst, dass der Preis der Aktie fallen wird. Wenn der Preis der Aktie unter den Ausübungspreis fällt, kannst du die Option ausüben und die Aktie zum höheren Preis verkaufen. Wenn der Preis der Aktie jedoch über dem Ausübungspreis bleibt, würdest du wahrscheinlich die Option verfallen lassen und nur den Preis verlieren, den du für die Option bezahlt hast.

Das sind also die grundlegenden Konzepte von Optionen, Call-Optionen und Put-Optionen! Sie sind Werkzeuge, die Investoren nutzen, um bei der Vorhersage von Preisbewegungen Gewinne zu erzielen oder um sich gegen mögliche Preisverluste abzusichern.

Im Gegensatz zu den eben genannten Beispiel lassen sich Optionen jedoch auch verkaufen bzw. „schreiben“ (und nicht nur kaufen)!

Wenn du eine Option verkaufst (oft als „Schreiben“ einer Option bezeichnet), gehst du im Grunde genommen eine Verpflichtung ein, nicht ein Recht. Das bedeutet, dass du die Pflicht hast, die Bedingungen des Optionsvertrags zu erfüllen, wenn der Käufer der Option sich entscheidet, sein Recht auszuüben.

Wenn die Option gedeckt ist, wird das als „covered“ bezeichnet. Wenn die Option nicht gedeckt ist, wird die Option als „naked“ betitelt.

Dafür dass Du die Optionen verkaufst, erhältst Du jedoch eine Prämie! Diese Prämie stellt die Basis für das Geschäftsmodell der „Stillhaltergeschäfte“ dar.

Dabei nimmst Du sozusagen die Position der Bank oder Versicherung ein: Und erhältst eine Prämie als Entschädigung.

Keine Optionen bei Trade Republic handelbar: Was lässt sich dann handeln?

Optionsscheine gehören zu den zentralen Derivaten, die über die Trade Republic-App gehandelt werden können. Obwohl bei einigen Laien vereinfacht von „Optionshandel“ gesprochen wird, handelt es sich bei Trade Republic tatsächlich nicht um börsengehandelte Optionen, sondern um sogenannte Optionsscheine, also strukturierte Finanzprodukte, die von Banken (Emittenten) herausgegeben werden.

Um zu verstehen, wie Optionsscheine bei Trade Republic funktionieren, ist es wichtig, sowohl das Grundprinzip dieser Produkte als auch die konkrete Umsetzung innerhalb der Trade Republic Plattform zu betrachten.

Im Kern geben Optionsscheine dem Käufer das Recht, von einer bestimmten Kursentwicklung eines Basiswertes zu profitieren. Dieser Basiswert kann eine Aktie, ein Index oder auch ein Rohstoff sein. Bei Trade Republic findet man Optionsscheine direkt in der App, indem man eine Aktie auswählt und anschließend den Bereich „Derivate“ öffnet. Dort werden verschiedene Optionsscheine mit unterschiedlichen Laufzeiten, Basispreisen und Hebeln angezeigt. Ein Call-Optionsschein erlaubt es dem Anleger, auf steigende Kurse zu setzen, während ein Put-Optionsschein auf fallende Kurse ausgerichtet ist. Diese Grundmechanik ähnelt zwar echten Optionen, unterscheidet sich jedoch in wichtigen Details, die bei Trade Republic besonders relevant sind.

Ein zentraler Aspekt bei Optionsscheinen auf Trade Republic ist die Rolle des Emittenten. Anders als bei klassischen Optionen, die an Terminbörsen gehandelt werden, werden Optionsscheine von Banken wie HSBC oder Société Générale erstellt.

Diese Banken bestimmen die Ausgestaltung des Produkts sowie die Preisstellung. Das bedeutet, dass der Handel bei Trade Republic nicht direkt zwischen Marktteilnehmern stattfindet, sondern über den Emittenten läuft. Für Nutzer von Trade Republic äußert sich das darin, dass sie beim Kauf oder Verkauf eines Optionsscheins immer auf die vom Emittenten gestellten Kurse angewiesen sind. Diese Struktur kann dazu führen, dass die Preisbildung weniger transparent ist als bei echten Optionen.

Die Preisentwicklung eines Optionsscheins bei Trade Republic hängt von mehreren Faktoren ab. Neben dem Kurs des zugrunde liegenden Basiswertes spielen insbesondere die verbleibende Laufzeit, die implizite Volatilität und der sogenannte Zeitwert eine Rolle. Je näher ein Optionsschein seinem Verfallsdatum kommt, desto stärker wirkt sich der Zeitwertverlust aus. Das ist ein Phänomen, das als „Theta“ bekannt ist. Für Nutzer von Trade Republic bedeutet das konkret, dass ein Optionsschein auch dann an Wert verlieren kann, wenn sich der Basiswert kaum bewegt. Diese Dynamik ist ein wesentlicher Unterschied zu einem einfachen Aktieninvestment und wird in der Praxis oft unterschätzt.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der Hebeleffekt. Optionsscheine, die über Trade Republic gehandelt werden, ermöglichen es, mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz überproportional an Kursbewegungen teilzunehmen. Steigt beispielsweise der Kurs des Basiswertes, kann ein Call-Optionsschein deutlich stärker im Wert zulegen. Umgekehrt gilt jedoch auch: Fällt der Kurs in die falsche Richtung, kann der Optionsschein schnell an Wert verlieren oder sogar wertlos verfallen.

Gerade in der Trade-Republic-App wird dieser Hebel oft prominent angezeigt, was für viele Nutzer einen zusätzlichen Anreiz darstellt, birgt aber gleichzeitig ein erhöhtes Risiko.

Die konkrete Funktionsweise beim Kauf ist bei Trade Republic bewusst einfach gehalten. Nutzer wählen einen Optionsschein aus, sehen direkt den aktuellen Preis, den Spread und grundlegende Kennzahlen, und können anschließend wie bei einer Aktie eine Order platzieren. Diese Einfachheit ist Teil des Konzepts von Trade Republic, das darauf abzielt, auch komplexere Finanzprodukte für Privatanleger zugänglich zu machen. Allerdings führt diese vereinfachte Darstellung auch dazu, dass viele der tiefergehenden Mechanismen von Optionsscheinen (etwa die Sensitivitäten gegenüber Volatilität oder Zeitwert) nicht vollständig ersichtlich sind.

Ein bedeutender Unterschied zu echtem Optionshandel zeigt sich auch darin, dass Nutzer bei Trade Republic ausschließlich als Käufer auftreten können. Es ist nicht möglich, selbst Optionsscheine zu emittieren oder Strategien wie das Schreiben von Optionen umzusetzen.

Dadurch entfällt beispielsweise die Möglichkeit, Prämien einzunehmen oder komplexe Absicherungsstrategien zu nutzen. Trade Republic beschränkt sich bewusst auf eine einseitige Nutzung dieser Produkte, was den Einstieg erleichtert, aber die strategischen Möglichkeiten deutlich einschränkt.

Kurz nochmal zusammengefasst von meiner Seite: Optionsscheine bei Trade Republic stellen eine vereinfachte und zugängliche Form dar, auf Kursbewegungen zu spekulieren. Die Plattform integriert diese Produkte nahtlos in ihre App und macht den Handel technisch unkompliziert. Gleichzeitig sollten sich Nutzer bewusst sein, dass sie es mit emittentenabhängigen Finanzinstrumenten zu tun haben, deren Preisbildung und Risiko sich deutlich von klassischen Optionen unterscheiden. Gerade bei Trade Republic entsteht durch die einfache Bedienung schnell der Eindruck eines unkomplizierten Investments, während die tatsächliche Funktionsweise von Optionsscheinen ein erhebliches Maß an Verständnis erfordert.

Für den Optionshandel ist ein professioneller Broker notwendig: Trade Republic ist hier noch nicht so weit

Wer sich ernsthaft mit dem Optionshandel beschäftigt, stößt früher oder später auf die Erkenntnis, dass die Wahl des Brokers eine entscheidende Rolle spielt. Insbesondere beim Handel mit echten Optionen (also standardisierten Kontrakten, die an Terminbörsen gehandelt werden) sind Funktionsumfang, Marktzugang und Ausführungsgeschwindigkeit zentrale Faktoren.

In diesem Zusammenhang ist vielen klar, einen professionellen Broker zu nutzen, da nur dieser die notwendige Infrastruktur und die entsprechenden Handelsmöglichkeiten bereitstellt.

Diese Empfehlung lässt sich besonders gut verstehen, wenn man die Unterschiede zu den Möglichkeiten bei Trade Republic betrachtet – denn immerhin gibt es dort gar keine echten Optionen.

Ein professioneller Broker für den Optionshandel ermöglicht den direkten Zugang zu Terminbörsen wie der Chicago Board Options Exchange oder der Eurex. Dort werden echte Optionen gehandelt, die standardisiert sind und zwischen Marktteilnehmern frei gehandelt werden. Das bedeutet, dass Preise durch Angebot und Nachfrage entstehen und nicht von einem einzelnen Emittenten gestellt werden. Im Gegensatz dazu bietet Trade Republic keinen Zugang zu solchen Börsen. Stattdessen beschränkt sich die Plattform auf den Handel mit Optionsscheinen, die von Banken ausgegeben werden. Diese grundlegende strukturelle Differenz ist entscheidend: Während professionelle Broker echte Marktteilnahme ermöglichen, bleibt man bei Trade Republic stets in einem System, das von Emittenten kontrolliert wird.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil professioneller Optionen-Broker liegt in der Vielfalt an Strategien, die umgesetzt werden können. Im echten Optionshandel ist es möglich, Optionen nicht nur zu kaufen, sondern auch zu verkaufen, also als sogenannter Stillhalter aufzutreten.

Dadurch lassen sich komplexe Strategien wie Spreads, Straddles oder Covered Calls realisieren, die sowohl zur Spekulation als auch zur Absicherung eingesetzt werden können. Bei Trade Republic hingegen ist der Handlungsspielraum stark eingeschränkt. Nutzer können ausschließlich Optionsscheine kaufen und wieder verkaufen, jedoch keine eigenen Positionen strukturieren oder Prämien einnehmen. Dadurch entfällt ein großer Teil der strategischen Tiefe, die den Optionshandel eigentlich auszeichnet.

Auch die Transparenz der Preisbildung unterscheidet sich erheblich. Bei professionellen Brokern sieht der Anleger in der Regel ein Orderbuch mit Bid- und Ask-Preisen verschiedener Marktteilnehmer. Zudem stehen umfangreiche Daten wie implizite Volatilität, Greeks (Delta, Theta, Vega etc.) und historische Preisentwicklungen zur Verfügung. Diese Informationen sind essenziell, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Bei Trade Republic hingegen ist die Darstellung deutlich vereinfacht. Zwar werden grundlegende Kennzahlen angezeigt, doch die Preisstellung erfolgt durch den Emittenten, und ein echtes Orderbuch existiert nicht. Für Einsteiger mag dies übersichtlich wirken, für fortgeschrittene Trader stellt es jedoch eine erhebliche Einschränkung dar.

Ein weiterer Punkt ist die Ausführungsgeschwindigkeit und Flexibilität bei Orders. Professionelle Broker bieten verschiedene Ordertypen, darunter Limit-, Stop- und komplexe Kombinationsorders, die speziell für den Optionshandel entwickelt wurden. Diese ermöglichen es, präzise Ein- und Ausstiege zu planen und Risiken aktiv zu steuern. Trade Republic hingegen setzt auf ein stark vereinfachtes Ordermodell, das primär für den Aktienhandel optimiert ist. Zwar können auch hier Limits gesetzt werden, doch die Möglichkeiten bleiben im Vergleich zu professionellen Plattformen deutlich begrenzt.

Hinzu kommt das Thema Risiko- und Margin-Management. Beim Handel mit echten Optionen über professionelle Broker können Positionen teilweise mit Margin hinterlegt werden, was zusätzliche Flexibilität schafft, aber auch ein differenziertes Risikomanagement erfordert. Diese Mechanismen sind integraler Bestandteil des Optionshandels und werden von professionellen Brokern entsprechend unterstützt. Trade Republic hingegen verzichtet vollständig auf solche Funktionen, da dort keine echten Optionen gehandelt werden. Das reduziert zwar die Komplexität, schränkt aber gleichzeitig die Einsatzmöglichkeiten erheblich ein.

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Meinst Du es ernst mit dem Optionshandel? Dann nutze einfach ein zweites Depot neben Trade Republic

Wer sich ernsthaft mit dem Optionshandel beschäftigen möchte, steht früher oder später vor einer praktischen Entscheidung: Bleibe ich ausschließlich bei einer relativ einfachen App wie Trade Republic, oder erweitere ich mein Setup um ein zweites Depot bei einem spezialisierten Broker?

Genau an dieser Stelle ergibt sich eine sehr sinnvolle Strategie, die viele fortgeschrittene Privatanleger verfolgen: Trade Republic weiterhin nutzen – aber parallel ein zweites Depot für echten Optionshandel eröffnen.

Der Gedanke dahinter ist keineswegs kompliziert, sondern ergibt sich direkt aus den unterschiedlichen Stärken der Plattformen. Trade Republic ist hervorragend geeignet für den langfristigen Vermögensaufbau, ETF-Sparpläne und den unkomplizierten Kauf von Aktien. Auch der Handel mit Optionsscheinen ist dort einfach zugänglich, schnell und mobil möglich. Doch genau diese Einfachheit ist gleichzeitig die größte Einschränkung, wenn man ernsthaft in den Optionshandel einsteigen möchte. Denn wie bereits beschrieben, bietet Trade Republic keinen Zugang zu echten Optionen, keine Möglichkeit zum Schreiben von Optionen und keine komplexen Strategien.

Ein zweites Depot bei einem professionellen Broker schafft hier die notwendige Ergänzung, ohne dass man auf die Vorteile von Trade Republic verzichten muss. In der Praxis bedeutet das: Man trennt bewusst zwischen „Investieren“ und „Trading“. Trade Republic bleibt das Basis-Depot für langfristige Anlagen, während das zweite Depot gezielt für Optionsstrategien genutzt wird.

Ein konkretes Praxisbeispiel macht diesen Ansatz greifbarer: Angenommen, ein Anleger hält in seinem Trade-Republic-Depot langfristig Aktien von Apple Inc.. Diese Position ist auf Wachstum ausgelegt und soll über Jahre gehalten werden. Gleichzeitig möchte der Anleger jedoch zusätzliche Einnahmen generieren, indem er sogenannte Covered Calls verkauft – das ist eine klassische Optionsstrategie. Genau hier stößt Trade Republic an seine Grenzen, da das Schreiben von Optionen dort nicht möglich ist. Mit einem zweiten Depot bei einem professionellen Broker kann der Anleger jedoch genau diese Strategie umsetzen: Er hält die Aktien weiterhin bei Trade Republic und nutzt das Zweitdepot, um auf denselben Basiswert Optionen zu handeln. Auch wenn die Bestände technisch getrennt sind, kann die Strategie gedanklich kombiniert werden.

Ein weiteres Beispiel betrifft kurzfristige Spekulationen: Viele Nutzer handeln bei Trade Republic Optionsscheine, etwa auf Indizes oder einzelne Aktien. Nehmen wir an, ein Anleger kauft dort einen Call-Optionsschein auf Tesla, Inc., weil er von steigenden Kursen ausgeht. Das Problem: Der Preis des Optionsscheins hängt nicht nur vom Kurs der Aktie ab, sondern auch von Faktoren wie der Preisstellung des Emittenten und dem Zeitwertverlust. In einem professionellen Depot könnte derselbe Anleger stattdessen eine echte Call-Option handeln (mit transparenter Preisbildung, klaren Greeks und der Möglichkeit, die Position aktiv zu managen oder mit anderen Strategien zu kombinieren). Das Zweitdepot eröffnet hier also deutlich mehr Kontrolle und Flexibilität.

Bei Trade Republic ist der Handel bewusst einfach gehalten: Kauf, Verkauf, fertig. Stop-Loss und Limit-Orders sind vorhanden, aber komplexere Strategien zur Risikosteuerung fehlen. Ein Anleger, der beispielsweise auf volatile Marktphasen reagieren möchte, könnte in einem professionellen Depot Strategien wie Straddles oder Spreads einsetzen, um sowohl von steigender Volatilität zu profitieren als auch das Risiko zu begrenzen. Diese Möglichkeiten existieren bei Trade Republic schlicht nicht. Das Zweitdepot wird damit zu einem Werkzeugkasten für fortgeschrittene Marktstrategien, während Trade Republic die Rolle der übersichtlichen Basisplattform behält.

Interessant ist auch die psychologische Komponente dieses Ansatzes. Durch die Trennung in zwei Depots lassen sich unterschiedliche Ziele klar voneinander abgrenzen. Trade Republic wird nicht „überladen“ mit kurzfristigen Trades oder riskanten Derivaten, sondern bleibt sauber auf langfristigen Vermögensaufbau ausgerichtet. Das zweite Depot hingegen ist bewusst für aktives Trading gedacht, inklusive höherem Risiko und intensiverem Management. Viele Anleger berichten, dass diese Trennung ihnen hilft, disziplinierter zu handeln und emotionale Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Fazit: Optionen handeln bei Trade Republic

Halten wir also fest: Optionen kaufen und Optionen verkaufen ist bei Trade Republic nicht möglich. Optionsscheine sind im Gegensatz zu Optionen zwar bei Trade Republic handelbar, jedoch haben diese einige entscheidende Nachteile im Vergleich zu Optionen.

Wer Kunde bei Trade Republic ist und Optionen handeln möchte, sollte daher ein zusätzliches Depot bei einem Optionen-Broker eröffnen, um dort professionell mit Optionen handeln zu können.

Dann sind auch Stillhaltergeschäfte, Optionen schreiben, die Vereinnahmung von Optionsprämien und beliebige Optionsstrategien kein Problem mehr!

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