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Vorsicht! ETF auf Emerging Markets wirklich sinnvoll?

Mann vor Laptop mit Kurswert

Der nachfolgende Beitrag ist dem Sinn eines ETF auf den MSCI Emerging Markets Index gewidmet. Bevor ich die Frage, ist der MSCI Emerging Markets im Portfolio wirklich sinnvoll im Detail beantworte, muss der Index in Augenschein genommen werden.

Warum? Weil es 2019 einige wichtige Veränderungen gegeben hat und noch gibt, die auf vielen Webseiten noch nicht kommuniziert worden sind. Natürlich kann die Frage nach dem Sinn eines vergleichsweise volatilen Index im Portfolio nicht generell und für jeden Anleger pauschal beantwortet werden. Dazu später mehr, zunächst kümmern wir uns um die bereits getätigten beziehungsweise noch anstehenden Veränderung von Morgan Stanley Capital International im Emerging Markets Index.

Wie setzt sich der MSCI Emerging Markets Index aktuell zusammen?

Ende August 2019 waren insgesamt etwa 1.200 Aktien aus 26 Staaten im Index vertreten, die vom Dienstleister MSCI als Schwellenländer eingestuft werden. Nach Kontinenten geordnet sind im Index enthalten:

  • Amerika: Peru, Kolumbien, Mexiko, Chile, Brasilien und seit einigen Monaten Argentinien.
  • Europa: Ungarn, Tschechien, Polen, Russland und Griechenland.
  • Afrika/Naher Osten: Südafrika, Ägypten, Türkei, Katar, Vereinigte Arabische Emirate und seit Mai 2019 Saudi-Arabien.
  • Asien: Südkorea, Taiwan, Thailand, Philippinen, Malaysia, Indien, Indonesien, Pakistan und China.

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Die Gewichtung der Länder im MSCI Emerging Markets sieht derzeit folgendermaßen aus:

  • China ist mit aktuell 32 % das im Index dominierende Land. Der Anteil wird bis November 2019 auf 33,5 % steigen, weil immer mehr chinesische A-Aktien in den internationalen Handel kommen.
  • Südkorea ist mit 12 % das zweitwichtigste Land im MSCI Emerging Markets Index.
  • Taiwan folgt mit 11 %, Indien mit 9 % und Brasilien mit 8 %.

Alle 23 anderen Schwellenländer teilen sich die verbleibenden 28 % und müssen nicht im Einzelnen aufgeführt werden. Die Bedeutung von Saudi-Arabien im Index wächst, sie ist aber mit aktuell 2,7 % nicht wirklich relevant für die Entwicklung.

Ab 2020 wird Kuwait im MSCI Emerging Markets Index vertreten sein, allerdings nur mit einer anfänglichen Gewichtung von weniger als 1 %. Ob der Einzug von Argentinien, Saudi-Arabien und Kuwait wesentliche Veränderungen in der Performance bringen wird, bleibt abzuwarten. Spekulationen dazu halte ich nicht für besonders sinnvoll. Ein Blick auf die den Index dominierenden Branchen ergibt hingegen mehr Sinn:

  • Aktiengesellschaften aus der Finanzbranche sind mit 25 % vertreten.
  • Konzerne der Branche Informationstechnologie nehmen 14,4 % ein.
  • Unternehmen aus der Branche Nicht-Basiskonsumgüter sind mit knapp 14 % präsent.
  • Kommunikationsdienstleister nehmen fast 12 % ein.
  • Energiekonzerne sind mit gut 7 % dabei.
  • Werkstoffe- und Materialien-Lieferanten mit 7 %.
  • Unternehmen aus dem Sektor Grundnahrungsmittel mit knapp 7 %.
  • Verarbeitende Industrien sind mit fast 6 % vertreten.
  • Versorger, Immobilienunternehmen und Gesundheitskonzerne nehmen jeweils knapp 3 % ein.

Im Juli 2019 waren die größten Einzelwerte:

  • Mit 5 % das chinesische Internet-Unternehmen Tecent Holdings.
  • Mit 4,5 % die chinesische Alibaba Gruppe.
  • Mit 3,7 % vom taiwanesischen Halbleiterhersteller TSMC.
  • Samsung Electronics aus Südkorea mit 3,8 %.
  • Naspers, ein Konzern aus Südafrika mit knapp 2 %.

Anmerkungen: A-Aktien aus China durften bisher nur von chinesischen Marktteilnehmern in Renminbi gehandelt werden. China hebt diese Beschränkungen derzeit schrittweise auf. Für jedes vertretene Land repräsentiert der Index etwa 85 % der gesamten Marktkapitalisierung.

Die jährliche Performance des MSCI Emerging Markets Index zwischen 2004 und 2019 besticht teilweise mit attraktiven Gewinnen. Allerdings waren die Verluste in der großen Krise auch umfangreicher als beim MSCI World.

  • 2008 verlor der Index mehr als 53 %, der MSCI World hingegen nur 40 %.
  • 2009 konnten sich im MSCI Emerging Markets investierte Anleger über plus 78,5 % freuen. Der MSCI World kam auf ein Plus von “nur” 30 %.

Nachdem ich Dich mit allen relevanten Informationen versorgt habe, will ich die eingangs gestellte Frage beantworten: Ist ein ETF auf den MSCI Emerging Markets wirklich sinnvoll?

Ergibt ein ETF auf den MSCI World wirklichen Sinn?

Sofern Du bereits einen ETF auf den MSCI World im Portfolio hast, ist Deine Geldanlage ausreichend diversifiziert und langfristig sehr rentabel. Immerhin streust Du das Kapital auf mehr als 1.650 Aktien von Unternehmen aus 23 anerkannten Industrieländern.

Der MSCI EM ist daher kein Pflichtprogramm, sondern eher eine Option, um in die ganze Welt investiert zu sein. Sinnvoll ist der MSCI Emerging Markets Index aber nur für einen Anleger, der diese Voraussetzungen mitbringt:

  • Mut zum Risiko aufgrund teilweise erheblicher Kursschwankungen.
  • Interesse an der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Schwellenländer.
  • Diszipliniertes Beibehalten der einmal getroffenen Entscheidung für die Kaufen– und–Halten-Strategie, vor allem bei turbulenten Börsenzeiten.
  • Langer Anlagehorizont von 15 Jahren oder mehr.
  • Die richtige Einordnung von Informationen aus den Medien, insbesondere in Krisenzeiten.

Zu Punkt 1.

Bei der Betrachtung der Kursentwicklung zwischen August 2004 und August 2019 wird der volatile Verlauf deutlich. In ruhigen Börsenzeiten hat der EM Index die Nase vorne, bei Krisen stürzt er aber stärker ab als der MSCI World. Nach der rasanten Talfahrt anlässlich der Finanzkrise erholte sich der MSCI Emerging Markets ebenso schnell wie der Weltindex und erklomm innerhalb von 2 Jahren das vor der Krise erreichte Niveau. Gleichwohl erfordert ein ETF auf den MSCI EM mehr Risikobereitschaft als ein Investment in den großen Bruder.

Zu Punkt 2.

Du solltest Dich mit einem ETF auf den MSCI Emerging Markets im Portfolio für die wirtschaftliche Entwicklung der Schwellenländer interessieren. Aus meiner Sicht verdienen insbesondere die Staaten China und Südkorea besondere Aufmerksamkeit. China ist das im Index dominierende Land und sein Anteil an der Ländergewichtung wird weiter steigen.

Die chinesische Wirtschaft zeigt sich zunehmend innovativer und ist dabei, die ökonomischen Weltordnungen auf den Kopf zu stellen. Der Westen reagiert darauf verschreckt und mit negativen Schlagzeilen in den Zeitungen. China hat das Potenzial, wirtschaftlich mit den Vereinigten Staaten gleichzuziehen oder es sogar zu überholen. Südkorea ist bereits hoch entwickelt und könnten durch eine Wiedervereinigung mit Nordkorea einen wirtschaftlichen Boom erleben.

Alle Schwellenländer befinden sich mehr oder weniger im Aufschwung und bieten Anlegern die Chance, daran teilzuhaben. Aus diesen Gründen könnte ein ETF auf den MSCI Emerging Markets im Portfolio sinnvoll sein.

Zu Punkt 3 und 4.

Aktienindizes wie der MSCI World und der MSCI Emerging Markets sollten mit den entsprechenden Voraussetzungen gekauft werden und lange im Portfolio verbleiben. Experten empfehlen die Buy-and-Hold-Strategie sowohl für Aktienindizes als auch für Einzelwerte. Gegenüber einzelnen Aktien überzeugen Indexfonds wie der MSCI World mit vorzüglicher Diversifikation.

Es sind weder regelmäßige Neugewichtungen des Portfolios noch ausgeprägte Marktkenntnisse erforderlich. Entscheidest Du Dich für zwei Indizes, beispielsweise eine Kombination aus MSCI World und MSCI Emerging Markets, profitierst Du von niedrigen Gesamtkostenquoten. Du solltest Dein Portfolio aber einmal jährlich an die ursprünglich gewählte Gewichtung anpassen.

Kaufen und Halten bedeutet, in Krisenzeiten gute Nerven zu zeigen und auf Panikverkäufe zu verzichten. Das heißt, Du musst Kurverluste von 20, 30 oder mehr Prozentpunkten emotional verkraften respektive einfach aussitzen. Beim MSCI World dauerte die Erholungsphase nach der Finanzkrise etwa 2 Jahre, für den MSCI Emerging Markets liegen diesbezügliche Statistiken leider nicht vor. Der entsprechende Chart zeigt aber für den Emerging Markets Index in etwa den gleichen Kursverlauf, identische Werte wie vor der Krise wurden gut 2 Jahre nach der Talfahrt erreicht.

Du musst der einmal gewählten Strategie insbesondere in turbulenten Börsenzeiten treu bleiben. In dem Fall erleidest Du nur theoretische Kursverluste. Der tatsächliche Verlust entsteht erst, wenn die Angst übermächtig wird und Du Deine ETFs verkaufst. Du nimmst damit Deiner Geldanlage jegliche Chance auf Erholung und fügst Dir selber einen schweren Schaden zu.

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Warum? Es gelingt nur wenigen Profis, Verluste schnell zu verdauen und emotionslos neue Einstiegspunkte zu finden. Sobald der Kurs wieder in die gewünschte Richtung verläuft und Du einsteigen könntest, kommen die Erinnerungen an erlittene Verluste hoch und verhindern das Engagement. Aus meiner Sicht ist dabeibleiben aus mehreren Gründen sinnvoll:

  • Du ersparst Dir ein unangenehmes Erlebnis, welches lange Zeit nachwirkt.
  • Die Trendwende kommt immer und kann bei gehaltenem Investment voll mitgenommen werden.
  • Es werden keinerlei Kosten für den Neueinstieg fällig.

Eine Haltedauer oder Anlagedauer von mindestens 15 Jahren ergibt für mich einen Sinn, weil diese Zeitspanne beim MSCI World immer in Gewinn resultiert. Der Einstiegspunkt spielt bei langem Anlagehorizont eine untergeordnete Rolle. Gleichwohl kann im ungünstigsten Fall die Investition zunächst in den roten Bereich geraten. Geduld und Ausdauer sowie ein klar definiertes Anlageziel sind erforderlich, um die Geldanlage in den MSCI World ebenso wie in den MSCI Emerging Markets mit Gewinn abzuschließen.

Zu Punkt 5

Finanznachrichten mangelt es oft an Objektivität, es werden nicht selten einseitige politische Standpunkte in die Meldungen eingefügt und dadurch entsteht ein verzerrtes Bild. Bilde Deine Meinung insbesondere in Krisenzeiten entweder ohne die Mainstreammedien oder lerne, zwischen den Zeilen zu lesen.

Wie ergibt der MSCI Emerging Markets im Portfolio einen Sinn?

Sinnvoll ist eine Kombination aus MSCI World und MSCI EM, sofern Du ein globales Investment wünschst und in den Schwellenländern große Chancen siehst. Achte aber darauf, dass die Gewichtung beider Komponenten Deinem Risikoverständnis entspricht. Sollten die oben erwähnten Voraussetzungen zutreffen, empfehle ich Dir folgende Gewichtung:

  • 70 % für den MSCI World.
  • 30 % für den MSCI Emerging Markets.

Verschiebungen innerhalb des Portfolios sollten einmal im Jahr an die Ausgangssituation angepasst werden. Natürlich sind andere Gewichtungen möglich, bei 80 zu 20 oder 90 zu 10 kommen aber die erhofften Vorteile nicht vollständig zum Tragen. Das Anlageziel sollte sein, auf lange Sicht von der wahrscheinlich optimalen Entwicklung in den Schwellenländern zu profitieren. Dazu ist meines Erachtens eine 70 zu 30 Gewichtung perfekt geeignet.

Mein Fazit

Mit dem MSCI World bist Du als durchschnittlicher Anleger bestens bedient. Wenn Du den aufstrebenden Märkten etwas Aufmerksamkeit widmest und darin Chancen siehst, kann der MSCI Emerging Markets in der empfohlenen Gewichtung sinnvoll sein. Keinesfalls einen Sinn ergibt der EM-Index jedoch als alleiniges Spekulationsobjekt.

Daran sind schon professionelle Fondsmanager mit umfangreicher Expertise gescheitert, weil sie Entwicklungen nicht vorhersehen konnten. Unabhängig davon, ob Du Dein Portfolio mit dem MSCI World und dem MSCI Emerging Markets gestaltest, ist bei jedem Aktienindex die Strategie Kaufen und langes Halten vorteilhaft

Dein Depotstudent Dominik

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Ein Kommentar

  1. Wenn man den ganzen EM-Index kauft, braucht man sich gerade NICHT für die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Länder dort zu interessieren.

    Im übrigen ist die wirtschaftliche Entwicklung allein – die ohnehin nicht zu prognostizieren ist – nicht ausschlaggebend, sondern es kommt darauf an, was der Markt in 15 Jahren über die dann weitere Zukunft der EM denkt – und das ist noch schwieriger vorherzusehen.

    Zu einem passiven Investitionsansatz gehören die Schwellenländer einfach dazu, und zwar in Form eines EM-Index, irgendwas zwischen 20 und 30 % vom Portfolio, denke ich.

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