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Was eignet sich für die Altersvorsorge?

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Depotstudent Dominik
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Die Altersvorsorge in der BRD ist auf 3 Säulen aufgebaut. Die erste Säule setzt sich aus der sogenannten Basisvorsorge zusammen, welche die gesetzliche Rentenversicherung sowie Versorgungswerke der Berufsstände umfasst. Geförderte Vorsorgemodelle bilden die zweite Säule, dazu zählen unter anderem Riester-Verträge und Policen zur betrieblichen Altersvorsorge.

Die dritte Säule steht für die nicht geförderte Vorsorge, darunter fallen die mittlerweile nicht mehr attraktiven Kapitallebensversicherungen sowie der Vermögensaufbau mittels ETF als Einmalanlage und Sparplan. Darüber hinaus werden die eigenen vier Wände immer öfters als wichtiger Teil der Altersvorsorge betrachtet. In diesem Artikel zeige ich Dir, warum die Altersvorsorge so einfach wie möglich gehalten werden sollte und warum Du beizeiten anfangen musst.

Die wichtigste Entscheidung in Deinem Leben

Werde Dir unabhängig von der Lebensplanung darüber klar, ob Du ein Eigenheim möchtest oder nicht. Warum? Weil der Kauf oder Bau einer Immobilie in der Regel den größten Teil des Vermögens beansprucht. Gleichzeitig ist das eigene Haus ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge, weil es monatliche Mietzahlungen erspart. Ob Du ein Wohnhaus haben möchtest oder nicht, beeinflusst alle weiteren Entscheidungen hinsichtlich des Vermögensaufbaus.

Gleichwohl erfordert die Frage, lohnt sich eine Immobile als Teil der Altersvorsorge, immer eine individuelle Antwort. Die eigenen vier Wände können im Einzelfall ebenso sinnvoll wie nachteilig sein, Du musst also selbst entscheiden. Ich möchte Dir mit einigen Fakten bei der Entscheidung helfen:

  • Die Finanzierung einer Immobilie setzt Eigenkapital in Höhe von mindestens 20 % des Kaufpreises voraus. Die Bank möchte 10 bis 15 % und der Rest geht für Notarkosten und Co. drauf.
  • Du musst die Rückzahlungsraten so kalkulieren, dass sie Dir über die gesamte Kreditlaufzeit genügend Luft zum Leben lassen. Die ist insbesondere dann schwierig, wenn eine Familie gegründet werden soll.
  • Sehr wichtig ist zudem herauszufinden, ob Du wirklich der Typ für den Eigenheimbesitz bist. Kümmerst Du Dich um das Anwesen permanent oder empfindest Du die Pflege und anfallende Reparaturen eher stressig?

Der vielleicht sinnvollste Tipp von mir lautet: Kaufe Dein Haus möglichst günstig. Ich weiß, dass dieser Rat im derzeitigen Immobilienboom nur schwer umzusetzen ist. Indes lege ich Dir folgende Faustregel ans Herz:

  • Der Kaufpreis sollte die aktuell erzielbare Jahreskaltmiete maximal um den Faktor 25 übersteigen. Ergo ergeben 12.000 Euro Jahreskaltmiete einen maximalen Kaufpreis von 300.000 Euro.

Unabhängig davon musst Du, um Dein Vorhaben zu realisieren, in den nächsten Jahren Eigenkapital in Höhe von 20 % des Kaufpreises ansparen. Beim Eigenkapital darf nicht auf riskante Sparmodelle zugegriffen werden und das sichere Festgeldkonto wirft derzeit Zinsen unterhalb der Inflation ab. Bevor ich Dir dazu eine Lösung vorschlage, machen wir einen Sprung in eine völlig andere Art von Altersvorsorge.

ETF-Sparplan für die private Altersvorsorge

ETFs und ETF-Sparpläne habe ich in anderen Artikeln bereits ausführlich beschrieben, in diesem Beitrag konzentriere ich meine Ausführungen auf die Bedeutung zur Altersvorsorge. Aus meiner Sicht gibt es zum ETF-Sparplan nur eine Alternative: das ETF-Portfolio in Form einer Einmalanlage. Da nicht jeder junge Mensch über 10.000 oder mehr Euro auf dem Sparkonto verfügt, steht nachfolgend der ETF-Sparplan im Fokus.

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Kostengünstig für den Lebensabend vorsorgen

Es gibt meiner Meinung nach keinen preiswerteren Einstieg in die private Altersvorsorge als den ETF-Sparplan. Du kannst bei den meisten Brokern mit 25 Euro im Monat einen Sparplan einrichten und dazu einen ETF auf einen möglichst breit streuenden Aktienindex verwenden. Zu den niedrigen Kosten für die Ausführung des Sparplans kommt optimale Flexibilität:

  • Du kannst mit niedrigen Monatsraten die Funktionsweise der Börse erlernen.
  • Sparraten sind jederzeit an die Einkommenssituation anpassbar.
  • Bei Bedarf kannst Du die Raten reduzieren oder temporär aussetzen.
  • Mit einem dynamischen ETF-Sparplan erhältst Du die Kaufkraft Deiner Geldanlage.

Du gehst bei der Einrichtung eines ETF-Sparplans mit dem Broker eine jederzeit änderbare Vereinbarung ein und keinen bindenden Vertrag. Im Extremfall kannst Du ohne Angabe von Gründen Deinen Sparplan beenden und auszahlen lassen (nicht empfehlenswert).

Für junge Leute gibt es keinen besseren Weg, um langfristig für den Lebensabend vorzusorgen. Ich empfehle Dir, mit Blick auf die vielen Unbekannten des späteren Lebens, möglichst früh einen ETF-Sparplan einzurichten. Entscheidungen hinsichtlich einer eventuell zu kaufenden Immobilie kannst Du später treffen. Vielleicht hat sich die Marktsituation in 10 oder 20 Jahren wieder entspannt.

Als Berufstätiger kannst Du mit einem frühzeitig eingerichteten ETF-Sparplan nichts verkehrt machen. Sicher ist, dass es eine zunehmend größere Rentenlücke zu schließen gilt, die zwischen Deiner gesetzlichen Rente und Deinen Bedürfnissen als Senior klafft.

Für Selbstständige ist der ETF-Sparplan noch wichtiger, weil sie nicht auf Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenkasse hoffen können.

Für die Altersvorsorge per ETF-Sparplan gibt es einige Regeln zu beachten:

  • ETFs auf breit diversifizierte Aktienindizes wählen.
  • Thesaurierende ETFs für optimale Erträge vorziehen.
  • Mindestens 15, besser 20 Jahre und länger Sparraten entrichten.
  • Krisen an der Börse diszipliniert aussitzen.

Wie viel Geld Du in einen ETF-Sparplan jeden Monat stecken kannst, hängt von Deiner Entscheidung für oder gegen eine Immobilie ab. Nachfolgend einige Beispiele mit ETF-Sparplan auf den MSCI World Aktienindex (8 % Durchschnittsrendite pro Jahr):

  • Monatlicher Sparbetrag 100 Euro, Laufzeit 20 Jahre, Endergebnis 59.290 Euro.
  • Monatlicher Sparbetrag 100 Euro, Laufzeit 40 Jahre, Endergebnis 351.450 Euro.
  • Monatlicher Sparbetrag 200 Euro, Laufzeit 20 Jahre, Endergebnis 118.901 Euro.
  • Monatlicher Sparbetrag 200 Euro, Laufzeit 40 Jahre, Endergebnis 702.856 Euro.

An den Beispielen wird deutlich, dass sich der ETF-Sparplan vor allem über längere Zeiträume richtig lohnt. Bereits mit 100 Euro monatlich kann über eine Laufzeit von 40 Jahren die Rentenlücke effektiv geschlossen werden. Du beginnst hierbei mit einem Alter von 25 und sparst idealerweise regelmäßig bis zum Renteneintritt mit 67. Das Ergebnis übertrifft das oben angezeigte Beispiel mit 414.796 Euro um einiges.

Zahlst Du hingegen 200 Euro monatlich ab 25 bis 67 Jahre in den ETF-Sparplan ein, steht zum Renteneintritt dieser Betrag zur Verfügung: 829.592 Euro.

Zurück zur Immobilie

Ich wollte Dir die im ETF-Sparplan steckenden Chancen detailliert darstellen, bevor die Frage, Immobilie ja oder nein, zur Entscheidung kommt. Aus meiner Sicht ist das Sparen von 200 Euro monatlich auf einen ETF wesentlich angenehmer als das Abzahlen eines Immobilienkredits in zigfacher Höhe.

Das Wichtigste aber: beides zusammen geht in der Regel nicht. Wenn Du also unbedingt ein Eigenheim möchtest und die aktuellen Preise bezahlen willst, muss der ETF-Sparplan hinten anstehen.

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Gibt es Alternativen zum ETF-Sparplan?

Für einen jungen Menschen mit moderatem Risikoverständnis gibt es zum langfristig bedienten ETF-Sparplan keine Alternative. Natürlich stehen Lösungen für Leute bereit, denen ein Engagement an der Börse zu riskant erscheint.

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Bei der betrieblichen Altersvorsorge musst Du berücksichtigen, dass die eingezahlten Beiträge bis zur Rente festliegen. Selbstverständlich ist die bAV kein Vorsorgemodell für Selbstständige, sondern nur auf Arbeitnehmer ausgerichtet.

Ob sich die betriebliche Altersvorsorge für Dich rentiert, hängt unter anderem von den Zuzahlungen Deines Chefs ab:

  • Teilt sich Arbeitgeber die Beiträge 50/50 mit Dir, ist die bAV lohnenswert.
  • Zahlt der Chef hingegen nur den gesetzlich vorgeschriebenen Anteil von 15 %, können andere Altersvorsorge-Maßnahmen sinnvoller sein.
  • Entscheidend sind Rendite und Kosten. Das bedeutet, der bAV Vertrag sollte nach Kosten mindestens 2 % Rendite einspielen.

Ob sich die betriebliche Altersvorsorge im Einzelfall auszahlt, hängt somit viel von Deinem Verhandlungsgeschick gegenüber dem Arbeitgeber ab. Eine Alternative zum ETF-Sparplan ist die bAV zwar nicht, aber sie lässt Dir mit hohem Arbeitgeberanteil ausreichend Spielraum für beides.

Riester-Verträge sinnvoll?

Die Riester-Rente wird kontrovers diskutiert. Aus meiner Sicht kommt es bei Riester auf den richtigen Vertrag an, der mit niedrigen Kosten behaftet ist. Riester kann für Dich in nachfolgend angeführten Situationen sinnvoll sein:

  • Du hast eine Familie mit 2 Kindern oder mehr. In dem Fall lohnen sich die Kinderzulagen, welche vom Hauptverdiener mitgenommen werden sollten.
  • Dein sozialversicherungspflichtiges Einkommen ist dermaßen niedrig, dass Du nur den jährlichen Mindestbeitrag von 60 Euro entrichten musst.
  • Sinnvoll ist Riester zudem für Singles mit über 55.000 Euro im Jahr brutto (110.000 Euro für Ehepaare), weil in dem Fall die Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer absetzbar sind.

Vorteilhaft ist bei Riester die Auszahlung in Form einer lebenslangen Rente, insbesondere dann, wenn Du vorhast, sehr alt zu werden. Optional kannst Du zu Rentenbeginn bis zu 30 % des angesparten Kapitals auf einmal auszahlen lassen. Dieser Betrag muss ebenso wie die Riester-Rente versteuert werden.

Eine Alternative zur Rente ist, das gesamte Kapital inklusive Zulagen in die eigenen vier Wände zu stecken. Diese Möglichkeit ist allgemein als Wohn-Riester bekannt. Die Option ist mit den richtigen Verträgen sehr sinnvoll, weil der Staat mit seinen Zulagen anteilig an der Finanzierung des Eigenheims beteiligt wird. Einzelheiten dazu solltest Du Dir von einem Baufinanzierungsexperten vorrechnen lassen.

Ein Riester-Vertrag ist jederzeit kündbar, allerdings verlierst Du dabei sämtliche Zuschüsse und Steuervorteile. Die Kündigung sollte daher nur als Ultima Ratio in Extremsituationen genutzt werden.

Riester-Verträge sind in den unterschiedlichsten Formen verfügbar. Du kannst unter vermeintlich sicheren Varianten wählen und auf risikoreichere Versionen zugreifen. Unabhängig von Deiner Wahl stehen die eingezahlten Beiträge plus die Zulagen beim Renteneintritt garantiert zur Verfügung.

Welche Art der Altersvorsorge ist die Richtige?

Meiner Meinung nach sollte jeder selbst die Vorsorge für den Lebensabend in die Hand nehmen. Ob eine Immobilie unbedingt dazugehören soll, kann ebenfalls nur im Einzelfall entschieden werden. Kleine monatliche Beiträge für die bAV mindern nur selten die Finanzkraft. Die betriebliche Altersvorsorge verkleinert aber die Lücke zwischen der gesetzlichen Rente und den individuellen Bedürfnissen.

Ob Du Riester-Verträge für die Altersvorsorge nutzen solltest, hängt von Deinem Einkommen ebenso ab wie von Deiner Lebensplanung. Riester ist sicher kein universales Rezept, einzelne Verträge lohnen sich aber unter bestimmten Voraussetzungen.

Wenn Du aber eine flexible Altersvorsorge wünschst, die an jede Lebenssituation anpassbar ist, kommt aus meiner Sicht nur ein frühzeitig gestarteter ETF-Sparplan infrage. Du kannst die Sparrate jeder beliebigen Lebenssituation anpassen und musst Dich nicht, wie bei einer Immobilie, auf einen Standort festlegen.

Mit dem ETF-Sparplan stehen Dir alle Möglichkeiten offen

Wenn Du idealerweise mit einem Alter von 25 Jahren einen Sparplan einrichtest, musst Du nicht Dein ganzes Leben im Voraus planen. Das Vermögen wächst auf lange Sicht und bietet Dir die unterschiedlichsten Optionen zur späteren Nutzung. Selbst 200 Euro monatlich sind bei durchschnittlichem Einkommen ohne Einschränkung verkraftbar und diese Sparrate resultiert über 40 Jahre in einem stattlichen Betrag.

Im Fall, dass Du im Alter in eigenen vier Wänden wohnen willst, lässt sich die geeignete Immobilie mit Bargeld viel günstiger erwerben als mit einer teuren Finanzierung. Und zwar an dem Ort, an welchem Du Deinen Lebensabend genießen möchtest. Das muss nicht unbedingt in der BRD sein. Mit dem Vermögen aus einem ETF-Sparplan steht Dir die ganze Welt offen und Häuser sind anderswo wesentlich billiger als hierzulande.

Wie bei allen Dingen im Leben obliegt Dir die Entscheidung hinsichtlich der geeigneten Altersvorsorge. Ich möchte mit diesem Artikel lediglich zur richtigen Wahl beitragen und freue mich, wenn ich Dir helfen kann.

Dein Depotstudent Dominik

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