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Was genau bedeutet passiv investieren?

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Depotstudent Dominik
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In meinen Beiträgen steht häufig der Begriff passives Investieren, ohne dass es dazu eine ausführliche Erklärung gibt. Viele Menschen wissen immer noch nicht, um was es sich dabei handelt, selbst wenn sie in passive Anlagevehikel investiert sind. In diesem Artikel erfährst Du alles Wissenswerte zum passiven Investmentansatz und weißt am Schluss, warum er vorteilhaft für Dich ist.

Passiv investieren wird oft falsch verstanden und dahingehend interpretiert, dass die Gewinne ohne jegliches Zutun des Anlegers ins Depot gelangen. Um diese Situation zu erreichen, muss eine sehr aktive Entscheidung für den passiven Investmentansatz vorausgehen. Damit Du Dich für passives Investieren bewusst entscheiden kannst, gebe ich Dir nachfolgend alle relevanten Informationen dazu.

Passiv oder aktiv Geld anlegen?

Wie oftmals im Leben, kannst Du auch beim Investieren unter zwei Möglichkeiten wählen. Ein aktiver Anleger bist Du, wenn Dein Portfolio aus selbst ausgesuchten Einzelkomponenten besteht. Das bedeutet, Du kaufst gezielt einzelne Aktien und informierst Dich im Vorfeld genau über die emittierenden Unternehmen. Des Weiteren legst Du einen gewissen Teil des Portfolios in physischen Edelmetallen an und holst Dir zur Absicherung eine oder mehrere Anleihen ins Depot.

Wie genau die einzelnen Bestandteile aussehen, ist zur Erklärung des aktiven Investierens unwichtig. Bezeichnend für den aktiven Anleger ist hingegen, dass er gezielt einzelne Werte sucht, dauernd den Markt verfolgt, bei Bedarf austauscht und regelmäßig auf die Ausgangsgewichtung seines Portfolios achtet. Das erstrangige Ziel eines aktiven Marktteilnehmers ist, besser als der Gesamtmarkt abzuschneiden.

Der vermeintliche Vorteil für einen aktiven Anleger besteht in der eigenständigen Gestaltung des Depots. Dabei werden allerdings meist die Risiken übersehen, die Einzelinvestments mit sich bringen.

  • Die selbst ausgesuchten Aktien können seitens der Wertentwicklung enttäuschen.
  • Wenige Bestandteile im Depot führen zu einer sehr volatilen Geldanlage.
  • Die Korrelation (wechselseitige Beziehung) kann unpassend sein und alle Bestandteile gehen in der Krise gemeinsam auf Talfahrt.

Die aktive Geldanlage setzt sehr viel Wissen voraus, ist überaus zeitintensiv und kostspielig. Zudem bringt sie hohes Risiko mit sich und ist in den meisten Fällen weniger rentabel als vermutet. Natürlich hat auch der passive Investmentansatz nicht nur Vorteile, aber die Vorzüge überwiegen und das zählt.

Was bedeutet passives Investieren?

Ein passiv aufgestellter Anleger verzichtet auf die gezielte Auswahl einzelner Aktien und er sucht nicht nach dem geeigneten Einstiegspunkt. Er weiß, dass Marktiming nur sehr selten und eher zufällig zu überdurchschnittlicher Rendite führt. Um den Unterschied besser zu verstehen, hier ein Beispiel:

  • Der aktive Anleger sucht sehr aufwendig nach heimischen Aktien, er kauft sie einzeln und oft teuer.
  • Ein passiver Akteur verzichtet auf die zeitintensive Suche und investiert in den Deutschen Aktienindex DAX.

Der dem passiven Ansatz folgende Marktteilnehmer verteilt sein Geld beispielsweise auf die 30 größten Unternehmen der BRD und profitiert von der durchschnittlichen Entwicklung des Index.

Der aktive Anleger pickt unter den 30 Aktiengesellschaften nur einige, von denen er sich überdurchschnittliche Rendite verspricht. Konkret erwartet er von seinem Investment ein wesentlich besseres Abschneiden als der Deutsche Aktienindex und er ist bereit, für diese Mehrrendite etwas zu tun.

Ein aktiver Marktteilnehmer verbringt sehr viel Zeit vor seinem Computerbildschirm. Er verfolgt den Kurs von jedem seiner favorisierten Wertpapiere und sucht geeignete Einstiegspunkte. Aktiv handeln bedeutet für ihn, zum niedrigen Kurs kaufen und bei möglichst hoher Notierung verkaufen.

Auf einem Chart, der die Kursentwicklung in der Vergangenheit anzeigt, funktioniert dieser Ansatz sehr einfach. Beim aktiven Trading wird die Vorgehensweise allerdings zur reinen Spekulation:

  • Der rechte Teil des Charts fehlt und die Fortsetzung der Kursentwicklung muss vermutet werden.
  • Die Akteure auf dem Parkett sind sehr launisch und das so bezeichnete Marktsentiment ist unkalkulierbar.

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In der Tat lässt sich die passive Investmentstrategie sehr leicht damit erklären, was nicht zu ihr gehört. Indes gibt es aber eine wissenschaftliche Definition, die ich Dir nicht vorenthalten will.

Passives Investieren nach der Theorie eines Nobelpreisträgers

Um mit dem aktiven Investmentansatz dauerhaft erfolgreich zu sein, benötigst Du gewisse Informationsvorteile. Das bedeutet, Du musst immer mehr wissen als Deine Mitbewerber auf dem Parkett.

In der Vergangenheit funktionierte dieser Ansatz, dafür gibt es unzählige Beispiele. Der prominenteste Investor aller Zeiten ist unbestritten Warren Buffett, der Besitzer von Berkshire Hathaway. Er fand in den 1960er Jahren immer wieder unterbewertete Unternehmen, investierte in sie und wurde damit zum mehrfachen Milliardär. Auf zwei Kriterien beruht sein sagenhafter Reichtum:

  • Gutes Gespür.
  • Insiderinformationen.

Zum letztgenannten Aspekt musst Du wissen, dass in den Zeiten ohne Internet alle interessanten Informationen nur langsam das Parkett erreichten und für die meisten Teilnehmer oft zu spät kamen.

Seit dem Siegeszug des World Wide Web verbreiten sich diese Informationen in Windeseile und erreichen alle Marktteilnehmer. Vorteile für den einzelnen Akteur ergeben sich daher nur sehr selten und meist kurzfristig.

Der US-amerikanische Ökonom und Nobelpreisträger Eugene Fama hat den Vorgang in seiner Arbeit „Effizienzmarkt-Theorie“ ausführlich erklärt und dafür internationale Anerkennung erhalten. Er bekam seinen Nobelpreis zusammen mit Robert Shiller, dessen Arbeit eigentlich das Gegenteil unter Beweis stellte.

Shiller bewies, dass die Märkte der Gegenwart nicht immer effizient sind und für aktive Teilnehmer immer wieder Chancen bieten. Seither ist die Anlegerwelt in zwei Lager gespalten, beide Theorien werden häufig kontrovers diskutiert.

Die Geldanlage ist zur Glaubensfrage geworden, denn es gibt mittlerweile Studien, die sowohl Fama als auch Shiller bestätigen.

Für die Theorie von Eugene Fama spricht, dass nur maximal 5 % aller Fondsmanager ihre Referenzindizes dauerhaft schlagen können. Die Anhänger der Shiller-These begründen ihre Vorgehensweise eben anhand dieser Fonds mit besserem Ergebnis als der Marktdurchschnitt.

Aus meiner Sicht gehst Du mit der aktiven Investmentstrategie ein sehr hohes Risiko ein und musst für den meist bescheidenen Erfolg viel Zeit investieren. Der Vermögensaufbau sollte nicht zum abenteuerlichen Glücksspiel werden.

Letztendlich hat selbst der Meister des aktiven Investierens vor einigen Jahren seine Meinung grundlegend geändert. Warren Buffett legt mittlerweile in börsengehandelte Indexfonds an und ermutigt seine Nachkommen, auch in ETFs zu investieren.

Er verweist als Begründung auf das oben beschriebene Szenario. Mit anderen Worten ausgedrückt: Ihm fehlen die Insiderinformationen aus den 1960er Jahren.

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Ein echter Pionier: ETF-Erfinder John Bogle

Bereits 1976 hatte John Bogle die Vision, dass die fortschreitende Technik den Börsenhandel bald grundlegend verändern wird. Bogle sah auf Dauer den Erfolg beim Investieren nur noch durch breite Diversifikation gegeben. Er entwickelte einen Prototyp der heutigen ETFs, welcher den amerikanischen Aktienindex S&P 500 nachbildete.

Die etablierten Fondsanbieter sahen in John Bogle eine bedrohliche Konkurrenz und versuchten nach Kräften, seinen Erfolg zu verhindern. Es sollte fast 20 Jahre dauern, bis die New Yorker Börse ETFs als Anlageinstrumente anerkannte und zuließ.

Vor seinem Tod im Januar 2019 war John Bogle der Chef des zweitgrößten Vermögensverwaltungsunternehmens der Vereinigten Staaten. Sein Unternehmen trägt den Namen Vanguard (ins Deutsche übersetzt: Vorreiter), der gleichnamige Fonds auf den S&P 500 ist aktuell mehr als 440 Milliarden Dollar schwer.

Die Erfindung von John Bogle benötigte weitere 20 Jahre, um in Europa Beachtung zu finden. Erst seit der Finanzkrise 2008 gewinnen ETFs die Gunst der Privatanleger. Natürlich kam diese Zuneigung nicht nur aus Begeisterung zustande, sie basiert zum großen Teil auf den verlustreichen Erfahrungen von Anlegern, die in aktiv gemanagte Fonds investiert waren.

Während und nach der Krise wurden zahlreiche klassische Investmentfonds geschlossen oder aufgrund mangelnder Liquidität mit anderen zusammengelegt. Meist hatten Investierte herbe Verluste zu tragen und wendeten sich den Indexprodukten zu.

Mit ETFs passiv in ganze Märkte investieren

Die neue Anlegergeneration setzt sich überwiegend aus ehemaligen Sparern zusammen, denen die dauerhaften Niedrigzinsen das Konzept verdorben haben. Es sind mehrheitlich Leute ohne besonderes Vorwissen, den meisten fehlt es zudem an der für Anleger unverzichtbaren Disziplin in Krisenzeiten.

Bis auf das disziplinierte Verhalten der Anleger beim Börsenbeben gleichen ETFs auf breit streuende Aktienindizes alle erwähnten Mängel effektiv aus. Sie sind meist vorbildlich diversifiziert, wie das Beispiel MSCI World unter Beweis stellt.

Damit verteilst Du Dein Kapital auf mehr als 1.650 große und mittelgroße Gesellschaften in 23 industrialisierten Staaten auf fast allen Kontinenten.

Diversifikation kann der MSCI AWCI noch besser, denn in ihm sind über 2.800 Bestandteile aus 23 Industrieländern sowie 26 aufstrebenden Märkten vereinigt.

Du kaufst mit jedem dieser Indizes, ganze globale Märkte mit vergleichsweise geringem Risiko.

ETFs verlangen von Dir weder aufwendiges Stock-Picking noch das ständige Fokussieren des Marktes. Du musst Dich nicht um die Gewichtung kümmern und das jährliche Rebalancing übernimmt der Emittent.

Passive Investments überzeugen zudem mit niedrigen Kosten. Ein ETF auf den MSCI World ist bereits ab einer jährlichen TER (Gesamtkostenquote) von 0,12 % zu haben. Aktiv gemanagte Fonds kosten mindestens 1,5 % pro Jahr und beteiligen Dich am Ausgabeaufschlag. Ein sehr gut laufender Investmentfonds kann schnell deutlich mehr Gebühren in Rechnung stellen, weil das Management bei Erfolg Prämien verlangt.

Passiv Geld anlegen ohne Kapital

Kein anderes Investmentmodell ermöglicht Dir die Teilhabe am Börsengeschehen ohne nennenswerten Betrag. ETFs hingegen sind meist sparplanfähig und können bereits ab 25 Euro im Monat bespart werden.

ETF-Sparpläne sind gleichzeitig sehr flexibel, sie können aufgestockt, ausgesetzt oder in einmalige Investments umgewandelt werden. Ob per Einmalanlage oder Sparplan investiert, ETFs sind sehr sichere Produkte, die als Sondervermögen gelten und selbst bei Anbieter-Insolvenz erhalten bleiben.

Alle Vor- und Nachteile des passiven Investierens im Überblick

Als vorteilhaft bei der Geldanlage mittels ETF stechen vor allem diese Punkte ins Auge:

  • Zeitsparend zu Beginn und kein Aufsichtsbedarf bei der Entwicklung im Portfolio.
  • Die meisten ETFs sind von Haus aus optimal diversifiziert und können einzeln für die Geldanlage verwendet werden.
  • Niedrige Gesamtkosten werden von geringen Ordergebühren begleitet, oftmals ist der Erwerb eines ETF kostenfrei (Aktionsangebot).
  • Passives Investieren ist mithilfe eines ETF-Sparplans bereits mit 25 Euro pro Monat möglich.

Diese Vorteile werden für manche Marktteilnehmer von Nachteilen flankiert, die hier nicht unerwähnt bleiben sollen:

  • Passive Investments gewähren keinerlei Mehrrendite.
  • Wer aktiv agiert, lernt mehr, behaupten die Kritiker. Sie vergessen aber, zu erwähnen, dass es sich oft um negative Erfahrungen und nicht um konstruktive Lernprozesse handelt.
  • ETF Investments sind Marathons, die mindestens 15 Jahre Anlagehorizont verlangen.
  • Die Medien sehen in ETFs Produkte, die schädlich für die Aktionärs-Demokratie sein sollen.

Beim letzten negativen Punkt geht es um einen vollkommen überbewerteten Aspekt: die Wahrnehmung des Stimmrechts bei der jährlichen Aktionärshauptversammlung. Den Journalisten ist offenbar entgangen, dass nur die Hauptaktionäre einer Gesellschaft über deren Entwicklung entscheiden.

Mein Fazit

Passives Investieren kann für Anfänger ein idealer Einstieg in die Börsenwelt sein. Einen ETF auf den MSCI World zu kaufen oder zu besparen bedeutet, attraktive Renditen bei geringem Risiko mit niedrigen Kosten zu erwirtschaften.

Selbst mit einem Sparplan kann bei nur 25 Euro monatlicher Sparrate ein solides Fundament zum Vermögensaufbau geschaffen werden. ETF-Sparpläne eignen sich in der Anfangsphase zum praktischen Lernen und können später mit steigendem Einkommen aufgestockt werden.

Die passive Geldanlage mittels ETF setzt nur eine Entscheidung dafür voraus und hat für überzeugte Befürworter keinerlei Nachteile. Es gibt aus meiner Sicht kein besseres Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau als einen ETF auf einen großen Aktienindex.

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Ein Kommentar

  1. Hallo, möchte in ETF investieren, passiv investieren……nun lese ich schon seit einiger Zeit Bücher und was das Netz so hergibt.
    Da ich monatlich keinen Betrag von Tausende über habe sondern nur höchstens bis zu 200 Euro monatlich…..möchte ich die gerne fürs Alter besparen. Bin allerdings schon 56 somit bleiben mir nur 11 Jahre…..da das nicht viel ist…..geht meine Überlegung dahin, im Alter nur das abzuschöpfen was möglich ist, sprich Betrag X und den Rest weiter laufen zu lassen ! Nun meine Frage, man soll ja breit streuen……..da ich mich schwer tue mit dieser Performance, hapert es gewaltig andererseits fehlt mir auch ehrlich die Zeit ständig mich an der Börse aufzuhalten.
    Jetzt geht’s mir um den Allocationplan, statt einzelne Aktienindex ETF, (mir fehlt die Zeit es auf der Arbeit ständig zu überprüfen.)….könnte man es nicht auch so machen, …..in den man zb 20% in Country World, 20 % EM, 20 % Small Cap, 20% Momentum, 20 % Value und 20 Qualtiy setzen? Denke,hier wäre es doch breit gestreut und das gerade mal mit 6 ETFs. Bin gespannt auf eine Antwort. Herzlichen Dank im Voraus.

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