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Welche ETFs für die Altersvorsorge?

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In diesem Beitrag zeige ich Dir, warum die private Altersvorsorge mit ETFs unverzichtbar ist und so früh wie möglich in Angriff genommen werden sollte. Im Anschluss daran gehe ich der Frage nach, welche ETFs für die Altersvorsorge sinnvoll sind und von welchen Lösungen Abstand genommen werden muss.

ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, über deren Funktionsweise Du in anderen Beiträgen von mir alles Wissenswerte nachlesen kannst. In diesem Artikel geht es ausschließlich um die zusätzliche Altersvorsorge mit Exchange Traded Funds (ETFs) und um die damit verbundenen Möglichkeiten.

Natürlich setzt die Investition in Indexfonds das Wissen um die verfügbaren Assetklassen, einen langen Anlagehorizont und, vor allem in schwierigen Börsenzeiten, eine gewisse Disziplin voraus.

Warum ETFs für die Altersvorsorge nutzen?

Mit der letzten Rentenreform wurde von der seinerzeit rot-grünen Regierung beschlossen, dass das gesetzliche Rentenniveau mit den Jahren kontinuierlich sinkt. Derzeit gibt es noch 48 %, ab 2030 nur noch 43 % und nach 2045 sind lediglich 41,6 % geplant.

Das bedeutet für Dich: Ohne zusätzliche Altersvorsorge musst Du im Alter erhebliche Einschränkungen hinnehmen. Aus Empfehlungen der Verbraucherverbände geht hervor, dass etwa 80 % des letzten Nettolohns notwendig sind, um den im Erwerbsleben gewohnten Lebensstandard zu halten. Dabei wird von bereits ab bezahltem Wohneigentum ausgegangen. Schon 2030 entsteht eine erhebliche Rentenlücke, wie aus folgendem Rechenbeispiel ersichtlich wird:

  • Angenommen, Dein letztes Nettogehalt würde 2.500 Euro betragen.
  • Als Rentner könntest Du mit 80 % davon, also 2.000 Euro, Deinen Lebensstandard aufrechterhalten.
  • Aus der gesetzlichen Rentenversicherung stehen Dir allerdings nur 43 % von 2.500 gleich 1.075 Euro zur Verfügung.
  • Du benötigst also eine zusätzliche Altersvorsorge, die die 925 Euro große Lücke schließt.

In Wahrheit wäre die Rentenlücke um einiges größer, denn ich habe der Einfachheit halber die Inflation nicht berücksichtigt. Darauf komme ich später beim Thema, welche ETFs für die Altersvorsorge, zurück. Gehen wir zunächst von einem monatlichen Bedarf in Höhe von 925 Euro und einem Renteneintritt mit 67 Jahren aus. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 85 Jahren, benötigst Du also:

925 x 12 x 18 = 199.800 Euro.

Deine zusätzliche Altersvorsorge muss also mindestens 200.000 Euro generieren, da aber nicht ausgeschlossen werden kann, dass Du überdurchschnittlich alt wirst, sind eher 300.000 Euro sinnvoll. Jetzt müssen Deine Möglichkeiten erörtert und miteinander verglichen werden.

  1. Klassische Kapitallebensversicherung.
  2. Fondsgebundene Lebensversicherung.
  3. Altersvorsorge mit ETFs in Eigenregie.

Die erste Option ist mittlerweile aufgrund niedrigster Garantiezinsen erledigt. Bei der zweiten Möglichkeit beteiligt Dich der Versicherer am Risiko der Geldanlage in Fonds, auf deren Auswahl Du keinen Einfluss hast. Aus meiner Sicht ist es sinnvoller, die Altersvorsorge selbst zu gestalten und ETFs zu wählen.

Es geht schließlich um eine sechsstellige Summe, die möglichst zuverlässig erzielt werden muss, um Dein Seniorendasein zu sichern. Warum ETFs für die Altersvorsorge genutzt werden sollten, geht aus der damit verbundenen Flexibilität und der einfachen Verständlichkeit hervor. Entscheidend ist aber, welche ETFs Du wählst.

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Welche ETFs sind die richtigen für die Altersvorsorge?

Klassische ETFs bilden etablierte Börsenindizes nach und sind in verschiedenen Anlageklassen verfügbar.

  • Aktien.
  • Anleihen.
  • Immobilien.
  • Geldmarkt.

Bei der Wahl einer Anlageklasse muss die persönliche Risikobereitschaft ebenso einbezogen werden wie die gewünschte Rendite.

  • Geldmarktindizes sind schwer kalkulierbar und riskant.
  • Mit Immobilienindizes würdest Du eine spekulative Geldanlage wählen.
  • Anleihenindizes rentieren in Niedrigzinszeiten kaum.
  • Aktienindizes sind hingegen sehr attraktiv für die Altersvorsorge.

Aktien beinhalten zwar etwas höhere Risiken, welche von einem breit streuenden Index jedoch weitgehend ausgeglichen werden. Die Frage, welche ETFs sind die Richtigen für die Altersvorsorge, kann also folgendermaßen beantwortet werden:

ETFs für die Altersvorsorge beruhen auf Aktienindizes und verteilen Dein Kapital auf möglichst viele Unternehmen.

Welche ETFs für die Altersvorsorge würde ich eher nicht empfehlen?

Ich würde keinen Aktienindex wählen, der nur die Wertpapiere eines Landes oder einer Region beinhaltet. Warum, erkläre ich Dir anhand der folgenden Beispiele:

DAX

Der Deutsche Aktienindex DAX ist zwar hierzulande ein sehr beliebtes Anlagevehikel und es sind zahlreiche ETFs auf ihn verfügbar. Bei Deiner Altersvorsorge geht es aber um einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten.

Keiner weiß, wie sich die 30 Aktiengesellschaften auf lange Sicht entwickeln, vor allem die Automobilindustrie steht derzeit von großen Herausforderungen. Sollten die Kurse aufrund unvorhersehbarer Ereignisse auf länger anhaltende Talfahrt gehen, wäre Deine Altersvorsorge gefährdet.

Europäische Indizes

Für ETFs auf den Euro Stoxx50 oder ähnliche Indizes kann ich mich aufgrund der ungewissen Zukunft der EU nicht begeistern. Dein Geld wäre zwar auf eine große Region verteilt, aber gefährdet.

Warum? Weil dem Brexit andere Länder folgen könnten und die EU im schlimmsten Szenario komplett zerfallen könnte. Du darfst Deine Altersvorsorge nicht auf Wünsche und Ideale aufbauen, sondern auf Fakten und nachprüfbare Zahlen.

S&P 500

Dieser Aktienindex vereinigt zwar die 500 größten Unternehmen der Vereinigten Staaten, dennoch birgt er die gleichen Gefahren wie der DAX oder ein europäischer Index. Die US-amerikanische Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen und einige Experten halten eine lange anhaltende Rezession für möglich.

Welche ETFs für die Altervorsorge kann ich empfehlen

In jedem Fall würde ich ETFs auf Aktienindizes wählen, sie müssten aber global aufgebaut sein. Durch die Verteilung Deines Kapitals auf möglichst viele Unternehmen in zahlreichen Ländern auf mehreren Kontinenten steht die Altersvorsorge auf einem sicheren Fundament.

Die globale Nachfrage wächst ständig mit der steigenden Bevölkerung. Welche Unternehmen den Bedarf aber decken, wird im Wettbewerb gemäß der Kriterien Innovation, Qualität und Preis entschieden.

Wählst Du für Deine Altersvorsorge ETFs auf globale Aktienindizes, bist Du von konjunkturellen Verschiebungen nicht betroffen. Ausgezeichnete ETFs für die Altersvorsorge bilden aus meiner Sicht folgende Aktienindizes nach:

  • MSCI World.
  • MSCI Emerging Markets.
  • MSCI AWCI.

Der MSCI World kann ebenso wie der MSCI AWCI allein die angestrebte Rendite gewährleisten. Du benötigst in dem Fall nicht mehrere ETFs und sparst je nach Anlageform Ordergebühren oder Kosten für die Sparplanausführung.

Das Portfolio ist in jedem Fall ausgewogen und bedarf keiner Absicherung durch einen Anleihen-Index. Mehrere ETFs könnten hingegen bei der Einmalanlage Sinn ergeben, sofern Du meine positive Ansicht über die Entwicklung der Schwellenländer teilst.

Bevor ich Dir erkläre, welche ETFs für mich bei der Altersvorsorge sinnvoll sind, werfen wir einen Blick auf die Wertentwicklung in der Vergangenheit. Ziel ist es, 300.000 Euro für die private Altersvorsorge zu erwirtschaften.

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Welche ETFs für die Altervorsorge gewährleisten die angestrebte Summe?

ETFs auf den MSCI World rentieren pro Jahr durchschnittlich mit 8 % und sind im Idealfall thesaurierend konzipiert. Dieser Wert wurde von Anlegern in den letzten 15 Jahren erzielt und berücksichtigt die Auswirkungen der Finanzkrise 2008. Angenommen, Du kannst 10.000 Euro auf einmal in einen ETF auf diesen Index investieren, ergeben sich folgende Summen in diesen Laufzeiten:

Angenommen, Du kannst 10.000 Euro auf einmal in einen ETF auf diesen Index investieren, ergeben sich folgende Summen in diesen Laufzeiten:

  • In 15 Jahren kommen 31.700 Euro zusammen.
  • Nach 30 Jahren kannst Du über 101.000 Euro verfügen.

Die einmalige Investition von 10.000 Euro bringt demnach nicht die zur Altersvorsorge erforderliche Summe. Bei 45 Jahren Anlagezeitraum kommen allerdings 320.000 Euro, also die optimale Summe aus dem Beispiel ganz oben zusammen.

Wie sieht die Rechnung bei einem ETF-Sparplan aus? Angenommen, Du kannst monatlich 200 Euro in einen ETF-Sparplan auf den MSCI World investieren. Diese Summen werden in verschiedenen Laufzeiten erwirtschaftet:

  • Bei 15 Jahren 37.400 Euro.
  • Bei 30 Jahren 227.000 Euro.
  • Mit 40 Jahren 583.000 Euro.

Du siehst aus den Beispielen, dass selbst bei einem ETF auf einen Aktienindex der Anlagezeitraum eine maßgebliche Rolle spielt. Mit der einmaligen Anlage von 10.000 Euro erreichst Du das Ziel erst nach 45 Jahren.

Richtest Du hingegen als Berufseinsteiger einen ETF-Sparplan auf den MSCI World ein, bist Du bei einer monatlichen Sparrate von 200 Euro bereits nach 40 Jahren über das Ziel hinausgeschossen.

Du schließt nicht nur die Lücke bei der gesetzlichen Rente, sondern sicherst Deine Altersvorsorge gegen Inflation ab und kannst unbesorgt alt werden. Die Frage, wie viele ETFs für die Altersvorsorge notwendig sind, kann wie folgt beantwortet werden: nur einen auf den MSCI World.

Eine Alternative wäre der MSCI AWCI, weil er seitens der langfristigen Wertentwicklung dem Klassiker in nichts nachsteht, aber Schwellenländer mit gut 11 % beinhaltet. Das Kapital oder die Sparrate wird mit vielen verfügbaren ETFs auf 2.800 Aktiengesellschaften aus 49 Staaten gestreut.

Du kannst in unterschiedlichen Anlagezeiten ähnliche Ergebnisse erwarten wie vom MSCI World. Aufgrund der vorbildlichen Diversifikation erübrigt sich die Kombination mit einem ETF auf Anleihen.

Ich empfehle Dir einen der beiden ETFs für die Altersvorsorge und möchte Dich zur Umsetzung per ETF-Sparplan anregen. Jeder ETF ist bei den meisten Brokern sparplanfähig und als Aktionsangebot verfügbar. Du sparst in den ersten Jahren die Kosten für die Ausführung und bezahlst hinterher niedrige Sparplan-Gebühren.

Welche ETFs für die Altersvorsorge bei der Einmalanlage?

Grundsätzlich bist Du mit dem MSCI World oder dem All World Country Index auch bei der einmaligen Investition gut bedient. Diese könntest Du nach dem ETF-Sparplan beispielsweise mit einer Erbschaft umsetzen. Bei der Investition fallen nur einmalige Ordergebühren für jeden ETF an, und das Ergebnis könnte Deinem Ruhestand noch mehr Komfort verleihen.

Du kannst Dir zudem bei der Einmalanlage erlauben, Deine Annahmen zur Entwicklung der Schwellenländer zu verfolgen. Kombiniere dazu den MSCI World mit dem MSCI Emerging Markets Index und gewichte das Portfolio im Verhältnis 70 zu 30. Denke aber an die in Krisenzeiten deutlich größere Volatilität des Schwellenländer-Index und verhalte Dich bei möglicher Wertminderung besonnen.

Mein Fazit zum Thema ETFs für die Altervorsorge

Bei der Frage, welche ETFs sind die Richtigen für die Altersvorsorge, sollten Aktienindizes mit möglichst breiter Diversifikation als Antwort fokussiert werden. Nur diese können die immer größer werdenden Lücken in der gesetzlichen Rentenversicherung schließen. Mit einem ETF-Sparplan schließt Du die Lücke nicht nur, sondern schaffst durch ausreichend große Sparrate viel Spielraum für den Inflationsausgleich.

Komplexe Portfoliostrukturen erübrigen sich durch die Auswahl global investierender Indizes. Die idealen ETFs für die Altersvorsorge bilden aus meiner Sicht den MSCI World oder den MSCI AWCI nach. Eine zusätzliche Einmalanlage kann der Altersvorsorge nur mehr Komfort verleihen, hierbei empfehle ich eine 70/30 Mischung aus ETFs auf MSCI World und MSCI Emerging Markets.

Dein Depotstudent Dominik

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