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Welcher Index für einen ETF-Sparplan?

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Immer mehr Leute verabschieden sich aufgrund dauerhaft niedriger Zinsen vom klassischen Sparen. Der ETF-Sparplan rückt zunehmend in den Fokus von Menschen ohne größere Rücklagen. Heute zeige ich Dir, welcher Index für einen ETF-Sparplan besonders gut geeignet ist. Folgende Fragen werde ich im nachfolgenden Beitrag beantworten:

  • Warum sind Indizes für ETF-Sparpläne überaus sinnvoll?
  • Welche Anlageklasse bringt auf lange Sicht die beste Rendite?
  • Wie soll der ideale Index für einen ETF-Sparplan konzipiert sein?

Natürlich gehe ich auch auf weniger geeignete Indizes ein und erkläre warum. Ziel dieses Artikels ist, Dir die Wahl des optimalen Index für einen ETF-Sparplan zu erleichtern. Vor der Wahl des Index gilt es jedoch, verschiedene Aspekte herauszuarbeiten.

Was möchtest Du mit einem ETF-Sparplan erreichen?

Bevor Du Geld sparst und anlegst, muss ein Ziel definiert werden. In der Regel sind der Aufbau von Vermögen und die Absicherung im Alter viel genannte Anlageziele. Im Anschluss daran sollte beim ETF-Sparplan an die monatliche Sparrate gedacht werden.

In diesem Kontext ist wichtig, nur Mittel einzubeziehen, die ohne Einschränkungen der Lebensqualität entbehrt werden können. Das schlimmste Szenario ist, wenn das Sparen zur Belastung wird und Dir die Freude am ETF-Sparplan nimmt.

Nachdem Du sorgfältig eine Sparrate ausgewählt hast, muss die ideale Laufzeit gefunden werden. Im Idealfall nutzt Du einen im Internet verfügbaren Sparplan-Rechner und spielst mit der gewählten Sparrate verschiedene Szenarien durch. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Aus einer monatlichen Sparrate von 100 Euro werden bei einer Laufzeit von 15 Jahren und einer Wertentwicklung von 4 % etwa 24.700 Euro.
  • Lässt Du den ETF-Sparplan 20 Jahre laufen, kommen 36.700 Euro zusammen.

Wie sieht die Endsumme bei identischen Konditionen und einer optimierten Wertentwicklung aus?

  • Strebst Du eine Wertentwicklung von 8 % pro Jahr an, beträgt das Vermögen nach 15 Jahren Laufzeit knapp 35.000 Euro.
  • Nach 20 Jahren werden aus 100 Euro im Monat bei 8 % etwa 59.300 Euro.

Was zeigen Dir diese Beispiele? Es kommt beim ETF-Sparplan auf die jährliche Wertentwicklung und auf die Laufzeit an. Eine Wertentwicklung von 4 % pro anno erreichst Du mit einem Unternehmensanleihen-Index. Für eine jährliche Rendite von 8 % musst Du einen Index auf Aktien wählen.

Warum sind Indizes für ETF-Sparpläne vorteilhaft?

Indizes vereinigen viele Wertpapiere und verteilen damit Dein Anlagerisiko auf zahlreiche Gesellschaften oder Emittenten. Je besser ein Index diversifiziert ist, desto geringer sind die Risiken. Für langfristiges Sparen und Anlegen sind breit streuende Indizes sichere Grundlagen, idealerweise verteilen sie Deine Sparrate auf mehrere Länder und Kontinente.

Warum ein Aktienindex gewählt werden sollte

Bei einem langfristig laufenden ETF-Sparplan kommt es auf zuverlässige Erträge auf möglichst hohem Niveau an. Staatsanleihen sind zwar zuverlässige Papiere, aber rentieren bei niedrigen Zinsen kaum. Unternehmensanleihen stellen bessere Erträge bei höherem Ausfallrisiko in Option. ETFs auf Rohstoffe sind seitens der Wertentwicklung schwer kalkulierbar, bestes Beispiel Gold.

Die einzige Assetklasse mit dauerhaft attraktiven Gewinnen ist die Klasse der Aktien. Einzelne Wertpapiere auszuwählen erfordert jedoch viel Engagement und Wissen, zudem eignen sie sich nicht für den ETF-Sparplan. Mit einem Aktienindex gibst Du Deinem Sparplan ein solides Fundament und erreichst die angestrebten Ziele ohne nennenswertes Risiko.

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Welche Indizes weniger geeignet sind

Grundsätzlich ist jeder auf Aktien aufgebaute Index eine Option für den ETF-Sparplan, indes kommt es bei 15 oder 20 Jahren Laufzeit auf kontinuierliche Entwicklung an. Über lange Zeiträume können sich nationale Indizes völlig unkalkulierbar entwickeln.

Aus den Gewinnern von heute machen oft falsche Entscheidungen seitens Politik und Unternehmen die Verlierer von morgen. Aus meiner Sicht vergleichsweise riskant sind diese Indizes:

Der S&P 500

Der US-amerikanische Index vereinigt die größten Aktiengesellschaften der Vereinigten Staaten. In den letzen Jahren war die Entwicklung recht positiv, doch es verdichten sich die Anzeichen für eine Trendwende. Eine Rezession würde die Kurse der amerikanischen Unternehmen auf lange Talfahrt schicken und könnten Deine mit dem ETF-Sparplan verbundenen Absichten zunichtemachen.

Der DAX

Viele Anleger und Sparer bevorzugen die Geldanlage in den Deutschen Aktienindex. In den letzten Jahrzehnten rentierte ein ETF auf den DAX besser als auf andere Indizes. Gefährlich ist aus meiner Sicht, dass der DAX nur 30 Konzerne aus der BRD vereinigt und fast alle vor großen Herausforderungen stehen.

Tragende Säule ist die heimische Autoindustrie, deren Zukunft selten so unsicher wie heute war. Auch hierzulande mehren sich die Anzeichen einer tiefen Rezession mit negativen Konsequenzen für den Aktienmarkt.

Der FTSE 100

Der Financial Times Stock Exchange (FTSE) bildet die Kursentwicklung der 100 größten Aktiengesellschaften von Großbritannien ab. Eine Investition in den britischen Index halte ich aufgrund der unkalkulierbaren Entwicklung beim Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus der EU für sehr riskant. Ich glaube zwar nicht an eine britische Rezession, halte aber für möglich, dass die Briten von den Finanzmärkten für ihren Abschied bestraft werden.

Jeder nationale Index birgt für mich zu viele Risiken beim langfristig ausgerichteten ETF-Sparplan. Es geht hierbei immerhin um einen Zeitraum von mindestens 15 oder 20 Jahren. Um das Ausmaß besser zu erkennen, denke bitte an die Jahrtausendwende zurück.

Wie viel hat sich seither in jeder Hinsicht hierzulande verändert? Weder ich noch Du können in die Zukunft schauen und richtige Entscheidungen bezüglich der Frage treffen: Welcher Index für einen ETF-Sparplan?

Die Lösung: globales Investment

Ich würde mich beim ETF-Sparplan für einen Index mit folgenden Eigenschaften entscheiden:

  • Anlageklasse Aktien.
  • Möglichst breit diversifiziert.
  • Streuung über viele Staaten auf mehreren Kontinenten.
  • Günstige Gesamtkostenquote.
  • Sparplanfähig bei vielen Brokern verfügbar.

Mit einem auf Aktien basierenden Index stellst Du ausreichende Rendite für Deinen ETF-Sparplan langfristig sicher. Durch optimale Diversifikation senkst Du das Risiko regionaler Krisen, weil Dein Geld in Unternehmen aus vielen Ländern auf unterschiedlichen Kontinenten investiert ist.

Mit einer niedrigen Gesamtkostenquote und günstigen Ausführungs-Gebühren bleibt mehr Ertrag übrig. Voraussetzung ist allerdings das der auf dem Wunschindex basierende ETF bei Brokern sparplanfähig angeboten wird.

Welcher Index wird den Anforderungen gerecht?

Aus meiner Sicht kommen 2 Indizes infrage, die globales Investieren in Aktien ermöglichen. Jeder Index stammt aus dem Hause Morgan Stanley und überzeugt investierte Anleger bereits seit vielen Jahren. Ich stelle Dir nachfolgend jeden Index vor und erkläre anschließend, warum ich nur einen davon für den ETF-Sparplan wählen würde.

MSCI AWCI

Im All World Country Index sind aktuell mehr als 2.800 mittlere und große Aktiengesellschaften aus 23 Industriestaaten sowie 26 Schwellenländern enthalten. Der Index deckt 85 % der investierbaren Marktkapitalisierung in jedem Land ab. Er wurde im Jahr 2001 von MSCI aufgelegt und ist wie folgt nach Ländern und Branchen gewichtet:

  • USA knapp 60 %.
  • Japan 7,2 %.
  • Großbritannien 4,8 %.
  • China 3,7 %.
  • Frankreich 3,3 %.
  • 25 % entfallen auf die übrigen Länder.

Bei den Branchen sieht die Gewichtung folgendermaßen aus:

  • Finanzen und IT jeweils 16,3 %.
  • Gesundheit 11,6 %.
  • Nicht-Basiskonsumgüter knapp 11 %.
  • Industrie 10,4 %.
  • Kommunikation fast 9 %.
  • Konsumgüter 8,7 %.
  • Energie 5,3 %.
  • Materialien 4,7 %.
  • Versorger und Immobilien jeweils knapp 3,5 %.

Die führenden Konzerne im Index stammen fast alle aus den Vereinigten Staaten, Schwellenländer sind im MSCI AWCI mit knapp 11 % vertreten. Seitens der Wertentwicklung überzeugt der Index in den letzten 3 Jahren mit mehr als 10 % pro anno. Auf die Finanzkrise reagierte er aber mit überdurchschnittlichen Verlusten. Viele Broker bieten einen sparplanfähigen ETF auf den MSCI AWCI an.

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MSCI World

Im MSCI World Index sind etwa 1.650 mittlere und große Unternehmen aus 23 Industriestaaten in 5 globalen Regionen vereinigt. Mit einem ETF auf den Weltindex bist Du in 85 % der Marktkapitalisierung eines jeden Landes investiert.

Der Klassiker wurde im April 1986 von MSCI aufgelegt und er begeistert seither langfristig orientierte Anleger mit attraktiven Renditen. Die aktuelle Gewichtung von Ländern und Branchen sieht folgendermaßen aus:

  • USA 63,3 %
  • Japan 8,1 %.
  • UK 5,4 %.
  • Frankreich und Kanada jeweils gut 3,5 %

Bei der Sektorengewichtung gibt es nur wenige Unterschiede zum MSCI AWCI:

  • IT 16,6 %.
  • Finanzen 15,2 %.
  • Gesundheit 12,7 %
  • Industrie 11 %.
  • Nicht-Basiskonsumgüter 10,5 %.
  • Allgemeine Konsumgüter 9 %.
  • Kommunikation 8,6 %.
  • Energie 5 %.
  • Materialien 4,4 %.
  • Immobilien und Versorger jeweils fast 3,5 %.

Auch im MSCI World Index stammen die Top 10 fast ausschließlich aus den Vereinigten Staaten. Der MSCI World kann seitens der Wertentwicklung über 30 Jahre zurückverfolgt werden und überzeugt langfristig investierte Menschen mit 8 % jährlicher Durchschnittsrendite bei sehr niedrigen ETF Gesamtkostenquoten.

Bei allen ETF-Anbietern werden für die Wertentwicklung der letzten 3 Jahre deutlich mehr als 35 % ausgewiesen. Insgesamt steht der MSCI World seinem großen Bruder in nichts nach. Er reagiert in Krisenzeiten jedoch weniger volatil als der MSCI AWCI.

Mein Fazit zur Frage: Welcher Index für einen ETF-Sparplan

Ich würde die langfristig ausgeglichene Rendite des MSCI World der Volatilität des MSCI AWCI vorziehen. Der Rendite-Unterschied macht auf lange Sicht gerade einmal 0,5 % aus und wird durch die deutlich höhere Gesamtkostenquote kompensiert.

ETFs sind von renommierten Anbietern mit großen Fondsvolumen sparplanfähig verfügbar. Bei den Direktbanken kannst Du unter mehreren Aktionsangeboten ohne Kosten für Kauf und Ausführung wählen. Mit dem MSCI World bist Du zwar nicht in die ganze Welt investiert, dafür streut der Index Deine Sparraten auf die wichtigsten Industrienationen.

Beim ETF-Sparplan würde ich Dir von mehr als einem ETF aus folgendem Grund abraten. Broker und Direktbanken verlangen pro ETF für jede monatliche oder quartalsweise Ausführung Gebühren. Doppelte Ausgaben gewährleisten jedoch keinesfalls zweifache Rendite.

Bei der einmaligen Investition sieht die Sache völlig anders aus als beim ETF-Sparplan. Hierbei würde ich zu einer 70/30 Kombination aus MSCI World und MSCI Emerging Markets raten. Beim ETF-Sparplan gibt es für mich nur eine Wahl: Einen ETF auf den MSCI World mit thesaurierendem Konzept.

Dein Depotstudent Dominik

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Ein Kommentar

  1. Ich bin für den S&P500 ETF von Vanguard, billiger ETF, die Mutter des Kapitalismus wird abgedeckt und mit einem monatlichen Sparplan macht es eigentlich wenig 7nterschied welchen Ind3x man wählt, ich vertraue auf bewährte Sachen.

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