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Wer bekommt bei ETFs die Dividende?

Sprint Bahn

Mit dem nachfolgenden Beitrag erkläre ich Dir, wie die Ausschüttung von Dividende bei ETFs vonstattengeht. Zunächst ein Beispiel für einen ausschüttenden ETF und im Anschluss die Verfahrensweise bei einem thesaurierenden Indexfonds. Des Weiteren erfährst Du, warum ein Performance Index wesentlich höher notiert als ein Kursindex.

Zunächst jedoch beantworte ich die Fragen vieler ETF-Anleger:

  • Wer erhält bei ETFs die Dividende?
  • Im Endeffekt landen die Dividenden auf den Verrechnungskonten der Anleger, doch woher weiß der Anbieter, wer wie viele ETF-Anteile an einem Indexfonds hält?
  • Warum erhalten ETF-Besitzer überhaupt Dividenden, wie kommen diese in den Fonds und schließlich zu Dir als Anleger?
  • Beginnen wir mit einen ETF in der ausschüttenden Variante.

ETFs auf Aktienindizes stellen Dividenden-Ausschüttung in Aussicht

Maßgeblich ist, dass die Aktiengesellschaft ihre Aktionäre sowohl vom Kursanstieg als auch von den Unternehmensgewinnen profitieren lässt. Damit Du den Vorgang der Dividenden-Ausschüttung möglichst gut verstehst, erkläre ich Dir den Ablauf an einem ausschüttenden ETF auf den DAX mit beispielhaften Zahlen des Jahres 2018:

  • Fondsvermögen: 78.400.000 Euro.
  • ETF-Anteile im Umlauf: 684.000.
  • Die SAP ist mit einer Gewichtung von 9,5 % im Index führend.

Das Unternehmen beschließt auf der Hauptversammlung, in drei Tagen pro Aktie eine Dividende von 1,40 Euro auszuzahlen.

  • Der SAP-Anteil am DAX-Fonds beträgt etwa 7.440.000 Euro.
  • Der Kurs der SAP Aktie notiert bei 91,50 Euro.
  • Der ETF enthält 81.300 Aktien des Unternehmens.

Wer bekommt bei ETFs die Dividende?

SAP zahlt also für jede der 81.300 Aktien eine Dividende in Höhe von 1,40 Euro. Das Geld geht zunächst gebündelt mit der gesamten Dividenden-Ausschüttung an den Zentralverwahrer. Es sind mehr als 1 Milliarde Aktien im Umlauf, im Streubesitz befinden sich gut 62 %. Die zentrale Verwahrungsstelle weiß, dass der ETF X auf den DAX 81.300 Aktien der SAP hält und überweist dem Fondsmanagement etwa 114.000 Euro. Von dieser Summe zieht die Fondsverwaltung die fällige Steuer ab und verteilt den Rest auf die 684.000 ETF-Anteile.

ETFs sind kostengünstige Anlageinstrumente, weil die Verwalter und Manager effektiv vorgehen. Beim Beispiel-ETF auf den DAX wird nicht die Dividenden-Ausschüttung von SAP direkt an die Anleger überwiesen. Vielmehr wartet das Management das Ende der Dividenden-Saison ab, addiert die Beträge und zahlt in einem einmaligen Vorgang aus.

Die Frage, wer erhält bei ETFs die Dividende, nachfolgend zusammengefasst beantwortet:

  1. Die Depotbank des Fonds ist das ausführende Organ bei der Ausschüttung. Sie überweist die gesamten Dividenden aus dem Fondsvermögen an den Zentralverwahrer.
  2. Dein Broker erhält vom Zentralverwahrer für seine gesamten Bestände den errechneten Anteil.
  3. Du bekommst von Deinem Broker Dividende entsprechend Deiner ETF-Anteile aufs Verrechnungskonto überwiesen. In der Regel zieht der Brokerage Anbieter den Steueranteil vorher ab.

Wichtig zu wissen ist in diesem Kontext, dass die Dividende innerhalb von zwei Tagen zu Dir kommt und dabei auf Datenschutz geachtet wird.

  • Die Buchhaltung des Emittenten weiß nur, dass die Ausschüttung zu 100 % an den Zentralverwahrer auf eine bestimmte Kontonummer überwiesen wird.
  • Der Zentralverwalter tätig mehrere Überweisungen an die Broker der DAX ETFs.
  • Dein Broker hat die meiste Arbeit mit der Aufteilung der Ausschüttung auf die einzelnen Anleger. Die Transaktion ist dank modernster Technik schnell erledigt, aufwendig ist das Dokumentieren inklusive Ausdrucken und Versenden.

ETFs mit Ausschüttung sind aufgrund des damit verbundenen Aufwands bei Brokern weniger beliebt als Thesaurierende. Ich habe in den Beispielen absichtlich runde Zahlen verwendet, weil diese leichter zu lesen sind. In der Praxis ist die Dividenden-Ausschüttung wesentlich komplizierter, da alles bis auf zwei Stellen hinter dem Komma genau ausgerechnet wird.

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Wer bekommt bei ETFs die Dividende, wenn sie thesaurieren?

Wenn Du nach der Dividenden-Saison keinen Zahlungseingang auf dem Verrechnungskonto vorfindest, hat dies in der Regel zwei Gründe:

  • Du hast einen ausschüttenden ETF mit automatischer Wiederanlage.
  • Dein ETF ist thesaurierend konzipiert.

Beides resultiert in ausbleibendem Zahlungseingang, bei Ersterem folgt auf die Ausschüttung eine automatische Reinvestition. Im nachfolgenden Abschnitt beantworte ich die Frage, wer erhält bei ETFs die Dividende, wenn es sich um thesaurierende Indexfonds handelt?

Als praktisches Beispiel nutze ich einen DAX-ETF mit:

  • Über 3,6 Milliarden Euro Fondsvolumen.
  • Mehr als 33 Millionen umlaufender Anteile.
  • 30 Positionen.

2018 wurde die Dividenden-Saison am 19. Januar von der Thyssen-Krupp AG eröffnet, sie dauerte bis 21 Juni und fand mit Wirecard ihren Abschluss.

Diese der Einfachheit halber begradigten Resultate ergab die Saison nach Abzug von 15 % Körperschaftssteuer:

  • SAP 1,40 Euro Dividende pro Aktie gleich 4,6 Millionen Euro.
  • Siemens 2,70 Euro, insgesamt 7,6 Millionen Euro.
  • Allianz 8 Euro, zusammen 11,5 Millionen Euro.
  • BASF 3,10 Euro, Gesamtsumme 9,8 Millionen Euro.
  • Bayer 2,80 Euro, netto 9 Millionen Euro Dividenden.
  • Telekom 0,65 Euro, insgesamt 7,2 Millionen Euro.
  • Daimler 3,65 Euro, zusammen 11,3 Millionen Euro.
  • Adidas 2,60 Euro pro Aktie, insgesamt 1,6 Millionen Euro.
  • Linde Dividende pro Aktie 3,70 Euro, netto 2,4 Millionen Euro.
  • Münchener Rückversicherung 8,60 gleich 4,4 Millionen Euro.
  • Post AG 1,15 Euro, 3,8 Millionen Euro Dividenden.
  • Volkswagen 3,90 pro Aktie, 2,5 Millionen Euro insgesamt.
  • BMW 4 Euro gleich 4,4 Millionen Euro.
  • Fresenius 0,75 Euro pro Anteilschein, zusammen 1,1 Millionen Euro.
  • Deutsche Börse 2,45 Euro, insgesamt 1,6 Millionen Euro.
  • Vonovia 1,32 Euro, zusammen 2,2 Millionen Euro.
  • E.ON 0,30 Euro gleich 2,2 Millionen.
  • Infineon 0,25 Euro, zusammen 0,9 Millionen Euro.
  • Henkel 1,79 Euro, insgesamt 1,1 Millionen.
  • Wirecard 0,18 Euro gleich 0,07 Millionen Euro Dividenden.
  • Deutsche Bank 0,11 Euro, 0,7 Millionen Euro.
  • Fresenius Medizin 1,06 Euro, insgesamt 0,8 Millionen Euro.
  • Continental 4,5 Euro gleich 1,7 Millionen Euro.
  • Merck 1,25 Euro pro Aktie, zusammen 0,5 Millionen Euro.
  • RWE 1,50 Euro, insgesamt 2,8 Millionen Euro.
  • Covestro 2,20 Euro, Gesamtdividenden 1,3 Millionen Euro.
  • Lufthansa 0,80 Euro, 1,3 Millionen insgesamt.
  • Beiersdorf 0,70 Euro, 0,2 Millionen Euro Gesamtdividenden.
  • Heidelberger Zement pro Aktie 1,90 Euro, zusammen 1 Million.
  • Thyssen-Krupp 0,15 Euro, insgesamt 0,3 Millionen.

Der Aufstellung entsprechend musste das Fondsmanagement etwa 100 Millionen Euro Dividenden thesaurieren. Jeder Indexfonds hat seine eigenen Regeln.

Bei einem ETF auf den DAX ist der Ablauf wie folgt:

  • Die Aktiengesellschaften schütten in der Saison besagte 100 Millionen Euro an Dividenden an die Depotbank aus.
  • Von jeder Ausschüttung einer Gesellschaft erwirbt das ETF-Management diesbezügliche Aktien und verteilt diese in hauchfeinen Portionen auf alle umlaufenden Anteile.
  • Der Prozess wird bis auf wenige Ausnahmen 30 Mal durchgeführt, lediglich unbedeutende Dividenden-Zahlungen verbleiben auf dem Girokonto der Fondsgesellschaft.

Diese Methode des Thesaurierens ist jedoch nicht bei allen ETFs der Fall, bei Indexfonds auf den STOXX wird davon abweichend vorgegangen. Die Regeln des STOXX schreiben die prozentuale Aufteilung der eingehenden Dividende und den Erwerb von Anteilen des gesamten Index vor. Von jeder Ausschüttung muss das Management anteilsmäßig den ganzen Index kaufen. Bei beiden Methoden des Thesaurierens ändert sich die Zahl der Anteile nicht, jeder Anteil wird aber durch die Dividenden geringfügig mehr wert.

Zudem ist die Antwort auf die Frage, wer bekommt bei ETFs die Dividende, genau genommen die Gleiche: die Besitzer der ETF-Anteile. Nur kommt die Dividende per Ausschüttung direkt aufs Verrechnungskonto, während sie bei einem thesaurierenden ETF einbehalten für wachsende Rendite sorgt.

Die Frage, wer erhält bei ETFs die Rendite, ist demzufolge beantwortet, abschließend einige Erklärungen zum Themenkomplex Performance-Index versus Kurs-Index.

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Was ist der Unterschied zwischen einem Kurs-Index und einem Performance-Index?

Wenn Du ETFs seitens der Wertentwicklung miteinander vergleichen möchtest, muss entweder einheitlich der Performance-Index oder der Kurs-Index gewählt werden. Alles andere würde bedeuten, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Beim DAX wird in der Regel der aktuelle Wert des Performance-Index angegeben, während bei Indizes wie Nikkei und S&P 500 die reine Kursentwicklung zählt. Der DAX rangiert als Performance-Index dargestellt in der Tat oberhalb von 12.000 Punkten. Der reine Kursindex kommt indes nur auf etwa 7.000 Zähler. Dieser nicht unerhebliche Unterschied wird durch Dividenden bewirkt und wie das funktioniert, zeige ich Dir nachfolgend.

Beim Performance-Index gehen die Fachleute davon aus, dass jede Dividenden-Ausschüttung wieder in den Index investiert wird. Dividenden spielten beim DAX vor 20 Jahren noch eine untergeordnete Rolle, im Ergebnis klaffte zwischen Kurs-Index und Performance-Index nur eine kleine Kluft. Der Abstand vergrößert sich jedoch seit der Finanzkrise kontinuierlich und ist mittlerweile unübersehbar.

Dazu ein einfaches Beispiel, welches der Erklärung dient und in der Praxis eher selten vorkommt:

  • Du kaufst 152 Aktien mit 100 Euro Einzelwert und bezahlst dafür 15.200 Euro.
  • Angenommen, am Tag danach erhältst Du 5 % Dividenden-Rendite, also eine Summe von 760 Euro.
  • Am gleichen Tag verringert sich der Kurs der Aktien von 100 auf 95 Euro, eben um 5 %.
  • Der ursprüngliche Wert des Aktienpakets bleibt somit gleich, weil 760 Euro Dividenden ein ebensohoher Kursverlust gegenübersteht.
  • Für die 760 Euro der Ausschüttung kaufst Du Aktien desselben Unternehmens zum niedrigen Kurs nach und erhältst genau 8 Wertpapiere.
  • Damit besitzt Du 160 Aktien zum Einzelwert von 95 Euro, also insgesamt wieder 15,200 Euro.
  • Langfristig profitierst Du durch mehr Aktien effektiver von steigendem Kurs.

Bleiben wir bei diesem stark vereinfachten Beispiel für die Erklärung des Kursindex:

Beim Kurs-Index bleibt die Dividende gänzlich unberücksichtigt. Du hast 152 Akten a 100 Euro erworben. Der Kursverlust auf 95 Euro hat den Wert Deiner Geldanlage auf vorerst 14.440 Euro dezimiert. Diese einfachen Beispiele sollen Dir den Grund für die erheblichen Unterschiede zwischen Performance-Index und Kurs-Index erklären. In der Praxis sieht der Vorgang wesentlich komplizierter aus, allerdings mit demselben Prinzip.

Was solltest Du aus dieser Erklärung entnehmen? Das ETFs immer mit einheitlicher Indexberechnung miteinander verglichen werden müssen. Es hilft Dir wenig, wenn Du die den Performance-Index des DAX seinem Kurs-Index gegenüberstellst. Ersterer wächst seit der Finanzkrise pro Jahr um gut 8 %, während Letzterer auf lediglich 5,5 % pro anno kommt.

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