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Wer verdient eigentlich an ETFs?

Geldscheine zeigen

ETFs werden von immer mehr Menschen als leicht verständliche und kostengünstige Anlagevehikel wahrgenommen. Gleichwohl sind diese potenziellen Anleger weiterhin eine Minderheit, die meisten Verbraucher halte nach wie vor am klassischen Sparen fest und lassen ihre Vermögen von Minizinsen dezimieren. Heute zeige ich Dir die Funktionsweise der passiven Anlageinstrumente und beantworte folgende Fragen:

  • Wer verdient Geld mit ETFs und wie?
  • Welche Parteien verdienen Geld mit ETFs?
  • Wer profitiert am meisten vom Handel mit ETFs?

Um das Thema verständlich darzustellen, nutze ich Beispiele, welche auf den prominenten Aktienindizes MSCI World, MSCI AWCI und MSCI Emerging Markets beruhen.

Was sind ETFs?

Bei der Abkürzung ETF handelt es sich um einen Exchange Traded Funds, also um einen Indexfonds, der an der Börse gehandelt wird. ETFs setzen sich immer mehr durch, weils sie als passive Handelsinstrumente auch unerfahrenen Menschen die Geldanlage ermöglichen.

Jeder klassische ETF beruht auf einem etablierten Börsenindex, welchen er entweder physisch oder synthetisch bestmöglich nachbildet. Anleger sind mit ETFs in komplette Märkte mit nationalem, regionalem oder globalem Format investiert und sparen damit die riskante Auswahl von einzelnen Wertpapieren.

Wer in einen globalen Aktienindex mittels ETF anlegt, ist vor regionalen oder kontinentalen Krisen geschützt und profitiert von vergleichsweise konstanter Wertentwicklung. Wenn Du mehr über ETFs erfahren möchtest, lese bitte meine Beiträge zum Thema auf dieser Webseite. Dieser Artikel ist der Frage gewidmet: Welche Parteien verdienen Geld mit ETFs?

Wer verdient Geld mit ETFs?

Es gibt drei Parteien, die mit ETFs Geld verdienen und die Finanzämter halten bei erzielten Gewinnen natürlich die Hand auf. Bei den Parteien handelt es sich um:

  1. Emittenten.
  2. Broker respektive lizenzierte Onlinebanken.
  3. Anleger.

Damit wäre die Frage, wer verdient Geld mit ETFs eigentlich beantwortet, indes ist es interessant, diese Verdienste genauer zu beleuchten und in Relation zu stellen.

Geld verdienen mit ETFs: Emittenten

Wenn eine Gesellschaft ETFs auf die Aktienindizes MSCI World, AWCI und Emerging Markets emittieren möchte, muss sie den jeweiligen Index nachbilden. Bei der physischen Vollreplikation wäre der Erwerb von mehr als 2.800 Aktien erforderlich, und vor allem die gering vertretenen Werte müssten sehr teuer gekauft werden.

Die meisten Anbieter beschränken sich daher bei der physischen Replikation großer Aktienindizes auf das so bezeichnete optimierte Sampling. Dabei werden die Aktien dominanter Konzerne erworben, die Wertpapiere kleinster Unternehmen ausgelassen und dementsprechend gewichtet.

Ein mittels optimiertem Sampling konzipierter ETF weißt immer eine gewisse Tracking Differenz auf und muss regelmäßig neu gewichtet werden. Bei synthetisch nachgebildeten Indexfonds gehen Emittenten zur Sicherung der Wertentwicklung Tauschgeschäfte (Swaps) mit Investmentbanken ein.

Weiterer Arbeitsaufwand wird bei aktualisierten Indizes erforderlich, wenn Inhalte auszutauschen sind. Darüber hinaus müssen ETFs verwaltet werden und einiges mehr. Für den gesamten Aufwand berechnen Emittenten sogenannte Gesamtkostenquoten, auch als Total Expsense Ratio (TER) bekannt.

Bei der Frage, wer verdient Geld mit ETFs und wie, ist aber auch wichtig, wie hoch diese Verdienste sind. In den Verkaufsangaben zu den ETFs auf die beispielhaften Aktienindizes sind diese Gesamtkostenquoten zu finden:

  • Auf den MSCI World gibt es aktuell 18 ETFs mit 0,12 bis 0,50 % TER pro Jahr.
  • 4 ETFs stehen für den MSCI AWCI zur Verfügung, die Gesamtkostenquoten liegen zwischen 0,40 und 0,60 % pro anno.
  • Für den MSCI Emerging Markets Index sind 13 ETFs mit jährlichen Gesamtkosten von 0,20 bis 0,75 % erhältlich.

Wenn Du beispielsweise 10.000 Euro in einen ETF auf den MSCI World investierst, stellt der Emittent pro Jahr für seinen Arbeitsaufwand minimal 12 und maximal 50 Euro in Rechnung. Am einzelnen Anleger verdienen Emittenten sehr wenig, doch bei Fondsvolumen von mehreren Milliarden decken sie ihre Kosten und erwirtschaften Gewinne. Immerhin kommen leitende Manager auf Jahresgehälter von mehr als 500.000 Euro, untergebene ETF-Manager verdienen etwa 220.000 Euro pro Jahr vor Steuer.

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Geld verdienen mit ETFs: Broker und Onlinebanken

Die günstigsten Broker sind derzeit online agierende Direktbanken. Bei einem Brokerage Anbieter eröffnest Du ein Depot mit Handelskonto, beides ist überwiegend kostenfrei erhältlich. Die Bank erwirbt für Dich die gewünschten ETFs an der Börse und berechnet dafür so bezeichnete Ordergebühren. Die fallen bei den einzelnen Anbietern verschieden hoch aus, wie nachfolgende Aufstellung beweist:

  • Bei der Onvistabank fallen bei 10.000 Euro Anlagebetrag 5 Euro Ordergebühren an, es gibt zudem 490 ETFs, die ohne Kaufgebühren erworben werden können.
  • Beim Anbieter Flatex kostet die gleiche Transaktion 5,90 Euro. Das Geld sollte allerdings aufgrund negativer Verzinsung nur kurz auf dem Handelskonto verbleiben.
  • Bei der DKB Bank werden 10 Euro Ordergebühren verlangt, wenn Du mehr als 10.000 Euro anlegen möchtest, steigen die Gebühren auf 25 Euro.
  • Maxblue weißt die Ordergebühren prozentual aus und verlangt bei identischer Anlagesumme Euro 25.
  • Die Targo Bank erhebt bei 10.000 Euro in ETFs ebenfalls 0,25 % beziehungsweise 25 Euro.
  • Bei der Comdirect werden 4,90 Euro plus 0,25 % fällig. Eine 10.000er Order kostet demnach mindestens 29,90 Euro.
  • ING, Consorsbank und 1822 direkt nehmen ebenfalls 29,90 für den ETF-Erwerb mit 10.000 Euro.
  • Beim Sparkassen-Broker kostet der Kauf 31 Euro, zusammengesetzt aus Festpreis und prozentualem Anteil.
  • Bei der Postbank musst Du für den Kauf von ETFs für 10.000 Euro knapp 40 Euro bezahlen.

Einmalige Kaufgebühren zwischen 5 und 40 Euro gestalten die Geldanlage in ETFs recht günstig, zudem lassen sich die Ordergebühren mit Aktionsangeboten vollkommen vermeiden.

Wer verdient Geld mit ETFs und wie?

Bei den Emittenten kommen nur durch die Masse der Anleger attraktive Überschüsse zusammen. Auch Banken sind bei niedrigen Ordergebühren auf viele ETF-Anleger angewiesen. Brokerage Anbieter verdienen Geld mit ETFs auf verschiedenen Wegen:

  • Bei der Einmalanlage über Ordergebühren.
  • Bei ETF-Sparplänen durch die monatliche oder quartalsweise Ausführung.

Geld verdienen mit ETFs: Sparplangebühren

Direktbanken ermöglichen Dir den Erwerb von ETFs mit und ohne Kapital. Beim ETF-Sparplan fallen unterschiedlich hohe Gebühren für die Ausführung an:

  • Die Onvistabank verfügt über 163 sparplanfähige ETFs und berechnet pro Sparrate respektive Ausführung 1 Euro.
  • Flatex nimmt pro Sparrate 1,50 Euro und stellt zusätzliche Handelskosten in Rechnung. Mehr als 900 ETFs sind sparplanfähig im Angebot.
  • 720 sparplanfähige ETFs bietet die DKB Bank an, die Ausführung einer Sparrate kostet 1,50 Euro.
  • Beim Anbieter Maxblue musst Du etwas rechnen, weil die Sparrate mit Gebühren in Höhe von 1,25 % behaftet ist. Allerdings sind 116 ETFs als kostenfreie Sparpläne verfügbar.
  • Die Targo Bank hat 82 sparplanfähige ETFs und verlangt pro Sparrate 2,50 %.
  • Bei der Comdirect sind 600 ETFs sparplanfähig im Angebot, 160 davon vorübergehend kostenfrei. Bei allen anderen werden 1,50 % pro Sparrate fällig.
  • Die ING nimmt 1,75 % pro Sparrate und hat 75 sparplanfähige ETFs im Angebot.
  • Bei der Consorsbank sind 228 kostenfreie ETF-Sparpläne verfügbar. Für 200 Weitere werden 1,50 Euro pro Sparrate in Rechnung gestellt.
  • 2,95 Euro werden bei der 1822 Direktbank für jede Sparrate fällig. Du kannst unter mehr als 700 sparplanfähigen ETFs wählen.
  • 2,50 % musst Du beim Sparkassen Broker für eine Sparrate kalkulieren, 155 von 530 sparplanfähigen ETFs sind anfangs kostenlos.
  • Die Postbank nimmt nur 0,90 Euro für die Ausführung einer Sparrate, allerdings stehen nur 100 sparplanfähige ETFs zur Verfügung.

Bedenke bitte, dass kostenfreie Sparpläne nur die ersten 1 oder 2 Jahre frei von Kosten sind, weil diese vom Emittenten zur Werbung übernommen werden. Im Anschluss werden für die Ausführung jeweils genannte Gebühren fällig.

Einen ETF-Sparplan auf einen der oben genannten Aktienindizes solltest Du 20 Jahre oder länger laufen lassen. Bei den meisten Anbietern kannst Du unter monatlicher oder quartalsweiser Ausführung wählen. Bei der Annahmen einer durchschnittlichen Gebühr von 1,50 Euro kommen folgende Kosten zusammen:

  • Monatliche Ausführung: 1,50 x 12 x 20 = 360 Euro.
  • Quartalsweise Ausführung: 1,50 x 4 x 20 = 120 Euro.

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Brokerage Anbieter verdienen Geld mit ETFs?

Ja, aber nur mit sehr vielen Kunden, die einmalig anlegen oder idealerweise Sparpläne einrichten. Der Verwaltungsaufwand ist dank modernster Technik sehr gering, es sind jedoch hohe Erstinvestitionen erforderlich.

Brokerage Dienstleistungen sind eine Alternative in Zeiten andauernder Niedrigzinsen und gleichen für involvierte Banken die Verluste im Kerngeschäft halbwegs aus. Von lukrativen Gewinnen kann meiner Meinung nicht gesprochen werden und das führt zu der Frage: Wer verdient Geld mit ETFs?

Anleger verdienen Geld mit ETFs

Angenommen, Du hast 10.000 Euro in einen ETF auf den MSCI World investiert und lässt diesen 20 Jahre Erträge erwirtschaften:

  • Der Emittent verdient daran bei einer durchschnittlichen TER von 0,25 % jährlich 20 x 25 = 500 Euro.
  • Dein Broker muss sich mit einem einmaligen Betrag von durchschnittlich 10 Euro begnügen.
  • Die nachprüfbare Durchschnittsrendite beträgt bei einem thesaurierenden ETF auf den MSCI World gut 8 %.
  • Dein Ertrag wäre demnach mit 36.600 Euro zu beziffern.

Wie sieht die Situation ohne Kapital mit der Alternative ETF-Sparplan bei einer monatlichen Sparrate von 200 Euro aus?

  • Der Emittent erhält seine Gesamtkostenquote anteilsweise mit jedem Erwerb und kommt in etwa auf die gleiche Summe.
  • Dein Brokerage Anbieter nimmt 240 x 1,50 = 360 Euro für die Ausführung des Sparplans ein.
  • Am Ende der Laufzeit verfügst Du nach Abzug der Steuern über eine Endsumme von gut 100.000 Euro und hast etwa 70.000 Euro Gewinn erzielt.

Die Frage, wer verdient Geld an ETFs, ist hiermit fast beantwortet. Abschließend soll betrachtet werden, was jede Partei dazu leisten muss.

  • Emittenten verdienen Geld mit ETFs, indem sie Indizes nachbilden und ihre Produkte vermarkten. Sie müssen bei der Replikation unterschiedlich stark investieren.
  • Brokerage Anbieter verdienen Geld mit ETFs, indem sie für Kunden Anteile an der Börse erwerben und Ordergebühren in Rechnung stellen. Zudem erzielen sie Erträge durch die Ausführung von ETF-Sparplänen.
  • Finanzämter verdienen kein Geld mit ETFs, sondern bitten erfolgreiche Anleger mit Abgeltungssteuer zur Kasse.
  • Anleger verdienen Geld mit ETFs, indem sie sorgfältig wählen und diszipliniert lange investiert bleiben.

Bei Emittenten und Brokern wird mit vielen Kunden Geld an ETFs verdient. Der einzelne Anleger verdient sein Geld mit breit streuenden ETFs auf Aktienindizes bei möglichst langem Anlagehorizont.

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2 Kommentare

  1. Manchmal Frage ich mich ob du wirklich recherchierst oder den mist nur kopierst?
    Letztens erst hast du gesagt Bondora hätte kein Zweitmarkt und Jetzt :
    Comdirekt kostet der Sparplan 1,50€? nein es sind 1,5%…

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