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Wie kauft man Aktien? Die ultimative praktische Anleitung

Depotstudent Dominik
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Wie kauft man Aktien? Mit einem Anruf beim Broker, wie Du es vielleicht aus vielen Hollywood-Filmen kennst? Der persönliche Besuch bei der Bank?

Quatsch!

Heute werden Aktien vollautomatisch und in Sekundenschnelle ĂŒber das Internet gekauft – per Mausklick wechseln die Anteile einer Aktiengesellschaft den Besitzer und werden in dein Depot gebucht.

Ganz so einfach, wie es klingen mag, ist es jedoch nicht. Wenn Du erfolgreich mit Aktien handeln und Dein Geld nicht nur gewinnbringend, sondern auch sicher anlegen möchtest, gehört weit mehr dazu, also nur der Mausklick auf den „Aktien-jetzt-Kaufen-Button“.

Ohne sinnvolle Strategie und ohne grĂŒndliche Vorbereitung solltest Du nĂ€mlich erst gar nicht anfangen.

Doch eins nach dem anderen.

In diesem Beitrag der Aktien Einsteiger Serie möchte ich Dir die Frage „Wie kauft man Aktien?“ so grĂŒndlich und verstĂ€ndlich wie nur möglich beantworten.

StĂŒrzen wir uns also ins Abenteuer!

Wie kauft man Aktien? Das Schema F  

Eines ist klar: Wenn es um Finanzangelegenheiten geht, solltest Du nichts dem Zufall ĂŒberlassen und auf keinen Fall nach dem Motto „wird schon schiefgehen“ handeln.

Aktien kaufen ohne Plan und ohne Strategie ist glatter Selbstmord. Nirgendwo sonst wird Faulheit und fehlender Ehrgeiz so hart bestraft wie an der Börse. Auch wenn vielleicht in vielen Foren und Blogs das Gegenteil propagiert wird: Das Geld liegt auch an der Börse nicht einfach auf der Straße.  

Der erste Teil der Antwort auf die Frage „Wie kauft man Aktien“ beschĂ€ftigt sich also ausgiebig mit der Vorbereitung des Aktienkaufs.

Die Vorbereitung eines Kaufs ist wirklich das A und O und trÀgt einen erheblichen Anteil zu Deinem spÀteren Erfolg bei.

Nicht nur als Aktien Einsteiger, sondern auch als Börsenprofi solltest Du jeden Aktienkauf nach dem Schema abarbeiten, das ich Dir hier vorstelle.

Einschub: Schema F

Vom Schema F wird gesprochen, wenn etwas „bĂŒrokratisch-routinemĂ€ĂŸig“ ablĂ€uft. Nicht ohne Grund habe ich hier diesen Begriff gewĂ€hlt. Du solltest dir dein Schema F fĂŒr den Aktienkauf zulegen, das du immer wieder routinemĂ€ĂŸig wiederholst. Nur so kannst du emotionale Fehlentscheidungen und blinden Aktionismus vermeiden!

Schritt 1: Investmentkapital ermitteln

Ohne Moos nix los!

Dieses Sprichwort gilt selbstverstĂ€ndlich auch an der Börse. Bevor Du einen Aktienkauf tĂ€tigst musst Du zunĂ€chst ermitteln, ob ĂŒberhaupt genĂŒgend Kapital zur VerfĂŒgung steht.

Das Geld, das Du an der Börse investierst, sollte zwei Merkmale aufweisen:

1. Frei und ungebunden: Investiere niemals Geld, das Du schon in wenigen Wochen oder Monaten benötigst – beispielsweise zur Tilgung eines Kredits. Vergiss niemals, dass sich das Verlustrisiko an der Börse durch strategisches und langfristiges Vorgehen zwar stark eindĂ€mmen lĂ€sst, ganz eliminieren kannst Du es jedoch nie. Aus 10.000 Euro können schnell 15.000 Euro, aber eben auch 5.000 Euro werden.

2. 100% Eigenkapital: Nehme niemals (!) Kredite auf oder leihe Dir Geld bei Freunden, Verwandten oder Bekannten, um an der Börse zu investieren.

Der erste Schritt beim Aktienkauf muss also die Ermittlung des zur VerfĂŒgung stehenden Kapitals sein.

Wieviel Geld habe ich gerade ĂŒbrig, um es in Aktien zu investieren? Wieviel Kapital steht mit zur VerfĂŒgung, welches ich nicht in anderen Bereichen eingeplant habe?

Wenn Du es richtigmachst, solltest Du auf diese beiden Fragen eine ganz klare Antwort und einen Betrag X erhalten. Schwammige Antworten wie „ungefĂ€hr“ oder „Pi mal Daumen“ zĂ€hlen hier nicht. Kenne Deine Finanzen und sei Dir stets im Klaren darĂŒber, wieviel Du maximal investieren kannst, ohne einen finanziellen Engpass zu riskieren.

Bei der Ermittlung deines Investmentkapitals solltest Du zwei verschiedene GrĂ¶ĂŸen definieren:

1. Monatliches Budget

Dein monatliches Investmentkapital (z.B. fĂŒr ETF-SparplĂ€ne) lĂ€sst sich ermitteln, indem Du alle Ausgaben von Deinen Einnahmen abziehst. Du erhĂ€ltst hoffentlich einen positiven Betrag X, den Du theoretisch monatlich investieren könntest.

2. Festgeld Budget

Im Idealfall bist Du im Besitz von Sparguthaben. Wenn Du nun Deine Verbindlichkeiten von diesen Sparguthaben abziehst, erhĂ€ltst Du einen Festbetrag X, den Du fĂŒr AktienkĂ€ufe verwenden könntest.

Warum solltest Du beide GrĂ¶ĂŸen unbedingt kennen, bevor du erstmalig eine Aktie kaufst?

Ganz einfach: Du kannst auf verschiedene Weise an der Börse investieren.

Entweder, Du kaufst im Rahmen eines Sparplans jeden Monat fĂŒr einen von Dir definierten Betrag Aktien eines Unternehmens (monatliches Budget), oder aber Du kaufst eine bestimmte StĂŒckzahl an Aktien im Rahmen eines Einmalkaufs (Festgeldbudget).

Um nicht Gefahr zu laufen, Dich bei der GrĂ¶ĂŸe des Sparplans oder des Einmalkaufs ĂŒberschĂ€tzt zu haben, ist es enorm wichtig, Deine Budgets genau zu kennen.

Glaube mir: Es ist enorm schmerzhaft Aktien verkaufen zu mĂŒssen, weil Du nicht in der Lage bist, eine ungeplante Rechnung (z.B. Autoreparatur) vom Sparbuch oder Girokonto zu bezahlen.

Die Finanzanalyse ist der erste wichtige Schritt beim Aktienkauf.    

Schritt 2: Anlagestrategie und Ziele

Der zweite Teil der Vorbereitung beschĂ€ftigt sich mit Deiner Anlagestrategie und Deinen Zielen. 

Aufgepasst!

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Bevor Du das erste Mal eine Aktie kaufst, solltest Du Dir im Klaren darĂŒber sein, warum Du ĂŒberhaupt Geld an der Börse anlegen möchtest.

Zur Altersvorsorge? Möchtest Du Deine Finanzsituation mittelfristig verbessern? Legst Du ein Depot fĂŒr Dein neugeborenes Kind an?

Je nachdem, welche Ziele Du beim Aktienkauf verfolgst, solltest Du Dein Vorgehen und Dein Risikoprofil auch dementsprechend anpassen. Es gibt nĂ€mlich unzĂ€hlige verschiedene, sehr erfolgreiche Anlagestrategien fĂŒr Privatanleger. Wichtig ist nur, dass Du Dich fĂŒr eine dieser Strategien entscheidest und nicht immer wieder wie ein wildes Huhn zwischen diesen umherspringst.

Entscheide Dich vor Deinem ersten Aktienkauf, welche Strategie am besten zu Deinen Zielen und Deinem Risikoprofil passt und handle im Anschluss strikt nach Deinen Vorgaben.

Noch nicht abschließend verstanden, was ich damit meine?

Hier ein paar Beispiele, die Klarheit schaffen…

Beispiel 1: Das „Passive Einkommen Depot“

Stell Dir vor Dein Ziel ist es, immer wieder Gewinnbeteiligungen (sogenannte Dividenden) von Unternehmen ausbezahlt zu bekommen. Diese Dividenden siehst Du quasi als eine Art zweites Gehalt an.

Gehen wir davon aus, Du bist aktuell 30 Jahre alt. Dein Ziel ist es, bis zu Deinem 55. Lebensjahr ein Depot aufgebaut zu haben, das Dir im Durchschnitt monatlich 500 Euro an Dividendenzahlungen einbringt.

In diesem Fall wirst Du selbstverstĂ€ndlich in Unternehmen investieren, die eine hohe und vor allem zuverlĂ€ssige Dividende ausbezahlen. Bei dieser Strategie wĂŒrde es keinen Sinn machen, Aktien einer afrikanischen Goldmine zu kaufen, die ĂŒberhaupt gar keine Dividende zahlt.

Logisch, oder?

Beispiel 2: Der faule Investor

Der Investor des zweiten Beispiels hat die vielen Vorteile der Börse fĂŒr sich erkannt und möchte sein Geld nicht mehr auf dem Sparbuch bei 0,15 Prozent Zinsen versauern lassen.

Allerdings hat dieser Investor ein Problem: Er arbeitet sehr viel und hat in seiner knappen Freizeit nicht die Muse, sich mit den FinanzmĂ€rkten zu befassen. Eine ausgiebige Aktienanalyse und Unternehmensbewertung kann dieser Investor also nicht stemmen. Das investieren in Einzelaktien wĂŒrde hier keinen Sinn machen.

Die Lösung: Fonds und ETFs. Hier legt er sich einmal fĂŒr eine Anlageregion bzw. Anlagebranche fest und im Anschluss wird die gesamte Verwaltung, der Aktienkauf und auch der Aktienverkauf von einem Fondsmanager bzw. vom Computer ĂŒbernommen.

Diese Strategie hat einen weiteren Vorteil: Da Fonds und ETFs in sehr viele verschiedene Aktien investieren, ist das Kapital des Investors auf mehrere Unternehmen verteilt und das Risiko minimiert.

Mit diesen 2 Beispielen möchte ich Dir deutlich machen, dass eine Strategie und ein Plan immens wichtig sind, um die richtigen Kaufentscheidungen treffen zu können. Wenn Du nicht bereits vor Deinem ersten Aktienkauf genau weißt, welches Ziel Du mit Deinem Depot verfolgst, kannst Du niemals die richtigen Unternehmen auswĂ€hlen.

Schritt 3: Kapitalmanagement

Mit Sicherheit hast Du das Sprichwort „Setze niemals alles auf ein Pferd!“ schon einmal gehört. Obwohl dessen Ursprung im Bereich der Pferdewetten liegt, lĂ€sst es sich doch hervorragend auch auf die Börse und den Aktienmarkt ĂŒbertragen!

Ähnlich wie bei Pferdewetten solltest Du auch beim Aktienkauf darauf achten, nicht Dein gesamtes Kapital in ein Unternehmen zu investieren. Im worst case wĂŒrde nĂ€mlich eine Firmenkrise, die hohe KursrĂŒcksetzer zur Folge hat, große Teile Deines Vermögens vernichten. Bestes Beispiel ist der VW Abgasskandal, in dessen Verlauf die Aktie des Autobauers von ĂŒber 250 Euro auf unter 100 Euro gefallen ist.

Im Idealfall nimmt eine Einzelposition niemals mehr als 10%-20% vom Gesamtdepot ein.

Exkurs: Eine kurze Verlustrechnung mit und ohne Risikomanagement

Gehen wir davon aus, Du bist im Besitz eines 100.000 Euro Depots. Nun möchte ich zwei Szenarien beleuchten:

Szenario a)

Du investierst Dein gesamtes Kapital in ein Unternehmen, kaufst also Aktien im Wert von 100.000 Euro. Aufgrund einer Firmenkrise verlieren die Aktien des Unternehmens 50% an Wert. Dein Depotvermögen schrumpft dadurch auf 50.000 Euro zusammen – logischerweise ein Gesamtverlust in Höhe von 50%.

Szenario b)

Als vorbildlicher und risikobewusster Anleger hast Du entschieden, dass ein Unternehmen maximal 10% des Gesamtdepotwerts einnehmen darf. In unserem Beispiel also 10.000 Euro.

Verliert nun das in Szenario a angesprochene Unternehmen auch hier 50 % an Wert, schrumpft die Position von 10.000 Euro auf 5.000 Euro. Auch hier ein schmerzlicher Verlust, aber im Hinblick auf Dein Gesamtportfolio betrĂ€gt dieser nur 5 Prozent.  

Verteile Dein Investmentkapital auf mehrere Unternehmen, um nicht zu stark abhĂ€ngig von einer einzelnen Aktiengesellschaft zu sein. Im Fachjargon nennt sich dieses Vorgehen „Diversifikation“, also der gezielte Abbau von Risiken durch die Verteilung Deines eingesetzten Kapitals.

Achte im Übrigen auch darauf, dass einzelne Branchen und einzelne LĂ€nder keinen zu großen Anteil Deines Portfolios einnehmen. Investiere also nicht nur in Autobauer oder nur in Unternehmen aus Deutschland.

Ein Tipp: Gerade fĂŒr Anleger die noch nicht ĂŒber viel Investmentkapital verfĂŒgen kann es durchaus sinnvoll sein, die ersten Investitionen in Fonds oder ETFs zu tĂ€tigen. Durch den Kauf eines Fonds oder ETFs verteilst Du nĂ€mlich Dein Kapital auf viele verschiedene Unternehme und erreichst so eine hervorragende Diversifikation. Und das bereits ab 25 Euro pro Monat!

Wie wichtig Diversifikation ist, zeigt die nachfolgende Grafik die beschreibt, wie viel Gewinn im VerhĂ€ltnis notwendig ist, um einen Verlust auszugleichen.  

Erschreckend: Um einen Verlust von 50 % wieder auszugleichen sind 100 % Gewinn nötig.

Wie kauft man Aktien? Achte darauf, Verluste zu begrenzen!

Der Partner beim Aktienkauf: der Broker

Der erste und zugleich wichtigste Teil der Frage „Wie kauft man Aktien?“ wurde mit der Vorbereitung bereits beantwortet.

Einen weiteren elementaren Baustein mĂŒssen wir jedoch noch abarbeiten.

Beim Kauf und Verkauf von Aktien benötigst Du nĂ€mlich Hilfe. Die Hilfe eines Brokers, der Deine AuftrĂ€ge ausfĂŒhrt und Dir außerdem ein Depot zur VerfĂŒgung stellt, in dem Deine Aktien gelagert werden.

GrundsĂ€tzlich ist die Auswahl eines Brokers keine große HĂŒrde. Es existieren zahlreiche Vergleichsportals, beispielsweise brokervergleich.de, die Dir eine detaillierte Übersicht zur VerfĂŒgung stellen.

Achte bei Deiner Wahl auf folgende Punkte:

1. Kosten und GebĂŒhren

Die Transaktionskosten sollten so gering wie möglich sein. Lass Dich hier bitte nicht tÀuschen: Auch scheinbar marginale Unterschiede können auf lange Sicht ein Vermögen ausmachen.

DepotgebĂŒhren, also Kosten fĂŒr die Bereitstellung eines Depots, verlangt nahezu kein Broker mehr.

2. Angebot

Die Broker unterscheiden sich in Sachen Produktauswahl teilweise erheblich voneinander. Schau Dir also ETF-Angebot und zur VerfĂŒgung stehende ETF- und AktiensparplĂ€ne genau an.

3. Support

Da Du bei einem Online-Broker in der Regel keine Filiale in nĂ€chster NĂ€he zur VerfĂŒgung hast, solltest Du darauf achten, dass ein hervorragender Telefon-Support vorhanden ist.

Das sind meiner Meinung nach die drei wichtigsten Punkte bei der Wahl eines Online-Brokers.

Übrigens: Du musst hier keine kalten FĂŒĂŸe bekommen.

Die Wahl eines Brokers ist nicht mit einer Hochzeit gleichzusetzen und keine Wahl auf Lebenszeit. Wenn Du spĂ€ter feststellst, dass Du Dich fĂŒr den falschen Broker entschieden hast, ist ein Wechsel schnell und problemlos möglich. Auch mit bereits bestehendem Depot.  

Wie kauft man Aktien online? Das Praxis-Tutorial

Nun kommen wir zum letzten Teil dieses Beitrags: dem Praxis-Tutorial.

In diesem Abschnitt wird Dir das Aktien kaufen einfach erklĂ€rt und zugleich die Frage „Wie kauft man Aktien?“ plastisch erlĂ€utert.

Ich möchte mit Dir gemeinsam eine fiktive Kauforder Schritt fĂŒr Schritt durchgehen.

Schritt 1: Die richtige Aktie finden

ZunÀchst musst Du das Unternehmen finden, in das du investieren möchtest. Hierzu kannst du entweder den Namen, die WKN (Wertpapierkennnummer) oder die ISIN (International Securities Identification Number) eingeben.

Hast Du das Unternehmen gefunden, gelangst du mit einem Klick auf den Kaufen-Button ins OrdermenĂŒ. 

Schritt 2: Handelsplatz auswÀhlen

Im zweiten Schritt gilt es den richtigen Handelsplatz Deines Aktienkaufs auszuwĂ€hlen. Achte hier vor allem auf den Preis, denn jeder Handelsplatz hat seine eigenen GebĂŒhren, die teilweise stark variieren.

Hier triffst Du auf folgende Begriffe:

1. Broker GebĂŒhr: Die individuelle GebĂŒhr deines Brokers die fĂŒr den Aktienkauf anfĂ€llt

2. BörsenplatzgebĂŒhr: Stellt eine Art BenutzungsgebĂŒhr fĂŒr den Börsenplatz dar.

3. Courtage: FÀllt nur bei Parkettbörsen, also beispielsweise Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, etc. an. Bei vollautomatischen Handelssystemen (XETRA und Tradegate) ist keine Courtage zu entrichten.

Ein Tipp: Je nach der GrĂ¶ĂŸe deines Auftrags können Courtage und BörsenplatzgebĂŒhr deine Orderkosten deutlich nach oben treiben. Vergleiche also vor allem bei Volumen ĂŒber 5.000 Euro die GebĂŒhren sehr genau!

Aufgepasst!

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Schritt 3: Ordertyp wÀhlen

Gerade beim Ordertyp tun sich Aktien Einsteiger besonders schwer, weil es hier einige, teilweise sehr komplex wirkende Einstellungsmöglichkeiten gibt.

Die gute Nachricht: Als langfristiger Anleger, der ĂŒberwiegend in die HauptmĂ€rkte investierst – also DAX, DOW JONES oder EURO STOXX Aktien – musst Du Dir um diesen Punkt eigentlich gar keine großen Gedanken machen. Hier ist das Handelsvolumen so groß, dass Dein Kaufauftrag in der Regel bereits in wenigen Sekunden ausgefĂŒhrt wird.

Anders hingegen sieht es aus, wenn Du in nicht sehr liquide NebenmÀrkte gehen möchtest.

Wenn Du in Unternehmen investieren möchtest, die ein Handelsvolumen von wenigen Tausend Aktien pro Tag aufweisen, solltest Du nicht auf einen Orderzusatz verzichten.

Aus diesem Grund möchte ich Dir die wichtigsten OrderzusÀtze kurz vorstellen:

1. Unlimitiert – bestens/billigst

Deine Order wird zum nĂ€chstmöglichen verfĂŒgbaren Preis ausgefĂŒhrt. Kein Problem bei den bereits angesprochenen „MassenmĂ€rkten“. Bei nicht sehr stark frequentierten MĂ€rkten solltest Du diesen Ordertyp jedoch auch keinen Fall wĂ€hlen!

2. Limit Order

Bei der Limit Order nennst Du Deinen Höchstpreis. Wird dieser Höchstpreis ĂŒberschritten, wird die Order so lange nicht ausgefĂŒhrt, bis der Kaufkurs wieder unter diesen Preis fĂ€llt. Diesen Ordertyp kannst Du also wĂ€hlen, wenn Du einen zu teuren Einstieg in ein Unternehmen vermeiden möchtest.

3. Stop-Buy

Die Stop-Buy-Order funktioniere Ă€hnlich wie die Limit Order – mit einem kleinen Unterschied: Bei der Limit Order nennst Du eine Deinen Maximalpreis, bei der Stop-Buy-Order Deinen Minimalpreis. Du gibst also an, ab welchem Kurs Du bereit bist zu investieren und die Order wird, bei ĂŒberschreiten dieses Kurses, zum nĂ€chstbesten Preis ausgefĂŒhrt.

Mag komisch klingen, dieser Ordertyp hat jedoch durchaus seine Daseinsberechtigung. NĂ€mlich dann, wenn Du erst in ein Unternehmen investieren möchtest, wenn sich im Chart ein klar erkennbarer AufwĂ€rtstrend gebildet hat. 

Diese drei Ordertypen solltest Du kennen und anwenden können. ErgÀnzt werden diese durch weitere, komplexe Formen, die ich hier zunÀchst hintenanstellen möchte.

Schritt 4: GĂŒltigkeit wĂ€hlen

Im letzten Schritt heißt es: GĂŒltigkeit benennen.

Wie lange soll deine Order aktiv sein?

Hier kannst Du zwischen Tagesende, Monatsende oder lÀngst möglich (dieser Punkt unterscheidet sich je nach Börsenplatz) wÀhlen.

Die OrdergĂŒltigkeit spielt eigentlich nur dann eine Rolle, wenn Du mit Limit- oder Stop-Buy-Orders arbeitest. Unlimitierte AuftrĂ€ge werden in der Regel sehr schnell ausgefĂŒhrt. 

Das war‘s! Mehr ist es nicht, Aktien online zu kaufen!

Die praktische AusfĂŒhrung ist wahrscheinlich gar nicht so schwer, wie Du vielleicht angenommen hast, oder? 

Typische AnfÀngerfehler beim Aktienkauf

Geschafft!

Wenn Du den Beitrag bis zu dieser Stelle aufmerksam gelesen hast, kannst Du die Frage „Wie kauft man Aktien?“ mit all ihren Facetten beantworten!

Zum Abschluss möchte ich Dir noch eine kleine Checkliste mit typischen AnfĂ€ngerfehlern mit auf den Weg geben. Wenn Du diese Fehler vermeidest, kann beim Aktienkauf eigentlich fast nichts mehr schiefgehen…

Fehler #1: Keine Vorbereitung  

Viel Börsen Einsteiger vernachlĂ€ssigen die Vorbereitung beim Aktienkauf. Ohne Plan, ohne Strategie und ohne grĂŒndliche Analyse werden Aktien gekauft – im schlimmsten Fall Aktien auf Empfehlungen Dritter.

Ich habe in diesem Beitrag bereits ausfĂŒhrlich erörtert, warum eine grĂŒndliche Vorbereitung das A und O beim Aktienkauf ist!

Fehler #2: GebĂŒhren vernachlĂ€ssigen

Zugegeben, Makler-Courtage oder Börsenplatzendgeld mögen auf den ersten Blick sehr minimal erscheinen. Meist liegt die Summe beider GebĂŒhren deutlich unter 5 Euro pro Kauf.

Aber: Wenn Du eine gute Performance erreichen möchtest, solltest Du auch solche vermeintlich kleinen Kosten, wenn möglich eliminieren oder zumindest kleinhalten. Wenn Du durch die Wahl eines anderen Handelsplatzes diese 5 Euro bei jedem Aktienkauf sparen kannst, ist das auf lange Sicht betrachtet mit Sicherheit eine stolze Ersparnis.

Fehler #3: Falsche Ordertypen wÀhlen

Vielen Einsteiger wĂ€hlen den falschen Ordertyp und wundern sich dann, warum der Auftrag gar nicht oder verspĂ€tet zu einem anderen Kurs ausgefĂŒhrt wurde. Wenn Du Dir noch nicht sicher bist, was die einzelnen OrderzusĂ€tze bedeuten, solltest Du das vorherige Kapitel noch mal aufmerksam durchlesen.

HĂ€ufig gestellte Fragen

Welches ist der beste Handelsplatz, um Aktien zu kaufen?

FĂŒr deutsche Aktien können Privatanleger sehr gut ĂŒber XETRA und Tradegate Aktien kaufen. FĂŒr Derivate eignet sich Stuttgart sehr gut.

Wann ist die beste Uhrzeit fĂŒr den Aktienkauf?

Du solltest nicht außerhalb der Börsenzeiten kaufen, da hier hĂ€ufig ein hoher Spread die Preise in die Höhe treibt. Achte also darauf, dass die Heimatbörse der Aktie, die Du kaufen möchtest, auch geöffnet hat.

Wie schnell kann man Aktien kaufen?

Bei Aktien mit hohem Handelsvolumen wird eine Kauforder in der Regel binnen weniger Sekunden ausgefĂŒhrt. Bei weniger gehandelten Aktien kann es etwas lĂ€nger dauern.

Dein Depotstudent Dominik

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