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Wie sinnvoll ist Finanzberatung?

Aktienkurs Laptop
Depotstudent Dominik
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Aus meinen Artikeln erfährst Du, warum die Geldanlage mit ETFs in große Aktienindizes mehr denn je empfehlenswert ist. Es geht dabei vor allem um den Vermögensaufbau und die private Altersvorsorge. Ich stelle Dir zudem aus meiner Sicht sinnvolle Aktienindizes, wie beispielsweise den MSCI World, vor und zeige Dir aktuell günstige ETFs.

Bestens informiert könntest Du eigentlich sofort ans Investieren denken. In diesem Artikel geht es um die Frage, ob Finanzberatung unverzichtbar ist. Eingangs sei gesagt, dass meine Beiträge keinesfalls als Anlageberatung verstanden werden dürfen. Es sind vielmehr generell umsetzbare Empfehlungen, die der eine oder andere Anleger von einem professionellen Finanzberater auf individuelle Eignung überprüfen lassen möchte.

Hier den Beitrag als Podcast oder Video genießen:

Was versprichst Du Dir von einer Finanzberatung?

Zweifellos erwarten sich die meisten Menschen von Finanzberatern professionelle Meinungen zu irgendwo aufgenommenen Anlageideen. Sie haben beispielsweise bei YouTube Videos gesehen, die ihnen schnellen Reichtum mit bestimmten Aktien versprechen.

Andere wiederum treibt die Verzweiflung in die Finanzberatung, weil Vermögensaufbau und Altersvorsorge mit klassischen Bankeinlagen einfach nicht mehr funktionieren. Es gibt zudem Leute, die meinen Blog regelmäßig besuchen, Tipps aus meinen Beiträgen in Betracht ziehen und diese von Experten auf Durchführbarkeit überprüfen lassen wollen.

Du siehst an den oben dargestellten Szenarien, dass es viele Gründe gibt, die zur Finanzberatung anregen. Bei akutem Beratungsbedarf entscheiden sich die meisten angehenden Anleger für einen Besuch ihrer Hausbank.

Beratung durch die Bank

Wer Rat in Sachen Geldanlage sucht, entscheidet sich für die Beratung von der Hausbank und dies ist absolut nachvollziehbar. Schließlich vermitteln die Institute bis heute den Eindruck, dass ihre Fachleute kompetent und vor allem kostenlos beraten. Wie eine typische Beratung in einer Sparkassen- oder Bankfiliale vor sich geht, versuche ich nachfolgend, zu vermitteln.

Angenommen, Du hast durch das Lesen meiner Artikel eine Begeisterung für Exchange Traded Funds (ETF) entwickelt und suchst zur Entscheidungsfindung einen Bankberater auf. Du erzählst ihm von Deiner Absicht, Geld in einen ETF auf den MSCI World anzulegen. Was glaubst Du, wie er Dir antworten wird?

Vielleicht etwa so: „Einen ETF auf den MSCI World wollen Sie kaufen? Würde ich nicht machen, damit kaufen Sie ja alle Aktien, also die Guten ebenso wie die Schlechten“. Und schon bist Du sichtlich verunsichert und Dein Gegenüber sieht das mit geschulten Augen sofort.

Er setzt ein kompetent anmutendes Lächeln auf und legt nach: „Ich sehe Ihnen an, dass Sie bereits informiert wurden und ein renditestarkes Finanzprodukt suchen. Ich habe da einen Fonds für Sie, dessen Aktienkorb von professionellen Managern ausgesucht und gepflegt wird. Damit erzielen Sie deutlich mehr Rendite als mit einem ETF auf den MSCI World“.

Die Szene kann sich natürlich mit beliebigem Wortlaut abspielen, indes kommt sie in Grundzügen bei jedem Beratungsgespräch vor. Der Grund ist einfach verständlich und nachvollziehbar.

Ein Bankberater ist seinem Haus verpflichtet und niemand anderem. Das Institut erwartet, dass er bei jeder Gelegenheit hauseigene Produkte empfiehlt und natürlich an den Mann bringt. Ob das vorgeschlagene Produkt zu Dir oder Deinen Anlagezielen passt, ist bei der Beratung nebensächlich. Wichtig ist nur, dass am Ende der Beratung ein Kauf erfolgt.

Der Berater kann Dir, ohne zu Lügen versprechen, dass die Beratung als Service des Hauses selbstverständlich kostenlos ist. Er wird von der Bank bezahlt und das Haus erhält durch Deine Unterschrift auf dem Vertrag eine Provision.

Ich will damit keinesfalls sagen, dass alle Bankberater schlechte Menschen sind, im Gegenteil. Es gibt sehr viele unter ihnen, die unter den Vorgaben ihrer Arbeitgeber leiden und nach Auswegen suchen. Während der großen Entlassungswellen von bekannten Geldhäusern wurden sehr viele Berater gekündigt. Nicht wenige von ihnen sind mittlerweile als freie Finanzberater unter Haftungsdächern tätig.

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Beratung durch einen selbstständigen Experten

Ein Finanzberater, der unter dem Haftungsdach eines großen Unternehmens arbeitet, hat wesentlich mehr Möglichkeiten als ein Bankberater. Der Erfolgsdruck ist zwar auch gegeben, aber bei Weitem nicht so stark als bei einer Tätigkeit für die Bank. Das Entscheidende aber ist die wesentlich größere Produktauswahl, welche es dem Berater möglich macht, das geeignete Anlagevehikel anzubieten und zu verkaufen. Einen selbstständigen Finanzberater zeichnet zudem aus, dass er die Bedürfnisse seiner Kunden wahrnimmt und darauf reagieren kann.

Gleichwohl wird auch die Leistung eines selbstständigen Finanzberaters von Provisionen getragen. Er wird daher auf Anfrage eher einen aktiv gemanagten Fonds empfehlen als provisionsfreie Exchange Traded Funds. Für den Kunden ist die Beratung ebenso kostenfrei wie bei der Bank, weil selbstständige Finanzberater gleichermaßen vom Produktverkauf leben. Du kannst also davon ausgehen, dass Finanzberatung in irgendeiner Form immer kostenpflichtig ist.

Auch Versicherungsvermittler leben von Provisionen

Gleiches trifft selbstverständlich auf Versicherungsvertreter zu, auch die beraten, um zu verkaufen. Entschließt Du Dich beispielsweise zum Abschluss einer Rentenversicherung, kann die Provision etwa so aussehen:

  • Ein Rentenversicherungs-Vertrag mit 30 Jahren Laufzeit und monatlichem Beitrag von 100 Euro resultiert in einer Provision von circa 14 Monatsbeiträgen, also in etwa 1.400 Euro.

Wählst Du für Deine Altersvorsorge die eigenen vier Wände und schließt für das erforderliche Eigenkapital einen Bausparvertrag in Höhe von 50.000 Euro ab, zahlst Du 1 bis 1,6 %:

  • Die Provision beträgt dementsprechend 500 bis 800 Euro.

Als Selbstständiger musst Du Dich privat krankenversichern und die Provision bei der PKV beträgt etwa 9 Monatsbeiträge:

  • Bei 400 Euro monatlich erhält der Vermittler 3.600 Euro.

Was will ich Dir mit diesen Beispielen zeigen? Ganz einfach: Ich will Dich dazu anregen, über die Objektivität einer Beratung nachzudenken, die von einem Verkäufer erteilt wird. Du kannst weder dem Bankberater noch dem selbstständigen Berater oder dem Versicherungsvertreter einen Vorwurf machen. Alle Berater leben direkt oder indirekt von Provisionen. Wenn sie nicht zum Kauf oder Abschluss raten, gehen sie leer aus.

Mittlerweile müssen alle Finanzprodukte oder Versicherungsverträge transparent die Höhe der jeweiligen Provision darstellen. Gleichwohl sind die Angaben oft im Kleingedruckten versteckt und für den durchschnittlichen Interessenten schwer verständlich formuliert. Der jeweilige Berater hat seine eigenen Interessen und steht unter Verkaufsdruck, er ist also nicht auf Deiner Seite.

Meine Empfehlung: Beratung ist bei vielen Finanzprodukten oder Versicherungen unverzichtbar. Wenn Du zu einem Bankberater oder freien Berater respektive Vermittler gehst, übereile nichts. Bitte nach der Beratung um Bedenkzeit und lasse das entsprechende Angebot von einer dritten Partei überprüfen. Die beste Beratung kommt von einem wirklich unabhängigen Spezialisten und kostet Geld.

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Beratung gegen Honorar

Die Honoraranlageberatung ist als Begriff seit August 2014 gesetzlich geschützt. Der wesentliche Unterschied zur klassischen – vermeintlich kostenlosen – Beratung ist, dass sie gegen ein im Vorfeld festgesetztes Honorar erteilt wird. Unterschieden werden muss seitdem unter zwei Beratertypen:

  • Ein Honorar-Finanzanlagenberater hat eine Zulassung vom örtlichen Gewerbeamt. Er berät meist zu geschlossenen Investment-Vermögen sowie Investmentfonds.
  • Der Honorar-Anlagenberater ist von der BaFin lizenziert und berät zu allen Finanzinstrumenten, also auch zu Aktien, Zertifikaten und ETFs.

An beide Berater auf Honorarbasis werden hohe Anforderungen gestellt, wie Du aus nachfolgender Auflistung erkennen kannst:

  • Die Vergütung darf ausschließlich vom Mandanten erfolgen.
  • Es muss ein diversifiziertes Angebot an Finanzinstrumenten vorhanden sein.
  • Die Beratung muss objektiv und auf die Bedürfnisse des Kunden ausgerichtet erfolgen.
  • Jeder Berater muss im Honorar-Anlageberatungsregister eingetragen sein.

Was kostet Dich eine Honorarberatung?

Ein Honorarberater kann, je nach Art und Umfang der erbrachten Leistung, unter mehreren Abrechnungsarten wählen:

  • In der Regel wird bei ausführlichen Beratungen die Bezahlung per Stunde vereinbart. Die Stundensätze liegen derzeit zwischen 80 und 150 Euro.
  • Lässt sich der Beratungsaufwand im Vorfeld genau definieren, kann ein pauschales Honorar vereinbart werden.
  • Wird der Berater mit der ganzheitlichen Betreuung des Vermögens beauftragt, kann er einen prozentualen Satz zwischen 0,5 und 2 % in Rechnung stellen.

Wenn Du einen Honorar-Anlagenberater in Anspruch nimmst, möchte sich der Fachmann beim Vorgespräch ein möglichst genaues Bild von Deiner Lebenssituation machen. Der Berater wird Dich bezüglich dieser Kriterien um wahrheitsgetreue Auskunft bitten:

  • Persönliche Angaben allgemeiner Natur, Familienstand und Angehörige.
  • Berufliche Situation inklusive aktuellem Einkommen, gegebener Aussichten und vorhandenem Vermögen.
  • Welche Finanzprodukte sind eventuell bereits vorhanden?
  • Was sind Deine Anlagenziele (Altersvorsorge, Vermögensaufbau oder Bildung von Rücklagen)?

Auf der Grundlage dieser Auskünfte wird die Dauer der eigentlichen Beratung ermittelt. Letztlich erfolgt ein Kostenvoranschlag bezüglich des zu entrichtenden Honorars.

Welche Vorteile ergeben sich aus der Honorarberatung?

Aufgrund der im Vorgespräch gemachten Angaben hat der Honorarberater ein genaues Bild von Dir, Deinem Anlageziel und Deiner Risikobereitschaft. Lässt Du Dich allgemein beraten, resultieren die Selbstauskünfte in mehreren Vorschlägen. Stellst Du die konkrete Frage – ob ETFs für Deine Ziele sinnvoll sind – kommt eine vergleichsweise schnelle und objektive Antwort.

In dem Fall kann die Beratung innerhalb kurzer Zeit vorüber und kostengünstig sein. Der Berater wird aus Rendite-Gründen zu ETFs auf Aktienindizes raten und zu Deiner Sicherheit möglichst breit streuende Indizes empfehlen. Zu seinen Aufgaben gehört es, Dir mehrere Möglichkeiten aufzuzeigen, mit welchen Du sicher Dein Ziel erreichst. Es ist durchaus vorstellbar, dass der Experte zu einem ETF auf den MSCI World oder den MSCI ACWI rät.

Da er seit dem Vorgespräch Deine Lebenssituation inklusive Einkommen und Vermögen kennt, wird er entweder zu einer einmaligen Investition oder zu einem ETF-Sparplan raten. Ich will mich jetzt nicht genau festlegen, aber meiner Meinung nach sollte eine gezielte Beratung zur Geldanlage mittels ETF nicht länger als eine Stunde dauern.

Je weniger Ahnung Du vom Thema Geldanlage im Allgemeinen hast, desto höher ist der Beratungsbedarf. Der Vorteil eines Beratungsgesprächs von Angesicht zu Angesicht ist, dass Du Deinem Gegenüber in die Augen schauen und jederzeit Zwischenfragen stellen kannst. Du gehst aus der Beratung zwar nicht mit einem Produkt, aber umfassend informiert heraus.

Selbst wenn der Honorarberater alle meine Tipps nur in Form von unverbindlichen Empfehlungen bestätigt, hat die Konsultation einen hohen Mehrwert. Du bist bestens auf die Geldanlage per ETF vorbereitet und gehst mit Selbstvertrauen ans Investieren.

Hier noch ein Tipp zur Honorarberatung: Um möglichst viel Wissen aus der Konsultation zu ziehen, fertige im Vorfeld eine Liste mit Fragen an. Die arbeitest Du dann während der Sitzung Punkt für Punkt mit dem Honorarberater ab. Mit dieser Vorgehensweise stellst Du sicher, dass nichts Wichtiges vergessen wird und dass die Beratung mit Mehrwert angereichert, auf lange Sicht hilfreich ist.

Beratung gegen Honorar – nicht nur bei der Geldanlage sinnvoll

Oben habe ich Dir gezeigt, wie hoch die Provisionen beim Abschluss einer Rentenversicherung, eines Bausparvertrags und einer privaten Krankenversicherung ausfallen. Gehst Du mit diesen Wünschen zu einem Honorar-Anlagenberater, passiert das Folgende:

  • Die Beratung zu allen 3 Verträgen dauert maximal 2 bis 3 Stunden.
  • Der Berater erkundet zunächst, ob die Verträge in Deiner Lebenssituation sinnvoll sind.
  • Er berät Dich über Vor- und Nachteile und besorgt Dir auf Wunsch sogenannte Netto-Policen.

Du sparst also mehrere Tausend Euro an Provisionen, weil Netto-Policen provisionsbereinigte Verträge sind. Zudem kannst Du Dich darauf verlassen, dass der Berater nur dazu rät, wenn sie für Dich einen Sinn ergeben.

Warum gehen nicht alle Menschen zu Honorar-Anlageberatern?

Weil sie sich nicht genau informieren und den Aussagen der klassischen Berater oder Vermittler immer noch Glauben schenken. Beratung kostet in der Praxis stets Geld. Es gibt aber die vermeintlich kostenfreie Variante der Verkaufsberatung mit hoher Provision und die wirklich zielführende Beratung gegen festes Honorar. Letztendlich fährst Du mit der Honorar-Anlagenberatung besser und günstiger.

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Ein Kommentar

  1. In meinen Augen lohnt sich die Beratung erst ab einer großen Stange Geld. Kleinanleger können gerne objektiv die ihnen frei verfügbaren Inforamtionsquellen nutzen.

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